Beiträge von kleiner gruener frosch

    Ich frage mal so: traditionell nehmen an Online-Umfragen Personen teil, die durch die Umfrage "getriggert" werden.

    Wenn es um die Frage geht "Wie schmeckt Ihnen die Pizza xyz" fühlen sich proportional mehr Personen gemüßigt zu antworten, denen die Pizza nicht schmeckt. Die sie kritisieren wollen.

    Ein ähnliches Symptom findet man oft auch in Foren etc.

    Wenn es um "Symptome nach Impfungen" geht und die Teilnehmer zufällig per Online-Umfrage teilnehmen, liegt auch hier der Verdacht nahe, dass überproportional viele Personen mit Symptomen teilnehmen. Wer keine Symptome, keine Nebenwirkungen, hatte, spart sich oft die Arbeit.

    Nebenbei gesagt: ich habe die Online-Umfrage gerade durchgeführt. (Link)
    Wenn ich wollte, könnte ich da alles eingeben.

    Oder anders ausgedrückt: ich würde die Umfrage auch nicht als sonderlich aussagekräftig bewerten. Sie leidet an gewissen methodischen Fehlern. ;)

    Und ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum man Putin einen Gesichtsverlust ersparen will. Nein, er muß sein Gesicht verlieren und ggf. von den eigenen Leuten beseitigt werden (vgl. Stauffenberg), erst dann kann man wirklich über einen Frieden verhandeln.

    Ich glaube es geht weniger um "ihm ersparen will". Aber er braucht es für sein Ego, dass er ohne Gesichtsverlust da rausgeht. Auf was anderes wird er sich nicht einlassen. Es sei denn, er wird von seinen eigenen Leuten nicht mehr gefragt. Okay.

    Zitat

    Ich hoffe immer noch, und es wäre ein guter Zeitpunkt wie ich finde, dass sich beide Seiten, vielleicht zusammen mit den Staatsoberhäuptern anderer Länder, jetzt zusammensetzen und eine Lösung aushandeln. Eingeständnisse wird es dafür aber auch von ukrainischer Seite geben müssen, denke ich. Vielleicht sowas wie: Ostukraine an Russland, keine NATO-Ambitionen der Ukraine, dafür sofortiger Truppenabzug und Waffenstillstand. Sicherheitsgarantien für die Ukraine. So etwas in der Art? Es würde viele Leben retten. Ist vielleicht aber einfach Wunschdenken.

    Ich denke mal, dass hinter den Kulissen viel mehr passiert, als wir wissen.

    Putin wird nur dann verhandeln, wenn er aus der Situation ohne Gesichtsverlust rauskommt UND wenn er merkt, dass er Verhandeln muss, weil er seine Ziele so nicht erreicht.

    Wenn man die Ukraine jetzt nicht mit Waffen versorgt, würde er über kurz oder lang sein Ziel erreichen und die Ukraine besetzen. Zum Leidwesen der Ukrainer. Und wer weiß, was er dann macht.

    Wenn man die Ukraine mit Waffen versorgt und sie sich bis auf weiteres weiter verteidigen können, muss Putin seine Strategie ändern. Das hat er ja auch schon gemacht, weil er gemerkt hat, dass er die Kampfsituation ein wenig unterschätzt hat.

    Ich hoffe im Moment drauf, dass er in Kürze verkündet, dass er die Ukraine in die Knie und an den Verhandlungstisch gezwungen hat und es dort zu Verhandlungen kommt. Nachteil: alle Verhandlungen, die ihm ermöglichen, ohne Gesichtsverlust rauszukommen, gehen zu Lasten der Ukraine. (Du hast die Eingeständnisse ja aufgezählt.) Dass das nicht fair ist, sollte klar sein.

    kl. gr. frosch

    Nachtrag: die "Sicherheitsgarantien" gab es ja schon. (Siehe Abzug der Atomraketen in den 90ern.) Davon wollte Putin aber nichts mehr wissen.

    Es gab mal die Idee der friedlichen Koexistenz, aber das ist deutlich mühsamer und es erfordert zumindest mal in Betracht zu ziehen, dass andere Länder eben auch Sicherheitsinteressen haben, auuch wenn man selbst damit nicht übereinstimmt.

    Die Lösung gefällt mir. (Ehrlich.) Jetzt muss nur noch jemand Putin vorschlagen, dass er doch die Ukraine einfach machen lassen soll, was sie will. Sie hat schließlich auch Sicherheitsinteressen, auch wenn Herr Putin mit denen nicht übereinstimmt.

    Zitat von Thamiel

    Die Idee der friedlichen Koexistenz schliesst aber nicht ein, dass sich die eigenen Sicherheitsinteressen auf Allianzen der Nachbarländer beziehen oder? Wenn doch, wäre es mit dem Recht auf Selbstbestimmung nämlich ganz schnell vorbei. Übrigens auch ein "Grundrecht".

    Volle Zustimmung.

    1914 und 1939 ging die Mehrheit der Deutschen mit "Hurra" in den Krieg.

    Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.

    Ich glaube, du schießt gerade ein wenig übers Ziel hinaus.

    Die heutige Situation, wo die Waffenlieferungen an die angegriffene Nation gehen, mit dem 1. und 2. Weltkrieg, wo die Deutschen klar die Kriegstreiber waren, zu vergleichen ist ... unlogisch. Oder unverschämt. Oder eine Opfer-Täter-Verdrehung von dir. Oder um es mit deinen Worten zu sagen:

    Zitat

    Es wird ohne Scham Kübel voller Dreck über Personen mit anderen Meinungen ausgeschüttet.

    Hm, in der Grundschule möchte ich das nicht ausschließen. Auf den entsprechenden Landesportalen wird explizit auf Beispielaufgaben aus den vergangenen Arbeiten verlinkt. Und wenn ich mir anschaue, wie nervös viele Grundschule-Lehrkräfte kurz vor VERA werden, werden da bestimmt Aufgaben von genutzt*.

    Die Frage ist natürlich: was merken sich die Kinder davon.

    Mal andersherum gefragt:

    Wie seht ihr die möglichen "positiven" Folgen bei den beiden Alternativen "Waffenlieferungen" bzw. "Keine Waffenlieferungen".

    Also, ich meine: was könnte im besten Fall realistisch betrachtet passieren, wenn Waffen geliefert werden?

    Was könnte im besten Fall realistisch betrachtet passieren, wenn keine Waffen geliefert werden?


    (Wo ist die Psychohistorik, wenn man sie mal braucht. *seufz*)

    Außerdem populistische und Hintergründe vernachlässigende Beiträge. Das ist nicht nötig. Wie du schreibst: das Dilemma ist ernst genug. Das sollte man auch mit dem nötigen Ernst betrachten. Daher mein Einwand weiter oben.

    Die Alternative zu Waffenlieferungen liegt doch auf der Hand: keine Waffenlieferungen.

    Das ist mir etwas zu kurz gedacht. So wie man über evtl. Folgen der Waffenlieferungen nachdenken kann, sollte man auch über die Folgen von "Nicht-Lieferungen" nachdenken.

    Manchmal holt die Realität halt das Wahlprogramm ein. Realistische Parteien reagieren dann. Mit Sicherheit auch nicht ohne Bauchschmerzen. Ob die Reaktion sinnvoll ist, wird wohl nur die Zukunft beurteilen können.

    Aber: hast du Alternativ-Vorschläge?

    Gegen Waffenlieferung und gegen Töten zu sein ist "populistisch"?

    Nein. Aber die Parole

    Zitat

    nach 80 Jahren töten wieder deutsche Waffen wieder Russen.

    ist populistisch und lässt wichtige Hintergründe vereinfachend außer acht. Diese Aussage könnte den Eindruck erwecken, dass die Deutschen und ihre Waffen wieder einmal die "Bösen" sind und die "Russen" die armen Opfer, wie damals. Damit kommt es zu einer Opfer-Täter-Umkehr, und einer massiven Vereinfachung der Situation. Daher finde ich die Parole von fachinformatiker (im Verbund mit seinen bisher geäußerten Aussagen hier im Thread) populistisch und verkürzend.

    Bauchschmerzen mit Waffenlieferungen habe ich auch. Ich kann (und will) auch nicht abschätzen, was die Konsequenzen sind. Aber ich will auch nicht nicht abschätzen, was die Konsequenzen sind, wenn man dem Aggressor in Russland nicht irgendwie zeigt, dass er zu weit geht. Daher befürchte ich, dass es im Moment alternativlos ist. Es sei denn, man lässt Putin gewähren und die Ukraine verteidigungslos im Stich.


    Nachtrag:

    Zitat

    wie genau hättest du (und andere, die in diese Richtung schreiben) das denn gern?

    Wo genau habe ich in diesem Thread bisher nach schweren Waffen gerufen?

    also muss man die Waffenlieferungen gut finden?

    Nein. Aber man muss nicht mit so einfachen, naiven populistischen Parolen argumentieren. Sondern wenn man die Waffenlieferungen doof findet und sagt "unnütz", wäre es auch schön, wenn man eine Alternative bietet.

    Zitat

    Und man darf vielleicht auch nicht vergessen, dass zum Beispiel jüngere Schüler schon davon profitieren, auch mal ein Gesicht ohne Maske zu sehen (Lautieren, Mimik etc).

    Das "mal" war ja auch mit Maskenpflicht nie ein Problem. Kann man machen, aber es ist jetzt kein Argument gegen die Sinnhaftigkeit des Weitertragens und für das generelle Verzichten auf die Maske. (Auch wenn man es darf.)

Werbung