Beiträge von PaPo

    Für mich die Frage: Vergleich mal die Anzahl der Stundenausfälle von vor 20 Jahren bis heute - ich will keiner Schulform unterstellen, faule Lehrer zu haben und auch keine Diskussion darüber führen, warum so viel ausfällt - ich kann nur sagen, bei uns gibt es nur wenige Tage in der Schule meines jüngsten Sohnes, wo kein Unterricht ausfällt - krass viel.

    Inwiefern beantwortet dies die Frage(n) resp. ist dies ein Argument für Nachmittagsunterricht?

    Die zusätzliche Belastung (und damit einhergehende Verschwendung von Ressourcen) ist doch eher eine weitere Teilerklärung für Unterrichtsausfall.

    Im Krankenstand sollte man sich seiner Gesundheit förderlich verhalten und eigentlich ist die Einschätzung vieler Mediziner, dass so ein Extremsport wie Ironman für niemanden gesundheitlich förderlich ist, egal ob im Krankenstand oder nicht. Auch ich persönlich hätte meine Schwierigkeiten damit, wenn ein langfristig krankgeschriebener Kollege in der Zeit den Ironman läuft, aber vielleicht sollte man sich nicht an solch überspitzten Extrembeispielen festhalten.

    ... oder Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Wenn der Job dich so ausbrennt dann musst du halt damit aufhören.

    Halte ich für 'ne Art gaslighting-Argument... und kontraproduktiv, insb. wenn man bedenkt, wie hoch der Krankenstand in unserer Profession ist (insb. auch psychische Krankheiten, speziell auch Burnout betreffend), wie viele potenzielle Kollegen im Studium beim Blick hinter die Schulkulissen oder in den ersten Jahren nach dem Ref hinschmeissen etc. etc. etc. DIe Konditionen des Jobs müssen einfach besser werden.

    Der Punkt ist aber, dass Depressionen und Burnout nicht z.B: Extremsport o.ä. widersprechen, in keiner Weise sogar.

    Sorry, aber es ist was anderes, wenn man mit 10 Jahren Mal einen Tag 1- 1,5 Stunden alleine zuhause ist, als wenn man in dem Alter jeden Tag 2-4 Stunden alleine zuhause ist.

    Nicht umsonst dürfen Kinder aus den Jahrgängen 1-6 (in NRW) nur zu dem im Stundenplan vorhergesehenen Zeiten nach Hause geschickt werden.

    "Nicht umsonst" - ja, warum denn? Das ist keine Begründung, sondern ein Zirkelschluss, der ja bestätigt, was wir monieren: Es war vor dem Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 18. Juli 2005 ja offenbar auch kein Problem, Kinder zumindest ab der weiterführenden Schule, also im Alter von i.d.R. 10 Jahren, außerhalb der im Stundenplan vorhergesehenen Zeiten nach Hause zu schicken. Womit wird denn diese BASS 12-08 Nr. 1 ("Verwaltungsvorschriften zu § 57 Abs. 1 SchulG - Aufsicht -") eigtl. begründet? Was unterscheidet 10- bis 12-Jährige ab 2005 von denjenigen in den Zeiten davor bzw. welchen Nachteil sollen die Kinder zuvor gehabt haben, der nun bereinigt wurde?

    Es heißt dort btw, dass "Schülerinnen und Schüler [...] der Klassen 5 und 6 der Sekundarstufe I [...] auch bei unvorhersehbarem Unterrichtsausfall grundsätzlich nur zu den im Stundenplan vorgesehenen Zeiten nach Hause entlassen werden [dürfen]. Über Änderungen des Stundenplans und der Öffnungszeiten der außerunterrichtlichen Ganztags- und Betreuungsangebote sind die Eltern rechtzeitig zu informieren." - mit vorheriger Informierung der Eltern ist eine Entlassung also auch vorher möglich.


    P.S.:

    Wir kommen vom Thema ab, BTT bitte.

    elefantenflip

    Vielen Dank für den Input. Dass wir z.B. wegen stundenplantechnischer Gründe (Auslastung der Fachräume etc.) u.U. den Nachmittagsunterricht benötigen könnten, ist ein berechtigter Einwand. Haben wir aber tatsächlich geklärt, das Stundenplanteam meinte, das sei kein Problem.

    Ist ja aber auch alles Wunschdenken, die Kollegen und mich interessiert das grundsätzliche Prozedere. Ich sehe tatsächlich nicht, dass SL und insb. die Kommune da einer Rückabwicklung zustimmen würden. Auch Teile der Elternschaft nehmen uns wohl gerne als Verwahranstalt in Anspruch (wofür ja auch ein offenes Ganztagskonzept tauglich, wenn nicht gar produktiver wäre), weil man heutzutage offenbar keine Kinder ab 10 Jahren mehr unbeaufsichtigt nach Hause lassen kann, ohne zu befürchten, dass sie überfahren, entführt oder Opfer spontaner Selbstentzündung werden o.ä. ;)

    Und das zuvor Gesagte gilt für alle Kollegen. Es gibt aber einen, den hat das Schicksal ganz fürchterlich gestraft, das ist die Angestellte Lehrkraft. Diese bekommt im schlechtesten Fall ab 2026 Eg 10 , hat aber die gleichen Pflichten wie der Kollege neben ihm. Der bekommt aber A13 hat auch zwei Kinder und wohnt meinetwegen auch in Köln (teuerste Wohnstadt in NRW) . Dieser Kollege verdient aber im Jahr ca. 20000 Euro mehr. Ich hätte absolutes Verständnis, wenn der EG 10 Kollege nicht der Erste ist, der sich für Zusatzaufgaben meldet.

    Wenn man nicht bereits bspw. 'zu alt' für einen Wechsel ist.... warum tut man sich das an?

    Ist es sinnvoll, mich zu zitieren, wenn man nicht weiß, was ich meine?

    Ist es sinnvoll, auf die Äußerung, "eine Anwesenheitspflicht mit ausreichend ausgestatteten Arbeitsplätzen wirklich gut" zu finden mit "[d]as geben die Gebäude schon nicht her" zu antworten, aber dann nicht zu meinen, was textsemantisch 'naheliegend' (ich meine exklusiv) ist (nämlich dass die Gebäude bereits keine "ausreichend ausgestatteten Arbeitsplätz[e]" hergeben) und auf Nachfrage hin nicht einfach zu erläutern, wenn man was anderes meinte?! Warum das Rumgeeiere? :(

    Das glaubt niemand. Du kannst das Konzept auch in der Hängematte oder auf dem Klo tippen, das Problem ist offenbar, dass mancher hier annimmt, nur weil er 14 Uhr nach Hause geht, wäre nichts mehr zu tun.

    Nun, das mit dem Zeitfüllen als Dienstpflicht wurde hier ja durchaus auf der Seite zuvor geglaubt.

    Aber: Konkret wer hier nimmt das offenbar an, dass "nur weil er 14 Uhr nach Hause geht, [...] nichts mehr zu tun" wäre?

    Mir wäre wohler in einer Welt, in der Unterricht das Kerngeschäft wäre. Ich meine, das könnte sich auch positiv auf den Wirkungsgrad auswirken.

    Es soll feeerne Orte auf Erden geben, wo dies für Lehrer tatsächlich der Fall ist, wo sie z.B. keine Aufsichten wahrnehmen, wo unnötige, ineffiziente Bürokratie nicht der unnötigen, ineffizienten Bürokratie wegen existiert, Konferzenen, die digital machbar wären, nicht zwangsweise in Präsenz stattfinden etc. etc. etc. *träum*

    Ich würde das auch befürworten. Auf der Win-Seite gibts dann freie Abende und echte Wochenenden 😊

    Dafür (als Mittel gegen die Entgrenzung der Arbeit) ja die Arbeitszeiterfassung. Dann hat man ggf. auch freie Abende und echte Wochenenden (nicht vergessen, Springstunden etnsprechend zu nutzen).

    Der Arbeitgeber wird aber schnell merken, dass 8 bis 12 Lerngruppen, die bis zum Rand gefüllt sind, nicht von 'ner Hauptfachlehrkraft zu stemmen sind, Korrekturen sich länger als die vielleicht jetzt vorgegeben zwei Wochen ziehen u.ä. (viel Spaß beim Abi).

    Aber wie O. Meier bereits schrieb, die Präsenzpflicht geben die Gebäude nicht her, weil es an entsprechend ausgestatteten Arbeitsplätzen schlichtweg fehlt (für mich persönlich auch 'ne Horrorvorstellung, in dem Betonklotz das zu erledigen, was ich im heimischhen Ambiente bei guter Musik verrichten könnte... habe aber auch Kollegen, die am WE extra in die Schule fahren, weil sie sich dort besser konzentrieren können).

    Eine längere Pause wäre spätestens nach einer Arbeitszeit von 6 Zeitstunden so oder so vorgeschrieben und kommt in quasi jedem Beruf vor (zumindest bei Vollzeitarbeit). Das ist nun wirklich keine Besonderheit im Lehramt und dient gerade dazu, sich etwas zu erholen, bevor es weitergeht.

    I know... ich finde es aber immer wieder bizarr, dass alles Mögliche an Arbeitsschutz bei uns nicht gilt, aber Hauptsache man kann sich 'ne Stulle für 60 Minuten in der Mittagspause reinrendern. Zumal es die Erholungsfunktion bei vielen wohl nicht erfüllt (s.o.).

    Zu meiner Schulzeit hatte ich in 13 Jahren ein einziges Jahr in der Oberstufe mal Nachmittagsunterricht (Sport...), Schüler und Kollegen hatten um 13;20 Uhr Schluss, hat alles funktioniert (da waren die 6 Zeitstunden auch noch nicht erreicht). Gute alte Zeit.

    PaPo , ich meinte das mit den unleserlichen Texten. Die Klammern, Anführungszeichen und Bindestriche, um Gedankennebenstränge einzufügen, zerreißen deinen Text. Mit den überflüssigen Leerzeichen zerpflückt das Handy zusätzlich alles.

    Welche Leerzeichen?

    Aber ja, ich habe gesehen, dass die Darstellung am Handy suboptimal ist (ich schreibe vom Desktop-PC aus).

    Zitat

    Wenn dir das egal ist und du zusätzlich im Gegenangriffsmodus alle anpflaumst, werden wohl viele deinem Rat folgen, ist auch ne Lösung.

    Aktion... und Reaktion. Wenn ich damit nicht mit unsäglichen roten Heringen konfrontiert werde, ist das für mich 'ne win-Situation. Ich bevorzuge es, wenn man inhaltlich-sachlich miteinander kommuniziert (oder gar nicht).

    Ach, der Kerngeschäftsbegriff taucht schon irgendwo auf. Die anderen Aufgaben gehören deswegen trotzdem dazu.

    Solange aber Kollegen davon überzeugt sind, sie allein entschieden, was wichtig ist und was man getrost weglassen könne, braucht man die Diskussion nicht weiterzuführen.

    Wer macht das denn? Habe den Thread ja durchgelesen, zumindest für diesen ist das ein Strohmann. "Die anderen Aufgaben" umfassen zudem immer noch nicht, was hier die "[v]erlorene[n] Schafe" an zusätzlichem 'Engagement' eben nicht machen müssen, weil es nicht deren verpflichtende "ander[e] Aufgaben" sind - und (und das ist der Punkt) das stupide absitzen von Dienstzeit, um die 41 Stunden zu füllen, ist keine Dienstpflicht (wie hier mancher fälschlich zu glauben scheint).

    Doch, ist doch total logisch: Wer schneller unterrichtet, darf auch früher nach Hause gehen. Hauptsache, er hat den Stoff vermittelt, den er für relevant hält.

    Ist das in anderen Berufen nicht so? Wenn die Ware zügig ausverkauft wurde, schließt man die Filiale früher. Wenn man alle Räuber gejagt hat, darf man die Polizeiuniform schon vor Dienstschluss an den Haken hängen. Man muss eben effizient verkaufen und Kriminelle jagen und dann darf man auch früher ins Bett.

    Der Fehler im Vergleich liegt (u.a.) in der Rede vom "nach Hause gehen", da von Lehrern ja nicht erwartet wird, die 41 Stunden in Präsenz zu verbringen; neben dem Präsenzunterricht und einigen verpflichtenden Veranstaltungen (z.B. Konferenzen) wird von uns lediglich erwartet, unsere dienstlichen Verpflichtungen zu erfüllen (und vielleicht in den Kernzeiten erreichbar zu sein).

    In eine Filiale könnten sich zudem bspw. noch bis zum Verkaufstagsende Käufer einfinden, die der Verkäufer bedienen müsste (mal abgesehen davon, dass der Vergleich schon arbeitsrechtlich nicht passt). Der Polizist muss aus offensichtlichen Gründen verfügbar bleiben. Etc.

    Die überfordern nicht nur quantitativ, sondern auch durch ihre Verschachtelung und eigenwillig verteilten Satzzeichen.

    Den Tip, man solle doch nicht lesen, was einen störe, finde ich immer einigermaßen seltsam, insbesondere in einem Diskussionsforum.

    "eigenwillig" = grammatisch korrekt :)

    Ich halte das Lamentieren über den Umfang eines Textes (insb. in einem Lehrerforum und speziell dann, wenn dies innerhalb von einem Thread voller anderer Kommentare, welche diesen Umfang problemlos übersteigen, aber nicht moniert werden, erfolgt) für einen roten Hering (mag ich gar nicht) und ebenso wenig für eine Diskussionsgrundlage wie den 'saloppen' (und falschen) Vorwurf von "Arbeitszeitbetrug" (der m.M.n. kein unerheblicher ist - entsprechend auch mein Ton).

    Und bevor ich über sowas unnötigerweise 'streite' und man vom eigtl. Thema abkommt, merke ich lieber an, dass ich darauf gerne verzichte (auch wenn meine Texte von manchen wahrscheinl. 'harscher' gelesen werden, als sie eigtl. sind).

    Konstruktive Kritik, sachliche Zweifel, Einwände, Ergänzungen, Korrekturen u.ä.? Immer gerne, aber bitte ohne logical fallacy-Ballast.

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