PaPo : Am Ende ist Rezeption von Kunst und Unterhaltung immer subjektiv - was für mich groß wirkt, kann für dich klein wirken; "ein paar Bluttropfen" stellen für manch einen eine Blutlache dar. Zumindest in dem Punkt hast du Recht. Dennoch müssen wir im Austausch mit anderen Menschen von irgendeiner Art von gemeinsamer Grundlage ausgehen. Würden wir grundsätzlich jede Darstellung von vorangegangenen Ereignissen Dritter infrage stellen, wäre das das Ende menschlichen Dialogs, da wir jedes Mal Zweifel hätten, ob das Dargestellte wirklich so eingetroffen ist.
Ein gesundes Maß an Skepsis ist sicher nicht verkehrt, aber mein Vorschlag wäre, grundsätzlich unvoreingenommen in den Austausch zu gehen und im Zweifelsfall eine zweite unabhängige Meinung einzuholen. Kommt auch diese zum selben Ergebnis, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Einzeldarstellung über einen durchaus hohen Wahrheitsgrad verfügt.
D'accord, wenig ist subjektiver, als Medienperzeption und -rezeption und -bewertung. Wir haben zudem keine Inhaltsanalyse, sondern nur Schlagworte u.ä. - wer auch nur eine Debatte über vermeintl. deviante Medien, von Horrorfilmen u.ä. in den '80ern oder "Killerspielen" in den 2000ern miterlebt und die dortigen Mediendiskurse miterlebt hat, wer einschlägige Beschlagahme- u./o. Indizierungsentscheide und die dort inkrimierten Medien kennt, weiß ja, dass gerade Medieninhaltsbeschreibungen (und -empörungen) dort, wo der Inhalt dem Beschreibenden starkes Stimulanz war, i.d.R. für die Tonne sind, auch wenn sie mehrere Personen teilen. Der Skeptizismus ist also speziell bei diesem Thema besonders begründet.