Beiträge von PaPo

    Du magst offenbar walls of text. Das hier ist ein Satz, der auch noch inhaltlich keinen Sinn ergibt. Du stehst in einem Dienstverhältnis/Arbeitsverhältnis und hast darauf Pflichten zu erfüllen. Unter anderem gehört dazu deine Arbeitszeit. Klar kannst du das doof finden, es ist aber nun mal so. Du kannst natürlich erheblich weniger arbeiten; nachweisen kann dir das so oder so niemand. Arbeitszeitbetrug bleibt es aber dennoch.

    Dann lies meine Texte doch einfach nicht, wenn sie dich quantitativ überfordern... "wal[l] of text" :D (und da beschweren wir uns über unsere Schüler, dass die keine 'längeren' Texte mehr lesen können).

    Ich bin auch nicht für evtl. Mängel beim Verständnis meiner Texte verantwortlich, aber schön, dass du ankündigst, dass dein dritter Satz "auch noch inhaltlich keinen Sinn ergibt." ;)

    Bitte erkundige dich, was die Begriffe "regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten" und "[w]öchentliche Pflichtstunden der Lehrerinnen und Lehrer" eigtl. bedeuten - danach diskutieren wir dann, was du wünschst, wie die übrigen n bis 22 Stunden an "Arbeitszeit" nach den "[w]öchentliche[n] Pflichtstunden" zu füllen seien, wenn sämtliche verpflichtende "[w]eitere Aufgaben" gem. § 10 ADO erfüllt sind, bevor du hier (abermals) Anwürfe von "Arbeitszeitbetrug" formulierst.

    Kannst natürlich für Präsenzpflicht plädieren, dass alle Lehrer von 08:00 bis 16:12 Uhr in der Schule zu sein haben, damit auch ja niemand "Arbeitszeitbetrug" begeht... was du dir davon erhoffst, bleibt aber fraglich (und dann wirst du immer noch nicht Kollegen in freiwillige 'Prestigeprojekte' u.ä. zwingen können).

    EDIT (damit du mir nicht glauben musst, glaube der KI):

    Spoiler anzeigen

    OVG NRW, Urteil v. 8. Nov. 2005 (6 A 2650/03):
    In dem Urteil führt das Gericht aus, dass bei Lehrkräften die im eigentlichen Unterricht geleisteten Pflicht-Unterrichtsstunden und die übrige Arbeitszeit (Vorbereitung, Nachbereitung, Konferenzen usw.) nicht exakt messbar sind. Insbesondere heißt es dort: „[…] wegen der erforderlichen Unterrichtsvorbereitung, der Korrekturen, Eltern- und Schülersprechtagen […] nicht im Einzelnen in messbarer und überprüfbarer Form bestimmt werden kann.“ Damit bestätigt das OVG NRW, dass eine minutengenaue Überprüfung der Gesamtarbeitszeit von Lehrer*innen nicht verlangt wird.

    • BVerwG, z. B. Urteil vom 29.11.1979 – zur Arbeitszeit von Lehrkräften.
      „[…] es kommt nicht auf … welcher Zeitaufwand zur Bewältigung […] notwendig und zweckmäßig ist, sondern auf die vom Dienstherrn geforderte Arbeitsleistung“
    • Laut dem „Bildungslexikon“ der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Nordrhein‑Westfalen (GEW NRW): „Für Beamt*innen schreibt das Landesbeamtengesetz (NRW) (§ 60 LBG) eine 41-Stunden-Woche vor. Bei Lehrkräften gilt das Pflichtstundenmodell: Festgelegt wird nur die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung (Pflichtstunden). […] Die darüberhinausgehende Zeit ist als Vertrauensarbeitszeit nicht genau festgelegt.“
    • VG Düsseldorf — Urteil z. B. 17.03.2025 (35 K 5513/22.O) / weitere Entscheidungen 2024–2025: Fälle, in denen Beamte Zeitgutschriften erschlichen oder elektronische Zeiterfassung nicht zutreffend verbucht haben, wurden als Pflichtverletzung / Arbeitszeitbetrug gewertet.

      Die Urteile/Quellen besagen, dass Arbeitszeitbetrug dann vorliegen kann, wenn eine Lehrkraft bzw. ein Beamter bewusst falsche Angaben zur Arbeitszeit macht oder Zeiten erfasst, in denen kein Dienst erbracht wurde (z. B. wie im Fall beim VG Düsseldorf) – also Täuschung.

      Es sagen aber auch die Quellen: Wenn die Pflichtunterrichts- und sonstigen dienstlichen Verpflichtungen erfüllt sind, muss nicht jede Stunde „nachgewiesen“ werden — besonders bei Lehrkräften mit ihrem Vor-/Nachbereitungs- und freien Arbeitsanteil.

      Für NRW gilt konkret: Das Modell der Pflichtstunden für den Unterricht + „sonstige Aufgaben“ als Vertrauensarbeitszeit wird rechtlich anerkannt.
      Demnach ist das reine Unterschreiten der 41 Stunden nicht automatisch ein Arbeitszeitbetrug, solange die Leistung erfüllt ist.

    Kurz:

    (a) Ohne (fälschliche) Arbeitszeiterfassung auch kein "Arbeitszeitbetrug", denn Arbeitszeitbetrug ist die vorsätzliche Falschangabe über die tatsächlich geleistete Arbeitszeit, ist nicht erbrachte Arbeitsleistung (d.h. Nichterfüllung der Dienstpflichten etc.) u.ä.

    (b) Arbeitszeitbetrug bei verbeamteten Lehrern ≠ < 41 Stunden pro Woche arbeiten

    Nein. Wenn ich mein Kerngeschäft (Unterricht, ggf. Klassenleitung) effizient abgearbeitet habe, schreibe ich garantiert nicht noch an irgendwelchen "Konzepten" weiter. Dann ist auch mal gut.

    Würde man de infolge eigener Effizienzoptimierung freigewordene Zeit mit "[s]ich anderweitig in der Schule ein[bringen]"-Tätigkeiten (bis zur Marke von 41 Wochenstunden... nein, m.E. überhaupt um irgendeine Zeit) füllen, täte man m.E. das, was wir Lehrer ggü. effizienten Schülern ja (i.S.e. falschverstandenen 'Förderung' derselben) eigtl. vermeiden sollen, also diesen mehr Arbeit zuordnen, weil sie früher als andere fertig sind - so wie das diese Schüler als Strafe empfinden könnten, wäre zumindest mir dies ebenfalls Selbstgeißelung...

    Ich sehe das also wie du, FrozenYoghurt: Mal ungeachtet dessen, dass ich ein Gros der außerhalb meines Kerngeschäfts (Qualifikation, Selektion und Allokation durch Unterricht und Leistungsüberpürfung) vermeintl.(!) 'anfallenden' Tätigkeiten (die oftmals lediglich Resultat autotelischer 'Reförmchen', antiquiert-ineffizienter Strukturen, Neigungsprojekte von Ministerium, SL u./o. Kollegen u.ä. sind) als nicht nur nicht sonderlich sinnstiftend, sondern durchweg (euphemistisch formuliert) demotivierend erlebe, ist das der 'Mechanismus', mit dem ich die Profession und meinen Arbeitsalltag bewältige - ich bin effizient, d.h. dass mich bspw. die Vor- und Nachbereitung von Unterricht (mit Ausnahmen, wenn ich bpsw. mal einen Thema unterrichten muss, in das ich mich erst einarbeiten muss) nicht wirklich Zeit kostet (es hilft auch, dass ich meinen privaten Perfektionismus nicht auf den Unterricht übertrage - ich habe gelernt, dass mein Unterricht auch entsprechend funktioniert, ohne eine wie ein schweizer Uhrwerk arbeitende Stundenplanung).

    Mithin: Bei dem Übermaß an Springstunden, (m.E. unnötigen) Präsenzkonferenzen u.ä., zzgl. zur rapide ansteigenden Arbeitsbelastung in den regelmäßigen Prüfungsphasen (mit der ubiquitären Erosion der Leistungsfähigkeit unserer Schüler steigt die Belastung beim Korrekturaufwand), ist das, was ich im 'regulären' Arbeitsalltag an Zeit spare, Kompensation für die dort verlorene Lebenszeit (ich sehe es hier in den Ferien: 16 Tage frei, davon 5 krank, ohne dass ich die später nachholen kann, wie in der freien Wirtschaft, und 4 Tage Klassenarbeits-/Klausurkorrekturen, -planungen und Co.).

    Und bevor da jmd. mutmaßt, unterstellt o.ä. - nein, ich mache meinen Kollegen damit keine Arbeit, die sie irgendwie irgendwo 'auffangen' müssten und qualifiziere meine Schüler (sofern diese entsprechende Leistungsfähigkeit und -bereitschaft mitbringen) im geforderten Maße.

    Ein verlorenes Schaf bin ich damit nicht, aber ich würde den Teufel tun, mehr zu machen (es sei denn, das wäre mal ein Projekt, das tatsächlich sinnvoll wäre).

    Die Mittagspause ist das Allerschlimmste am Ganztag. Mein Körper schaltet da auf Mittagsschlafmodus und kommt auch nicht mehr raus.

    Eben. Ist bei uns auch so... als ob man 'n Ventil aufdreht und die gesamte psychische und physische Körperenergie einfach entwicht. Persönlich geht mir das schon mit Springstunden und zu langen Pausen (die längste ist bei uns 25 Min) so, leiber alles am Stück abarbeiten und gut is'. Glaubt man unseren Schülern, sehen die das im Gros ebenfalls so. Immer schön, wenn man 'ne Klasse am gleichen Tag in der 1. Stunde, vor der Mittagspause und in der letzten Stunde sieht, da kann man den Zerfall geradezu im Zeitraffer beobachten (sehen die Shcüler wohla uch so hinter dem Pult).

    Kann ich mir wirklich nur sehr schwer vorstellen. Im Einzelfall, falls z.B. Lehrermangel für Latein da ist, bestreite ich das nicht, aber nicht in großem Umfang. Weil sonst frage ich mich schon, wo die ganzen Stunden hin sind.

    Musst du dir nicht vorstellen, ist so. Unsere vermeintl. 109 Prozent bedeuten ja erstmal gar nichts - Schwangere, Langzeiterkrankte, Abgeordnete (exkl. der Vorgriffsstellen), zzgl. zur 'Problematik' einer relativ hohen Teilzeitquote und der Problematik, dass der Prozentwert nichts über die Verteilung der Fächer im Kollegium aussagt. Ist aber auch immer noch nicht das Thema, sondern die Problematik des (teil-)gebundenen Ganztags.

    Zitat

    dass beispielsweise insbesondere in den jüngeren Klassen Sport eher im Nachmittag liegt.

    Wenn ich meinen Sportkollegen glauben darf, 'ne ganz doofe Idee. ;)

    Zitat

    Wenn man das will, geht da eine ganze Menge und man kann einen attraktiven Nachmittag schaffen.

    Wenn ihr natürlich da nur Fachunterricht macht und D/M/E/etc. in den Nachmittag legt, sorry, aber dann wundert mich die Unzufriedenheit nicht.

    Sorry, null hilfreich, weil die Problematik nicht erkannt wurde, dafür (trotz Erläuiterungen) zu viel gemutmaßt wird.

    Spannendes Ansinnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das durchgeht, weil leider völlig gegen den Zeitgeist, aber wäre dennoch interessant, es mal zu probieren. Ich empfinde Nachmittagsunterricht insgesamt auch - für beide Seiten - als wenig gewinnbringend. Insbesondere dann, wenn dort Förderstunden oder "Nebenfächer" liegen, die eh nicht so richtig ernst genommen werden.

    Der Zeitgeist ist halt objektiv falsch. :)

    Ist nicht Theme hier (sondern eher genug Stoff für 'ne eigene Diskussion), aber m.E. müsst eman sich entscheiden zwischen ganz oder gar nicht: Entweder kein Ganztag oder so ein Modell wie in bpsw. Japan.

    Die Förderstunden liegen bei uns nochmal an zwei weiteren Nachmittagen - wenn Schüler oder Kollegen entsprechend Pech haben, sind das also vier Nachmittage (oder für kollegen mit Oberstufenkursen auch theoretisch fünf, wurde bislang aber m.W.n. immer vermieden) der Lebenszeitvergeudung.

    Zitat

    Ich stelle mir eine Schule, die sich einmal für Ganztag entschieden hat, ja ein wenig wie eine Fliege vor, die in eine fleischfressende Pflanze gerät. Einmal drin, game over 😄

    Das befürchten wir leider auch. :(

    Dann müsst ihr halt mal das machen, was viele nicht-gymnasiale Schulformen seit Jahren machen müssen: Unterricht kürzen.

    Wir kürzen... seit Jahren. Und jetzt?

    Zitat

    Ansonsten macht es auch Sinn, dass ihr den Nachmittagsunterricht insofern auf den Prüfstand stellt, als dass dort interessante Angebote für die Schüler liefen und keine Doppelstunde Mathe.

    Welchers "interessante[re] Angebo[t]" als Fachunterricht soll das denn sein?

    Zitat

    Dass die Kollegen keine Lust auf Nachmittagsunterricht haben, wundert mich nicht, weil dann ist man ja nicht um 13 Uhr zuhause.

    Sind wir auch so nicht.

    Die Gründe sind exakt so, wie beschrieben: Der Nachmittagsunterricht ist ineffizient bis kontrapoduktiv, vergeudet Ressourcen (Zeit; Motivation; Resilienz; Körperenergie etc.) seitens aller Betroffener. Die Kollegen

    Same here, auch wenn die Größe deutlich geringer ist und zwischenzeitlich aus äußeren Umständen mal alles verkauft wurde. Trotzdem seit über 20 Jahren :) Leider wenig Zeit und Platz.

    Inkl. Promotion?

    Zeit und Platz sind nicht sooo das Problem. Eher dass ich tatsächlich - wahrscheinl. wegen der Fülle an Möglichkeiten - oftmals gaming burnout habe. Die aktuelle Phase zieht sich so ungefähr seit Anfang der Sommerferien (bin aber generell sehr... 'demotiviert'.........), auf nichts mehr Lust. Einzig Hollow Knight: Silksong durchgespielt und ein paar Stunden hier und da in Elden Ring: Nightreign. Habe auch kaum was gekauft, wo es sonst pro Jahr i.d.R. dreistellig wird. Die Nachkaufliste wächst und wächst und [...], aber wenigstens purzeln in der Zeit die Preise.

    Da ich versuche, keine Sammlerversionen mehr zu kaufen (OK, die für Crimson Desert ist schon vorbestellt *hüstel*), habe ich auch keine fomo mehr. ;)

    Aktuells teht nur noch Anfang Dezember Metroid Prime 4 (NSW2) an.

    Naja, da man als gewissenhafter Lehrer ja keine Schwellenpädagogik macht

    :teufel:

    ... ich bin bei vielen Inhalten 'flexibel'.........

    Zitat

    wird zumindest für den ersten Tag in der Regel etwas geplant sein. Das sollte man in der Regel ja weitergeben können.

    Abgesehen von Englisch, wo ich durchaus Buchseiten und korrespondierende Aufgaben durchgeben könnte, klappt dass in meinen anderen Fächern i.d.R. nicht, weil ich dort aus einem Konvolut aus Materialien zusammenstelle, das ich zu einem Gros auch nicht digital habe und dass ich regelmäßig erst am jeweiligen Morgen vor DIenstbeginn zusammenfüge und erst unmittelbar vor der Stunde am Dienstkopierer vervielfältige (so 'ne Jahresplanung, wie sie in Österreich wohl üblich ist, wäre mein Ende...).

    Es ist wirklich selten, dass ich Kollegen irgendwelches Material gebe(n kann), auch wenn ich im Vorfeld absehbar (z.B. infolge von Exkursionen) an Unterrichtsterminen ausfalle.

    Falls ihr das OK bekommt, verliert ihr für die entsprechenden Jahrgangsstufen den Ganztagsstellenzuschlag von 20%. Es werden also auf die eine oder andere Weise bei euch Leute gehen müssen.

    Danke für die Antwort.

    Ja, genau mit diesem einen Punkt habe ich ja gerrechnet, dass ist das große 'Nein' zur Rückabwicklung, ohne jetzt an dieser Stelle darüber philosophieren zu wollen, dass das Land mal auf den Trichter kommen müsste, die Klassen-/Kursteiler entsprechend zu senken, was zu mehr Klassen/Kursen führen würde, für die man das Mehr an personal dann ja auch braucht (weil deren Klassen-/Kursanzahl ja auch sinken müsste), damit das System wenigstens an dieser Stelle mal wieder funktioniert.

    "Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 365 Tage zurück. Bitte erstelle ggf. ein neues Thema."

    .... hmmm.........

    Freut mich, dass hier wenigstens ein paar Kollegen meine Hobbys teilen:

    • Board Games: Also nicht "Monopoly", "Mensch ärgere dich nicht" und Co., sondern Sachen, die laut BGG heavier sind ("Nemesis", "Terrorscape", "BLoodborne" etc. etc. etc.)
    • Metal (passiv & aktiv): Mein anderes (viel zu teures) Hobby... primär im Extreme Metal-Bereich (von "Carach Angren" zu "Esoctrilihum"), ich habe aber auch ein paar guilty pleasures (*hüstel* "Feuerschwanz" *hüstel*) und versuche mich seit über 'nem jahrzehnt autodidaktisch an der E-Gitarre...
    • Video Games: Was soll ich sagen? Ich zocke seit ca. vier Jahrzehnten und habe wohl eine der größten physischen Sammlungen in meiner Ecke (3000+ Spiele); das Hobby hat meine Promotion beflügelt und meinen Geldbeutel geschröpft.
    • Phantastik (SciFi; Fantasy): In allen Formen, ich komme nur seit Ewigkeiten nicht mehr dazu, mal 'nen gescheiten Roman zu lesen, selbst ein Film für Zwischendurch passt kaum mehr... :(
    • Bodybuilding

    Ich würde ja noch Reisen hinschreiben, aber auch das ist zu lang her (Partnerin konnte die eltzten jahre nciht mit, alleine hatte ich keinen Bock)...

    Euer Problem scheint an anderer Stelle zu liegen:

    Gegen einen solchen subjektiven Eindruck kann und mag ich nicht argumentieren, möchte nur darauf hinweisen, dass ich da deutlich andere Erfahrungen habe. Ein Ansatz kann hier auch ein Blick auf euren Stundentakt sein. Der ist vergleichsweise einfach intern zu ändern.

    Nun, wir haben das irgendwann Anfang der 2010er eingeführt, also schon unsere Erfahrungen mit diesem Modell und sehen, parallel zur allg. Erosion der Leistungsfähigkeit unserer Schülerschaft, dass es auch seitdem Jahr für Jahr stärker erodiert, auf allen Seiten. Kollegen, die hälftig an andere Schulen abgeordnet sind, haben den direkten Vergleich, neue Kollegen, die zu uns versetzt wurden, gerade aus dem Ref kommen etc. auch (und man tauscht sich natürlich mit anderen Schulen aus): Der Nachmitagsunterricht, der große Demotivator, muss weg. ;)

    Aber ja, wie beschrieben ist eine neue Stundentaktung so oder so auch ein kollegiumsinterner Wunsch.

    Bei uns an der Schule (Oberstufe) werden wir, als Antwort auf die Mail zur Krankmeldung, direkt aufgefordert, Arbeitsaufträge zu liefern. Wenn ich aber Fieber und Schmerzen habe, bin ich dazu nicht in der Lage, zumal ich kein Lehrbuch habe für das ich einfach eine Seite zum Bearbeiten angeben kann. Ich fühle mich dadurch genötigt und weiß nicht, ob ich die Aufforderung einfach ignorieren oder darauf reagieren soll. Wenn ich schreibe, dass es mir zu schlecht geht, fühlt es sich so wie "Herausreden" an. Was würdet ihr raten?

    Du musst dich nicht dafür rechtfertigen, krank zu sein. Und du musst dich nicht rechtfertigen, wie krank du bist und ob du 'zu' krank bist, um vielleicht doch noch was an Arbeit zu erledigen. Krank ist Krank und bedeutet, du verrichtest jetzt keine Arbeit mehr. Ich würde mich da an deinen Lehrerrat wenden, dass der im Sinne des Kollegiums klar macht, dass solche Aufforderungen zu unterlassen sind.

    Ist das nicht einfach eine Floskel, um einen Link einzubinden?

    Ja, das "gerne hier nachlesen" packt die Redaktion an jeden Link, den sie präsentiert, ob dort tatsächlich Belege (und diese von einiger Gravitas, auch tatsächlich Gegenargumente entkräften zu können) für deren Behauptung geliefert werden... oder nicht. Hat nur in bestimmten Kontexten, eben dort, wo das "eben nicht" gegeben ist (also regelmäßig), ein gewisses Hautgout. Was man findet, wenn man den Links folgt, sind oft Meinungsäußerungen ohne Hand und Fuß, die N4T als Autoritätsargument bemühen will, Texte, die infolge ihrer Textgattung u./o. dem Mangel an Daten und Fakten das Argumentniveau der Kommentare unterschreiten, die sie damit entkräften will, und Texte, die sie offenbar selsbt nicht gelesen haben - etc.

    Es hat halt etwas 'provokatives', wenn man dort redaktionsseitig Menschen ihre alltäglichen, professionellen Erfahrungen streitig machen will, diese negiert, ridikülisiert u.ä., aus einer Redaktiosnwarte, die damit null Berührungspunkte hat; anekdotisch z.B. die Sache mit "Killerspielen" in meinen Ausgangsbeiträgen und den Positionen der Redaktion, die aus der Mottenkiste der unsäglichen Diskussionen der 2000er stammen: Die Redaktion dort hat meinen Klarnamen, die kann problemlos ermitteln, dass ich da locker mal zwei Jahrzehnte an Forschungserfahrung in dem Bereich habe (ohne dass ich da ein Autoritätsargument bemüht hätte, ich verlasse michd a leiber auf profunde, daten- und faktenbasierte Argumentation), will dann aber entsprechende Expertise mit 'nem quarks.de-Artikel wegwischen, der genau die Probleme reproduziert, die ich vorher angemahnt hatte.

    Das ist ein Verhalten, das dort typisch ist für den umgang mit den Kommentatoren - Klugscheißerei im negativsten Sinne. Und die findet sich auch mehr und mehr in den Artikeln, mit mglw. entsprechender Außenwirkung.

    Ich fände eine AG cool. Wenn SuS dadurch Lust auf das, zugeben sehr teuere, Hobby bekommen, dann ist das so. Ich denke das ist auch einen Intention hinter dem Programm von GW. Wenn du das verhindern willst, dann darfst du es nicht anbieten.

    Die Frage ist ja, wie man das am Laufen hält. Dass da GW hofft, neue Kunden zu gewinnen, ist ja klar. ;)
    Aber wenn es darauf hinausläuft, dass wir am Ende nur unsere Gefechte in der Mittagspause durchziehen, dann w+rde ich es eher bleiben lassen (ich war nie wirklich dabei, das tatsächlich zu spielen, sondern immer mehr beim Fluff).

    Mal abgesehen davon, dass das natürlich wirklich eine Milchmädchenrechnung ist, sind 109% wirklich viel. Wenn es dann wie beschrieben nicht ausreicht, dann liegt das eher nicht am Ganztag, sondern an der ungünstigen Kursstruktur oder hohen Ausfällen. Wie gesagt: ihr habt bei Streichen des Ganztags nicht auf einmal die frei werdenden Stunden zur Verfügung, auch wenn das im ersten Moment ein nachvollziehbarer Gedanke ist. Diese werden euch auch in der Unterrichtsversorgung abgezogen, sodass das Problem weiterbesteht.


    PS: Bist du in der Schulleitung? Diese könnte mal genau drauf schauen, wieviele SOLL-Stunden aus welchen Bereichen kommen und das mit den IST-Stunden abgleichen. Dann sieht man eigentlich recht schnell, wo zu viele Stunden "verbraten" werden.

    Wir haben die 109 % ja nicht zur Verfügung, es werden uns dort Kollegen veranschlagt, die seit Jahren krank sind, Schwanger, zu 100 % an andere Schulen abgeordnet etc. etc. etc., gleichzeitig hat NRW die höchsten Klassen-/Kursteiler - die typische Schönrechnerei der Bezirksregierungen und Ministerien. DIe Abgleichung der SOLL- vs. IST-Stunden haben wir als Lehrerrat mit der SL schon vorgenommen - keine Spielräume.

    Es geht uns aber auch weniger darum, dass wir das nicht abdecken können (auch wenn wir bei den Unterrichtsausfällen ein Spitzenreiter sind, die Zahlen waren ja vor Kurzem öffentlich einsehbar, insb. beim Nachmittagsunterricht), das Gros des Kollegiums ist vom Nahcmittagsunterricht nicht überzeugt und realisiert diesen als kontraproduktiv:

    Wir haben Unterrichtsstunden, die weit über die Norm von 45 Minuten hinausgehen. Was damals zur Entschleunigung eingeführt wurde (und damit wir weniger Einzelstunden vorbereiten müssen), hat tatsächlich zu einer massiven Entschleunigung geführt; unsere Schüler 'können' eine normal phasierte Unterrichtsstunde von 45 Minuten gar nicht mehr, wir schaffen in zweien unserer überlangen Stunden nicht das, was wir in drei Mal 45 Minuten schaffen könnten (es sit deutlich bemerkbar, wie die Konzentration der Schüler nach den 45 Minuten nachlässt... und dann müssen die noch weitere 25 Minuten aushalten, ein paar Minuten Pause und weiter geht's). Die Stunden ziehen sich bis zum Mittag, dann gibt es 'ne Stunde Mittagspause, die Schüler und kollegen nochmal mehr schröpft, demotiviert, auslaugt etc., um dann noch 'ne Unterrichtsstunde bis in den Nachmitag dranzuhängen, in der das Leistungsniveau vor und hinter dem Pult erheblich reduziert ist. Besonders schlimm auch, wenn es draußen warm (nichtmal heiß) ist, dann sind unsere Unterrichtsräume bereits am Morgen Saunen, vom Nachmittag ganz zu schweigen. Viele Nachmittagsstunden sind reine Verwahrung, was für eine weiterführende Schule auch nicht angemessen scheint - die Schüler könnten am Schultagesende bereits über zwei Stunden zu Hause sein und ihre Zeit sinnvoller verbacht haben.

    Die meisten wollen einfach weg von dem Modell. Stolpersteine sind Teile der Elternschaft, der Träger und evtl., gilt es noch zu eruieren, Teile der SL.

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