Beiträge von PaPo

    Du kannst theoretisch das Ref. einfach als Schonphase oder Einstiegsphase direkt an den Anfang des Schuldienstes stellen. Dann wäre natürlich ein Nice to have. In der Praxis wird es aber so laufen, dass Personal, Zeit und Geld fehlen und es ganz schnell ein ins kalte Wasser werfen wird. Daher bin ich pro Ref..

    Hier geht es auch um Geld(sparmaßnahmen durch den BDU - auch um strukturelle Verbbesserungen bei Schulen zu vermeiden - resp. geringere Besoldung für die Referendare), inkl. der Verzögerung des Stufenanstiegs etc.

    Zitat

    Dazu kommt noch, dass wir hier immer wieder sehen, dass manche Leute nach dem Studium nicht für den Schuldienst geeignet sind.

    ist inwiefern ein (kategorischer) Unterschied zum post Ref-Kandidaten?

    In den 90er Jahren gab es die beiden Fächer und das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium. Die Fachdidaktik wurde von einigen Fächern eher stiefkindlich behandelt, teils war sie so angestaubt, dass man damit überhaupt nichts anfangen konnte.
    Was Lernziele sind, wie man sie definiert, festlegt, wie man mit Richtlinien und Lehrplänen umgeht und das Ganze daraus ableitet - alles das habe ich im Referendariat gelernt.

    Lerntheorien und die Grundzüge von Didaktik gab es im Studium - was fehlte, war die Verbindung zur Praxis. "Damals" war das Referendariat der komplementäre Praxisteil zur akademischen, teils lebensfernen oder -fremden Theorie.

    War alles bereits Teil meines Studiums (ordentliches Lehrantstudium - on top nach Magister und Promotion - vor ca. 1 1/2 Jahrzehnten).

    Ich fand das Ref bisher sehr nützlich wegen der Möglichkeit, praktische Erfahrung im Unterrichten zu sammeln. Ich habe außerdem nicht geschrieben, dass das Ref auf jeden Fall erhalten bleiben sollte, sondern die praktische Ausbildung. Über die Form lässt sich gerne diskutieren.

    Also ginge das auch on the fly beim Direkteinstieg (mit anfänglicher Schonfrist zum Einarbeiten)? Die Ausbildungsbeauftragten werden dann zu Einarbeitungsbeauftragten. Sag' ich ja. ;)

    Und dann wundern sich ältere Kollegen über zuwenig Fachwissen und in Zukunft auch zuwenig Didaktik und Pädagogik ihrer jungen Kollegen, ich habe hier Beispiele genannt, eine Schweizer Kollegin berichtete, dass sie für Gymnasium keine deutschen Kollegen mehr einstellen. Alles halb ist sicher der billigste, aber auch schlechteste Weg. (Oder wird das Studium auf 14 Semester Regelstudium und anschließend 2 Semester Prüfungen und Facharbeiten erhöht?)

    Seit wann lernt man im Ref denn noch obligatorisch Neues in Pädagogik und Didaktik? Natürlich ist das Teil des Studiums.

    Du lernst unwahrscheinlich viel Praxis. Und vor allem hast Du die Zeit die Praxis zu lernen. Du kannst hospitieren. Du kannst dich mit erfahrenen Lehrkräften austauschen.

    Gilt alles auch für 'ne Schonphase bei Einstieg ohne Ref. Mir fehlt immer noch die Antwort, was man danach 'mehr' und ausschl. dadurch können sollte.

    Nicht falsch verstehen: Mein Ref war keine negative Erfahrung - hervorragende Noten, tolle Mitreferendare, tolle Fachleiter, hinreichend angenehme Schule, im Gros tolle Schüler... aber im Grunde (abgesehen von den Sozialkontakten) belanglos.

    Habe da vielleicht auch 'ne andere Sicht drauf, drei von uns (inkl. mir) waren 30+, hatten nicht die typische 'Schule -> Studium -> Ref'-Biographie, sondern auch Luft außerhalb (in der freien Wirtschaft etc.) geschnuppert (Typ-/Charakterbildung berrits ausgewürfelt und ein paar mal gelevelt...). Was ich jetzt 'mehr' kann als vorher ist insb. der Praxiserfahring geschuldet, die ist aber nicht refexklusiv.

    Die praktische Ausbildung.

    (Ich habe noch Direkteinsteiger aus den 70er Jahren kennengelernt, fachlich gut, aber selbst am Gymnasium benötigt es Wissen, wie man es an den Schüler bringt. Als es um 2000 wieder genug Lehrer gab, wurden sie "zwangspensioniert". Immerhin waren ihre Schüler, die dankbarsten, die ich je im Unterricht hatte.)

    Aber ja, es gibt immer diese arroganten Typen, die glauben, dass das Fachwissen reicht und Schüler einfach zu blöd sind. Zum Glück gibt es bei uns kein Lehrermangel und sie sind schnell weg.

    Anders: Was kann(!) der Lehrer nach dem Referendariat, was er (a) vor dem Referendariat nicht konnte UND (b) ausschl. dort lernt?

    Man lernt m.E. allenfalls die Idiosynkrasien der konkreten Schule kennen und wie man die idiosynkratischen Ansprüche der eigenen Fachleiter befriedigt. Für den Umgang mit Schülern ("diese arroganten Typen, die glauben, dass das Fachwissen reicht und Schüler einfach zu blöd sind", hast du btw auch mit Ref), wie man "Wissen [...] an den Schüler bringt" (das Gros der Fachdidaktik hat erhebliche Empiriedefizite und ist zeitgeistgeplagt - 'wer heilt, hat Recht' heißt es bei den Medizinern... und was im Unterricht 'heilt' resp. wirkt ist 'ne learning by doing- und Typfrage), die Vor- und Nachbereitung von Unterricht, Verwaltungsaufgsben etc. etc. etc. braucht es kein Ref.

    Ernsthaft: Was ist am Ref für einen erwachsenen, examinierten Menschen absolut unverzichtbar?

    Du hast Recht. Innerhalb der Facharztweiterbildung hat alles nicht mit dem echten Leben zu tun, das Medizinstudium erst recht nicht. Ist mir doch egal, ob meine Frauenärztin bestanden hat und eine Eileiterschwangerschaft übersieht oder nicht und ob die Ärzte Ultraschallbilder lesen können und Entzündungen sehen.
    Ach, diese weltfremden Ausbildungen, wo man die Azubis fordert und fördert.

    Äpfel... und Birnen. Referendare sind i.d.R. bereits examinierte Akademiker und das Ref ist keine 'Weiterbildung' (resp. die Frage bleibt, was man dort 'Weiteres' lernt, was man nicht auch bei 'nem Soforteinstieg resp. kurzer Einarbeitungszeit lernen würde).

    Ich habe den Job erst im Referendariat richtig gelernt. Auch wenn es eine anstrengende und stressige Zeit war, habe ich im Ref mehr in der Zeit gelernt als jemals vorher und nachher.

    Ja... aber was denn genau, das du nicht auch bei 'nem Soforteinstieg resp. kurzer Einarbeitungszeit gelernt hättest?

    Ich habe bisher auch nur Übereinstimmung erlebt. Abweichende Einzelnoten kann es geben, eine sehr gute oder gerade noch ausreichende Note sagt sehr viel über den Referendar aus.

    (Wir überlegen im Vorfeld ja auch, was wohl heraus kommen wird und es stimmt immer mit kleinen Abweichungen.)

    Kann auch simpler Bias sein...

    PaPo

    Das macht so viel Sinn wie die Zölle, die Trump verhängt hatte. Diese werden zu 85% auf die Konsumenten in den USA umgelegt.

    Dass es US-Verbraucher trifft, Ist je nach (langfristigem) Ziel (cui bono?) irrelevant und kein hinreichender Beleg der 'Sinnlosigkeit' der Zölle - wer einen Kjchen backen will, muss ein öaar Eier zerschlagen. Man kann natärlich über potenzielle Ziele spekulieren, über die Eignung der möglichen Pläne resp. Methoden zur Zielerreichung, offensichtliche Fehlkalkulationen (nur weil jmd. 'nen Plan hat, muss das ha kein guter Plan sein), ja dies gar normativ, ist aber ein anderes Thema.

    Zitat

    Amerika ist nicht mehr "first", sondern bald völlig isoliert. Den USA blüht dasselbe Schicksal wie Großbritannien und Spanien. Beide Länder waren in früheren jahrhunderten Weltmächte und besaßen jeweils die "Leitwährung". Alles Geschichte. Beide sind im Einfluss auf das eigene Territorium geschrumpft. Der Ausstieg aus dem Dollar hat bereits begonnen.

    ... und dann kontrollieren die USA (auch über ihre Verbündeten) die Hälfte des weltweiten Ölhandels, da steigt dann keiner aus dem Petrodollarsystem aus. Du benennst damit ja selbst einen gravierenden Grund für das Handeln der USA (Venezuela; Iran etc.) - drohender Macht- und damit Bedeutungsverlust, den es langfristig zu erhalten gilt (bis hin zur Unterminierung chinesischer KI-Rechrnzentren, die entsprechend Energie, z.B. durch Öl, benötigen).

    Zitat

    Trump hatte auch vor der Aktion keine Experten befragt, die ihm ausgerechnet hätten, welche Auswirkungen die Schließung der Straße von Hormuz (und die nun folgende Blockade der Einfahrt ins Rote Meer und damit des Suez-Kanals durch die Huti-Miliz) auf die Wirtschaft der USA haben wird. Die USA sind noch immer eine Importnation. Die steigenden Preise kommen auch dort am Küchentisch an.

    Wie erwähnt, kurzfristig irrelevant. Man darf davon ausgehen, dass da durchaus was von Experten "ausgerechnet" wurde (aber man hat mglw. mit einem schnellem Erfolg von Operation Epic Fury gerechnet, schließt sich ja nicht aus, dass ein Plan nicht / nicht reibungsfrei funktioniert). Zudem zu Hormuz: Die USA sind in puncto Öl weitgehend autark und haben nun auch 'nen guten Vorwand zur Einnahme von Larak etc. Und: Die Wähler verzeihen bei einem Gelingen.

    Du meinst das ernst? :staun: Wie soll man den erkennen, ein "Plan" ist bei Trump stets hinter seiner Idiotie gut versteckt bzw. nicht vorhanden. Er redet immer als irrer Dealer, nicht als Planer.

    Du musst mir hier jetzt wirklich nicht erklären, dass das nicht so ist. (Die Hoffnung darauf stirbt zuletzt.)

    M.M.n. ist es i.d.R. angemessen, bzgl. solcherlei Fragen z.B. die cui bono-Frage zu stellen und i.d.S. (z.B. um bounded rationality, netwerkanalytische, historisch-interpretative Ansätze u./o.ä. erweiterte) spieltheoretische Modelle zu bemühen - erklärt regelmäßig 'ne Menge (und man ist weniger überrascht und hilflos).

    Auch wenn mancher versucht ist, reflexhaft vermeintl. "Idiotie", Planlosigkeit o.ä. zu unterstellen, weil viel Porzellan zerschlagen, in vielerlei Hinsicht (mutmaßlich) im politischen Umgang so kaum gekannt over the top resp. extrem, undiplomatisch, ja eskalativ vorgegangen wird und man Konflikte mit hergebrachten (polit.) Normen nicht le6gnrn kann (was keine hinreichende Bedingung für diese Vermutung ist): auch ein D. Trump agiert nicht isoliert, nicht arbiträr, sondern im Rahmen bestimmter reziproker Interdependenzen. Die Politikwissenschaft ist da weiter als das framing als 'Idiot' und bietet eigtl. für all sein polit. Handeln Erklärungsansätze zu entsprechend planvollem Handeln. Wer das zumindest als polit. Akteur bei einem Trump nkcht erkennt, wird auf jeden Fall im aktuellen polit. Machtkampf zerrueben, weil er ja nicht mal weiß, wie er sich wappnen soll. Wöre fatal.

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