Beiträge von Nordlicht_33

    Ich habe mir jetzt erstmal meine Stärken usw aufgeschrieben, nachdem man mir ja die ganze Zeit eingeredet hat, dass ich nichts kann. Was natürlich nicht stimmt. Ich sag mir inzwischen: Nur weil die das nicht sehen konnten/ wollten, heißt das nicht, dass andere das genauso sehen.

    Meinst du von dem her, was du bezahlt bekommst oder dass du denkst, du bekommst keine neuen Impulse mehr?

    Wenn Zweiteres gelten sollte: Es gibt Therapeuten mit unterschiedlichen Ansätzen. Du könntest noch jemanden anderen mit einem anderen Ansatz probieren, der dich wieder einen Schritt weiterbringt im Umgang mit Mobbing in dem Sinn, wie es Schmidt erläutert hat.

    Nee das wird nicht übernommen vorerst, zumindest war das mein letzter Kenntnisstand.

    Man made desaster sind schwer zu ertragen. Es ist wichtig, dass anerkannt wird, was geschehen ist. Hier könnte Psychotherapie wirklich helfen, und zum Glück hast du, Nordlicht, ja auch eine Therapeutin gefunden, die sich mit Mobbing auskennt. Ja, es ist Gewalt.

    Die kompetente Therapeutin, die übrigens genau die gleiche Auffassung hat wie du, hatte ich privat kennengelernt. Mein Kontingent an Therapie ist nach wiederholtem Mobbing ausgeschöpft. Aber natürlich hab ich mir trotzdem andere Unterstützung geholt. Es braucht einfach Zeit. Eine Bekannte hat "nur" einmal Mobbing erlebt, hatte selbst nach 2 Jahren immer noch damit zu kämpfen. Ich habe das dreimal (!) hintereinander durch. Klar, dass man das nicht innerhalb von ein paar Wochen/ Monaten verarbeitet hat. Ich danke euch aber trotzdem, dass ich hier darüber schreiben kann. Es war mir wichtig mit Kollegen darüber zu reden, da sie den Schulkontext besser verstehen als Außenstehende.

    Da mag ja was dran sein. Trotzdem möchte ich die Verantwortung gerne bei den Leuten lassen, die mobben. Weil es ist sehr entlastend für alle, dem "Opfer" einen Anteil zuzuschieben, anstatt auszuhalten, dass es quasi jeden "Neuen" treffen könnte.

    Und natürlich hat das Nachwirkungen. Es ist psychische Gewalt.

    Was mich übrigens am meisten an diesem ganzen Mobbing-Thema genervt hat: Sollte es nicht eigentlich um die Kinder und den Unterricht gehen? Das alleine kann ja schon herausfordernd und anstrengend genug sein. Wenn ich mal überlege wie viel meiner Kraft und Energie in diese zwischenmenschlichen Konflikte geflossen ist. Geht einfach gar nicht.

    In meiner aktuellen Situation habe seitenweise ein Mobbingprotokoll geführt. Mit Datum und Beteiligten und welche Auswirkungen dies auf meine Arbeit hatte. Hat niemanden von höherer Stelle interessiert.

    Ich finde es an sich - und das muss ich an dieser Stelle mal sagen- in diesem System (Ist das in der freien Wirtschaft auch so?) nicht ok, dass das Mobbingopfer sich psychologisch betreuen lassen muss, mit Glück irgendwann versetzt wird. Während die Mobbingdynamik nicht aufgearbeitet, geschweige denn geahndet wird und dann eben unter Umständen den nächsten trifft (Ich habe irgendwo einen älteren Artikel gefunden. Das scheint in ganz Deutschland im Schuldienst so zu sein.)

    Und ganze ehrlich, ich bin von einer Mobbingdynamik in die nächste gekommen, mit jedem Wechsel wurde es NOCH schlimmer. Ich hatte ja auch nie Zeit mal wirklich Abstand zu gewinnen, daher ja nun mein "Ausstieg". Ob ich nicht irgendwann wieder vor einer Klasse stehe, bei einer Privatschule oder so, kann ich nicht sagen, vielleicht. Oder in einem anderen Bundesland 😉 Keine Ahnung. Aber jetzt will ich erstmal meine Ruhe haben. Das, was ich da die letzten Jahre erlebt habe... Wenn ich nicht im Grunde so zäh und belastbar wäre, und an diesem Beruf hängen würde, hätte ich wahrscheinlich schon vor vier Jahren die Reißleine gezogen. Aber man versucht natürlich erstmal alles um weiter in seinem Beruf arbeiten zu können und Beamter zu bleiben. Aber man hat mich nicht geschützt und das reicht jetzt auch.

    Ich war gestern leider beschäftigt. Ich möchte nicht so viele Angaben zu meinem Wechsel machen, weil man mich sonst hier noch identifiziert. Klingt vielleicht paranoid, aber ich will nicht noch mehr Stress als ohnehin schon. Es fehlt so viel fachliche Aufklärung in Bezug auf Mobbing. Die Zahlen mit 80/20 habe ich aus Fachliteratur. Auch dass es verschiedene Eskalationsstufen gibt, die in meinem Fall nach wenigen Wochen schon in Kraft getreten sind. Oft greift man Leute an, weil sie High-Performer sind. (Oder eben neu und anders.) Ich habe gar nichts betont oder herausgestellt, die Reaktion der Kinder hat für sich gesprochen.

    Was mir nun aber Sorgen macht: Das rufschädigende Verhalten vor SuS, Eltern und Schulbehörde war enorm. Ich mache mir Sorgen, dass es Berührungspunkte bei einem neuen Arbeitgeber mit Personen von diesem Umfeld geben könnte und dort ebenfalls ein deffamierendes Verhalten Kreise zieht. Ist das unbegründet? Könnte man dann dagegen vorgehen? Ich meine übliche Nachrede ist strafbar, aber das muss man ja erstmal stichhaltig nachweisen.

    Es ist immer die Frage, was mit "etwas Neues" oder "Anderes" konkret gemeint ist. Wenn jemand ohne Rücksprache bezüglich aus sinnvoller Weise schulisch einheitlich festgelegten Grundfragen abweicht - ich denke da zum Beispiel an die Wahl der verbundenen Schrift, der Lautgebärden oder des Verfahrens der schriftlichen Subtraktion -, dann ist das imho nicht ganz unproblematisch. Natürlich auch keine Rechtfertigung für Mobbing, klar.

    Sowas war nicht der Fall, das ist doch klar, dass man sich an solche Abstimmungen hält. Ich habe mich ja angepasst so gut es eben ging. Aber wenn man nun mal kein Berufsanfänger mehr ist, dann darf man jawohl Methoden, z.B. zur Stärkung des Klassenklimas in der eigenen Klasse anwenden oder nicht?

    Aber wehe man wird dadurch beliebt, das geht selbstverständlich überhaupt nicht 🙄

    Das ist eben das Ding, wenn der Neue was Neues macht und suggeriert, dass es besser ist und das Althergebrachte schlechter. Neue kommen nicht nur freundlich an und fügen sich ein, sie beurteilen durchaus auch, was Alteingesessene machen. Das muss natürlich nicht schlecht sein und schon gar nicht zu Mobbing führen aber es kann eben so sein.

    Und zum zweiten Absatz: was heißt, du wärst offen für Neues, du bist doch offenbar an der neuen Schule mit dem angekommen, was DU für vertraut hieltest und für gut befunden hattest. Neu wäre für dich gewesen, es so zu machen wie die anderen an der Schule.

    Und nein, natürlich wird in Städten genauso gemobbt wie auf dem Land, das ist nicht automatisch der Lösungsschlüssel, in die Stadt zu ziehen.

    Ich hab den Leuten gar nichts suggeriert. Was interessiert mich denn, was andere in ihrem Unterricht machen? Das ist doch denen überlassen. Die eine hat gemerkt, dass z.B. zwei Kinder mir mehr Sachen anvertraut haben als ihr. Das war ihr ein Dorn im Auge. Und natürlich schmeiße ich nach mehren Jahren Berufserfahrung nicht sofort alles hinten runter, was ich gelernt habe. Das macht doch keiner. Aber es gibt scheinbar wirklich Mentalitätsunterschiede von Bundesland zu Bundesland und auch Unterschiede auf was wieviel Wert gelegt wird. Gegenseitiges Verständnis wäre gut gewesen und nicht permanentes Unabgesprochenes Eingreifen z.B. in meine Klassenführung und Anderes.

    SIcher, am Land landen nur die konservativen, alten Socken...

    :neenee:

    Muss natürlich nicht sein. Ich kann ja eh immer nur von meinem Eindruck ausgehen. Ich komme ganz ursprünglich auch aus einer ländlichen Region und war immer aufgeschlossen für Neues 🤷‍♀️

    Schade. Kann aber auch anders laufen und läuft meistens anders. An fast allen Schulen, an denen ich war, hat man sich gegenseitig ergänzt, voneinander profitiert. Jeder sollte eigentlich ein Interesse daran haben, sich weiterzuentwickeln. Bewährtes kann man beibehalten, Neues, wenn es einem sinnvoll erscheint, ausprobieren. Deswegen geht man ja auch auf Fortbildungen.

    Das war da aber absolut nicht gewünscht. Dann hätten sie sich ja hinterfragen müssen. "So machen wir das hier nicht. Das haben wir schon immer so und so gemacht."

    Ja, schade. Also ich wäre auch offen für Neues, gerade wenn es gut funktioniert. Es kommt wahrscheinlich drauf an, wo man ist. In der Großstadt wird wahrscheinlich mehr Offenheit sein, als bei ländlichen Regionen. Dafür kann da dann natürlich wieder was Anderes sein 🤷‍♀️

    Und zu der Frage: Warum immer du?

    Statistisch sind 80% Frauen und 20% Männer von Mobbing betroffen.

    Ein Mann kann da also arbeiten und wird beispielsweise in Ruhe gelassen.

    Ich meinte ja schon man muss "neu" sein und sich von den anderen "unterscheiden". Die Frau die vor mir dort anfing, unterschied sich nicht so sehr von den anderen, was z.B. Methoden und Materialien etc angeht.

    Ich hatte mehr Berufserfahrung und habe eben Dinge angewendet, die ich an den Schulen zuvor gelernt habe. Was dort bekämpft wurde, wie sonst was. Erst recht, wenn es gut ankam --> siehe Konkurrenz, Rang ablaufen, Macht sichern etc.

    Ich konnte mal absolut gar nichts dagegen tun! Rechtlich nicht, durch Gespräche nichts...

    Ich denke es macht auch einen Unterschied wie man privat aufgestellt ist. Wenn man familiären Rückhalt hat, einen unterstützenden Partner oder enge Freunde, dann kann man sich da vielleicht mehrfach durchkämpfen. Wenn man das aber nur bedingt hat.. Das ganze Umfeld wird ja mitbeansprucht. Das geht vielleicht beim ersten Mal, aber beim zweiten und dritten Mal sind die dann verständlicher Weise auch irgendwann raus. In einer Beratung meinte eine zu mir, dass ich wirklich einfach nur Pech hatte. Hätte ich bei der Versetzung einen anderen Landkreis, andere Schulen angegeben.. Tja, wer weiß. Aber nun ist es, wie es ist.

    In Sozialberufen vielleicht deshalb, weil die oft überlastet sind und sich dann gerne auf Kosten eines Sündenbocks entlasten? Der ist einfach an allem schuld was nicht rundläuft, fertig.

    Alle anderen klopfen sich dann auf die Schulter, dass sie alles richtig gemacht haben.

    Ich weiß nicht. Wenn man das ganze Prozedere mehrfach durchhat, will man einfach irgendwann nicht mehr.

    Ich finde, was ihr alle vielleicht mitnehmen könnt: Neue Kollegen oder Kolleginnen brauchen generell euren besonderen Schutz, den die werden, wie wir ja nun auch mehrfach festgestellt haben, gerne mal zur Zielscheibe. Natürlich nicht immer und überall. Aber in einigen Gruppendynamiken scheinbar schon.

    Ist es wirklich Davonlaufen oder nicht eher ein lange überfälliger Selbstschutz? Ich hatte irgendwann nur noch Albträume, und der Druck, Stress wurde immer mehr. Irgendwann hatte ich so eine panische Angst Fehler zu machen.

    Und man kann sich nun mal nicht JEDEN Tag psychologisch und rechtlich begleiten lassen.

    Wenn man einen hat, dann braucht man ja nicht weitere. Anders ist es, wenn diese Person dann geht, dann tritt oft jemand Neues an die Stelle.

    Aber wie gesagt - ich sage das was man mir in der Vergangenheit so oft sagte- es gibt gar kein Mobbing. Nee, die Leuten waren einfach inkompetent.

    Bei der einen Schule konnte ich dieses nicht, bei der anderen Schule konnte ich das dann auf einmal, aber etwas anderes nicht mehr, was vorher immer gut geklappt hat. Und an meiner aktuellen Schule kann ich gar nichts mehr.

    Völlig logisch und klar.

    Und da ich langsam Angst habe, dass man mich hier identifizieren könnte: Nein, es gibt natürlich gar kein Mobbing. Das war nur MEINE -selbstverständlich fehlerhafte - Wahrnehmung. Und das, was ich als Mobbing wahrgenommen habe, habe ich selbstverständlich selbst verursacht.

    Wenn ihr versteht 😉

    Also natürlich muss ich die Nachwirkungen dieser Erfahrungen bearbeiten. Aber wie, das ist ja mir überlassen. Ich habe aber bereits mit einer Psychologin besprochen, die beruflich mit vielen Mobbingopfern arbeitet. Diese hat mir eindeutig gesagt, dass man selbst KEINEN Anteil an der Situation hat. Das man selbst bei Fachleuten, die zu wenig dahingehend geschult sind, aufpassen muss. Wenn man anfängt zu glauben, man hätte selbst schuld (was dich das Mobbingsystem übrigens glauben lassen möchte.) Dann kannst du direkt einpacken und nach Hause gehen.

    Und natürlich wird man gerade bei einer Versetzung auch gerne dahin gesetzt, wo der Bedarf besonders hoch ist. Warum ist der Bedarf dort besonders hoch....? Da kann jetzt jeder mal selbst drüber nachdenken.

    Ganz ehrlich: Mein Kontingent an Therapie ist aufgrund der vorherigen Mobbingerfahrung ausgeschöpft. Man bekommt ja nicht unbegrenzt Dinge bewilligt. Hab übrigens die erste Absage erhalten. Scheinbar war ich zu eingeschüchtert im Gespräch. Ich hoffe ich finde überhaupt was und falle nicht auf Bürgergeld. Noch kann ich meine Entlassung zurückziehen. Aber dort weiter zu arbeiten, ist ja auch keine Option.

    Also ich habe mir sagen lassen, man mobbt Personen häufig, wenn sie neu sind und sich in irgendeiner Form von den anderen unterscheiden. Mehr braucht es nicht. Die Dynamiken waren immer anders, aber ich war mehrfach "die Neue". Anders verhält es sich bei Leuten, die sich seit Jahrzehnten an der gleichen Schule befinden. Die werden das mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit auf sich ziehen. Coaching und keine Ahnung was, hatte ich genug. Und es ist vollkommen klar, dass wenn man sowas mehrfach erlebt, dass das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Schaden nimmt. Ich habe inzwischen das Vertrauen in das System verloren. Klar kann man sagen, wenn dir das mehrfach passiert, schau dich genauer an. Aber ganz ehrlich, an einer Schule, wo ich war, ging es mehreren Personen so und da kann mir keiner erzählen, dass das in irgendeiner Form "schwache" Persönlichkeiten waren.

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