Beiträge von Friesin

    Andererseits gehört es auch zur Erziehung, dass Regeln eingehalten werden (falls kein guter Grund dagegen spricht), vor allem wenn es um gleiche Regeln für alle während einer Prüfungssituation geht.

    rechtfertigt das dann die 6?

    Ich denke, der Knackpunkt lag darin, dass der Vorgang des Einsammelns ungeschickt ablief.
    Man hätte mogeln können. Ob die betroffene Schülerin tatsächlich Unterschelif begangen hat (gruseliger Ausdruck übrigens, gibt es wohl nur in Bayern ;) ), war ja in keiner Form erkennbar.
    Für mich hat die 6 eher prophylaktischen Charakter, scheint mir persönlich ziemlich aus der Hüfte geschossen zu sein.

    Wenn Du die Schüler provozieren willst, frag sie doch mal nach Parallelen zwischen diesem "Militärputsch" im letzten Jahr mit nur einem Panzer auf der Brücke in Istanbul mit dem Kriegsausbruch des 2. Weltkriegs: "Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen." Oder anders: War der Putsch evtl. genauso gespielt wie der Überfall auf den Sender Gleiwitz, um danach ein ganz anderes Programm abfahren zu können?

    die Ähnlichkeit zwischen dem Türkei-Putschversuch und dem Reichstagsbrand 1933 und dem, was jeweils folgte, fiel meinen Neuntklässlern sofort ins Auge.

    Für den Unterricht sind solche Dinge Steilvorlagen

    geschichte und Politik sind eigentlich eher die klassischen "Ich-mache-nach-Ref-den-Taxischein_" Fächer, von daher würde ich meine Hoffnungen wirklich nicht zu hoch hängen

    3. Wie schaut es aus mit Privatschulen? Dürfen die mich ohne 2. Staatsexamen einstellen und unterrichten lassen? Also einfacher als Schulen in öffentlicher Trägerschaft?

    Bei staatlich anerkannten Schulen auch eher schwierig, wäre aber einen Versuch, bzw. Anruf wert

    Ich habe gedacht (die Erfahrung aus meiner Schulzeit), dass für einen guten Lehrer fast nur die Motivation das Wesentliche ist.

    das ist aus Schülersicht gedacht.
    Was ein Lehrer zusätzlich zur sichtbaren Motivation an Gelerntem mitbringt, sei es im fachwissenschaftlichern, sei es im pädagogisch-didaktisch-methodischen Bereich, das wird für die Schüler meist nicht so deutlich sichtbar.
    Schüler achten auf andere Dinge als die Seminarausbilder, erst recht im Nachhinein.

    Und ja, doch, der Lehrerberuf ist tatsächlich ein Ausbildungs-Beruf. Nicht umsonst ist eine recht lange Ausbildung für den Beruf vorgeschrieben. Nur Motivation mitzubringen wäre denn doch ein bisschen---- romantisch= naiv gedacht. ;)

    Aber wenns mich ärgert, muss ich es ihm halt sagen.

    klar. mach ich auch.

    Nichtsdestotrotz denke ich, was wir von den Schülern verlangen, wie z.B. Pünktlichkeit bei der Abgabe von Aufgaben, sollten wir auch selbst beherzigen.
    Warum die Schüler ihr Zeug nicht dabeihaben, ist dann auch egal. Da zieht keine noch so dämliche Ausrede.
    warum sollen das Lehrer anders handhaben?

    Nun ja, wenn am Montag um 13 Uhr Notenschluss ist und ich die Liste am Montag um 13.01 Uhr mitbnehme, hat der säumige Kollege dann schonmal das Problem, dass er seine Noten gar nicht eintragen kann. Er schreibt mir dann eine Mail deswegen, worauf ich antworte, dass ich die Noten schon soweit ins SVP eingegeben habe und er doch bitte seine selbst dort nachtragen soll. So, dann muss er sich erstmal informieren, wie er das hinbekommt ubd wird herausfinden, dass er dazu an einen Rechner der SL muss. Die SL wird sich wundern, was ein Kollege, der keine Klassenleitung hat am SVP will. D.h. es wird auffallen, dass er säumig war.
    Kommt der Kollege meiner Bitte, das selbst ins SVP einzutragen, nicht nach, wird es der SL spätestens beim Drucken oder Unterschreiben der Zeugnisse auffallen, dass da Noten fehlen und selbst den betreffenden Kollegen ansprechen. Bzw. wenn sie mich deswegen ansprechen sollten, würde ich sie an den Kollegen weiterverweisen.

    geht bei uns nicht.
    Und wenn die Noten auf dem zeugnisvordruck nicht vollständig sind, wer hat dann wohl die Lauferei? ?
    Genau.
    NICHT der betreffende Fachlehrer.

    Ich sehe schon, wir müssten an unserem System was ändern ;)

    Zitast "Also nur weil ein anderer perfektionistisch ist, soll er mich nicht mit Pedanterie nerven, es gibt Wichtigeres bei unserer Arbeit als Bürokratie. Die macht man halt notgedrungen, aber wann und wie geht nur die SL was an."

    jeein.

    Ohne Bürokratie geht es nicht.
    Ob, wie und wann ein Kollege die Schülerfehlzeiten verwaltet, ist mir völlig rille. Ebenso, wann und wie er sein Klassenbuch in Schuss hält, seinen Unterricht vorbereitet , wann er welche Arbeit zurückgibt oder seine Kaffeepause macht.

    Aber wenn am Schuljahresende die Noten nicht da sind, weil jemand schlecht geplant hat, z.B. spät die letzte Arbeit schreibt und Nachschreiber nicht einkalkuliert hat bei der zeitlichen Planung --
    wenn also meine Tätigkeit als KL davon betroffen ist, ist bei mir Schluss mit lustig.

    Das geht nämlich sehr wohl mich etwas an, denn bei uns muss ich als KL dafür sorgen, dass die Notenliste komplett eingetragen der SL vorgelegt wird.
    ich bemühe mich, meine Deadlines gut einzuhalten. Dazu plane ich mittelfristig. Zeugnistermine sind immer schon lange im Voraus bekannt.
    Da erwarte ich von selbstständig arbeitenden Kollegen, dass sie nicht wie Studenten oder Schüler (!!) alles auf den letzten Drücker erledigen.

    Wer das pendantisch findet, muss mit dem Vorwurf rechnen, kollegenunfreundlich zu planen ;)
    Ausgenommen natürlich immer Krankheitsfälle

    Zusammengefasst: wenn Kollegen etwas nicht einhalten/vergessen, das mich direkt betrifft, könnte ich wahnsinnig werden.

    Von den Schülern erwarten wir, dass sie Deadlines einhalten und ihre HA nicht vergessen... dann sollten wir Lehrer das ganz selbstverständlich auch tun.

    Ausrutscher können natürlich vorkommen, kein Problem, aber wenn sich jemand dauerhaft einen eine Unzuverlässigkeit angewöhnt hat, sage ich durchaus was. Ich mag nicht für Kollegen mitdenken, die sind alt genug ;)

    Wenn jemand keine Hausaufgaben hat, und die werden vielleicht in 5 Min besprochen, aber er arbeitet den Rest der Stunde mit, halte ich es für sehr fragwürdig hier deswegen eine schlechte Note zu geben.

    Übersetzungshausaufgaben brauchen deutlich mehr als 5 Minuten für die Besprechung, meist 10 -15.

    Eine 6 gibt es für mehrfach nicht gemachte HA. Wir reden hier vom mindestens 4. Mal.
    4 x 10 Minuten sind auch eine Schulstunde.

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