Ich kann mir vorstellen, dass man hier einen sachlichen Grund für die "Diskriminierung" konstruieren kann: Es gibt evt. zu wenig männliche Lehrer, die in den unteren Klassenstufen unterrichten können, so dass vermehrt auf diesen Kollegen zurückgegriffen werden muss. Im Sinn von "weibliche und männliche" Rollenvorbilder, insbesondere da die Kinder aus der Grundschule hauptsächlich Frauen als Lehrkräfte gewohnt sind. ABER: Wenn das tatsächlich im mehrjährigen Vergleich zu nachweisbarer Mehrarbeit führt, MUSS der Kollege an anderer Stelle entlastet werden, z.B. kein Einsatz bei Abitur-(Zweit-)Korrekturen, keine Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung von Schulfesten, keine Mitwirkung bei der Curriculums-Entwicklung usw.
Letztendlich ist die Situation aber nur ein Ausdruck der Tendenz, dass sich der Lehrerberuf zum Frauenberuf entwickelt, was den Mangel an männlichen Lehrkräften zur Folge hat. Um dem entgegenzuwirken ist dringend eine Steigerung des Ansehens der Lehrkräfte in der Gesellschaft notwendig (gerade Männer wählen ihren Beruf oft nach Status und Einkommenmöglichkeiten): Schule (und damit die Lehrkräfte) kann nicht mehr der Reperatur-Betrieb für alle ungelösten gesellschaftlichen Probleme sein, das Lehrerbashing von Seiten der Politik und der Medien muss aufhören, die Bildungspolitik darf nicht mehr das ideologische Spielfeld von unqualifizierten Berufspolitikern sein und die Einkommen der Lehrer und Lehrerinnen müssen endlich wieder angemessen steigen!
Gruß !
ganz sicher hast du Recht,
nur nützt das dem betroffenene Kollegen garde wenig.
Ein Versuch mit der Gleichstellungsbeauftragten wäre es doch wert, was hindert ihn?