Beiträge von Friesin

    In dem hier vorliegenden Fall gibt es ja überhaupt keine Hinweise auf Täuschung, sondern nur ein diffuses Gefühl eines Lehrers.


    Nur ein diffuses Gefühl des Lehrers ist wohl nicht, wenn immer dieselben Lappalien (Halsschmerzen, Schnupfen) immer von unterschiedlichen Ärzten bescheinigt werden. Vll sollte man da mal hinterschauen.

    Ich bin völlig entsetzt bei der Vorstellung, dass es tatsächlich Lehrer gibt, die dermaßen mit sich Schlitten fahren lassen.
    Habt ihr Angst vor euren Schülern, oder was?

    Übrigens habt ihr als Lehrer auch einen Erziehungsauftrag. Den scheint ihr aber alle nicht wahrzunehmen. Vielleicht sollte man mal in einer Konferenz darauf hinweisen? Nicht diskret, natürlich, sondern laut und deutlich und mit Konsequenzen! :explodier:

    dezenter Hinweis auf Sprechstunden??? Bitte??
    Was ist das denn? warum tretet ihr so zögerlich auf?
    man kann Eltern in die Schule bestellen, mit Terminvorgabe. Und wenn der termin nicht passt, macht man einvernehmlich einen passenden aus. Muss ja nicht in der Schulzeit am Vormittag sein.
    Boykottieren die Eltern so ein Gespräch gezielt, wird sich mal der SL darum kümmern und sehr deutlich darauf hinweisen, dass die Eltern eine Erziehungspflicht und hinsichtlich der Schule eine Kooperationspflicht haben. Aktenvermerk.

    Natürlich könnt ihr Eltern nicht polizeilich vorladen. Aber an eurer Schule, so habe ich den Eindruck gewonnen, seid ihr euch eurer Instrumentarien nicht wirklich bewusst. Bzw. ihr wendet sie nicht konsequent an.
    Nachsitzen zum Aufholen versäumten Stoffs, Klassenkonferenzen, Verweis, verschärfter Verweis, Delegation in eine andere Klasse, bis hin zum Unterrichtsausschluss-- ich glaube nicht, dass den Eltern das alles egal ist. Aber ihr Lehrer müsst auch entsprechend auftreten. Ich habe den Eindruck, ihr seid von eigenen Maßnahmenkatalogen nicht überzeugt.

    Ein Schülerz.B., der im 4 Augen-Gespräch nur die Augen rollt, hat kein richtiges Gespräch geführt. Warum lasst ihr euch so etwas bieten?

    mit "Behutsamkeit" wirst du nicht weit kommen.
    Als Lehrer musst du /müsst ihr in aller Deutlichkeit vermitteln, dass mobbing nicht geduldet wird. Das heißt, wenn der Junge im Unterricht durch Reinrufen beleidigt wird, habt ihr als Lehrer den Rufer zu sanktionieren. Ein "das dulden wir hier nicht", und dann darf der Rufer eine der Erziehungsmaßnahmen eurer Schule genießen. Bei uns würde er sofort ins Sekretariat geschickt, mit Reflexionsbogen zum Gespräch mit der Sozialpädagogin/ dem SL. Zeitgleich geht eine schriftliche Benachrichtigung an die Eltern.

    Welche Maßnahmen sind bei euch festgelegt?

    Ansonsten würde ich mir den Hauptmobber zum Gespräch unter 4 Augen holen. Ihn interviewen, warum er so ein Verhalten an den Tag legt. Klarmachen, dass seine persönlichen Antipathien noch lange kein Mobbing erlauben. Aiuch hier wieder: ganz deultich machen: So etwas dulden wir an unserer schule nicht.

    Als dritte, aber auch sehr wichtige Maßnahme: bestell dir die schweigende/ kichernde Mehrheit ein. Oder ein, zwei davon. Finde heraus, warum sie belustigt sind oder schweigen, wenn der Anführer losschlägt. Lass sie sich in die Situation des Opfers hineinversetzen. Mach ihnen im Gespräch klar, dass sie mit ihrer Reaktion das Mobbing letztendlich unterstützen.

    Niemand muss dem Mobbingopfer befreundet sein, aber ein friedliches Miteinander erwartet ihr an der Schule. Das ist auch Aufgabe der kichernden/schweigenden Mehrheit.

    Solche Strukturen aufzubrechen, dauert lange. Deshalb so bald wie möglich damit anfangen!

    kenne das Problem auch.

    Das Kind muss ab dem ersten Tag ein ärztliches Attest vorweisen, und zwar vom Amtsarzt. Für jede unentschuldigte Fehlzeit bei Klassenarbeiten gibts ne 6. Kaum jemand vermag das Kind fachlich zu beurteilen. Es wird wohl sitzenbleiben, aber damit ist das Problem nicht aus der Welt. Jugendamt sagt, es schreitet nur ein bei akuter Gefährdung des Kindswohls, und das liegt offenbar nicht vor. Vermutlich haben die noch ganz andere Fälle zu bearbeiten :traenen:
    Eventuell wäre das Ordnungsamt noch eine Option. Ansonsten kann man wohl tatsächlich nichts machen. Dass die Zukunft des Jungen verspielt wird, ist bitter, aber solltest du dir nicht zuuuu sehr zu Herzen nehmen. Für die Zukunft eines Schülers bist du nur zu einem gewissen Teil verantwortlich.

    Aber es ist oft etwas unangenehm, wenn ich dann z.B. zum Aufwärmen in den Fremdsprachen frage, was die Schüler gemacht haben in den Ferien und einige von den größten Reisen erzählen (können) und die anderen sagen (müssen): "Ich war nicht weg". Ich glaube/fürchte, dass Schüler das anders wahrnehmen als wir

    In meinen Augen ist das eine denkweise von Erwachsenen.
    Und ich vermute, dass das zumindest von jüngeren Kindern tatsächlich anders wahrgenommen wird als (manchmal) von uns Erwachsenen. Meine Eltern sind immer viel verreist mit uns Kindern, da war es mir eher peinlich, dass ich angeberisch rüberkommen könnte.

    Ansonsten liegt es ja auch an uns Erwachsenen, da den Druck rauszunehmen. Also nicht das Kind mit dem exotischsten Reiseziel nach konkreteren Urlaubserlebnissen zu fragen, sondern andere Kinder. Oder vielleicht -je nach Lernstand- in der Fremdsprache diskutieren lassen, was tolle Ferien ausmacht.


    Wenn ich in Klasse 5 Ägypten und Griechenland behandle, gibt es immer ein paar Kinder, die schon mal dort waren o der einen Urlaub dorthin gebucht haben. Dann erzählen sie da ganz munter davon und bringen Andenken wie z.B. Papyrusbildchen mit in den Unterricht. Nicht angeberisch, ganz eifrig und selbstverständlich. Und nie wirkt ein anderes Kind deswegen bedröppelt.


    Kleine Anekdote:
    Die GS-Lehrerin meines Sohne fragte die Kinder immer nach ihrem WE. Sie mussten dazu eine kleine Geschichte schreiben. Bei ihm stand dort immer: "Ich war zu Hause. Ich habe gefaulenzt." Ja. Denn so sah es bei uns an den allermeisten WE aus.
    Er war heilfroh, dass er nicht mehr schreiben musste :D :D

    Bei der Sache mit den Postkarten ist mir jetzt aufgefallen, dass da evtl der eine "nur" eine Karte von der Oma in Recklinghausen, der andere von der Tour durch die USA schicken kann


    ein kindgemäßer Urlaub bei der Oma in Woauchimmer kann wesentlich toller sein als ein Aufenthalt in den USA mit großem Besichtigungsprogramm, auch wenn dazu ein (für Kinder vielleicht langweiliger) Flug über den Grand Canyon gehört ;)

    wenn ich Kopien erstelle, dann drucke ich die zu Hause auf schulischem "Schmierpapier" aus, d.h. auf A4- Papieren, deren Rückseite bereits bedruckt sind. Die bekomme ich Druckerraum. Offenbar gibt es davon reichlich -warum auch immer.
    Eine Vorlage drucke ich aus, den Rest erledigt dann der Schuldrucker, auch über USB-Stick. Und nein, ich muss nur sehr selten in einer langen Schlange anstehen. Allerdings plane ich sämtliche Kopien bereits am Wochenden für die kommende Woche und bin von daher nicht drauf angewisen, früh vor der ersten Stunde schnell noch was zu kopieren. Das mache ich dann am Ende der Pause oder in einer Freistunde, in der es im LZ eh zu unruhig ist zum Korrigieren.

    Farbkopien mache ich so gut wie gar nicht mehr. Wir haben interaktive Tafeln plus Dokumentenkameras in jedem Klassenraum, da bekomme ich jedes Kunstwerk, jede historische Bildquelle super und für alle Schüler deutlich sichtbar angezeigt.

    Ansonsten: In mir wehre sich gerade was gegen die Gleichsetzung: viele ABs= engagierter Lehrer. Ist mir doch ein wenig zu platt ;) Aber vielleicht gehört das in den thread mit den Schulbüchern oder den Medien....

    Zitat

    "Gottesdient"? Kann man den Scheiß nicht einfach lassen. Wir arbeiten immerhin an staatlichen Schulen und sollten keine Ideologie vertreten, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.

    Nele liest sein Reizwort "Gottesdienst" und zieht wieder seine Polemik durch, die jeden Thread sprengt *gähn*.

    Vll einen eigenen thread eröffnen? Langsam wirds nämlich nervig

    Habe mich eher immer still gewundert, warum man den "Service" Lehrwerk nicht in Anspruch nimmt.


    weil "man" meint, die eigene, Ideen seine besser als die von hochbezahlten Spezialisten? Oft übrigens sind das Referendare, die so denken. Vielleicht weil siefrisch und voller Elan falsche Vorstellungen haben?
    weil "man" meint, der eigene Unterricht sei zu individuell, um ihn mit Hilfe von Lehrwerken für alle zu bestreiten?
    weil "man" selbst der Gutmensch und der perfekte Lehrer zu sein meint?
    weil "man" meint, das Rad neu zu erfinden mache einen guten Lehrer aus?


    Vielleicht von allem etwas.

    Übrigens habe ich tatsächlich nur bei Referendaren so eine Haltung erlebt, jeden anderen ereilt bald der Praxisschock, wenn er so sämtlichen Unterricht durchzieht :D :D

    "ich interessiere mich für Archäologie, soll ich es trotz (fast) aussichtslosen Jobchancen studieren?" :autsch:
    Kann man natürlich.

    Sinnvolle Planung geht aber anders.

    Geschichte und Deutsch/ Politik war schon in den 80ern/90ern/ 2000ern DIE Todeskombi schlechthin. Es sei denn, du machst parellel nen Taxischein. :mad:
    Aber gut, "des Menschen Wille...."

    erst gestern hatte ich bei einer Klassenarbeit ein Kind mit Zeitverlängerung. Als die eigentliche Arbeitszeit um war, habe ich die Klasse gebeten, die Arbeit ohne zu reden bei mir abzugenben, und das Kind mit NTA hat neben mir gewartet. Als ich alle Arbeiten hatte, habe ich das Kind in einen der Ruheräume begleitet, wo es weiterschreiben durfte. Die Klasse war also für 90 Sekunden alleine. Überhaupt kein Problem, doch wie um alles in der Welt das bei 15 Schülern (!!) zeitgleich machen will, ist mir schleierhaft. Bei uns könnte man sie allenfalls ins Lehrerzimmer setzen.....

    kann es denn wirklich sein, dass die Hälfte einer Klasse eine solche Diagnose hat?

    ich wüsste nicht, dass ein Staatsexamen mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen ist ;)

    Ich selbst hatte viele (und damit meine ich wirklich viele) Jahre zwischen 1. StEx und dem Beginn des Ref, das war kein Problem. Eventuell muss man sich auf eine Überprüfung der Fachkenntnisse gefasst machen.

    Habt ihr Erfahrungen mit "neuen dicken Kollegen" bzw. könntet ihr ehrlich schreiben, wie in euren Kollegien darüber gedacht wird?

    das interessiert bei uns keinen Menschen.
    Jeder ist so, wie er ist. Als Kollege hat man ganz viel anderes zu tun, als sich um das Gewicht eines Kollegen zu mokieren. Eher haben wir da ein Auge auf potenziell magersüchtige Schülerinnen.

    Ich würde mich also nicht verrückt machen.

    Zu der Stelle, von der du schreibst: wenn du nun partout nicht in das Konzept der Schule passen würdest, hättest du die Stelle mit irgendeinem vorgeschobenen Grund vermutlich nicht bekommen, oder? ;)

    Ich vermute mal, dass du gerade deine eigenen Unsicherheiten auf das neue Kollegium projizierst. Kopf hoch, wahrscehinlich läuft alles viel entspannter, als du es jetzt befürchtest!

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