mit "Behutsamkeit" wirst du nicht weit kommen.
Als Lehrer musst du /müsst ihr in aller Deutlichkeit vermitteln, dass mobbing nicht geduldet wird. Das heißt, wenn der Junge im Unterricht durch Reinrufen beleidigt wird, habt ihr als Lehrer den Rufer zu sanktionieren. Ein "das dulden wir hier nicht", und dann darf der Rufer eine der Erziehungsmaßnahmen eurer Schule genießen. Bei uns würde er sofort ins Sekretariat geschickt, mit Reflexionsbogen zum Gespräch mit der Sozialpädagogin/ dem SL. Zeitgleich geht eine schriftliche Benachrichtigung an die Eltern.
Welche Maßnahmen sind bei euch festgelegt?
Ansonsten würde ich mir den Hauptmobber zum Gespräch unter 4 Augen holen. Ihn interviewen, warum er so ein Verhalten an den Tag legt. Klarmachen, dass seine persönlichen Antipathien noch lange kein Mobbing erlauben. Aiuch hier wieder: ganz deultich machen: So etwas dulden wir an unserer schule nicht.
Als dritte, aber auch sehr wichtige Maßnahme: bestell dir die schweigende/ kichernde Mehrheit ein. Oder ein, zwei davon. Finde heraus, warum sie belustigt sind oder schweigen, wenn der Anführer losschlägt. Lass sie sich in die Situation des Opfers hineinversetzen. Mach ihnen im Gespräch klar, dass sie mit ihrer Reaktion das Mobbing letztendlich unterstützen.
Niemand muss dem Mobbingopfer befreundet sein, aber ein friedliches Miteinander erwartet ihr an der Schule. Das ist auch Aufgabe der kichernden/schweigenden Mehrheit.
Solche Strukturen aufzubrechen, dauert lange. Deshalb so bald wie möglich damit anfangen!