Beiträge von Friesin

    Was sagt ihr dazu? Ist das nicht eine pädagogische Bankrotterklärung, sich hinzustellen und zu sagen: ist mir völlig egal, was ihr hier für Noten habt?

    Ich sehe das wie Hermine: du bist dafür zuständig, guten Unterricht anzubieten. Was die Schüler dann daraus machen, liegt in ihrer Verantwortung, nicht in deiner. Sie wollen ihren Schulabschluss machen, du hast deinen bereits gemacht. Die schlechte Note eines Schülers ist bei Pubertierenden oft in erster Linie ihrer eigenen Arbeitshaltung zu verdanken. Dafür bist aber nicht du zuständig.

    du kannst Tipps geben zur Eigenorganisation. Abnehmen kannst du es aber niemandem.
    Von daher kann dir die schlechte Note eines Schülers egal sein. Nicht, weil du ihm keine gute Note gönnen würdest, sondern weil du nicht mit jedem Schüler total mitleiden kannst, wenn mal etwas schlecht läuft. Die Noten sollten das ureigene Interesse der Schüler sein. Damit wahrst du eine professionelle Distanz. Du kannst ja auch nicht jedes Mal mitweinen, wenn ein Schüler bei der Rückgabe einer schlechten oder schlechteren als erwarteten Klassenarbeit in Tränen ausbricht. Hilfe zur Selbsthilfe, das kannst und solltest du dann anbieten. Wenn aber die Schüler total blockieren, ist das ihr Problem. Ihre Noten. Nicht deine.

    hugh, das war das Wort zum Donnerstag :D

    Vll magst du ja berichten, wie du weiter vorgehst mit der Klasse ;)

    Zitat

    Friesin und andere: unser Schulleiter würde es nie durchgehen lassen, dass man sich weigert (aus einem berechtigten Grund) einen Schüler zu unterrichten. Tips von euch?

    In dem Fall war das kein Problem: ungestörter Unterricht war ja mit dem Jungen nicht möglich. Und statt ihn vor die Tür zu setzen, habe ich ihn eben abseits geparkt und ihm eine lange Abschreibarbeit gegeben zum Thema Sachwissen. De facto habe ich ihn also etwas Fachliches machen lassen, mit dem er nicht überfordert war. Aus dem eigentlichen Stoff hatte er sich schon längst verabschiedet. Verkauft habe ich es den Schülern als "ich weigere mich, dich unter diesen Umständen mit der Klasse zu unterrichten."

    War die absolute Ausnahme X(

    Bei einem meiner Sechstklässler, der ständig aufs Klo will (und zwar definitiv nicht aus gesundheitlichen Gründen), habe ich mal gefragt, ob ich seinen Eltern mal schreiben dürfte und ihnen empfehlen, mit ihm wegen des Blasenproblems zum Arzt zu gehen. Ein hochroter Kopf war die Folge- seither ist Ruhe.


    so einen Jungen hatte ich auch mal. Besorgte Nachfrage und der Hinweis, wie hilfreich eine Blasenspiegelung sein kann, hatte eine wundersame Spontanheilung zur Folge :D

    Wenn du ein bisschen schlagfertig bist, kann das sehr hilfreich sein. Nur eben: keine Bühne für Provokateure bieten ;) Und am besten gleich zu Beginn einer Provokation einschreiten. Das ist immer besser als Diskussionen zu erlauben, bei denen du nicht gewinnen kannst!

    Vielleicht kannst du ja mal berichten, was du bewirken konntest

    P.S. Mir fällt gerade ein: ich hatte mal einen total unwilligen 7 Klässler. Er war stofflich völlig abgehängt und versuchte das, durch vermeintliche Coolness zu kompensieren. Als alles andere nicht mehr half, habe ich, nachdem ich den Schulleiter davon informiert hatte, ihn aus dem Unterricht ausgeschlossen. Ich habe gesagt: "Du willst keinen Unterricht machen. deshalb weigere ich mich, dich zu unterrichten." Dann wies ich ihm eine Einzelplatz weiter weg von den Anderen zu und gab ihm eine Abschreibarbeit, die mit dem Fach zu tun hatte. Es war relativ viel, er brauchte die ganze Doppelstunde dazu. Gemaule und Gemotze habe ich nur einem scharfen Aufruf seines Namens beantwortet.
    Und siehe da, nach der Stunde war er halbwegs einsichtig, nach der nächsten Doppelstunde lammfromm. War ein Versuch gewesen un d hatte durchschlagende Wirkung, auch auf den Rest der Klasse.
    Vielleicht wäre das auch ein Versuch wert bei den Haupträdelsführern? Viel Glück!

    Ich fürchte fast auch, du warst anfangs zu gutmütig :(

    Aber das hilft dir jetzt auch nur bedingt weiter ;)

    Zitat

    Klar, er steht im Mittelpunkt, wenn ich ihn drannehme; nehme ich ihn aber nicht dran, quasselt er und kommentiert. Übungsaufgaben bekommt er quasi jede Stunde - macht er aber sowieso nicht. Drohungen mit Klassenbucheinträgen? Na ja, halt einer mehr, passiert ja auch nicht wirklich was. Briefe an die Eltern? Keine Wirkung. Nachsitzen muss ich noch ausprobieren. Aus der Klasse schicken steht auch auf meiner Agenda...
    Das ist keine Ausnahme; von dieser Sorte gibt es etwa 7 SuS in dieser Klasse.

    Nein, Drohungen helfen da nicht weiter. Konsequenz schon. Allein zu Zwecken der Dokumentation wären Klassenbucheinträge sinnvoll. Warum zögest du, Nachsitzen einzusetzen?
    Wo bleiben die schlechten Noten, wenn dien schüler auf Aufforderung keine Leistung bringen will? Kein Bock= keine Leistung = 6.
    Kann sein, dass ihn das nicht stört, doch auch den anderen schülern signalisierst du damit: nicht erbrachte Leistungen sind ungenügende Leistungen.

    ich würde mich auch nicht auf all diese Provokationen einlassen. Und schon gar nicht auf sowas hier:

    Zitat

    Aber niemand, nicht einmal der Häuptling der Coolness-Elite der Klasse, wäre je auf die Idee gekommen, Dinge wie "Zeit ist um, mein Freund" in die Klasse zu rufen.

    da wäre sofort ein Wort zum Sonntag bei mir fällig. Auch ein Gespräch mit dem Schulleiter kann Wunder wirken. Ebenso die Möglichkeit, die Eltern zum Gespräch mit dem Schüler, dem Schulleiter und dir in die Schule zu holen.

    Wenn es 7 (!) Schüler sind, die die Klasse dermaßen aufmischen bei dir, dann ist tatsächlich was aus dem Ruder gelaufen.
    Sprich mit ihnen einzeln. Unter 4 Augen. Aber nicht bettelnd "ach, seid doch nicht so, da stört", sondern mache ihnen klar, dass sie kurzfristig die Versetzung und mittelfristig einen Schulabschluss wollen. Dass du nicht bereit bist, dir so ein Benehmen weiterhin bieten zu lassen. Dass es an ihnen liegt, für ihren Lernerfolg zu sorgen. Dass sie, wenn sie dazu keinen Bock haben, auf der falschen Schule zu sein scheinen. Dokumentiere das. Wie gesagt, Einzelgespräche.
    Hol dir den Klassenlehrer ins Boot. Wie gesagt, auch den Schulleiter. Lass dir von ihnen erprobte Tipps geben.

    In meinen Augen ist das keine Verar...., sondern ein Heischen um Konsequenz und eine klare Linie. Gib sie ihnen! Wichtig ist, dass du dabei ruhig bleibst; ich meine, seinen Ärger darf man auch mal rauslassen, kurz und begrenzt, aber dann wieder runterkommen. Die Provokationen nicht persönlich nehmen. Gar nicht so einfach! ;)

    Weitere Tipps zum Umgang mit schwierigen Schülern findest du hier bestimmt mit der Suchfunktion. Ich glaube, Hawkeye hat mal was Gutes dazu gepostet

    Deutsch trägt in den selteneren Fällen zur Nichtversetzung bei, zumindest kenne ich das so aus meiner bisherigen Schule. Eine 5 scheint dort seltener vorzukommen als in F, M, oder L. Auch von Nachprüfungen in Deutsch habe ich noch nie gehört. Da gibt es ganz andere Spitzenreiter.

    Die Elterngespräche am Elternsprechtag finde ich persönlich eher gut, ich mag das, auch wenn sich damit diese Veranstaltungen ewig lang hinziehen :D

    Ich gebe dir allerdings recht, der Korrekturaufwand in Deutsch ist enorm hoch :( War dir das vor dem Ref nicht klar?
    In E kann man zumindest in den ersten Lernjahren den Korrekturaufwand geringer halten. Das wäre auch noch mal ne Möglichkeit, die Arbeitsbelastung etwas einzuschränken. In der Oberstufe funktioniert das freilich nicht mehr :(

    Wäre denn die Arbeit an einer Berufsschule mit älteren Schülern, die vll deine Fächer weniger ernst nehmen, für dich reizvoll? Es ist ja vermutlich doch ein ganz anderes Arbeiten

    ich muss Doro Recht geben:
    meine Schüler wollen nur wissen, wie es richtig gewesen wäre. Dann vergleichen sie, um evtl. noch Punkte herauszuholen :D

    Aber ich greife die häufigsten Fehler dann in einer bald folgenden Übungsstunde auf. Das - so hoffe ich- bringt mehr als die klassischen Berichtigungen.

    Vielen Dank !

    Nicht erschrecken, in meinem Eifer hab ich dir gerade eben zu dem Thema eine PN geschrieben :D

    ich gebe keine Bilder mit nach Hause. Die sammele ich in der Schule ein und verteile sie in der nächsten Stunde wieder.
    Eine Zeitvorgabe gebe ich auch, mahne sie auch zwischendurch immer mal wieder an.
    Wer dann nicht in der vorgegebenen Zeit fertig ist, bekommt er nur das benotet, was vorhanden ist? Oder gar nichts?

    zum Thema Sauberkeit bin ich zwiegespalten:
    Einerseits eine Selbstverständlichkeit.
    Allerdings will ich auch nicht erreichen, dass jemand korrekt die Vorzeichnung ausmalt wie in einem Malbuch und daraus allein schon eine Qualität ableitet. Mit diesem Spagat tue ich mich noch ein bisschen schwer. grübel.

    Das Besprechen der Bilder in der Klasse finde ich ne gute Idee, danke!

    Schreibst du unter die bewerteten Arbeiten ein Feedback?


    Wäre zumindest bei uns schulrechtlich nicht haltbar.

    Ich würde den Fehler da eher bei mir selber suchen: Ich hab sie nicht beim Abschreiben erwischt, also kann ich's nicht beweisen. Und bevor ich mich hier jetzt angreifbar mache, würde ich einen entspr. Kommentar bei der Herausgabe loswerden und mir vornehmen, beim nächsten Mal besser aufzupassen. Man kann seine (begrenzte) Energie nämlich auch fehlinvestieren...


    genauso ist es mir mal bei einer Schulaufgabe (Klassenarbeit) untergekommen, und die SL plädierte für eine 6.
    Unterschleif liegt ja nicht nur in dem Fall vor, in dem du in flagranti erwischst.
    Aber das sieht man in den einzelnen Bundesländern offenbar unterschiedlich

    Nachtwanderung, Grillen, Fackeln, Brunchen, eine Frage am Rande: warum nennt man das Ganze eigentlich Lesenacht?! N


    Gute Frage!!
    meine eigenen Kinder hatten übrigens jede Nacht ne Lesenacht:
    die durften abends im Bett solange lesen, wie sie wollten, wenn auch ohne Fackeln und Grillzeug, sondern mit vernünftiger Beleuchtung und nach dem Zähneputzen :D
    Und auch ihr Vater und ich konnten dabei nebenan bestens schlafen, ohne auf dem Boden zu liegen. :whistling:
    Vielleicht sollte man das den Eltern mal vorschlagen?

    Wie genau derWandertag zeitlich und inhaltlich gestaltet werden soll, erfährst du am besten von den Kollegen, die schon länger an der Schule sind oder bei der SL. Das ist so unterschiedlich, dass man da aus der Ferne schwer verbindliche Tipps geben kann.

    Die Freistunden werde ich sicher einfach so "opfern" müssen, aber bekomme ich es irgendwie angerechnet, wenn ich die Kinder in der Mittagsfreizeit, die sonst ein Verein übernimmt, an diesem Tag selbst beaufsichtige?

    Ich fürchte, nein :( , hoffe aber für dich, dass ich mich irre

    Die will ich nicht auch noch demotivieren, zumal die Stimmung in der Klasse ohnehin und nach einem solchen Test erst recht - an dessen schlechtem Schnitt ja freilich ich schuld bin - ziemlich katastrophal ist.


    das klingt, als hättest du Angst vor den Schülern oder speziell vor der besseren der 2 Spickschülerinnen.

    Wenn die Stimmung in einer Klasse nach einem Vokabeltest mies ist, warum ist das deine Schuld?
    Hast du den Test so schwer gemacht, dass er kaum zu schaffen war?

    wie benotet ihr in der Unterstufe Arbeiten im Fach Kunst?

    Ich habe Folgendes geplant:
    zu Beginn einer Sequenz lege ich den Kindern meinen Erwartungskatalog dar, d.h. sie wissen, was im Bild/ in der Arbeit vorhanden sein muss. Sie wissen aiuch, bis wann das Bild fertig sein muss.
    Ich möchte auch die Kreativität bewerten, die sich in der Arbeit spiegelt.
    Da wirds schon schwierig, denn oft inspiriert der Nachbar doch sehr ;) , und nicht immer kann ich bei 25 Schülern erkennen, wer die Idee von wem gemopst hat.

    Und wie handhabt ihr das Thema "akkurate Ausführung"? Akkurat ist für mich längst nicht immer perfekt. Sollte das im Erwartungshorizontn auftauchen? Zum "Hinschlampen" möchte ich natürlich auch niemanden animieren :D

    ein oder zwei kleine Tipps aus der Praxis wären nett ;)

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