Beiträge von Friesin

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    Ist ja Typsache. Ich bin sowieso eher der emotionale Mensch, null rational, null kopfgesteuert..... ups. Naja, da liegt es wohl nahe, dass ich auch gefühlsmäßig sehr stark mit meinem Beruf verbunden bin.

    Birgt das nicht stark die Gefahr eines Burn Outs?
    "Null kopfgesteuert" liest für mich nach - nicht böse sein, klingt jetzt böser als es gemeint ist-- fehlender Organsisation und fehlender Reflexion. Beides aber braucht es meiner Meinung ganz stark, um als Lehrer über Jahre bestehen zu können.

    Hat er seinen Beruf wirklich als Hobby bezeichnet, geehrte Friesin ? Oder war es für ihn nicht eher ein herausfordernder und finanziell einträglicher Beruf, den er mit Ehrgeiz und Stolz ausgeübt hat ? 8)

    er bezeichnete seinen Breuf als sein Hobby!

    Nach jeder seiner vielen Reisen freute er sich darauf, am nächsten Tag wieder zu arbeiten, und wenn Weihnachten an ein Wochenende grenzte und er viele Tage frei hatte, kam auch öfters der sehnsuchtsvolle Spruch: "Jetzt wieder einen Zahn ziehen!"
    Andere Hobbies hatte er tatsächlich nicht :( , was meine Mutter immer ganz nervös machte in Bezug auf seinen drohenden Ruhestand. er hat nur äußerst ungern aufgehört zu arbeiten und hat bis heute keine Hobbies. Dafür ist er allerdings erstaunlich zufrieden :D

    ich brauchte ein Jahr nicht für meinen Lebensunterhalt zu arbeiten, und das konnte ich bestens vertragen :D Allerdings habe ich die Zeit nicht in der Karibik verbracht, sondern in der heimischen Rhön.
    Es ging mir bestens damit, denn meine Hobbies und Kontakte konnte ich dennoch / deswegen gut pflegen. Langeweile hab ich eh so gut wie nie.
    Nun bin ich wieder in Amt und Würden, und das tut mir auch gut°. :D
    Aber mein Hobby ist mein Beruf ganz bestimmt nicht.

    mal ganz ehrlich: ist es nicht eigentlich ganz gut, dass man neben dem Beruf noch andere Interessen hat? Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: ist es nicht ein bisschen armselig, wenn der Hauptlebensinhalt, das Haupthobby der Beruf ist?
    Ist nicht bös gemeint, ich will niemanden kränken-----


    °Edit: was mir überhaupt nicht gut tut: ich hätte gerne deutlich mehr Stunden, aus finanziellen Gründen. Aber das ist eine andere Schiene.

    Ich übe meinen Job ausgesprochen gerne aus, und ich mache die Teilzeit nur unfreiwillig.
    Ich mag es, den Unterricht vorzubereiten, und Korrekturen halte ich für okay.

    ABER: mein Hobby ist das definitiv nicht!! Ich habe diverse andere Hobbies, ich treffe mich gerne mit Leuten, egal welchen Berufs, und ich gehe gerne auch abends weg - mehr als mindestens einmal pro Woche mit meinem Partner und gerne auch ohne ihn.

    dass ich mein ganzes Privatleben zum Thema Schule ausrichten würde, kann ich nicht behaupten: es gibt so viel Anderes, Tolles, das man machen kann :D:D

    Zitat

    man lernt nur das, was man sich selbst erarbeitet hat.

    das Einmaleins habe ich mir - ich gestehe- nicht selbst erarbeitet. Und siehe da, ich kann es noch!

    Ich habe oft den Eindruck, dass die Schüler genervt sind, wenn sie sich was selbst erarbeiten sollen. Die wollen bestenfalls alles häppchenweise vorgesetzt bekommen. ist ja auch bequemer :evil:

    Hermine: so ging es mir neulich auch, als ich mein Französisch-Schulaufgabenheft aus Kl. 9 wiederfand. Nix mit Ankreuz- oder Ausfülltest, alles im Kopf umformen und/oder gar übersetzen. Passé simple und Subjonctif ganz selbstverständlich--- manches hat sich eben sehr geändert. Das Freizeitverhalten und auch die Erwartung, dass alles ganz leicht sein muss.
    Allerdings klappt es im Sport ja auch mit der Leistungsbereitschaft. Das gibt mir immer zu denken......

    Zitat

    Die anderen seien doch auch laut gewesen usw.

    "Ich bin bei Rot über die Ampel gefahren? Andere aber doch auch!" Ja und? Wird durch die Anderen DEIN Verkehrsdelikt weniger schlimm?

    Ein dummes Argument von seiten der Schüler (ich weiß es kommt quasi automatisch, aber genauso automatisch kommt meine Antwort mit dem Beispiel aus dem Straßenverkehr)


    ich finde es gut, dass du den SL mit einbeziehen konntest. Meist ist es ja so, dass die entspechenden Kandidaten im Kollegium schon bekannt sind!

    Und nein, überzeugen kann man nicht immer. Aber Konsequenzen zeigen und durchsetzen. Viel Glück weiterhin!

    zum Thema Partnerarbeit:

    du kannst gezielt schwächere Schüler neben stärkere setzen. Die stärkeren sollen dann den schwächeren helfen. Nicht einfach alles erledigen, sondern den schwächeren Schülern Tipps geben. Kannst du dir das in deiner Klasse vorstellen?

    Oder aber du setzt etwa gleichstarke Schüler zusammen und bietest unterschiedlich schweres Material zum Bearbeiten an, so dass nicht an jedem Tisch das Gleiche gemacht wird.

    Auch zum Auslosen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du könntest die Lose so präparieren, dass sie mit einer kleinen mathematischen Aufgabe verbunden sind. Wer z-B. dasselbe Ergebnis hat, arbeitet dann zusammen.
    Kann man auch mit nicht- mathematischen Themen (Allgemeinbildung, Vokabeln etc. ) gut machen.

    Was sagt ihr dazu? Ist das nicht eine pädagogische Bankrotterklärung, sich hinzustellen und zu sagen: ist mir völlig egal, was ihr hier für Noten habt?

    Ich sehe das wie Hermine: du bist dafür zuständig, guten Unterricht anzubieten. Was die Schüler dann daraus machen, liegt in ihrer Verantwortung, nicht in deiner. Sie wollen ihren Schulabschluss machen, du hast deinen bereits gemacht. Die schlechte Note eines Schülers ist bei Pubertierenden oft in erster Linie ihrer eigenen Arbeitshaltung zu verdanken. Dafür bist aber nicht du zuständig.

    du kannst Tipps geben zur Eigenorganisation. Abnehmen kannst du es aber niemandem.
    Von daher kann dir die schlechte Note eines Schülers egal sein. Nicht, weil du ihm keine gute Note gönnen würdest, sondern weil du nicht mit jedem Schüler total mitleiden kannst, wenn mal etwas schlecht läuft. Die Noten sollten das ureigene Interesse der Schüler sein. Damit wahrst du eine professionelle Distanz. Du kannst ja auch nicht jedes Mal mitweinen, wenn ein Schüler bei der Rückgabe einer schlechten oder schlechteren als erwarteten Klassenarbeit in Tränen ausbricht. Hilfe zur Selbsthilfe, das kannst und solltest du dann anbieten. Wenn aber die Schüler total blockieren, ist das ihr Problem. Ihre Noten. Nicht deine.

    hugh, das war das Wort zum Donnerstag :D

    Vll magst du ja berichten, wie du weiter vorgehst mit der Klasse ;)

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    Friesin und andere: unser Schulleiter würde es nie durchgehen lassen, dass man sich weigert (aus einem berechtigten Grund) einen Schüler zu unterrichten. Tips von euch?

    In dem Fall war das kein Problem: ungestörter Unterricht war ja mit dem Jungen nicht möglich. Und statt ihn vor die Tür zu setzen, habe ich ihn eben abseits geparkt und ihm eine lange Abschreibarbeit gegeben zum Thema Sachwissen. De facto habe ich ihn also etwas Fachliches machen lassen, mit dem er nicht überfordert war. Aus dem eigentlichen Stoff hatte er sich schon längst verabschiedet. Verkauft habe ich es den Schülern als "ich weigere mich, dich unter diesen Umständen mit der Klasse zu unterrichten."

    War die absolute Ausnahme X(

    Bei einem meiner Sechstklässler, der ständig aufs Klo will (und zwar definitiv nicht aus gesundheitlichen Gründen), habe ich mal gefragt, ob ich seinen Eltern mal schreiben dürfte und ihnen empfehlen, mit ihm wegen des Blasenproblems zum Arzt zu gehen. Ein hochroter Kopf war die Folge- seither ist Ruhe.


    so einen Jungen hatte ich auch mal. Besorgte Nachfrage und der Hinweis, wie hilfreich eine Blasenspiegelung sein kann, hatte eine wundersame Spontanheilung zur Folge :D

    Wenn du ein bisschen schlagfertig bist, kann das sehr hilfreich sein. Nur eben: keine Bühne für Provokateure bieten ;) Und am besten gleich zu Beginn einer Provokation einschreiten. Das ist immer besser als Diskussionen zu erlauben, bei denen du nicht gewinnen kannst!

    Vielleicht kannst du ja mal berichten, was du bewirken konntest

    P.S. Mir fällt gerade ein: ich hatte mal einen total unwilligen 7 Klässler. Er war stofflich völlig abgehängt und versuchte das, durch vermeintliche Coolness zu kompensieren. Als alles andere nicht mehr half, habe ich, nachdem ich den Schulleiter davon informiert hatte, ihn aus dem Unterricht ausgeschlossen. Ich habe gesagt: "Du willst keinen Unterricht machen. deshalb weigere ich mich, dich zu unterrichten." Dann wies ich ihm eine Einzelplatz weiter weg von den Anderen zu und gab ihm eine Abschreibarbeit, die mit dem Fach zu tun hatte. Es war relativ viel, er brauchte die ganze Doppelstunde dazu. Gemaule und Gemotze habe ich nur einem scharfen Aufruf seines Namens beantwortet.
    Und siehe da, nach der Stunde war er halbwegs einsichtig, nach der nächsten Doppelstunde lammfromm. War ein Versuch gewesen un d hatte durchschlagende Wirkung, auch auf den Rest der Klasse.
    Vielleicht wäre das auch ein Versuch wert bei den Haupträdelsführern? Viel Glück!

    Ich fürchte fast auch, du warst anfangs zu gutmütig :(

    Aber das hilft dir jetzt auch nur bedingt weiter ;)

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    Klar, er steht im Mittelpunkt, wenn ich ihn drannehme; nehme ich ihn aber nicht dran, quasselt er und kommentiert. Übungsaufgaben bekommt er quasi jede Stunde - macht er aber sowieso nicht. Drohungen mit Klassenbucheinträgen? Na ja, halt einer mehr, passiert ja auch nicht wirklich was. Briefe an die Eltern? Keine Wirkung. Nachsitzen muss ich noch ausprobieren. Aus der Klasse schicken steht auch auf meiner Agenda...
    Das ist keine Ausnahme; von dieser Sorte gibt es etwa 7 SuS in dieser Klasse.

    Nein, Drohungen helfen da nicht weiter. Konsequenz schon. Allein zu Zwecken der Dokumentation wären Klassenbucheinträge sinnvoll. Warum zögest du, Nachsitzen einzusetzen?
    Wo bleiben die schlechten Noten, wenn dien schüler auf Aufforderung keine Leistung bringen will? Kein Bock= keine Leistung = 6.
    Kann sein, dass ihn das nicht stört, doch auch den anderen schülern signalisierst du damit: nicht erbrachte Leistungen sind ungenügende Leistungen.

    ich würde mich auch nicht auf all diese Provokationen einlassen. Und schon gar nicht auf sowas hier:

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    Aber niemand, nicht einmal der Häuptling der Coolness-Elite der Klasse, wäre je auf die Idee gekommen, Dinge wie "Zeit ist um, mein Freund" in die Klasse zu rufen.

    da wäre sofort ein Wort zum Sonntag bei mir fällig. Auch ein Gespräch mit dem Schulleiter kann Wunder wirken. Ebenso die Möglichkeit, die Eltern zum Gespräch mit dem Schüler, dem Schulleiter und dir in die Schule zu holen.

    Wenn es 7 (!) Schüler sind, die die Klasse dermaßen aufmischen bei dir, dann ist tatsächlich was aus dem Ruder gelaufen.
    Sprich mit ihnen einzeln. Unter 4 Augen. Aber nicht bettelnd "ach, seid doch nicht so, da stört", sondern mache ihnen klar, dass sie kurzfristig die Versetzung und mittelfristig einen Schulabschluss wollen. Dass du nicht bereit bist, dir so ein Benehmen weiterhin bieten zu lassen. Dass es an ihnen liegt, für ihren Lernerfolg zu sorgen. Dass sie, wenn sie dazu keinen Bock haben, auf der falschen Schule zu sein scheinen. Dokumentiere das. Wie gesagt, Einzelgespräche.
    Hol dir den Klassenlehrer ins Boot. Wie gesagt, auch den Schulleiter. Lass dir von ihnen erprobte Tipps geben.

    In meinen Augen ist das keine Verar...., sondern ein Heischen um Konsequenz und eine klare Linie. Gib sie ihnen! Wichtig ist, dass du dabei ruhig bleibst; ich meine, seinen Ärger darf man auch mal rauslassen, kurz und begrenzt, aber dann wieder runterkommen. Die Provokationen nicht persönlich nehmen. Gar nicht so einfach! ;)

    Weitere Tipps zum Umgang mit schwierigen Schülern findest du hier bestimmt mit der Suchfunktion. Ich glaube, Hawkeye hat mal was Gutes dazu gepostet

    Deutsch trägt in den selteneren Fällen zur Nichtversetzung bei, zumindest kenne ich das so aus meiner bisherigen Schule. Eine 5 scheint dort seltener vorzukommen als in F, M, oder L. Auch von Nachprüfungen in Deutsch habe ich noch nie gehört. Da gibt es ganz andere Spitzenreiter.

    Die Elterngespräche am Elternsprechtag finde ich persönlich eher gut, ich mag das, auch wenn sich damit diese Veranstaltungen ewig lang hinziehen :D

    Ich gebe dir allerdings recht, der Korrekturaufwand in Deutsch ist enorm hoch :( War dir das vor dem Ref nicht klar?
    In E kann man zumindest in den ersten Lernjahren den Korrekturaufwand geringer halten. Das wäre auch noch mal ne Möglichkeit, die Arbeitsbelastung etwas einzuschränken. In der Oberstufe funktioniert das freilich nicht mehr :(

    Wäre denn die Arbeit an einer Berufsschule mit älteren Schülern, die vll deine Fächer weniger ernst nehmen, für dich reizvoll? Es ist ja vermutlich doch ein ganz anderes Arbeiten

    ich muss Doro Recht geben:
    meine Schüler wollen nur wissen, wie es richtig gewesen wäre. Dann vergleichen sie, um evtl. noch Punkte herauszuholen :D

    Aber ich greife die häufigsten Fehler dann in einer bald folgenden Übungsstunde auf. Das - so hoffe ich- bringt mehr als die klassischen Berichtigungen.

    Vielen Dank !

    Nicht erschrecken, in meinem Eifer hab ich dir gerade eben zu dem Thema eine PN geschrieben :D

    ich gebe keine Bilder mit nach Hause. Die sammele ich in der Schule ein und verteile sie in der nächsten Stunde wieder.
    Eine Zeitvorgabe gebe ich auch, mahne sie auch zwischendurch immer mal wieder an.
    Wer dann nicht in der vorgegebenen Zeit fertig ist, bekommt er nur das benotet, was vorhanden ist? Oder gar nichts?

    zum Thema Sauberkeit bin ich zwiegespalten:
    Einerseits eine Selbstverständlichkeit.
    Allerdings will ich auch nicht erreichen, dass jemand korrekt die Vorzeichnung ausmalt wie in einem Malbuch und daraus allein schon eine Qualität ableitet. Mit diesem Spagat tue ich mich noch ein bisschen schwer. grübel.

    Das Besprechen der Bilder in der Klasse finde ich ne gute Idee, danke!

    Schreibst du unter die bewerteten Arbeiten ein Feedback?


    Wäre zumindest bei uns schulrechtlich nicht haltbar.

    Ich würde den Fehler da eher bei mir selber suchen: Ich hab sie nicht beim Abschreiben erwischt, also kann ich's nicht beweisen. Und bevor ich mich hier jetzt angreifbar mache, würde ich einen entspr. Kommentar bei der Herausgabe loswerden und mir vornehmen, beim nächsten Mal besser aufzupassen. Man kann seine (begrenzte) Energie nämlich auch fehlinvestieren...


    genauso ist es mir mal bei einer Schulaufgabe (Klassenarbeit) untergekommen, und die SL plädierte für eine 6.
    Unterschleif liegt ja nicht nur in dem Fall vor, in dem du in flagranti erwischst.
    Aber das sieht man in den einzelnen Bundesländern offenbar unterschiedlich

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