Beiträge von Friesin

    bei uns an der Schule gibt es für den Doppeljahrgang 5/6 fest im Stundenplan verankerte Freiarbeitsphasen, ebenso, nur altersangepasst in 7/8.

    ich selbst arbeite in Latein in Kl.6 und 7 viel mit Wochenplänen. Gerade Latein, wo ja nicht in der Fremdsprache kommuniziert wird, eignet sich super dafür.

    Mündliche/ Epochalnoten gebe ich in diesen Phasen genauso wie in anderen Phasen. Im Gegenteil, gerade introvertiertere Schüler können da zeigen, was sie können.
    Was die Eigenkorrektur betrifft, muss ich Mrs.Pace recht geben: nicht jeder lässt sich beglücken. Das ist in solchen Unterrichtsformen aber auch nicht anders als in anderen ;)

    Die verzweifelt an den Modernen Fremdsprachen, hat im Latein aber eine gute 5.

    das kommt öfters vor. Wer systematisch vorgeht und starke Regeln braucht, dazu Bedenken hat sich in der Fremdsprache zu äußern, kommt oft gut mit Latein zurecht.
    Deshalb weiter oben meine Frage, welche zweite FS sie gewählt habe

    Wenn alle anderen Fächer okay sind, wird sie’s wohl packen, viele Mitschüler werden im Schnitt nicht besser sein, warum sollte gerade sie notenmässig abstürzen?

    sie müsste ja auf dem Gymnasium noch eine zweite Fremdpsrache belegen.

    Ob das Sinn macht, wenn sie bereits solche Probleme mit dem Anfangsenglisch hat?

    edit: zu spät gelesen, dass die zweite Fremdsprache schon eingesetzt hat. Welche lernt sie denn?

    Ich meine schon, dass es auch für die Sek 1 noch gilt. Die Strukturen, die man in der 5./6. Klasse aufbaut, helfen durch die pubertäre Phase der 7./8. Klasse.

    das möchte ich ganz dezent unterstreichen.

    Trotzdem ist unsere Aufgabe als Lehrer, je nach Klasse /Thema/ Lernstand/sonstigen Erfordernissen usw den Unterricht anzupassen.
    Dazu braucht es Fingerspitzengefühl und eine gute Kenntnis seiner Lerngruppe.
    Rituale um der Rituale willen sind u.U. genauso murks wie der Einsatz von Methoden um der Methode willen.

    Was mich zum Beispiel nervt ist, dass ich dauernd irgendwas kontrolliere: Hausaufgaben, Rechentests, im Unterricht gearbeitetes.

    kenne ich. Unendlich viele Vokabeltests, -abfragen, Wochenpläne, da sind die Klassen- oder Kursarbeiten noch das Wenigste.

    Ich weiß ja nicht, wie das an der GS ist, aber z.B. Wochenpläne korrigiere ich nicht, die überfliege ich nur auf Vollständigkeit und notiere mir, was ich doch noch mal wiederholen muss. Denn die gravierenden Fehler springen mich sowieso an.
    Manche Klassenabreits-Korrektur geht mittlerweile schneller durch die Routine (bin 10 Jahre nach dem Ref).


    bei Tests: so wie es nur irgend möglich ist: meine BE-Zahl ist immer gleich. So kann ich die Bewertungstabelle per copy & paste einfügen und ratzfatz die Noten drunterschreiben, muss also nicht ständig irgendwelche Tabellen befragen.

    Viele Unterrichtsvorbereitungen (s.o.) hole ich aus der eigenen Retorte, und wenn mir das zu langweilig wird/ es nun gar nicht auf die aktuelle Klasse passt, ändere ich gezielt ab. Dann freut man sich auch riesig über ein neues Lehrwerk, das man neu "entdecken" kann!

    Auch mündliche Abfragen (bei mir Vokabelanfragen) ziehe ich aus der Schublade. Ich habe sie mir alle notiert, und dann weiß ich "ahh, Kl.9, Lektion XY, erster Teil--her m it dem Kärtchen". Also keine weitere Vorbereitung im zweiten Durchlauf.

    Was mir auch hilft: einen Schritt zurückgehen. Nicht jede dienstliche mail sofort beantworten. Nicht immer gleich "hier" schreien, ruhig mal abwarten. Hobbies, die dich gedanklich oder auch körperlich beanspruchen wirken ebenfalls Wunder.
    Und privat mache ich längst nicht mehr alle "Verpflichtugnen" mit: Straßenfest? Nur wenn ich weiß, dass ich dann rundum Zeit habe (vorher und nachher) und wenn ich wirklich will. Nicht weil ich meine, ich sollte.

    Zeitkiller? wie bei den Jugendlichen auch: Handy
    Telephon (meine Mutter!!!)
    Laptop

    dir ein gutes Gelingen!

    Wobei mich der vorangegangene "Lateinunterricht" schon sehr interessieren würde.

    Fuhr der Schüler nach Gallien? Oder doch nach Spanien?
    Wurden im Unterricht Neuschöpfungen für moderne Phänomene überlegt und gelernt?

    Schrieb er gar im Versmaß?

    Und --die Fragen aller Fragen -- benutzte er spontan beim Niederschreiben seiner Ferienerlebnisse einen oder gar mehrere Abl.Abs???

    nimm es mir nicht übel, aber was du schreibst, wirkt auf mich, als habe da jemand mit Unstrukturiertheit und mangelndem roten Faden für seine Ziele geschrieben.
    ioch fürchte, für einen so hochkomplexen Beruf wie den des Lehrers, zumal wenn man ihn noch etliche Jahre ausüben wird, braucht es aber genau das.
    Als Lehrer bist du auch zu einem Großteil Erzieher. Auch am Gym. Siehst du dich in der Rolle?

    Es ist also eine seltsame Vorstellung, das Niveau bzw. den Stil eines Schülers dahingegen anzuheben (also das Niveau zu heben), dass er die volle Punktzahl erreicht? Komisch, ich dachte immer das ist die Aufgabe als Lehrer, das maximale aus den Schülern herauszuholen und ihr Niveau auf das individuell maximale Maß zu heben

    siehst du, so unterschiedlich kann man das sehen.
    Ich sehe meine Aufgabe darin, den Schülern fachspezifisches Wissen und Techniken zu vermitteln. Und bei den Abiturienten natürlich auch, sie dahingehend auf die Prüfungen vorzubereiten, dass sie mit einigermaßen vorhandener Gelassenheit hineingehen, ihnen Mut zu machen.

    "Heben", d.h. das Maximale herausholen muss er (sich) schon selbst, durch seine Arbeit, Vorbereitung, Arbeitsweise, Konzentration, Tagesform usw., kurz, durch seine Vornoten und Prüfungen

    Ein Beispiel:
    eine Schülerin überlegt, sich mündlich prüfen zu lassen. Allerdings nur, wenn sie mindestens 14 Punkte erzielen wird.
    Ja, wie soll ich ihr das versprechen???
    Da kann sie noch so viele Prüfungen nachspielen, sie kann sich super (und sie ist wirklich gut!) vorbereiten, doch ICH kann ihr doch keine Garantie geben, dass sie so viele Punkte machen wird. Das wird niemand können. Da sind dir als Lehrer einfach Grenzen gesetzt.


    Da kann ich mitunter noch so viel heben, ich sehe mich nicht wirklich als Hebamme :pfeif:

    bei uns wurde auf einer Dienstberatung das gemeinsame Vorgehen beschlossen, um die strikte Verbotsregel der Hausordnung durchzusetzen.
    das lief nicht ganz einstimmig ab, aber so eine Regel macht nur Sinn, wenn alle mitmachen.

    Aber in deinem Unterricht bestimmst doch du, wo für dich eine Grenze erreicht ist. Also lege ganz deutlich diese Grenze fest und bleibe dabei konsequent, egal was die Kollegen machen.

    Gute Nerven!

    ich glaube auch nicht, dass man mit Probeklausuuren Schülerbauf 15 Punkte heben kann.

    ich gehe überhaupt davon aus, dass man Schüler nicht auf irgendwelche Notenpunkte "heben" kann.
    Was ist das für eine eigenartige Vorstellung? :gruebel:
    Die Noten muss schon der Schüler/In selbst schreiben, der Nachhilfelehrer wird ja auch nicht in der Klausur den Stift fühen.
    Da kann die Tochter zig Probeklausuren schreiben und bewertet bekommen, in der Prüfung kann es ganz anders laufen.

    Auch das, was du "Feintuning" nennst, kann man nicht 100%ig im Vorfeld sicherstellen. Eine geisteswissenschaftliche Quelleninterpretation ist kein auswendig gelerntes Vorgehen, das man abhaken kann, auch wenn es dabei natürlich gewisse handwerkliche Techniken gibt.

    Was du möchtest, oder deine Tochter, Jericho, ist eine Art Garantie für das Ergebnis der Prüfung. Und das auf engem, hohen Niveau.
    Ihr wisst sicher selbst, dass es so etwas nicht geben kann.

    Ich finde aber schon, wer die Demos während der Unterrichtszeit als engagiert und couragiert bezeichnet und unterstützt und rechtfertigt, der darf doch auch mal selbst ein bisschen engagiert sein und als Ausgleich Nachholstunden am Nachmittag oder am Samstag anbieten, gerade auch um "echte Strafen" zu vermeiden.

    "Ich mach mir die Welt, wiede wiede wie sie mir gefällt"

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