Beiträge von Bolzbold

    Das Grund"problem" ist doch weniger ein rechtliches als ein pädagogisches. (Wobei natürlich bei missbräuchlicher Verwendung von Handys ein rechtliches Problem entstehen kann.)

    Ich bin kein Fan von 24/7/365-Nutzung von Handys - an meiner neuen Schule musste ich mich aber schnell der Realität stellen, dass Unterricht eine für einige SchülerInnen lästige erzwungene Unterbrechung ihrer ebenso ausgiebigen Handynutzung darstellte. (Natürlich habe ich einen adäquaten Umgang damit gefunden.) Wer Handys auf Klassenfahrten verbieten oder signifikant einschränken möchte, möge dies tun, darf sich aber darauf einstellen, dass sowohl von der Elternschaft als auch von den SchülerInnen entsprechender Gegenwind kommen kann - natürlich immer abhängig von der jeweiligen Grundhaltung zu Handys.

    Das Gefühl der Notwendigkeit, ständig überall erreichbar zu sein, weil ja jederzeit etwas passieren könnte (!), ist eine Folge der Entwicklung unserer Kommunikationsmittel. Weil es sie gibt, braucht man sie. (Die angebissene Baumfrucht hat das ja seinerzeit genial um- bzw. durchgesetzt...)

    Vielleicht braucht es aber eben diese missbräuchlichen Fälle, in denen dann auch Eltern verstehen lernen müssen, dass das auch eine von ihnen zumindest billigend in Kauf genommene Entwicklung ist. Schließlich erlauben sie ihren Kindern Apps, die Letztere noch nicht benutzen dürfen und kontrollieren die Handynutzung in den seltensten Fällen. Stichwort "Ich vertraue meinem Kind" (=> Alibi für die drei Affen)... Wer 12jährigen WhatsApp, Instagram etc. erlaubt, muss mit den möglichen Folgen leben. Leider sind die ersten, die das lernen bzw. durchleben müssen, die Kinder.

    Möglicherweise habe ich im nächsten Schuljahr eine Klassenleitung in der Mittelstufe - mal sehen, was ich dann dort so in puncto Handys erlebe...

    Und solange es Schulleitungen oder KollegInnen gibt, die das dann trotzdem über ihr privates Konto laufen lassen, gibt es seitens der Kommunen keine Handlungsnotwendigkeit.
    Ich verstehe es nicht, wieso das auch an meiner neuen Schule noch so gemacht wird - aber sobald die erste Fahrt ansteht, für die ich Geld einsammeln muss, werde ich das thematisieren. Ich bin Lehrer und kein Banker oder Buchhalter.

    Irgendwie war der Thread hier abgedriftet, aber inzwischen sind ja einige Tage vergangen, und Teile von Antworten hier fand ich schon sehr klärend für mich. Irgendwer schrieb was von Stärken - und so habe ich es jetzt für mich durchdacht. Wenn ich mir all die Handlungsfelder von SL ansehe, sind da schon viele Dinge, in denen ich meine Stärken sehe - und so würde ich nun einfach antworten, wenn ich nach meinen Motiven gefragt werde. Das ist es ja eigentlich, was es trifft und was auch stimmt, ich hatte bisweilen gedacht, ich müsste Gott weiß was für elitär-visionäre Motive haben und das Rad neu erfinden wollen - aber dafür bin ich einfach zu realistisch, und deshalb wollte ich eben nicht von Visionen schwelgen. Und andere Gründe, die eben genau jetzt dazu führen, meine bedingungslose Loyalität meiner jetzigen SL gegenüber infrage zu stellen, die spielen einfach keine Rolle. Es war eben ein EntscheidungsPROZESS.

    Dann ist es doch gut, dass Du das für dich mittlerweile klar hast. Falls Du Dich demnächst bewerben solltest, wünsche ich Dir alles Gute für den Bewerbungsprozess. Lass mal hören, wie es gelaufen ist. Das ist sicherlich auch für andere KollegInnen, die darüber nachdenken, hilfreich.

    Na bereitet dir meine Meinung nun Probleme oder nicht? Etwas abstoßend zu finden, klingt schon danach, es auch problematisch zu finden.

    Ich habe lediglich kurz zusammengefasst, was du darüber bislang geschrieben hast.

    Einer Kollegin, die Schulleitung werden möchte, mitzuteilen, dass deine Schulleitung 4 Eur weniger verdient als du, der- was genau eigentlich tut? Das finde ich in der ganz Kette deiner bisherigen Darlegungen einfach unschön. Andere regen sich über Kinderzuschläge auf, die sind mir wurscht. Es ändert sich für A nichts, wenn B Zuschläge erhält. Es ändert sich aber für A durchaus was, wenn B ein Beförderungsamt erhält oder es für ihn gar geschaffen wird und A deswegen nicht zum Zug kommt, auch wenn er sich seit Jahren darum bemüht.

    Meine Schulleitung verdient vier Komma irgendetwas Euro netto mehr (sic!) als ich. Etwas anderes habe ich in diesem Forum nicht geschrieben. Es würde auch keinen Sinn ergeben, da A16 Stufe 11 nun einmal mehr sind und mehr sein werden als A15 Stufe 11 bei gleicher Steuerklasse und Vollzeit.

    Aus der Zeit, als ich abgeordnet war und im gleichen Gang gearbeitet habe, wie die Kollegen, bei denen diese Beschwerden zuerst auf den Tisch landen: Das kann die kleinste Bagatelle sein. In der Regel ist die erste Frage natürlich: Haben Sie schon mit der Lehrkraft und dann mit der Schulleitung gesprochen? Dabei kommt häufig heraus, dass das natürlich nicht passiert ist und dann hört man nie wieder was, weil es natürlich ein reines Missverständnis war. Trotzdem ist die Beschwerde natürlich formal in der Behörde eingegangen und damit aktenkundig.

    Oft sind es in der Tat Dinge, die man mit einem Gespräch mit der zuständigen Person in der Schule leicht klären kann. Das möchten einige Menschen aber nicht, weil sie sich ja von der Schulbehörde erhoffen, dass diese in ihrem Sinne entscheidet und die gefühlte Ohnmacht der Beschwerdeführenden durch die behördliche Macht kompensiert und der Schule im Idealfall einen Einlauf gibt. Das kommt in den wenigsten Fällen vor, da das letztlich wieder an die Schulleitung zurückverwiesen wird - es sei denn selbige hätte sich etwas zu Schulden kommen lassen.

    Natürlich ist es wichtig, auch die dunkle Seite der Macht die behördlichen Argumente anzuhören, aber was davon öffentlich wurde, ist erschreckend schwach.

    Möglicherweise ist man gestern im ASB zu diesem Tagesordnungspunkt gekommen. In der Regel schafft es der ASB aber nicht, 27 TOP in seinen Sitzungen vorher abzuarbeiten. Dass das so weit hinten auf der Tagesordnung steht, hat neben formalen ggf. auch andere Gründe... Denkbar ist aber, dass der Bericht der Landesregierung, i.e. Frau Feller in diesem Fall, den Mitgliedern bereits vorliegt.
    Womöglich ist es nur eine Frage der Zeit, bis daraus etwas an die Presse durchsickert.

    Es ist auf alle Fälle nun zum Politikum geworden.

    Quis custodiet ipsos custodes?

    Diese Frage darf hier sicherlich gestellt werden. Da die Bezirksregierungen und auch die untere Schulaufsicht erst einmal ihre Arbeit weitestgehend selbstständig tun dürfen und da so schnell keine vorgesetzte Behörde draufschaut, muss schon eine Menge passieren, bis das MSB beispielsweise seiner nachgeordneten Behörde entsprechende Weisungen erteilt. Öffentlichkeitswirksam erfolgt das ohnehin nicht - und das aus gutem Grund.

    Unabhängig von diesem Fall gibt es ja in Deutschland die Tendenz, sich direkt bei höherer Stelle zu beschweren und dann auf eine Entscheidung im eigenen Sinne zu hoffen - und diese im Idealfall (Utopie!) dann auch noch selbst zwecks Genugtuung miterleben zu dürfen.
    Mit Ausnahme von Verbrechen o.ä. kann ich es nachvollziehen, dass solche Dinge erste einmal hinter verschlossenen Türen geklärt werden. Das schützt mittelbar alle Beteiligten.

    Das betrifft in meinen Augen nicht nur ältere Klassen.

    Bei mir hat sich eine Klasse über laute Signale/Geräusche meinerseits beschwert (natürlich nicht bei mir sondern direkt nach oben eskaliert), weil das wohl Panikattacken bei dem einen oder der anderen SchülerIn auslösen würde. OK, darauf kann man ja Rücksicht nehmen.
    Ich stelle/setze mich in lauten Klassen in aller Ruhe nach hinten, stecke meinen professionellen Gehörschutz in die Ohren, strecke die Beine von mir und warte. Manchmal dauert es an die fünf Minuten - aber für mich ist das die am wenigsten stressige Methode. Einige SuS' merken dann schnell, was das Problem ist und versuchen selber, für Ruhe zu sorgen. Einige andere brauchen halt etwas länger. Aber immerhin habe ich dann früher oder später die Ruhe und die Konzentration, die ich haben will.
    Falls sich irgendwann Eltern beschweren sollten, weise ich sie darauf hin, dass die Lautstärke nicht (mehr) mein Problem ist und die SuS' es selbst in der Hand haben, wie schnell es leise ist und wie schnell wir im Anschluss arbeiten können.

    Diese innere Entspanntheit hatte ich früher nicht in dem Maße. Aber als fast Fünfziger muss ich auch nicht mehr wie ein junger Wilder durchs Klassenzimmer toben. Der gesetztere, ruhigere, entspanntere und souveränere "Herr" gefällt mir als Lehrerbild dann mit zunehmendem Alter doch immer mehr.

    Die Regelung wurde so gefasst, dass es im Ermessen der korrigierenden Lehrkraft liegt. Ich würde hier aus dem Bauch heraus bei einer Fehlerzahl von mindestens 10 bis 15 pro Spalte eine Abwertung in Erwägung ziehen.
    Grund dafür ist zum einen, dass hier wirklich eine krasse Fehlerhäufung vorliegt, und zum anderen dass es auch im Falle eines Widerspruchs irgendwo für Dritte nachvollziehbar sein muss, weshalb es zu dieser Abwertung kam.

    Effektiv wird man bei Klausuren, bei denen es maximal 100 Punkte gibt und die Sprachrichtigkeit im darstellenden Bereich in der Regel bei der Vergabe von 0 Punkten in diesem Kriterium maximal 5 Punkte beträgt, ohnehin nur einen zusätzlichen Notenpunkt abziehen können - was wiederum auf das verlinkte Dokument zurückzuführen ist.

    Ursprungskonstellation:

    10 Minuten mit dem Auto zur Schule. Jung und ungebunden, neue Stelle, alles super.

    Zwischenkonstellation I:

    45-60 Minuten mit dem Auto zur Schule. Zukünftige Ehefrau gefunden, Heirat und Kind, zusammengezogen in der geographischen Mitte. Privat das absolute Glück, beruflich bzw. fahrtechnisch weniger prickelnd.

    Zwischenkonstellation II:

    15-20 Minuten mit dem Auto zur Schule (immer noch dieselbe Schule). Umzug während der Elternzeit meiner Frau, um deren Versetzung in einen anderen RB zu erzwingen. Eigentlich die ideale Konstellation, wenn da nicht die berufliche Perspektive allmählich geschwunden wäre.

    Zwischenkonstellation III:

    45-70 Minuten mit ÖPNV zur Behörde - oder 45 Minuten mit dem Auto. Eine zunächst eher stressige Konstellation, die aber mit Homeoffice während Corona-Zeiten und anteiligem Homeoffice im Anschluss familiär nicht besser hätte sein können.

    Zwischenkonstellation IV:

    25-35 Minuten mit dem Auto zur neuen Schule. Das Maximum an dem, was ich zu fahren bereit gewesen bin - aber die Schule, deren Umfeld und das Kollegium wie die Schulleitung lassen die Fahrerei zu einem erträglichen Übel werden.

    Langfristig würde ich mir wünschen, wieder dichter an meinem Wohnort zu arbeiten. Da käme aber nur eine Konstellation unterhalb der Schulleitungsebene infrage, die sich leider nur an wenigen Schulen vorfinden ließe - und in der unmittelbaren Umgebung gibt es das, was ich mir wünschen würde, nicht. Da ich aber nicht unzufrieden bin, lässt es sich mit der aktuellen Konstellation ganz gut leben.

    Gleicht sich doch aus bei deinen Fächern. Es wird dafür in Mathe zunehmend ein Kunststück, dass GK Schüler schriftlich aus dem Defizit raus kommen.

    Wir raten verstärkt zur mündlichen Prüfung.

    Sehr zum Ärgernis der BRen, die sich sehr wohl darüber bewusst sind, weshalb so viele Prüfungen in Mathematik im vierten Fach stattfinden...

    Das hat wenigstens den Vorteil, dass die Kinder ihre Schule wieder wohnortnah wählen können, anstatt - nicht selten aufgrund des Elternwillens - quer durch die Stadt fahren zu müssen, um in einem bestimmten Fach vlt. mal eine Schwerpunktstunde machen zu können.

    Das ist richtig. Gleichwohl sehe ich nur bedingt einen nachhaltigen Vorteil einer Schulwahl nach Profil - selbst an NaWi oder Bili Schulen.

    chili

    Ja, aber es war von Anfang an sehr durchschaubar, wozu das diente. Die SuS' haben so bis zu 10 Punkte (von 150) mehr in der Endabrechnung, so dass es bei den ganzen anderen Kriterien - gerade die kommunikative Textgestaltung - seit der Umstellung faktisch eine Kunst ist, in Englisch ein Defizit zu schreiben. (Das kommt zwar immer noch vor, ist aber auch bei einem schwachen GK bei mir eher die Ausnahme.)

    also bei uns (Großstadt) haben gefühlt alle Gymnasien das selbe Profil. alle was mit MINT, aber selbstverständlich auch Sprachen. und Musik und Kunst natürlich auch. Im Verbund werden auch alle LKs angeboten. das einzige Profil ist jetzt unter wiedereingeführtem G9 Ganztag oder nicht.

    In der Stadt, in der meine alte Schule lag, gab es "MINT"-Schulen, bili-Schulen und weitere Schulen mit eigenem Profil. Mit der Zeit haben sich dort offenbar alle Schulleitungen aufgemacht, Plaketten zu jagen. Meine alte Schule wurde "mint-freundliche Schule" - das ehemals rein mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtete Gymnasium bekam einen bili-Zweig.

    Das Ganze wurde so auf die Spitze getrieben, dass man sein Kind mittlerweile - zumindest von den Schulprofilen her - faktisch an jeder Schule anmelden kann, weil jede Schule alles anbietet. Als seinerzeit Kritik an der Beliebigkeit der Profile geäußert wurde, war die Schulleitung meiner alten Schule "not amused". Aber was tut man nicht alles für Anmeldezahlen...

    Ich habe ein Problem damit, dass du erst veröffentlichst, kein Interesse an Beförderung zu haben, um dich um deine Kinder zu kümmern und dann, um dem Burnout zu entgehen in die Behörde geflohen bist, um hinterher eine Beförderungsstelle an einer Schule entgegen zu nehmen. Irgendwer schrieb, dass das oft so gemacht wird. Ich kenne zwar niemanden, aber abstoßend finde ich es allemal. Wenn dir das keine Probleme bereitet, ist es ja gut.

    Nein, es bereitet mir keine Probleme. Warum sollte es das auch? Ich habe rückblickend angesichts der Gesamtsituation alles richtig gemacht. Meiner Familie und mir geht es gut - das zählt.

    Abstoßend finde ich übrigens Deine wirklich schon an Bösartigkeit grenzende Interpretation meiner Motive sowie die Herstellung "alternativer" Kausalzusammenhänge...

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