Beiträge von Bolzbold

    Mit Verlaub, aber einige deiner Äußerungen erscheinen mir etwas naiv. Wenn du scjon vorher weißt, was du wie und mit welchen Argumenten in welche Richtung mit welchen Schlussfolgerungen diskutieren willst, dann solltest du besser ein Selbstgespräch führen, dann kommen dir nicht ganz so viele unliebsame Meinungen und Deinungen in die Quere. In einem Online-Forum wirst du zwangsläufig auch mit unangenehmen Standpunkten und Aberationen konfrontiert werden.

    Is aber eh klar, nicht wahr?

    Ich möchte in einem Forum über Thema A diskutieren, bekomme aber Antworten zu Themen B, C und D. Wenn ich das kritisiere, dann liegt es also daran, dass ich unliebsame Meinungen nicht zulassen würde, nicht aber daran, dass die VerfasserInnen dieser Meinungen wahlweise am Thema vorbei schreiben, oder aber ihre eigene Agenda verfolgen? Das ist schon eine merkwürdige Attitüde.
    Ich bin lange genug in diesem Forum, um diese von mir nicht bevorzugte Eigendynamik in den Entwicklungen vieler Threads miterlebt zu haben.

    Es ist mir nun wirklich zu billig, mir vorhalten lassen zu müssen, ich käme mit anderen Meinungen nicht klar.

    Ich muss gestehen, dass ich nach der Lektüre der Beiträge in diesem Thread doch erstaunt bis entsetzt bin, wie sich der Thread entwickelt hat.

    Mir ging es ursprünglich um die Frage, unter welchen Umständen jemand die Konsequenzen zu ziehen bereit wäre für den Fall, dass wir eines Tages eine schwarz-blaue Landesregierung bekommen - in konkreter Anbindung an die Erfahrungen ab 1933 und mit Verweis auf einige vergleichbare Entwicklungen 2023.

    Einige UserInnen haben mich mit ihren hilfreichen, themenbezogenen Beiträgen zum Nachdenken angeregt. Daher an dieser Stelle vielen Dank besonders an Seph, DeadPoet, CDL, Frosch und Birgit.

    Andere UserInnen haben den Thread als Anlass genommen, ihre ganz individuelle (politische) Agenda zu verfolgen. Letzteres finde ich schade, denn darum ging es mir überhaupt nicht. Weder ist hier die Beteiligung von AfD-SympathisantInnen zwingend erforderlich, noch muss sich hier jemand politisch diesbezüglich aus der Deckung wagen, noch müssen hier rhetorische Abtastgefechte geführt werden, aus denen man sich sofort zurückzieht und stattdessen auf Freiwilligkeit etc. verwiesen wird, wenn man erfolgreich getriggert hat.

    Dass man als Beamte(r) auf die Landesverfassung und das GG vereidigt ist und diese zu schützen gelobt hat und dies der zentrale Grundsatz unseres Handelns ist, so dass wir umso mehr unter einer schwarz-blauen Koalition eben diese Verfassungen schützen (und auch im Rahmen dieser geschützt sind), ist für mich DER zentrale Hinweis.

    Ungeachtet dessen gilt meine Sorge einer Situation, in der alle nicht deutsch aussehenden Menschen aufgrund des konstant genährten entsprechenden Klimas irgendwann per se suspekt sind und sich die latent in Deutschland immer schon vorhandene Fremdenfeindlichkeit dann als "alltagstauglich" bzw. mehrheitlich akzeptierbar erweist. In einer solchen Gesellschaft könnte ich zwar immer noch als Beamter die Verfassung hochhalten, aber der gesetzliche Rahmen und das soziale Klima passen dann nicht mehr zusammen. Und das wäre für mich dann der Punkt, an dem ich mich sehr konkret mit Auswanderungsgedanken auseinandersetzen würde.

    Die rhetorischen Auseinandersetzungen, die ich hier zum Teil führen durfte, zeigen mir, dass auch in studierten Kreisen offenbar gewisse Reflexe und bekannte Techniken von PopulistInnen zur Anwendung kommen und dass ich auch unter meinen KollegInnen und Kollegen im Falle des von mir skizzierten Szenarios entsprechendes zu erwarten hätte. Es würde mich erleichtern, wenn sich die Beiträge einiger - teils kurzfristig angemeldeter - UserInnen als Trollbeiträge von Nicht-Lehrkräften herausstellten. Alleine die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Ein A15-Gehalt bekommst du mit deinen Fächern nirgendwo im EU-Ausland oder außerhalb von Europa. Du hast hier mit deiner Ausbildung das Maximum rausgeholt. Aber Englischlehrer werden hier und da sicher ein Gehalt verdienen können, was zum überlegen reicht. Denkst du das Alter ist da so entscheidend?

    Zur Not werden Krankenpfleger und Erzieher überall gesucht.

    Ja, das ist wohl so. Sollte ich eines Tages hinreichend Anlass dafür sehen auszuwandern, ist das aber für mich das geringere Problem.

    Das machen doch viele andere nicht anders…

    Alles was unbeliebt ist wird als Pöbelei abgetan und fertig.

    Inhaltlich kommt oftmals wenig.

    Außerdem muss man in einem Forum grundsätzlich gar nichts.

    Das ist doch schließlich hier alles freiwillig.

    Ui super. Ich bringe meinen SchülerInnen bei, dass Sprüche wie "der/die hat aber auch..." argumentativ nichts als Leerphrasen sind...

    Und ich fände es schön, wenn man sich hier nicht weit aus dem Fenster lehnt und dann bei spürbarem Gegenwind sich auf die Position zurückzieht, dass man hier grundsätzlich gar nichts müsse und alles freiwillig sei. Das ist schlichtweg feige.

    Es wird hier übrigens nicht sofort und per se alles, was unbeliebt ist, als Pöbelei abgetan. Ich könnte hier sehr wohl einen äußerst migrationskritischen oder islamkritischen Beitrag schreiben, für den ich von den AfD-SympathisantInnen hier Anerkennung fände, der mir aber zu 100% nicht den Vorwurf der Pöbelei einbrächte.
    Da muss man sich als UserIn ggf. schon einmal selbst hinterfragen, wieso der eigene Beitrag als Pöbelei aufgefasst wird. Und dann würden wir uns im Kreis drehen, denn dann geht die Endlosschleife beginnend mit dem obigen Zitat los.

    Wobei natürlich auch die Frage erlaubt sein muß wohin man denn auswandern soll? Welches Land nimmt einen Deutschen denn dauerhaft - und eben nicht bloß für wenige Tager als Tourist ohne Arbeitserlaubnis - auf?

    Das treibt mich in der Tat immer mal wieder um. Ich bin mit bald 50 Lenzen zu alt für die klassischen Auswanderungsländer (Australien, Neuseeland, Kanada) und meine Profession ist dort nicht gefragt. Gleichwohl ist die EU groß und ich könnte grundsätzlich in einem anderen EU-Land leben und arbeiten.

    Es gäbe theoretisch auch noch das neben Deutschland weitere Land meiner Vorfahren. Meine dortige Familie würde mir sicherlich eine Weile aushelfen können, aber auch dann müsste man natürlich sehen, womit man seinen Lebensunterhalt verdient.

    Grundsätzlich Quittengelee:

    "Du bist schon zweimal ganz konkret etwas zu einer von dir geschriebenen Allgemeinplatz gefragt worden und hast nichts dazu beizutragen gehabt."

    Du hast hier keine Beiträge "einzufordern", von mir schon mal sowieso nicht! Wie kommste denn auf dit schmale Brett??

    Dein Sprachduktus verrät allzu oft den (Ober-)Lehrer, der - auch privat - in seiner (Sprech-)Rolle gefangen ist.

    Morgen, vor deiner Klasse, kannst du wieder versuchen Wortmeldungen einzufordern. Hier ist der falsche Ort dafür.

    Das ist ein Rückzugsgefecht und eine bekannte Taktik, wenn man in der Sache nichts beizutragen hat.

    @Markus40 Anscheinend können unter den jetzigen Zuständen die Systemprobleme nicht gelöst werden. Wer hat diese zu ver- antworten? Nicht nur die bekannten politischen Entscheidungsträger, auch viele in diesem Thread. Das darf nicht vergessen werden.

    Lass mich raten - es war ausgerechnet dieser Thread, den Du als Anlass genommen hast, als bisher stumme/r Mitleser/in plötzlich aktiv zu werden...

    Und gerade die gebildeten KollegInnen sollten doch wissen, dass gerade radikale und vermeintlich heilsbringende Versprechungen noch weniger eingelöst werden (oder wurden) als die Wahlversprechen der anderen Parteien. In der Gesamtbetrachtung des Parteiprogramms der AfD bzw. der Aussagen einiger Mitglieder dieser Partei ist für mich zweifelsfrei erwiesen, dass diese Partei, käme sie eines Tages in eine Regierung, die größte Tragödie Deutschlands seit dem Dritten Reich darstellen würde.

    Dass jemandem, der seit Jahr und Tag unter der Flagge "Schule ist schön ... und macht Spaß" unterwegs ist, im gegebenen Zusammenhang nichts auf-und einfällt, wird hier kaum jemanden wundern.

    Trau dich mal einen Schritt weiter... und lass das unterkomplexe Denken hinter dir...

    Natürlich, er will es nur nicht wahr haben. Ich dann übrigens auch nicht.

    So kann man den Zweifel säen, ohne sich selbst aus der Deckung zu trauen. Dann denk Du doch für Frosch und bitte auch für mich mal komplex. Wir können es anscheinend ja nicht...

    Das verstehe ich sehr gut. Gerade weil ich selbst schon so viel durchgemacht habe, könnte ich aber niemals kampflos aufgeben (und als schwerbehinderte Lehrkraft bin ich auch nicht das, was eine AfD sich im Schuldienst wünscht, selbst wenn sie darüber hinwegsehen würden, dass ich keinen ausreichenden Arierstatus nachweisen könnte mit einer kroatischen Uroma und mit einem Muslim verheiratet war). Damit würde ich alles verraten woran ich glaube und wer ich bin, wovon ich überzeugt bin inklusive dem, was ich für mich daraus gelernt habe, wie die NSDAP an die Macht gekommen ist und was man meines Erachtens deshalb gerade von heutigen Beamtinnen und Beamten erwarten muss.

    Wir sind auf das GG vereidigt, nicht auf eine aktuelle Landesregierung und können nicht mal eben entlassen werden, wenn wir dieses schützen und verteidigen. Das dürfen wir nicht vergessen, denn das erlaubt uns auch von innen heraus ein KM zu bekämpfen, das rechtsradikale Positionen propagiert. Wir können eine mächtige Waffe sein zum Schutz des GG- vor allem, wenn wir den Mut und die Kraft in uns finden, nicht nur für unser direktes persönliches Wohlergehen zu kämpfen, sondern auch für das kommender Generationen.

    Dafür wäre ein "Danke"-Pokal als Reaktion viel zu wenig.

    Es ist richtig, was Du schreibst. Mich würde interessieren, wie viele sich von uns denn dann genau SO verhalten würden, wie Du es geschrieben hast, und wie viele von uns es der Beamtenschaft, die den Übergang zum Dritten Reich erlebt hat, gleichtun würde. Das kann man hier und in diesem Thread niemals feststellen - und ich hoffe, dass wir niemals in eine Situation kommen werden, in der diese Frage auf diese oder auf eine andere Art und Weise beantwortet werden wird.

    Fällt euch eigentlich auf, dass ihr hier - wie schon in dem Thread, den kürzlich Herr Rau gestartet hat - in einer Echoblase diskutiert? Ihr könnt noch 100 x irgendjemanden irgendwas unterstellen, wahrscheinlich schreibt in diesem Forum zur Zeit nicht eine einzige Person, die überhaupt die AfD wählt. Ich hätte jemanden in "Verdacht", bin aber nicht so sicher, ob ich mich da eben doch irre.

    Der Thread war überhaupt nicht an irgendeine Person gerichtet, die die AfD wählen wollen könnte. Ganz im Gegenteil - er richtet sich so gesehen sogar primär an diejenigen, die sich in der jeweiligen Situation dann überlegen müssen, wie sie mit den neuen Gegebenheiten umgehen. Dass die AfD-WählerInnen eine solche Koalition womöglich begrüßen würden, ist für mich evident.

    Vielen Dank für die bisherigen Antworten.

    Ich könnte mir vorstellen, dass der letzte Satz aus DeadPoets Beitrag auch auf viele Beamte, die die Machtergreifung (bzw. Machtübertagung) miterlebt haben, zugetroffen haben dürfte - mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Spuk eben nicht nach einer Legislaturperiode vorbei war.

    Die ausführliche Beschreibung von CDL hat mich ziemlich beeindruckt, nicht weil ich nicht davon ausgegangen wäre, dass CDL so "tickt", sondern weil das eine Betrachtungsweise ist, die ich in dieser Form so nicht auf dem Schirm hatte. Als Mensch mit 50% Migrationshintergrund bin ich in einer anderen Ausgangslage, so dass ich da sicherlich auch andere Befindlichkeiten an den Tag lege. Ich werde einmal darüber nachdenken, ob ich eine solche Position für mich vertreten könnte - zumindest solange ich nicht zur Zielscheibe eventueller Rechter werde.

    Hallo an alle.

    nehmen wir an, dass in einem beliebigen Bundesland eines Tages die erste schwarz-blaue Landesregierung an die Macht kommt.

    Was würdet Ihr dann tun?

    Würdet Ihr Euch weiter von einer zum Teil rechtsextrem regierten Land weiter alimentieren lassen?
    Würdet Ihr um Entlassung aus dem Dienst bitten?
    Würdet Ihr auswandern?

    Ich frage deshalb, weil es mich interessieren würde, ob der Beamtenapparat immer noch so handeln würde wie vor 90 Jahren, oder ob man bei gleichzeitiger Ungewissheit ob der künftigen Lebensbedingungen die entsprechenden Konsequenzen ziehen würde. Würden wir durch unser Handeln eine ganz andere Antwort auf die Frage unserer SchülerInnen geben, wieso man ein solches System unterstützen konnte, oder würden wir wie selbstverständlich im Unterricht Wasser predigen und privat Wein trinken?

    Ich gebe zu bedenken, dass die geltenden Gesetze und Vorschriften für Beamte davon ausgehen, dass diese befolgt werden und daher solche Situation eigentlich gar nicht auftreten sollten. Tun sie aber gleichwohl. Dann muss die vorgesetzte Behörde davon erfahren - und je nachdem, was vorgefallen ist, wird diese dann durchaus tätig.

    Wenn man die Schulleitungen höher besolden sollte, was sollten denn dann die Beamten in den vorgesetzen Behörden bekommen? (die ja auch Aufstiegspositionen für Schulleiter beinhalten)

    Da sollte man in der Tat einmal genauer hinsehen. Für NRW gilt beispielsweise folgende Besoldung:

    Die DezernentInnen in der Bezirksregierung sind in der Regel LRSD('), d.h. Leitende RegierungsschuldirektorInnen und bekommen A16. Wer von der Schulleitung ins Dezernat wechselt, wird somit nicht befördert und arbeitet lediglich in der vorgesetzten Behörde (=> Weisungsbefugnis).

    Die MinisterialrätInnen im Ministerium (das sind die Referatsleitungen) bekommen am Anfang ebenfalls "nur" A16, bis sie nach ein paar Jahren eine B2-Besoldung bekommen.


    Ansonsten funktioniert die Besoldung in der Verwaltung so, dass man bis A15 im Regelverfahren beurteilt und hochbefördert werden kann, sprich ohne Revision. (Natürlich bekommen die Vorgesetzten von der Arbeit ihrer Untergebenen faktisch täglich und unmittelbar etwas mit.)

    Du hast als A15/A16 eine größere Verantwortung.

    Das betrifft nicht nur die Leitung an sich sondern auch die Verfügung über Gelder und Personal (bis zu einem gewissen Grad). Im Schnitt bekommst du die A16 für die Verantwortung über Schüler/Kollegenzahl X und die A15

    Hat auch was damit zu tun das du gegenüber den A13er Weisungsberechtigter bist.

    Letzteres hängt von der Funktion ab. Weder ein/e 14er noch eine A15er ist per se weisungsbefugt gegenüber KollegInnen mit niedrigerer Besoldungsgruppe.

    Frau Feller plant die dauerhafte Einführung des Distanzunterrichts an Berufskollegs in NRW.

    https://www.land.nrw/pressemitteilu…ngen-fuer-einen

    Die Mitteilung ist jedoch recht vage. Gibt es ein KANN oder ein MUSS in Höhe von 20-40% des Unterrichts?
    Ist der Entwurf schon irgendwo veröffentlicht? Ich habe da nichts gefunden.

    Den findest Du dort, wo es am wahrscheinlichsten ist.

    Ministerin Feller: Wir schaffen die rechtlichen Voraussetzungen für einen innovativen digitalen Unterricht am Berufskolleg | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw)

Werbung