Klar, warum soll die Erkenntnis nicht gleich zu Beginn der Fortbildung erfolgen? Mühsam dies erst nach Stunden zu verstehen
Kannst du kein Blut sehen, solltest du kein Arzt werden.
Kannst du mit Kindern nicht klar kommen, solltest du kein Erzieher werden.
Es gibt Dinge die sind in jedem Job unerlässlich; hast du keine Lehrerpersönlichkeit und lässt dich mobben von Schülern...definitiv nicht der richtige Job.
Man kann so argumentieren, gleichwohl geht das in die Richtung, die mir langfristig gesellschaftlich Sorgen bereitet. "Hast Du ein Problem, bist Du eben nicht perfekt (und damit halt selbst das Problem.)"
Das ist in der Tat ein Schlag ins Gesicht der betroffenen KollegInnen und mittelbar eine Täter-Opfer-Umkehr. Nicht der/die mobbende SchülerIn ist das Problem sondern die Lehrkraft selbst.
Schulen, an denen es eine professionelle Schulleitung und ein professionell-freundliches Kollegium gibt, dürften Probleme dieser Art schnell in den Griff bekommen, weil dann entsprechende Maßnahmen erfolgen.
Langfristiges Mobbing durch Schüler gegenüber Lehrkräften benötigt ein entsprechendes Umfeld. Da kannst Du noch so eine tolle Lehrerpersönlichkeit haben. Wenn Schulleitung und Kollegium Dir nicht den Rücken stärken, hast Du verloren.
Diesen KollegInnen dann zu sagen, dass sie im Job falsch sind, ist unglaublich selbstgerecht.
Wir erziehen unsere SchülerInnen dazu, differenzieren zu können. Sich nicht in Allgemeinplätzen, Küchenpsychologie oder Pauschalisierungen zu ergehen - es sich damit eben nicht zu einfach zu machen. Ich hätte mich gefreut, wenn man die Ergebnisse dieses Prozesses auch in Deinem Beitrag hätte finden können.