Beiträge von Bolzbold

    Ansonsten ist in meinem Umfeld bisher so gut wie jeder A14 geworden, der es wirklich wollte und entsprechendes Engagement in für die Schule relevanten Bereichen gezeigt hat. Mag sein, dass die Luft danach dann dünner wird.

    Früher oder später ja. Aber im Zuge der Pensionierungswelle und der zahlreichen Neueinstellungen kam es dann zum Hauen und Stechen auf die A14 Stellen. Da war ich froh, dass ich ohne eigenes Zutun das Glück hatte, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

    In der Behörde haben die Besoldungsgruppen jenseits der B2 oft erhebliche Überstunden geschoben. Aufgrund einer Kappungsgrenze bei den Überstunden, wenn der entsprechende Urlaub zum Abfeiern nicht rechtzeitig genommen wurde, verfielen dann viele Überstunden. Dass eine Führungskraft im mittleren Führungsbereich nicht mal eben drei Monate am Stück weg sein kann, haben vor allem eben diese Führungskräfte selbst so gesehen und das auch so gelebt. Die Betroffenen haben aber selbst eingeräumt, dass das "Schmerzensgeld" (sprich ihre Besoldung) dafür hoch genug sei.

    Lohnt sich die Anstrengung als verbeamtete Lehrkraft?

    Absolut!

    Zumindest in den Bundesländern, die sehr breit auf A13Z oder A14 befördern. Und dann nicht nur wegen des Geldes, sondern auch mit der damit verbundenen "herausgehobenen Aufgabe", die ja den eigenen Interessen des Lehrkraft entspricht (sonst hätte sie sich nicht darauf beworben).

    Und nicht nur monetär (Pension nicht vergessen!), sondern auch in der Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz: Ich werde anerkannt, man nimmt wahr, was ich leiste, mir werden Aufgaben und Verantwortung übertragen, meine Karriere wird gefördert...

    Und überdies und zuallererst: Guter Unterricht wird durch die SuS massiv belohnt. Sie nehmen das wahr, ganz sicher, auch wenn sie es vielleicht nicht immer benennen können. Aus gutem Unterricht erwächst oft die meiste Zufriedenheit einer Lehrperson.

    Danke für diesen fürwahr satirischen Beitrag. Dann können wir uns vor LehramtsstudentInnen und LehramtsanwärterInnen künftig ja gar nicht mehr retten.

    (PolitikerInnensprech ON) Oder gelingt es der Bildungspolitik einfach nur nicht, den geneigten angehenden AbiturientInnen die Vorzüge des Lehramts zu vermitteln? (Politikerinnensprech OFF)

    Um sicherzugehen, ob es anderen auch so geht: im Durchschnitt finde ich 13 Rechtschreibfehler pro beschriebene linierte Seite in der Mittelstufe (große Schrift). Ungefähr jeder vierte Satz ist hinsichtlich des Satzbaus nicht korrekt. Den Inhalt einer Erzählung haben circa 1/3 erschließen können, die anderen verstanden die Pointe dahinter nicht.

    So banal das klingt, aber was die SuS' nicht können, müssen sie eben noch lernen. Wenn basale Fähigkeiten in der Oberstufe nicht vorhanden sind, dann muss das Erlernen selbiger Vorrang vor den Inhalten haben. Im Extremfall habe ich im Fach Englisch, wo vom Grundsatz her durchaus ähnliche Probleme auftreten können, rein methodisch-sprachlich gearbeitet und die Inhalte als bloßes Mittel zum Zweck verwendet.
    Gleichzeitig habe ich von einer Woche auf die nächste eine umfangreiche Übungshausaufgabe aufgegeben, diese im Peer-Editing und mit guten SchülerInnenergebnissen abgeglichen. Teils habe ich die SuS' auch nur einzelne Absätze schreiben lassen, bei denen sie das Erlernte dann konkret anwenden sollten.

    Denkbar ist auch, dass das Rechtschreibtraining in der Sek I nicht konsequent fortgeführt wurde und dort basale Kompetenzen nicht vermittelt oder nicht entwickelt wurden.

    In solchen Fällen muss man den SchülerInnen klar sagen, wie ihre Lernausgangslage ist, wo man hin muss (Kernlehrplan Oberstufe) und was bis dahin zu tun ist. Dann kann man die SuS' nur noch einladen, gemeinsam diesen Weg zu gehen und darauf hinweisen, dass es für die anderen dann notentechnisch eng werden könnte.

    Auch dann wird man nicht alle SuS' erreichen. Das ist leider so.

    Kinderwunschbehandlungen sind völlig freiwillig. Da würde ich verbieten das während der Unterrichtszeit laufen zu lassen.

    Da sehe ich keinen Unterschied zur nichtmedizinischen Thai-Massage, dafür bekommt auch keiner frei.

    Bis jemand soweit ist, sich dieser Prozedur zu unterziehen, muss in Vorfeld viel passiert sein. Von den physischen und psychischen Folgen einer solchen Behandlung ganz zu schweigen.
    Eine Freundin von mir hat das ihrerzeit gemacht. Das ist beileibe kein Wellness-Trip.

    Woher kommt diese Härte in Deiner Äußerung?

    Bei allem nötigen Respekt, Notwehr ist dann doch etwas sehr anderes! Da helfen auch deine Anführungszeichen nichts. Und bezugenehemend zum Fall: Wenn die TE, sich zwar ungerecht behandelt fühlend, objektiv dennoch im Unrecht ist, dann geht der Begriff ohnehin fehl.

    Ich bitte um Entdramatisierung!

    Das Krankmelden eines Erwachsenen, wenn er/sie den eigenen Willen trotz klarer anderslautender Sachlage nicht durchsetzen kann, würde ich etwa als spätpubertären Trotz einordnen, nie als Notwehr.

    Den Begriff "Notwehr" habe ich verwendet weil die betroffenen KollegInnen in der Regel genau SO argumentieren bzw. Argumente vorbringen, die ihr Verhalten rechtfertigen sollen. Als Argument wird dann eben das böse System vorgebracht, gegen das man sich nur so "wehren" könne. (Das ist somit keine Meinungsäußerung von mir sondern eine reine Beschreibung dessen, was mitunter vorkommt.) Konkret bezog sich dieser Begriff weniger auf die TE als vielmehr auf KollegInnen, die quasi mit Ankündigung krank sind, wenn ihnen etwas nicht passt.
    Sollte so nicht passieren. Darf formal auch nicht passieren. Tut es aber leider eben doch.

    Die SLQ kann man als "normaler" Lehrer mit A12 oder A13 (ohne Funktionsamt also Konrektor*in GS o.ä.) nicht machen. Sie ist explizit an A15er der erweiterten SL bzw. A14er in Funktionsamt gerichtet.

    Soviel dazu!

    Gruß Lamy

    Primär ja. Wenn ausreichend Plätze da sind, nehmen die auch "gemeine gymnasiale A14erInnen" ohne Funktionsstelle. Man ist jedoch in einer der unteren Kategorien und kann dann entsprechend auch abgelehnt werden.

    Das ist mir bewusst. Das ist aber für mich vollkommen inakzeptabel. Das ist fast das gleiche, als wenn ich sage, wenn mir der Stundenplan / die Klasse / whatever nicht gefällt, bin ich krank. Natürlich passiert das. Aber ich würde mich nie auf so eine Erpressung einlassen.

    Das tut ja letztlich auch niemand. Und dennoch fehlt der Kollege oder die Kollegin dann für einige Zeit...

    Es geht nicht um Vertrauen des Kollegiums. Das ist eine Sache zwischen der Kollegin und der SL. Sie erklärt, warum der Termin in der Schulzeit liegen muss und die SL glaubt oder nicht.

    Zu 4) Was ist das denn für ein Argument? Krank schreiben lässt man sich, wenn man krank ist und sonst nicht.

    Das ist weniger ein Argument als die Realität. Das kommt vor. Das ist die "Notwehrreaktion", die hier in anderen Zusammenhängen bereits sehr offen empfohlen wurde.

    Deshalb frage ich mich zunehmend ob sich Anstrengungen in dem System überhaupt lohnen oder ob man nicht besser fährt wenn man sich nicht kontrovers äußert und einfach Dienst nach Vorschrift macht?

    Übersehe ich da was?

    Anstrengungen lohnen sich dort, wo man mittelbar auch selbst Erfüllung findet. Dank und Anerkennung wird man im System selten erhalten - dafür ist es nicht ausgelegt. Erfüllung bringt für mich die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern, wenn ich merke, dass ich etwas erreichen kann - sei es im pädagogischen oder im fachlichen Bereich.

    Sich gar nicht mehr anzustrengen und faktisch zu resignieren macht einen definitiv nicht glücklicher, weil es letztlich eine Dauertrotzreaktion darstellt.

    Manche Leute schaffen es, die Tätigkeit in der Schule als das zu empfinden, was sie ist - Broterwerb. Sie suchen sich dann Erfüllung anderswo. Das kann je nach Typ Mensch sicherlich funktionieren. Ich bin kein solcher Typ. Also muss ich sehen, wie ich innerhalb des Systems ein gewisses Maß an (Arbeits)Erfüllung finde. Glück im engeren Sinne finde ich in meiner Partnerschaft und bei meinen Kindern.

    chili


    Für eine Orientierung, ob man wirklich SchulleiterIn werden will, ist die SLQ sicherlich gut. Ich hätte aus der SLQ aber nicht unmittelbar Hilfestellung für eine Revision zum stellv. Schulleiter mitgenommen. (OK, bis auf einen anderen Kollegen und ich selbst waren alle (!) anderen KollegInnen bereits wahlweise FunktionsstelleninhaberInnen oder KonrektorInnen bzw. kommissarische SL...)

    Also in der Behörde käme niemand auf die Idee, einem Mitarbeiter (oder einer Mitarbeiterin), der/die Überstunden schiebt, zu sagen, er/sie solle effizienter arbeiten.

    Letztlich ist das ja auch ein Totschlagargument, weil resultatistisch. Sprich: Wenn das Ergebnis nicht stimmt, musst Du etwas falsch gemacht haben. Gerade wenn eine Schulleitung so argumentiert - diese Leute waren auch einmal gemeine Lehrkräfte - ist das an Ignoranz und/oder Borniertheit nicht zu überbieten.

    Ich halte es für sinnvoll, mit dem Stundenplanungsteam das Gespräch zu suchen bei großen Problemen durch Änderungen, aber eben auch die innere Flexibilität mitzubringen, nicht beständig herumzurechteln, wenn der Stundenplan sich in einer für einen selbst ungünstigen Weise ändert, sondern sich bewusst zu machen, wie viele Stunden Arbeit es die Stundenplaner kosten kann, auch nur eine Stunde im Plan von Lehrkraft X zu verschieben, damit diese gefühlt günstiger liegt. Nicht alle Stundenplaner haben dasselbe feine Händchen für diese Arbeit, aber alle sind letztendlich sehr engagiert und geben ihr Bestes.

    Wir hatten das ja auch anderswo mehrmals im Forum diskutiert: Es ist völlig klar, dass ein Stundenplan im Wesentlichen die Unterrichtsversorgung bzw. -abdeckung zu gewährleisten hat. Danach können individuelle Wünsche berücksichtigt werden - und es ist fast immer so, dass es einen Freud des anderen Leid bedeuten kann.

    Es gibt dann im Arbeitsrecht die Möglichkeit bei besonderen temporären Belastungen Erholungszeiten festzusetzen. Diese gehören im Gegensatz zu Pausenzeiten zur Arbeitszeit. Es ist also noch viel zu tun🤷

    Ich habe das bislang noch nicht gegoogelt, aber interessant wäre hier zu erfahren, wie das Ganze dann konkret umgesetzt werden kann.

    Problematisch ist und bleibt die Arbeitsdichte, die leider nur schwer quantifizierbar ist. Im Grunde müsste unsere Arbeitszeit im Zusammenhang mit der Arbeitsdichte erfasst werden. Wenn ich im Büro selbst bei großem Zeitdruck Vorgänge bearbeite, hat das doch noch einmal eine andere Qualität, als wenn ich vor einer Klasse mit 30 Pubertieren stehe, von denen im Extremfall noch zehn Kinder "verhaltenskreativ" sind.

    Ich war in der Behörde nie ansatzweise so gestresst bzw. belastet wie in der Schule - und auch in der Behörde war ab und an "die Kacke am Dampfen".

    Was habt ihr für Schulleitungen? Oder steigert ihr euch in den Fall hinein?

    Natürlich ist das kein Problem für einen dringenden Arzttermin freigestellt zu werden. Wenn sich abrupt der Stundenplan geändert hat, dann ist das erst recht kein Problem.

    Selbstverständlich guckt man selbst auch, dass man die Termine, so möglich, nicht gerade in die Unterrichtszeit legt. Geht halt nicht immer.

    Das sehe ich ähnlich und bin davon überzeugt, dass das bei den meisten KollegInnen auch genau SO abläuft. Was dann eben nicht passen sollte, das muss eben freundlich, aber offen angesprochen werden.

    Ich habe erst letzte Woche einen solchen Fall mit einem seit Monaten feststehenden Arzttermin gehabt. Da hatte ich meinen Stundenplan noch nicht. Kurze, freundliche Frage an die SL, ob das geht und warum der Termin notwendig ist. Alles gar kein Problem.

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