Beiträge von Bolzbold

    Man kann vollumfänglich über das amerikanische Highschool-System bzw. das Niveau im dortigen Bildungssystem diskutieren, aber die Highschools sind große Gesamtschulsysteme

    • in denen man Hauptfächer auf mehr anstatt nur zwei Niveaus unterrichtet werden,
    • in denen man im Laufe der Zeit Credit-Points sammelt
    • und auf der Basis der Anzahl dieser Credit-Points dann seinen Abschluss macht.

    Das könnten wir hier auch einführen - Gesamtschulen mit vier- oder fünffach differenzierten Hauptfächern und entsprechend gestaffelten Abschlüssen auf der Basis der Niveaus der besuchten und erfolgreich abgeschlossenen Kurse. So hätten auch "SpätzünderInnen" die Chance, sich ohne frühzeitige Selektion zu entwickeln und ggf. ein Abitur zu erlangen.

    Gleichwohl wären das sehr große Systeme, da eine solche Differenzierung, wenn sie nicht zu grob und zu pauschal sein soll, ein Minimum an SchülerInnen benötigt. Ich denke, da kommen wir dann schnell an Schulgrößen von 1.500 bis 2.000 SchülerInnen.

    Solange wir in Deutschland aber immer noch Klassen- und Standesbewusstsein und entsprechenden Dünkel haben, wird das natürlich schwierig. Eine bürgerlich-(rechts)konservative Mehrheit, die wir in diesem Lande vorfinden, wird einem solchen System niemals zustimmen. Und für ein rot-rot-grünes Lager gibt es auf absehbare Zeit in diesem Lande keine Mehrheit.

    Aber müssen Politiker (m/w/d) das nicht immer? Sobald sie etwas Konkretes fordern, das über allgemeine Formulierungen wie "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben." hinausgeht, positionieren sie sich doch automatisch immer gegen etwas und riskieren natürlich auch, dass diese Positionierung sie Stimmen von den Forderungsgegnern (m/w/d) kostet.

    Ja. Du kannst Dich gleichwohl in Bereichen positionieren, wo Du besonders viele Abstiegs- oder Verlustängste produzierst, oder eben in Bereichen, wo das nicht so ist. Bildung dürften in die erste Kategorie fallen.

    Gymshark war schneller. Die Schieflage haben wir ausschließlich deswegen, weil Eltern überhaupt ein Entscheidungsrecht bei der Wahl der weiterführenden Schulform haben. Richtig wäre es, zentrale Kompetenzstandsprüfungen am Ende der Grundschulzeit durchzuführen und die Kinder in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Schulform zuzuweisen. Das würde sowohl dubiosen Gefälligkeitsempfehlungen als auch Fehlanmeldungen vorbeugen.

    Ich warte auf den Politiker, der dafür antritt, die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu korrigieren. Meine Stimme hätte er.

    Das würde nur dann passieren, wenn diese PolitikerIn und ebenso die Partei, der er/sie angehört, dazu bereit wären, für dieses Ziel auch das Risiko einer Wahlniederlage einzugehen. Das wird aber nicht passieren.

    Das mag mal wieder in anderen Bundesländern anders aussehen, aber eine äußere Fachleistungsdifferenzierung erfolgt eigentlich erst in den höheren Jahrgängen und auch nur in wenigen (Kern-)Fächern. Es gibt in NDS aber tatsächlich auch noch "Kooperative Gesamtschulen", an denen Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig tatsächlich in der Praxis weitgehend getrennt und lediglich administrativ unter einem Dach vereint sind. Diese dürfen derzeit aber nicht neu gegründet werden.

    Die anderen Bundesländer sind in diesem Zusammenhang tatsächlich einmal uninteressant. Die zwei Säulen aus integriertem und dreigliedrigem Schulsystem, die parallel in NRW existieren, suggerieren Diversität, sind aber strukturell eher hinderlich.

    Die bekloppten Vorschläge werden einfach täglich mehr, nun also das "brilliante" Wahlkampfprogramm von Jochen Ott, SPD: zukünftig ausschließlich zweigliedriges Schulsystem in NRW (Gy +Ge), kann doch echt nicht sein! Leider unwählbar.

    Die Idee finde ich von Grundsatz her gar nicht so verkehrt. Allerdings müssten dafür einige Voraussetzungen erfüllt werden - vor allem muss die Frage geklärt werden, was mit den noch bestehenden Haupt- und Realschulen geschehen soll.

    In Zeiten, wo exklusiv der Elternwille zählt und die Schulformempfehlung eben nur eine Empfehlung ist, haben sich die Verhältnisse an den weiterführenden Schulen so stark verändert, dass die Dreigliedrigkeit sich überlebt hat. Gleichzeitig hat dieses System meiner Wahrnehmung nach mit den Veränderungen in der Berufswelt und den Berufsfeldern nicht Schritt halten können.

    Und machen wir uns nichts vor:
    Die Gesamtschule suggeriert ein integriertes Schulsystem, ist aber intern letztlich auch ein zweigliedriges Schulsystem durch die Differenzierung in E- und G-Kurse - wenn man böse ist, bildet die Gesamtschule die Haupt- und die Realschule unter einem gemeinsamen Dach ab, da die wenigsten Eltern Kinder mit reiner Gymnasialempfehlung an die Gesamtschule geben.

    So gesehen ist die Idee von Herrn Ott realitätsnäher als manches andere, was da gefordert wird.

    Ob man sich jedoch einen Choleriker als künftigen Ministerpräsidenten vorstellen kann, DAS ist eine ganz andere Frage.

    Das Ganze ist keine Entscheidung des Schulministeriums sondern ein Politikum mit weitreichenden Folgen, so dass das Ganze auf höchster Ebene entschieden wird. Da sind ja auch noch das Innen- und das Finanzministerium involviert.

    Es geht wie immer um politische Opportunität und fiskalische Machbarkeit.

    Wüst: "Lasst die faulen Säcke von 7.15 Uhr bis 16 Uhr (mit Pause) Präsenzdienst schieben und auch in den Ferien antanzen! Das bringt uns Wählerstimmen von den Sozialneidern."
    Berater: "Herr Wüst, das kostet eine Menge Geld, da wir Arbeitsplätze nach der Arbeitsplatzrichtlinie einrichten müssen und wir brauchen 20% mehr Personal." (Minister Optendrenk nickt eifrig.)
    Wüst: "OK, haben wir eine Rückzugsstrategie, mit der wir Zeit gewinnen?"
    Berater: "Ja, lasst das MSB ein Statement dazu verfassen."

    Ich muss nicht zwingend meinen Kontostand überprüfen - aber sich spätestens seit der Verbeamtung auf Lebenszeit keine Sorgen um sein Einkommen und seinen Arbeitsplatz machen zu müssen, ist ein hohes Gut. Diese Existenzsorgen sind nicht Teil meiner Lebensrealität - und ich stelle mir das wenig erbaulich, wenn nicht schrecklich vor, damit auch nur eine Weile leben zu müssen.

    Trotzdem: Ich würde fürs Ref noch keine langfristigen Planungen machen. Ich bin da ganz bei Bolzbold. Ich würde sehen, wohin es den Partner verschlägt und wenn die Beziehung das Ref hoffentlich übersteht, dann alles dran setzen, dorthin in die Gegend zu kommen.

    In Ergänzung zu dem, was WillG geschrieben hat, empfiehlt es sich bei einer Beziehung, die solchen Rahmenbedingungen ausgesetzt ist, sich dessen auch bewusst zu sein und hier eine gemeinsame Lösung zu finden. Eine Wohnsitzwahl nach dem Motto "wird schon gutgehen" oder "wird vermutlich sowieso nicht gutgehen" zu treffen, halte ich für wenig tragfähig.

    Einseitige Entscheidungen dem Partner/der Partnerin zuliebe bergen das Risiko, dass das irgendwann zum Vorwurf wird. Dessen sollten sich beide PartnerInnen bewusst sein.

    Mir scheint, es geht hier inzwischen eigentlich weniger um das Kommunikationsmedium als um die Schulkultur bzgl. der Kommunikationsweise.

    Eigentlich ist es bzw. war es umgedreht.
    Ursprünglich ging es um die Schulkultur und die Kommunikationsweise. Daraus hat sich dann die Debatte um das Medium entwickelt.

    Dass das selten von einander getrennt ist, haben wir hier ja gesehen.

    Im Idealfall schafft man Bedingungen, die weder den Krankmeldenden noch der Vertretungsplanung das Leben unnötig schwer machen. Wenn dieses Ziel priorisiert wird, dürfte es nicht allzu schwer sein, abseits etwaiger Befindlichkeiten einvernehmliche Lösungen zu finden.

    Aus meiner Zeit in der Behörde kann ich chilis Erfahrungen bestätigen. Einen Teil davon habe ich mir bei meiner Rückkehr in den Schuldienst "mitgenommen".

    Am Wochenende mache ich mit Ausnahme von Korrekturen fast nichts mehr für die Schule - so komme ich zu einer klareren Trennung zwischen Schule und Privatleben. In der Schule arbeite ich neben dem Unterricht einerseits effizient, andererseits halte ich aber auch mit KollegInnen diese so genannten "Schwätzchen", die auch weniger über Privates als über schulische Themen gehen und im weiteren Sinne als Teambuilding bzw. Verbesserung der Arbeitsatmosphäre erachtet werden können.

    Sehe ich hier absolut anders. Ich habe das Telefon neben dem PC stehen, man kann hier problemlos einen Anruf entgegennehmen und parallel in Untis arbeiten. Das sollte man schon können, sorry. Und eine kurze Vorlaufzeit entsteht ja unabhängig von dem Medium, wie die Krankmeldung eingeht. Ob Elfriede sich jetzt um 07:39 per Mail oder per Telefon krankmeldet, macht keinen Unterschied.

    Wenn Du das parallel hinbekommst und das die beste Form für Dich ist, mit Krankmeldungen umzugehen, freut mich das für Dich. Gleichwohl finde ich es schade, wenn Du im nächsten Satz suggerierst, dass das das Maß der Dinge ist und man das können müsse - gerade wenn es wie dargestellt eben auch anders geht und das Prozedere nicht so laufen muss wie bei Dir.

    Rein von der Effizienz her sind E-Mails zur Krankmeldung, die zwischen dem Abend vorher und 7 Uhr eintreffen für mich als Vertretungsplaner einfacher zu handhaben als wenn ich parallel zur Eingabe die Anrufe entgegennehmen muss. Gerade bei den kurzfristigen Erkrankungen ist es hilfreich, das Gesamtbild zu haben und dann die entsprechenden Eingaben in Untis zu machen als nach und nach die Krankmeldungen entgegenzunehmen.

    Verspätete Krankmeldungen sind unabhängig vom gewählten Medium immer ein Problem.

    Ganz nüchtern betrachtet empfiehlt sich ein Umzug erst dann, wenn man zumindest weiß, wo einer von beiden Partnern sicher hinkommt.

    Der nächste Punkt ist die Perspektive über die nächsten zwei Jahre hinaus, weil da bei einer angehenden Lehrerin womöglich der nächste Ortswechsel ansteht.

    Damit stünde ein nochmaliger Umzug innerhalb von zwei Jahren an, oder man richtet sich auf eine (bzw. in einer) kleine(n) Zweitwohnung ein und pendelt zwei Jahre.

    Da muss man für sich abwägen, was einem wichtiger ist. Es stellt sich auch die Frage, wenn man zusammenzöge, wieviel Zeit man als Paar effektiv unter der Woche hat, wenn beide beruflich einsteigen und durchstarten wollen.

    Ich bin sehr froh, wenn ich sogar schon am Vortag darüber Bescheid bekomme. Am liebsten so früh wie möglich. Wieso verstehst du das nicht?

    Oder muss deine Frau auch anrufen?

    Das war ein Missverständnis. Mir ging es um den Korridor den meine Frau einzuhalten hat. Wenn unsere KollegInnen uns am Abend vorher Bescheid geben bzw. morgens per Mail, ist das für uns wie dargelegt prima. So können wir arbeiten.

    Das Verfahren wird vermutlich andersherum laufen: die eine Stelle wird mit einem gewünschten Profil ausgeschrieben werden und es können sich alle Interessierten darauf bewerben. Das kann auch jemand Externes sein.

    Genau SO. Das ist Teil des Spiels. Ich sage ja immer, dass es sich empfiehlt, die Spielregeln zu kennen und sowohl danach zu spielen als aber eben auch die Regeln für sich zu nutzen.

    Ich kann aber auch verstehen, wenn KuK, die sich in ihrer Position noch nicht so gefestigt fühlen - und meistens ist es ein diffuses Gefühl - da nicht so recht in den Widerstand trauen.

    Sehr schön formuliert, WillG. Ich denke, das ist in vielen Fällen ein dickes Problem. Gleichwohl könnte man natürlich bei der Schulleitung in Erfahrung bringen, wieso der Modus XY bei der Krankmeldung denn zwingend notwendig ist, wenn es nachweislich auch für das Vertretungsteam günstigere Varianten gibt.

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