Man kann vollumfänglich über das amerikanische Highschool-System bzw. das Niveau im dortigen Bildungssystem diskutieren, aber die Highschools sind große Gesamtschulsysteme
- in denen man Hauptfächer auf mehr anstatt nur zwei Niveaus unterrichtet werden,
- in denen man im Laufe der Zeit Credit-Points sammelt
- und auf der Basis der Anzahl dieser Credit-Points dann seinen Abschluss macht.
Das könnten wir hier auch einführen - Gesamtschulen mit vier- oder fünffach differenzierten Hauptfächern und entsprechend gestaffelten Abschlüssen auf der Basis der Niveaus der besuchten und erfolgreich abgeschlossenen Kurse. So hätten auch "SpätzünderInnen" die Chance, sich ohne frühzeitige Selektion zu entwickeln und ggf. ein Abitur zu erlangen.
Gleichwohl wären das sehr große Systeme, da eine solche Differenzierung, wenn sie nicht zu grob und zu pauschal sein soll, ein Minimum an SchülerInnen benötigt. Ich denke, da kommen wir dann schnell an Schulgrößen von 1.500 bis 2.000 SchülerInnen.
Solange wir in Deutschland aber immer noch Klassen- und Standesbewusstsein und entsprechenden Dünkel haben, wird das natürlich schwierig. Eine bürgerlich-(rechts)konservative Mehrheit, die wir in diesem Lande vorfinden, wird einem solchen System niemals zustimmen. Und für ein rot-rot-grünes Lager gibt es auf absehbare Zeit in diesem Lande keine Mehrheit.