Beiträge von Bolzbold

    Sissymaus etwas ähnliches beobachte ich im öffentlichen Dienst. Effiziente Arbeit wird (zumindest in der Behörde in der ich tätig bin) nicht „belohnt“. Es geht schlicht um die vorgeschriebene Arbeitszeit - wie diese gefüllt wird, ist dann eben sehr unterschiedlich. In meiner Wahrnehmung, werden dadurch überschaubare Prozesse teilweise in die Länge gezogen.

    Das habe ich in der Behörde teils auch so erlebt. Das ist aber ein systemisches Problem, gerade wenn Vorgänge von verschiedenen Stellen mitgezeichnet werden müssen.

    Effizienz kann ja in dem Sinne auch nicht belohnt werden, da Du für die Stunden, die Du arbeitest bzw. Deine Arbeitskraft zur Verfügung stellst, bezahlt wirst und nicht für die Zahl der Vorgänge, die Du im Akkord pro Stunde schaffst. Wäre Letzteres der Fall, gäbe es wahlweise sehr teure Mitarbeiter und/oder sehr schlampige - mit demselben Endergebnis, wenn man die durchschnittliche Qualität der Arbeit betrachtet.

    Am Rande: Es kam mitunter vor, dass ich meine Arbeit nach weniger als vier Stunden erledigt hatte und dann wahlweise Arbeit "gesucht" habe oder mich quasi fortgebildet habe, indem ich mir in der Bibliothek einiges an Hintergrundwissen angelesen habe.

    Heute hat mein Jüngster am Schlagzeug gesessen und ich habe dazu einen Rock-Song auf dem Klavier gespielt. Unser erstes Familienduo, denn Kind Nr. 1 und 2 haben andere Talente. Nr. 3 ist wirklich gut - obwohl er noch nie Unterricht hatte - das wird sich aber bald ändern. Ich freue mich schon auf die kommenden Jam-Sessions.

    Mit dem Ende des Schuljahres in NRW ein kurzes Update und Resümee:

    Es. War. Hart - zumindest zwischendurch und gerade während der letzten drei Wochen.

    • Intrigen gegen mich (von einer einzelnen Person)
    • teils krass dissoziale OberstufenschülerInnen (eine klare Minderheit, aber eben eine laute und prägende Minderheit)
    • regelmäßige Mehrarbeit
    • viele Vertretungsstunden (ich muss mit gutem Beispiel vorangehen, habe aber eben auch viel mehr Lücken wegen meiner Schulleitungsentlastung)
    • ursprünglich eine fast unmögliche Unterrichtsverteilung für das neue Schuljahr wegen Personalmangel

    Aber. Eben. Auch:

    • Ein Kollegium, das mir sein Vertrauen schenkt
    • Viele gute Gespräche, gerade wenn es Probleme oder Schwierigkeiten gab
    • Erfolge - teils im Großen, aber vor allem im Kleinen (Ausstattung, Lehrmittel, Organisation)
    • Viel gelernt im Bereich Schulorganisation und digitaler Verwaltung
    • Gestaltungsmöglichkeiten - eher im Kleinen als im Großen, aber eben auch das Gefühl, etwas bewirken zu können
    • Die UV ist nach vielen organisatorischen Anpassungen nun aufgegangen.

    Das erste Jahr an einer neuen Schule war immer hart. Das zweite Jahr oft spürbar besser - gerade an meiner letzten Schule. Darauf baue ich auch für das kommende Schuljahr an meiner aktuellen Schule.

    Für das nächste Schuljahr weiß ich, was anders bzw. besser laufen muss. Das fängt bei mir selbst an und betrifft dann auch den Bereich, für den ich in meiner Schule verantwortlich bin.

    Nächste Woche mache ich noch die letzten administrativen Arbeiten - dann ist Schicht im Schacht.

    Abi-Feiern - so an diesem Wochenende erlebt - sind immer wieder eine Möglichkeit für das eine oder andere Statement.

    Beispiele:
    Die Damen haben jetzt Kleider an, die am Rücken und an den Beinen gerafft sind und nur der Abschnitt direkt über dem Po ist gestrichen glatt, so dass eben jener besonders deutlich zur Geltung kommt - analog zu dieser - wie hieß sie gleich - String Leggins.

    Die Herren haben klassische Anzüge oder eben einfach nur ein langes Hemd. Interessant fand ich im Kollegium, dass es dort Herren gibt, die mitunter im T-Shirt kommen. Die Bandbreite ist hier von "schluffig" bis "formell".

    chilipaprika

    Auf Schuhe oder Socken achte ich tatsächlich eher wenig bis gar nicht. Das würde mir erst sehr spät auffallen.

    Ich behaupte mal ganz frech, da ich schon viele Pläne an vielen Schulen gesetzt habe, dass ich das kann. Man darf nämlich Schulleitung und/oder Stellvertretung auch mal Nachmittags Unterricht geben. Da ist normalerweise mehr als genug Platz einen Plan kollisionfrei zu setzen. Selbst wenn die Stellvertretung 28 WS hat und nur 4 Ermäßigungsstunden. Das kann man konfliktfrei setzen! (Grundschule ist etwas anderes. Aber ab Sek I geht das.)

    Man kann beim Stundenplan so ziemlich alles machen. Kollisionsfreiheit bei einer Sache bedeutet aber unter Umständen Kollisionen bei anderen Sachen. Ganz kollisionsfrei geht es in der Regel nicht.

    Ich glaube, zumindest bei meinen Beiträgen lag da ein Missverständnis vor. Ich bezog mich auf die "Rache" der Schulleitung bezüglich des künftigen Einsatzes, wenn man den Mund aufmacht. Dass man sich ständig ausplant, finde ich auch nicht gut - das sollte tatsächlich eher die Ausnahme bleiben. Gleichzeitig schadet es mir ja mittelbar selbst, weil ich mit dem Unterricht nicht vorankomme.

    Vielleicht ist das Beispiel der Lehrbücher eher unpassend.


    Nehmen wir die Aufgabe der Mitarbeit bei der Schulverwaltung (Schild, Untis etc.), oder die Öffentlichkeitsarbeit, oder Europa-Schule, oder Ausbildungsbeauftragte(r), oder StuBO. Das sind dann schon andere Bretter als Schulbücher auszuleihen und zu scannen.

    Also ich erinnere mich noch an "Benvenuto heißt willkommen" von Hans-Georg Noack.
    Im Fernsehen gab es vor 40 Jahren die Serie "Peppino", die von einem sizilianischen Jungen handelt, der in die Schweiz geht und dort zur Schule geht.

    Ich finde dieses fundamentale Misstrauen auch unangebracht.
    Nur mal meine Erfahrung mit der Aufgabe der Unterrichtsverteilung:

    • Meine wichtigste Aufgabe ist es, den Unterricht so zu verteilen, dass er a) ungekürzt nach der Stundentafel erteilt wird und b) ich mit den Ressourcen der mir zur Verfügung stehenden Lehrkräfte effizient umzugehen.
    • Dabei achte ich auf Kontinuitäten und andere Rahmenvorgaben, die die Einsätze der KollegInnen bedingen - so z.B. Mangelfächer.
    • Da ist fast keine Verschiebemasse, mit der ich bewusst KollegInnen einen reindrücken könnte.
    • Täte ich dies dennoch, würde mir das viel mehr Ärger einbringen als auch nur ansatzweise eine vermutete Genugtuung oder die Befriedigung von Rachegedanken, nur weil jemand kritisch wegen einer Sache nachgefragt hat.

    Vom Grundsatz her basiert dieses Misstrauen auf der angenommenen Machtlosigkeit gegenüber dem vermeintlich Machtvolleren, der seine Macht natürlich jederzeit ausnutzen könnte. Kennen wir alles. Von unseren SchülerInnen. Stichwort: "Wer einmal etwas gegen die Lehrkraft sagt, bekommt eine schlechte Note." Das will von uns Lehrkräften auch niemand gesagt bekommen. Das andere möchte ich zusätzlich als Schulleitung nicht gesagt bekommen.

    Das finde ich jetzt eine unfaire Aussage. Ich habe die Kandidaten natürlich nicht gesehen. Aber gerade du als stellvertretender Schulleiter solltest doch wissen, dass es durchaus möglich ist, in verschiedenen Bereichen gut zu sein. Ich empfinde Schulverwaltung jetzt als nicht so konträr zur Studien- und Berufsorientierung, wie es dargestellt wird. Beides sind Aspekte unseres Berufs.

    Ich neige stark dazu das erste zu mögen und habe mich auch in dem Bereich positioniert, aber es gibt sicherlich Lehrkräfte, für die beides in Frage kommt.

    Theoretisch ja. Aber wenn sie im Gespräch den Eindruck erwecken, als ginge es ihnen nicht um die Tätigkeit sondern primär um die Beförderung oder die Versetzung, dann sehe ich Deinen Einwand als eher unberechtigt an.

    Natürlich habe ich eine Verwendungsbandbreite im Rahmen meines Weges innerhalb des Schuldienstes gezeigt - aber eben dadurch, dass ich nacheinander verschiedene Stationen durchlaufen habe und mich nicht beliebig irgendwo beworben habe.

    Wir hatten jetzt Besuch von vier externen BewerberInnen, die sich auf die beiden A14 Stellen beworben haben. Die beiden Stellen könnten unterschiedlicher nicht sein. Alle vier meinten, sie könnten beides ausfüllen. Die eine Stelle war im Bereich Schulverwaltung, die andere im Bereich Studien- und Berufsorientierung.

    Da bekommt man schon Zweifel an der Motivation der BewerberInnen...

    An meiner Schule hat eine Schülerin, älter als 14, vor einiger Zeit vor vielen Zeugen behauptet, ein Kollege habe ein Verhältnis mit einer Schülerin und das habe er auch offen erzählt.

    Der Kollege fiel aus allen Wolken, hat mit der Schülerin gesprochen. Sie blieb bei der Behauptung, die Eltern fanden das im Gespräch wohl recht harmlos, sie sei in der Pubertät. SL war von Anfang an eingeschaltet.

    Der Kollege hat der Schülerin dann dargelegt, welche formalen Schritte (alle!) er gehen werde, falls sie die Behauptung nochmal fallen lassen würde. Nach meinem Wissen hat das die gewünschte Wirkung erzielt.

    OK, dann haben mittelbar die Eltern dafür gesorgt, dass klar wurde, dass es eine bösartige Unterstellung war. Gleichwohl haben die Eltern hier einen nicht unerheblichen Anteil an dem Problem.

    Dass der Kollege hier so klar reagiert hat, ist nur zu begrüßen. #metoo in allen Ehren, aber in solchen Fällen muss klare Kante gezeigt werden.

    Naja, da der Beitrag hat für mich was von „Opa erzählt vom Krieg“. Da nutzt mir auch MI nichts.

    Ungeachtet eines spürbaren Grans an Despektierlichkeit, das der Art der Formulierung dieser Einschätzung innewohnt, kann ich mich einer grundsätzlich ähnlichen Wahrnehmung nicht gänzlich verschließen.

    (OK, mal auf Deutsch: Ja, er erzählt oft von früher, das nehme ich auch wahr, aber vielleicht kann man das freundlicher formulieren.)

    Man kann in der Tat darüber diskutieren, welchen Wert Berichte aus vergangenen Zeiten haben, wenn sie basierend auf der seitdem geänderten Rechtslage eher anekdotischen Charakter haben.

Werbung