Beiträge von Bolzbold

    Aber wer sind jetzt die verlorenen Schafe, nur zur Klarstellung.

    Die, die als Teilzeitkraft keine zusätzlichen Aufgaben der Schulentwicklungübernehmen möchten, weil sie mit ihrem Unterricht und den damit verbunden Pflichten ( Klassenleitung + 2 Korrekturfächer) letztlich Ihr Stundenkontingent schon mehr als ausschöpfen oder meinst Du eher

    den Religions- und Sportlehrer, der im Reli Unterricht nur Filme guckt und im Sportunterricht nur einen Ball reinwirft, ansonsten sich jedoch nicht an der Schulentwicklung beteiligt? (um mal das andere Extrem zu nennen)

    Ich meine Letztere. Erstere sind nicht die verlorenen Schafe sondern die gearschten Schafe. Und bei denen tue ich, was ich kann, damit die Teilzeitbeschäftigung für sie nicht ein noch größeres Minus- und Frustrationsgeschäft ist als es dies systemisch bedingt ohnehin schon ist.

    Zu Letzteren gehören aber auch diejenigen, die Studienfahrten organisatorisch in den Sand setzen, ständig kurzfristige Ankündigungen von schulischen, in der Regel außerunterrichtlichen Terminen machen, die dann mit anderen lange im Voraus terminierten Veranstaltungen kollidieren und wir von der Verwaltung dann zusehen sollen, wie wir das glattziehen.

    Beim ersten oder zweiten Mal bin ich da wirklich nachsichtig und bitte darum, so etwas künftig besser zu organisieren bzw. biete entsprechende Unterstützung an. Danach habe ich auch schon mit meinem Team überlegt, ob wir das Ganze dann einmal bewusst vor die Wand laufen lassen.
    (Das habe ich dann wegen der SchülerInnen und der anderen betroffenen KollegInnen nicht gemacht, weil die nichts dafür können...)

    Wo kommt immer diese Fehlvorstellung her? Selbst an kleinen Schulen gibt es (stellvertretende) Schulleitungen, an größeren Schulen noch dazwischen Fachbereichsleitungen und Funktionsämter. Wenn einem die Schulleitung zu wenig ist, kann man dann noch ins Schulamt wechseln.

    Dass nach oben hin die Stellen weniger werden und mehr Fokus auf Verwaltung liegt, stimmt zwar, ist aber in der Privatwirtschaft auch nicht anders. Hier kommen auch auf einige Mitarbeiter/Sachbearbeiter (m/w/d) wenige Teamleiter (m/w/d) und vielleicht eine Abteilungsleitung (m/w/d).

    Ergänzend dazu:
    Wer Karriere machen möchte, mit entsprechenden Gehaltssprüngen, ist im Schuldienst falsch. Fairerweise kann man sich lange, lange im Vorfeld ausführlich darüber informieren, wieviel Geld man in welcher Position verdienen kann und was man dafür tun muss, um in diese Positionen zu kommen.

    Der Wechsel ins Schulamt ist bestenfalls aufgabentechnisch ein Karrieresprung. In NRW bekommen die DezernentInnen genauso viel wie die Gymnasialschulleitungen - nämlich A16. Selbst im Ministerium ist man als Referatsleitung bei A16 und bekommt ggf. nach einiger Zeit dann B2.

    Wie auch hier in den letzten Jahren bestimmt mannigfaltig dargelegt, ist das Ganze eine Frage der Risikobereitschaft vs. des Sicherheitsbedürfnisses, der Planbarkeit vs. der Unplanbarkeit, der Vorhersehbarkeit vs. der Unvorhersehbarkeit. Es steht jeder und jedem frei, auf dieser Basis die entsprechenden beruflichen Entscheidungen zu treffen.

    Ich frage mich halt, inwiefern da noch Veränderung erreichbar ist, wenn teilweise Jahrzehnte verschlafen wurde zu erlernen, wie der Job im Alltag zu funktionieren hat. Dazu gehört an einer Einzelklausur (nicht Klausursatz, Einzelklausur) sechs Stunden rumzuwerkeln und es dann 5 zu nennen oder für jede Lerngruppe den Anfangsunterricht der Fremdsprache neu zu planen.

    Da hatte ich in der Tat in der letzten Zeit einige Situationen, wo mich die KollegInnen mit großen Augen angesehen haben, als ich ihnen erläutert habe, dass sie für diese oder jene Tätigkeit gar nicht so viel Zeit aufwenden müssten oder sich nicht ständig darum sorgen müssten, dass es Beschwerden oder Widersprüche hageln würde.

    Einige sind betriebsblind und/oder stehen sich unbeabsichtigt selbst im Weg. Das sind auch nicht die Leute, die aktiv auf andere KollegInnen zugehen und um Hilfe bitten oder um Rat fragen - mich natürlich auch nicht. So etwas ergibt sich aus Gesprächen und aus einem gewissen Vertrauen, das daraus entsteht.

    Das Beispiel "Rechtsunkenntnis" oder "-unsicherheit" ist kommt im Rahmen meiner Tätigkeit regelmäßig auf und scheint bei einigen KollegInnen tatsächlich für metaphorisch schlaflose Nächte zu sorgen.

    Wenn es "nur" um solche KollegInnen geht, dann sind sie auf eine andere Art und Weise "verloren", aber meiner Wahrnehmung nach zurückholbar bzw. auf den richtigen Weg "bringbar".

    Was macht man eigentlich mit verlorenen Schafen, die keinerlei Zusatzaufgaben mehr erledigen, weil sie selbst in massiver Teilzeit mit ihrem eigentlichen Unterricht überfordert sind und bereits zu viele Stunden arbeiten?

    Die würde ich gar nicht mal als "verloren" bezeichnen. Solche Konstellationen haben wir natürlich auch - da muss man dann ggf. schauen, wie man den KollegInnen dabei helfen kann, dass sie weniger überfordert sind.

    Es steht aber durchaus in Zusammenhang zu deiner Frage, denn bei den "verlorenen Schafen" wäre eigentlich tatsächlich zu klären, ob sie wirklich zu wenig arbeiten und das entscheidende Kriterium dafür ist nun mal die Arbeitszeit. Es gibt durchaus Lehrkräfte, die keine Zusatzaufgabe freiwillig übernehmen und die auch bei ihren unvermeidbaren Aufgaben eher problematisch sind, weil zB eigentlich jede korrigiert Klausur verspätet zurückgegeben wird, denen ich aber durchaus glaube, dass sie nicht "zu wenig" arbeiten. Sie sind nur sehr ineffizient in dem, was sie tun und oft einfach "auf", so dass sie viele alltägliche Dinge als besondere Belastung empfinden.

    Oh ja, das hatten wir neulich erst an meiner Schule...
    ... aber diese KollegInnen sind dann auch eine Belastung für ihr Kollegium. Da muss man dann auch irgendwie ran.

    In jedem anderen Beruf ist das genau so, es gibt wahnsinnig große unterschiede in der Produktivität, und dass jemand 40 Stunden die Woche nach Zeiterfassung absitzt heißt bei weitem auch nicht, dass jemand 40 Stunden pro Woche arbeitet.

    Oder wie effizient oder wie gut er/sie arbeitet. Aber wie ich oben schon schrieb - das hatten wir doch alles bereits in einem anderen Thread.

    Bolzbold

    Das Stichwort heißt Erfassung. Wie bei meiner Kilometer Abrechnung. Da gibt es keine Pauschale sondern ich erfasse Fahrt für Fahrt. Und so ist es auch bei der Arbeitszeiterfassung. Ich muss konkret nachweisen können, wieviel Stunden und Minuten ich am Tag x gearbeitet habe. Alles andere ist Wunschdenken der Kultusminister. Das klappt in allen anderen Berufen und langfristig wird auch unser Berufsstand sich daran gewöhnen müssen. Meine Tochter z.B. hat von ihrem Arbeitgeber ein Diensthandy. Wenn Sie zu Hause ist und anfängt zu arbeiten liegt sie sich mit einem Knopfdruck ein und auch wieder aus. Und dann muss man eben Arbeitszeitkonten einrichten und wenn sich da die Stunden anhäufen und ich auf einmal ein Jahr zu Hause bleiben könnte, dann ist das so. Entweder geht man mit dem gesamten Paket früher in Rente, finanziert damit sich eine Auszeit (Sabbatjahr) und in Zweifel wird der Krempel ausbezahlt.

    Ich weiß, wie das funktioniert und habe das in der Behörde selbst erfahren - mit allen Vor- und Nachteilen, die das hat. Dort ist es aber so, dass man in der Regel mit seinen 42 Stunden pro Woche gut auskommt und eventuelle Überstunden über das Gleitzeitkonto abfeiern kann. Das tun wir mittelbar auch, indem wir in den Schulferien abfeiern.

    Die einzigen Mitarbeitenden, die dort so viele Überstunden angehäuft hatten, dass sie unter die Kappungsgrenze fielen, waren oberhalb der B2-Besoldung...

    Es ist interessant zu lesen, wie hier die SL mal mehr oder weniger deutlich als GegenspielerIn der Lehrkräfte betrachtet wird. Ich habe das als "gemeine Lehrkraft" seinerzeit im Kollegium meiner ersten Schule gerade bei den älteren KollegInnen sehr deutlich wahrnehmen können.

    Dass sich das an der Funktion der jeweiligen Person festmacht, habe ich seit dem Rollenwechsel auch schon erfahren dürfen.

    Mein Ansinnen an meiner Schule ist es, hier zu einem stärkeren Miteinander zu kommen und die Erfordernisse, die "von oben", von der Stadt oder wo auch immer kommen, vor dem Hintergrund der Bedingungen vor Ort so auszubalancieren bzw. damit so umzugehen, dass die Belastungen des Kollegiums möglichst nicht steigen.

    Ich habe es in N4T-Kommentaten mehrfach angemerkt, dass es sehr unschön und merkwürdig ist, wenn die Redaktion in Kommentaren mit anderen Forusten diskutiert. Das ist einfach keine saubere Trennung von Rolle und Meinung.

    Diese Diskussion hatten wir hier auch öfters - bis hin zu der Frage, ob ModeratorInnen hier eine eigene Meinung haben dürfen.
    Daher trennen wir Moderations- und UserInnenrolle dergestalt, dass wir bis auf Ausnahmen nicht selbst moderieren, wenn wir in einem Thread selbst involviert sind.

    Gerne, bin ja schon dabei. ;)

    Das habe ich so eben mit Freude zur Kenntnis genommen.

    Was meine Zweifel an Deinem Ansinnen betrifft, so kann ich es nicht nachvollziehen, mich als neuer User in einem anderen Forum so ausführlich über ein anderes Forum auszulassen. Wir drehen uns aber hier im Kreis - ich denke, zumindest in diesem Punkt kommen wir aktuell nicht zusammen.

    Sollte die Entwicklung in diesem Thread eine andere nehmen als die von mir befürchtete, bin ich der Letzte, der sich darüber beschweren würde.

    Eine Diskussion über N4T setzt voraus, dass man als UserIn selbst dort aktiv ist bzw. die Seite aktiv nutzt. Ich gehöre nicht dazu. Und ich sehe nach wie vor keinen Sinn darin, Kritik an N4T hier in diesem Forum zu diskutieren. Darin liegt meiner Ansicht nach kein Mehrwert. Wenn Langeweile und Psychohygiene offen als Teil der Motivlage dargelegt werden, dann kommen verständlicherweise Zweifel an der Lauterkeit des Ansinnens auf.

    Es würde mich nicht wundern, wenn spätestens auf der (künftigen) Seite 5 dieses Threads entsprechende Parallelen zwischen hier und dort gezogen werden und UserInnen hier mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert werden.

    PaPo
    Ich würde mich freuen, wenn Du als neuer User hier erst einmal aktiv zum Gelingen dieses Forums beitragen könntest. Kritik an N4T - ungeachtet der Frage wie berechtigt sie ist - mutet in meinen Augen eher weniger geeignet dafür an.

    Solange Bildung Spielball politisch-ideologischer Grabenkämpfe ist, wird das nichts.

    Welche Probleme haben wir? Welche sachlichen Lösungsansätze gibt es? Wie und wann gehen wir das an?

    Das darf eigentlich nicht so lange dauern...

    Ich habe sowohl im US-Wahlen als auch im Wahlen in Deutschland Thread diverse Dinge geschrieben, die ich für sinnvoll halten würde. Das war aber nicht der Punkt, um den es in meinem obigen Beitrag ging, mit dem Tibo mit dem üblichen Reflex reagiert hat. Mich nervt, dass auch akademisch gebildeten Lehrkräften zu Trump nichts anderes einfällt als ihn in's Lächerliche zu ziehen oder mit plumpen Beschimpfungen anzugreifen, auch wenn das ersichtlich das ist, was ihn mit groß gemacht hat. Auch Tibo fällt nichts anderes ein, als genau das gleiche zu fordern wie die letzten 5 Jahre, nur lauter und aggressiver - die Vorstellung, dass Trumps Sieg daran gelegen hätte, dass die Medien seinen Irrsinn nicht deutlicher und früher herausgestellt hätten, ist geradezu eine Realitätsnegierung - die Medien haben Jahrelang kaum etwas anderes gemacht, es hat nur nichts genützt.

    Ich stimme Dir da zu. Mich hat Trump als Person nur bedingt interessiert. Was viel besorgniserregender war und ist, das war und ist die Entwicklung in den USA, die das überhaupt möglich gemacht haben.

    Vermutlich habe ich es hier auch irgendwo schon einmal geschrieben, aber spätestens seit Carter haben wir ein immer stärker ausschwingendes Pendel an "extremen" Präsidenten, gerade bei den Republikanern. Nicht weniger extrem waren die Demokraten, gleichwohl auf einer anderen Ebene, wenn es um PräsidentschaftskandidatInnen aus dem "Establishment" geht.

    Nach Carter kam der Hardliner Reagan, gefolgt von Bush senior. Letztere waren eine Gegenreaktion auf den Softie Carter. Ihre klare Kante und ihre Politik haben immerhin die Wiedervereinigung ermöglicht und kurzfristig suggeriert, dass der Kalte Krieg und die Denke dahinter überwunden werden könnte.

    Danach kam Clinton als liberaler Gegenpol mit seinen Skandalen, Stichwort Oral Office, gefolgt von George "Dabbelju", den texanischen Cowboy, über dessen überschaubaren Bildungsgrad auch viel gelästert wurde.

    Dann kam Obama quasi als "Erlöser" und suggerierte, dass die USA nun endlich einige Grundprobleme in ihrer im Kern immer noch rassistischen Gesellschaft überwunden hätten. Obamacare? Pustekuchen. Es kam der noch krassere Gegenpol Trump, gefolgt von sleepy Joe, einem nicht minder krassen Gegenpol, der im Wesentlichen durch sein fortgeschrittenes Alter "glänzte", dem dann nur wieder Trump folgen konnte.

    Wenn sich dieser Trend immer weiter fortsetzt, dann sind wir in den USA ganz klar auf Kurs Bürgerkrieg. In einem Land, wo das Gros der Bevölkerung bis an die Zähne bewaffnet ist, möchte ich mir das gar nicht ausmalen...

    An meiner Noch- immer - Schule ist es tatsächlich in erster Linie die Schulleitung selbst, die das Bedürfnis hat jedes Schuljahr ein neues, wegweisendes Projekt (mit dem man also medial und politisch glänzen kann) zu starten, wobei ALLE bisherigen Projekte dann gefälligst einfach weiterlaufen sollen, egal wie gut oder schlecht sie bereits implementiert wurden. Nichts darf je wegfallen, nichts wird einfach mal erst in Ruhe in der Tiefe implementiert, damit es tatsächlich Teil der Schulkultur werden kann. Das bringt der Schule in der Öffentlichkeit ein extrem gutes Image, sorgt aber auch dafür, dass immer mehr wirklich engagierte Lehrkräfte sich in den 5 Jahren, die ich jetzt an der Schule bin in die innere Emigration verabschiedet haben bezogen auf diese ganzen Zusatzprojekte. Das an der Schule all- präsente Mobbing im Kollegium hängt nun einmal immanent zusammen mit dem Führungsstil, der es zur Tugend macht, KuK regelmäßig zu überfahren, statt sie kollegial mitzunehmen.

    Ich war tatsächlich immer sehr engagiert, bis mir irgendwann das Mobbing die Kraft geraubt hat, um das weiter leisten zu können, was ich leisten will im Beruf.

    Das habe ich zum Teil an meiner ersten Schule so erlebt, da die Schulen innerhalb der Stadt meinten, heftigst um SchülerInnenzahlen konkurrieren zu müssen. Da entdeckte eine Schule mit Bili-Sprachzweig plötzlich das Musikprofil und die MINT-Freundlichkeit, die ursprüngliche MINT-Schule hat dafür dann einen Bili-Sprachzweig eingeführt. Das gipfelte dann in einer absoluten Beliebigkeit und Plakettenjagd - mit entsprechenden Auswirkungen auf das Kollegium bzw. vermutlich alle Kollegien der Gymnasien dieser Stadt.

    Wenn ich mir heute das Kollegiumsfoto auf der Homepage ansehe, dann sind innerhalb der nicht einmal sieben Jahre, die ich jetzt "weg" bin (ich bin im Sommer 2019 verabschiedet worden) über die Hälfte des Kollegiums von gut 70 Personen neu, d.h. die andere Hälfte entsprechend versetzt (die RuheständlerInnen kann man an einer Hand abzählen.)

    Die stv. SL Stelle an meiner aktuellen Schule war lange vakant, so dass mein Job tatsächlich erst einmal der ist, anzukommen und zu sehen, was möglich ist und was nicht. Dazu gehört dann eben auch wahrzunehmen, wie das Kollegium bzw. die einzelnen KollegInnen so ticken.

    Die Komplexität von Führung und Führungsstilen und deren Auswirkungen auf Schule, im Einzelnen wie im Ganzen, war ja ursprünglich der Grund, weshalb ich nach der SLQ gar nicht in diese Position hinein wollte. Ich sehe aber jetzt, was ich alles an guten Dingen für das Kollegium bewirken kann - wieso sich manche Schulleitungen dann zu den von Dir beschriebenen entwickeln, verstehe ich daher immer weniger.

    Frage mal andersrum: vielleicht ist das Schäfchen auch nur verirrt, weil der Hirte seinen Job nicht kann?

    Das wird immer in dem Buch "Das Hirtenprinzip" als einer der Gründe benannt für eine Herde, die wahlweise nicht läuft, oder verirrte oder verwahrloste Schäfchen hat.

    Das kann man gerne grundsätzlich auch diskutieren - wobei dies in vielen Threads hier bereits wahlweise explizit oder indirekt thematisiert wird. Ich denke, da darf auch einmal ein Thread existieren, der die gegenteilige Frage stellt.

    Vielen Dank, @WillG für diesen ausführlichen und vertieften Einblick in die Dynamik eines Kollegiums.

    Ich kann mich dieser Sichtweise vollauf anschließen, da ich vieles als Kollege und mittlerweile auch als Schulleitungsmitglied selbst mitbekommen und erlebt habe.

    Was Deine Empfehlung am Schluss betrifft: Ich hätte tatsächlich gar nicht von mir aus die Absicht gehabt, dieses Problem aktiv zu verfolgen, wenn es nicht mich verfolgt hätte bzw. mir mittelbar aus dem Kollegium angetragen worden wäre. Ich habe hier vielleicht das Glück, dass es nicht zu meinen primären Aufgaben gehört, hier Mitarbeitergespräche zu führen. Was zu meinen Aufgaben gehört, ist zuzuhören und mitzubekommen und den KollegInnen das Gefühl zu geben, dass sie gesehen im Sinne von wahrgenommen werden (und nicht kontrolliert werden. Wie schnell das nach hinten losgeht, habe ich bei der ersten und einzigen Situation, die ich da hatte, erlebt und seitdem konsequent anders gehandelt.) Das sind dann Dinge, die ich mit meinem Chef besprechen und die er dann, wenn er die Notwendigkeit sieht, in die Hand nimmt.

    Ungeachtet dessen pflege ich von Anfang an einen wertschätzenden und nicht-konfrontativen Kommunikationsstil, der auch bei Problemen konstruktiv-lösungsorientiert ist. Das wurde von den betroffenen Personen auch entsprechend so (positiv) aufgenommen.

    Handy und Taschenrechner haben schon früh dafür gesorgt, dass die Grundfähigkeiten des Rechnens verkümmerten. Wikipedia und KI sorgen jetzt dafür, dass die SchülerInnen auch in den nicht mathematischen Bereichen nicht mehr selbst denken sondern (vermeintlich) denken lassen.

    Das ist in meinen Augen eine gefährliche Entwicklung. Die weitgehend unkritische Technikgläubigkeit und -hörigkeit in Verbindung mit pervertierter Meinungsfreiheit, die ja im Grunde Faktenfreiheit meint, ist eine wunderbare Grundlage für eine gesellschaftliche Entwicklung hin zu autoritären Systemen.

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