Beiträge von Bolzbold

    Vor allem das Prinzip des "Wir machen das jetzt einfach so", dürfte auch die Leute mit Hirn in die Arme der AfD getrieben haben. Deren (Ex-)Spitze gehört auch nicht im Gegensatz zu Hitler und Konsorten zu den Losern der Gesellschaft.

    Ich habe Geschichte studiert und somit keine Ahnung, wovon ich schreibe.
    Wir haben Gottlob keine Weimarer Verhältnisse. Eine Partei wie die NSDAP würde heute vom BVerfG verboten werden.

    Da wäre zuerst die Frage zu klären, wie man einerseits vom Hungertod bedroht ist, andererseits für sich und womöglich seine Familie das Geld für Schlepper aufbringen kann. Flüchten tatsächlich die vom Hunger bedrohten?

    Man könnte auf der Sachebene diskutieren, ob es sich im engeren Wortsinn um eine Flucht gehandelt hat.
    Wirtschaftsmigranten wäre wohl treffender.

    Ich habe bei freien Texten stets einen kurzen EWH mitgegeben, aus dem ersichtlich wurde, welche Kriterien verlangt wurden. Im Kurzkommentar zur Arbeit habe ich darüber hinaus noch ein paar Worte zu dem, was gefehlt hat, verloren.
    Den Kindern, die an sich arbeiten wollen und das beheben wollen, hilft das. Es erspart einem auch Rückfragen seitens der Eltern. Einfach nur "2/12 Punkte" drunterzuschreiben wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ein gewisses Maß an Transparenz wäre hier fachlich wie pädagogisch sinnvoll.

    Fernab der Rechthabereidebatten weiter oben können wir aber sicherlich feststellen, dass es ungeachtet der theoretischen Möglichkeit einer Neuregelung offenbar keine gesellschaftliche oder politische Mehrheit für dieses Vorhaben gibt.

    Da muss halt noch bezüglich der Vorfahren einiges kompensiert werden. Gerade im Bereich Schlesien, Posen bis hoch nach Ostpreußen dürfte die ethnische Zugehörigkeit ohnehin recht vermischt sein. Das Bekenntnis zu Rechtsaußen mutet dann wie eine ethnische Läuterung an.

    Es scheint in Deutschland offenbar eine Menge Frustpotenzial unterschiedlicher Genese zu geben, denn sonst ließe sich nicht erklären, dass die AfD nicht nur im Osten in den Landtagen und im Bundestag vertreten ist.

    Das kann Hass auf Minderheiten sein, Sozialneid, Wut darüber, im Leben zu kurz gekommen zu sein oder was auch immer. Was diese Partei offenbar schafft, ist, den Wählen zumindest temporär zu suggerieren, dass sie gehört werden. Das schaffen die beiden "Volksparteien" CDU und SPD immer weniger. Und das ist mit ein Ergebnis der großen Koalition. Wer bei dieser Konstellation (noch) eine komfortable Mehrheit im Bundestag hat, muss sich über die drängenden Probleme nicht so Gedanken machen wie eine Partei, die bei der nächsten Wahl ggf. an der 5%-Hürde zu scheitern droht.
    Die große Koalition ist faktisch unangreifbar - noch. Künftig wird eine Regierung womöglich aus einer Drei-Parteien-Koalition bestehen - das macht das Regieren nicht unbedingt leichter. Es könnte aber für alle Parteien für den nötigen Druck sorgen, Dinge nicht einfach auszusitzen sondern zu handeln oder zumindest der Bevölkerung das Gefühl zu geben, als würde gehandelt. Denn bei zahlenmäßig mehreren Koalitionsmöglichkeiten wäre eine Dreierkoalition nicht auf Dauer angelegt.
    Ich komme nicht umher festzustellen, dass die große Koalition dieses Land in meinen Augen ein stückweit in die Sackgasse geführt hat. Den Preis zahlt im Moment die SPD, wobei ihre Führungsspitze alles dafür tut, ihren Stimmenanteil unter 20% zu drücken. DAS nenne ich mal parteischädigendes Verhalten...

    Und wenn man nun angesichts der nun schon recht lange andauernden großen Koalition das Gefühl hat, es ist egal, wen oder was man wählt, dann stellt sich irgendwann die Frage nach den Alternativen (für Deutschland). Ich kann das im Kern verstehen, auch wenn ich nicht verstehe, wie man eine Partei wählen kann, die auf Hass und Angst aufbaut.

    Die EU-kritik der Linken ist z.B. kaum noch öffentlich wahrnehmbar - nuja, wer Vorbehalte gegen einen weitern Ausbau der EU hat (und auch durchaus gegen eine herablassende Behandlung osteuropäischer Staaten, damit meine ich nicht in erster Linie Ungarn), der gilt jetzt halt so als Halbnazi bzw. wird sofort in den verdacht gestellt

    Hm, diese Verengung der Diskussionen um sehr wichtige Fragen sehe ich schon als echtes Problem an...

    Nun, ich bin gegen den weiteren Ausbau der EU, wenn er primär aus idealistischen Gründen betrieben wird. Ich bin auch gegen den Rechtspopulismus, der in Osteuropa Fuß gefasst hat.

    In der heutigen medial total überfrachteten Zeit wird einem rund um die Uhr Bedrohung suggeriert. Bedrohung durch "die da oben", "die Ausländer", "Brüssel", "Kinderschänder" und vieles mehr.
    Die Ärzte haben es seinerzeit sehr verdichtet in Bezug auf eine Zeitung mit vier Buchstaben formuliert: Angst, Hass, Titten, Wetterbericht.

    Viele Menschen machen sich heute nicht mehr die Mühe, Nachrichten auf ihre Quellen hin zu hinterfragen. "Stand so bei Facebook", "hab' ich im Internet gelesen". Die Geißel der Menschheit im digitalen Zeitalter heißt soziale Netzwerke und Internet, weil jetzt jeder kleine Krauter seine geistige Diarrhoe online stellen kann und endlich das Gefühl hat, auch etwas zu sagen zu haben, gehört zu werden. So gesehen sind soziale Netzwerke sozialistischer als man zunächst annimmt, denn hier fühlt man sich endlich nicht mehr ohnmächtig.
    Diese Ohnmacht erleben viele Menschen aber in ihrem restlichen Leben jeden Tag - nur ziehen sie die falschen Schlüsse daraus. Auf noch Schwächere zeigen oder gar treten, Asi-TV gucken, um sich daran aufzugeilen, dass es noch größere Vollpfosten als man selbst ist, gibt - so wird das ohnehin fast nicht vorhandene Selbstwertgefühl gepimpt. Widerlich, ekelerregend.

    Die Parteien der beiden äußeren politischen Spektren arbeiten ihrerseits gerne mit kurzen, griffigen Parolen, die die Wahrheit verdrehen und mit einem kruden Freund/Feind-Schema daherkommen. Das war vor 100 Jahren auch schon so und daran hat sich nichts geändert. Geändert hat sich aber die Verbreitungsgeschwindigkeit und die Zeit, die man effektiv hat bzw. aufzuwenden bereit ist, um sich nachhaltig zu informieren und nicht jeden Scheiß zu glauben, den Leute im Internet so von sich geben.

    Wer sich informieren will, muss heute viel mehr Zeit und Energie aufwenden, um den Wahrheitsgehalt und die Relevanz von Informationen einschätzen zu können. Das überfordert viele Menschen.
    Darüber hinaus ist Lästern immer schon in Mode gewesen. Und über Europa, Merkel, Putin, Trump, Erdogan lässt sich so schön fernab jeglichen Verständnisses für Zusammenhänge und Hintergründe unreflektiert ablästern. So suggeriert man, dass man angeblich ganz viel Ahnung hat, obwohl man sie nicht hat. Du bist nichts - Deine Selbstdarstellung vor Deiner Peergroup und im Netz ist alles.

    Somit alles leichte Beute für Parteien, die scheinbar leichte Lösungen anbieten...

    Fast 30 Jahre bis zum Berufsstart, Rente mit 67, dann im Bestfall nochmal 25 Jahre Ruhestand. Hat sich was mit Großteil des Lebens für Lohn arbeiten. Gerade deswegen ist das Ganze ja nicht mehr finanzierbar.

Werbung