Beiträge von Bolzbold

    Ich habe den Artikel eben gelesen - da wird vor allem auf die veränderten Unterrichtszeiten und die Problematik des Umsetzens mit Hinweis auf fehlende Grundschullehrkräfte und die Frage nach den Dienstzeiten vor Ort hingewiesen. Die Städte sehen hier den Vorteil darin, dass die Brennpunkte und Viertel mit vielen MigrantInnen unterstützt werden.

    Nur mit welchem Personal soll das denn gehen? Dann wird noch über den rhythmisierten Ganztag berichtet - das dürfte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Grundschulbereich für die Lehrkräfte vollends zunichtemachen.

    Man kann viel fordern, aber dann muss darauf hingearbeitet werden - von allen Beteiligten. Im Idealfall also ERST das Personal haben und DANN reformieren.
    Utopie? Idiotie? Phantasterei? Ja, leider.

    Kiddo und Ehemann sind außer Haus (gleichbedeutend mit: ich kann nicht jeden Pups hören) oder ich arbeite abends ab 21 Uhr, wenn Kiddo im Bett ist. Meistens ist es Letzteres, und es nervt mich mit jedem Klausurstapel etwas mehr.

    Ich habe vier von fünf Tagen zur ersten Stunde, das heißt für mich um 5.30 Uhr aufstehen - wenn meine Jungs aus welchen Gründen auch immer nicht rechtzeitig im Bett sind, setze ich mich da abends nicht mehr an die Korrekturen. Irgendwann muss man ja auch mal schlafen.

    Und auf denen arbeiten wir dann mit dem Wirkungsgrad der sich ergibt.

    Bei möglicherweise nachmittags wegen fehlender Programmierung der Heizung und auf unergonomischen Stühlen hockend mit einem Gerät, auf das kaum Software installiert wurde, faktisch gar nicht.
    Musikunterricht könnte ich so nie vorbereiten, es sei denn ich komme vollständig ohne Noten und Musiktheorie aus - oder male das Ganze von Hand aufs Papier.

    Wie wir ja alle hoffentlich mittlerweile wissen, werden unsere Zillionen an Tätigkeiten bewusst nicht separat mit bestimmten Arbeitszeitanteilen erfasst. Die Länder haben kein Interesse daran, die Deputate wegen regelmäßiger Überschreitung der Arbeitszeit abzusenken. Und falls doch, wird man uns zur Anwesenheit vor Ort verpflichten mit Verweis darauf, dass Klassenräume und dienstliche Endgeräte (ganz gleich wie beschaffen beides auf sein mag) als Arbeitsmittel zur Verfügung stünden.

    Man sollte sich gut überlegen, was man hier fordert.
    Will man ergonomische Arbeitsplätze IN der Schule - und das kostet richtig Geld - dann wird damit auch die Präsenzpflicht in der Schule kommen. Und noch (!) ist dieser Beruf doch vom Nimbus her mit Familie bzw. Kindern vereinbar.

    Würdet ihr euch einen "richtigen" ruhigen Arbeitsplatz in der Schule wünschen? Stört euch die Tatsache, dass man von seinem sauer verdienten Netto ein Arbeitszimmer privat finanzieren muss - sei es zur Miete oder im Eigenheim? Auch wenn man es von der Steuer absetzen kann, fließt da immer noch ein beachtliches Sümmchen rein.

    Hinsichtlich der Büros: Man könnte problemlos die Klassenräume als Büros nehmen - Lehrerraumprinzip. Das wird nur nicht an allen Schulen praktiziert - sei es aus baulichen oder organisatorischen Gründen. Die Teilzeitquote dürfte das ganz erheblich erschweren.

    Nebenbei: Ich habe ein Büro, das ich mir mit einem netten Kollegen teile - jeder hat seinen eigenen Arbeitsplatz - funktioniert super.

    Ich stimme dir in allen Punkten zu, Dendemeier.

    Wenn ich in der Schule ein (adäquat ausgestattetes) Arbeitszimmer hätte, das ich nur mit einer weiteren Person teilen müsste (sprich, wo man auch RUHIG arbeiten kann), dann würde ich mein Arbeitszimmer zu Hause aufgeben und nur noch in der Schule arbeiten.

    Dann wäre aber aber auch wirklich nach 4.10 Minuten Schluss. Und wenn ich aufgrund von Konferenzen / Stundenplan etc. länger bleiben müsste, würde ich das gnadenlos am nächsten Tag abhängen.

    Vergiss dabei nicht, dass Du nur 30 Tage Urlaubsanspruch hast, d.h. dass Du in sechs von zwölf Wochen Ferien dann ebenfalls jeden Tag Deine 8 Stunden und 12 Minuten abarbeiten darfst - dazwischen eine verpflichtende Mittagspause...

    Ich kenne beides - mit allen Vor- und Nachteilen.

    Bei mir fuhren sie gerade auf die Autobahnauffahrt. Ich hatte Glück, dass sie einem Rettungswagen, der hinter mir gerade aus auf der Landstraße weiterfuhr, Platz machen mussten, so dass ich die Lücke nutzen konnte.
    Die Zufahrtstraße zur Autobahn war jedoch in der Tat nur im Schneckentempo zu bewältigen. Da das aber nur 300 Meter waren, ließ sich das überleben.

    Ich weiß nicht, wie das bei euch so ist, aber die Kollegen, die ich kenne und die an der Dienstunfähigkeit entlang schrappen, kann ich mir auch kaum in einer anderen Verwendung vorstellen. Vor allem nicht bei Wegfall der Lehrerprivilegien, wie freie Zeiteinteilung von 1/3 der Arbeitszeit, Erweiterung der effektiven Urlaubstage durch aus den Ferien wegverschobene Arbeit, weitgehend freie Gestaltung der genauen Ausführung der eigenen Tätigkeit, etc.

    Dann entspricht die Motivlage womöglich dem gängigen Klischee. Das wäre wiederum sehr ärgerlich, aber an solche Leute kommst Du dann mangels Einsicht oder beschriebener Opferrolle nicht ran.

    Das ist ja kein Problem, ich kann sie ja auch an der deutschen Nordseeküste und am plattdütschen Strand :musik: aus Versehen ins Meer fallen lassen...

    Interessante Regelung, wenn das stimmt.

    Da hätte ich gerne mal einen handfesten Beleg für. Wer mit der Bass wedelt, dürfte ja auch wissen, wo das steht.
    Im Erlass zu Klassenarbeiten steht dazu nichts. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen helfen ebenso wenig weiter, weil zu wenig allgemein.
    Ich habe noch in den Datenschutzverordnungen nachgesehen, aber auch nichts passendes gefunden.

    Ich bezweifle, dass das so allgemein klar ist, auch wenn es niemand so direkt formuliert.

    Das schließe ich schon daraus, dass es regelmäßig Thread mit dem Tenor "Ich kann nicht mehr und will raus aus dem Unterricht, was habe ich für Alternativen?" gibt, während ich mich an keinen Thread mit dem Inhalt "Ich begeistere mich für Evaluation von Unterricht und Bildungsmonotoring, was muss ich tun um eine Stelle in diesem Bereich zu bekommen?" erinnern kann.

    Das ist im übrigen kein Vorwurf an die Betroffenen, die Situation, dass Lehrkräfte jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Arbeit fahren, weil sie die Gesamtumstände als Qual empfinden, ist für alle Beteiligten tragisch.

    Das ist richtig, aber dann darf man sich nicht in der Opferrolle einrichten. Dauerkrankschreibungen oder regelmäßige Krankschreibungen außerhalb einer dauerhaften Dienstunfähigkeit sind mitunter Ergebnisse eines in der Situation so empfundenen Aktes des Selbstschutzes gegen eine Situation, die man nicht ändern zu können meint.
    Solche Kollegen kann man zwar zum Amtsarzt zerren, aber das Ergebnis, wenn nicht dauerhaft dienstunfähig, wird eben sein, dass man Alternativen suchen muss oder eben das berühmt-berüchtigte BEM. Ob das hilft?

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