Kann jemand mal skizzieren, wie der Unterricht zu quadratischen Gleichungen, Atombau, expressionistischer Lyrik oder einem anderen Thema der oberen Mittelstufe mit Inklusionskindern aussieht? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Beispiel Deutsch, 10. Klasse. SuS mit GB.
Alle SuS haben ein Oberthema: "Theater".
Die einen lesen ein antikes oder klassisches Drama, beschäftigen sich in philosophischen Texten mit der Dramentheorie des 18. Jahrhunderts. Die anderen beschäftigen sich mit dem Wortschatz rund um das Thema Theater (Bühne, Publikum, Theater, Schauspieler, ...). Bearbeiten ein "Sachthema" rund um das Thema des Theaterstücks (z.B. Familienbeziehungen, Stammbaum).
Der Einstieg in den Bereich Theater kann gemeinsam sein. Zum Abschluss geht man gemeinsam ins Theater.
Oder Thema: Lyrik des Barock.
Die einen beschäftigen sich mit dem Thema der Vergänglichkeit in verschiedensten (schwer zugänglichen...) Gedichten, die anderen suchen bei einer Fotosafari auf dem Schulgelände / in der Umgebung Beispiele für "Vergänglichkeit" (muss man natürlich genauer erklären). Die GB-SuS erstellen eine Foto-Ausstellung zu ihren Funden, zeigen diese im gemeinsamen Klassenraum.
Außerdem in Barock häufiger zu finden: Gedichte, die im Layout an eine Form erinnern (Figurengedicht). Die einen analysieren und interpretieren, die anderen schreiben entlang der Linie einer Form Wörter auf. (Wer auch in der 10. Klasse noch nicht selbstständig schreiben kann, spurt Buchstaben nach.)