Beiträge von Herr Rau

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    A thing or a place which was there before but people have just seen for the first time.


    Mir gefällt das past im ersten Satz in Kombination mit dem present im zweiten Satz nicht. Mir gefällt eher: A thing or a place which has been there before (or: all the time) but people have just seen it for the first time. (2 x present)


    Oder: ...which was there but nobody noticed it until... (2 x past)

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    Jetzt weiß ich, dass es organische Gründe dafür gibt, die aber fast kein Schulmediziner feststellt - leider.


    Wobei wir an der Schule uns als Laien an die Schulmedizin halten müssen. (Wortspiel unbeabsichtigt.) Wie denn auch sonst? Wir könnten allerdings als Laien Lobbyarbeit leisten, damit neue Erkenntnisse in die Schulmedizin vordringen. Insofern ist dein Einsatz sinnvoll. Aber bis die Schulmedizin, der ich selber sehr vertraue, grünes Licht gibt, dürfen schulmedizinisch nicht gesicherte Erkenntnisse keine große Rolle spielen, finde ich.


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    Ich kann mir vorstellen, dass Bestrafung teilweise bewirkt, dass weniger Fehler gemacht werden, aber ist der Inhalt und die Schrift dann trotzdem genau so gut?


    Ein Problem gibt es mit den Noten, das dringend angegangen werden müsste: Sie dienen eben nicht nur als pädagogisches Mittel, sondern auch (zumindest am Gymnasium) als Bewertung der Leistung. Bestrafung, damit weniger Fehler gemacht werden: Unabhängig davon, ob das funktioniert oder nicht, es ist ein lerntheoretischer Ansatz. Noten sollen (gegenwärtig) aber auch Leistung bewerten (und nicht nur Mittel zur Lernmotivation sein), und da kommt man nicht an der Rechtschreibung vorbei, finde ich.


    Eine sehr große Rolle spielt sie ohnehin nicht, zumindest am Gymnasium. Andere fächerübergreifende Fähigkeiten, die vor allem mit dem Fach Deutsch assoziiert werden, sind zum Beispiel das Präsentieren und Referieren, das freie und zusammenhängende Reden. Soll das dann auch nur in Deutsch in die Bewertung einfließen, oder in den anderen Fächern auch? (Natürlich bin ich für Letzteres, kann mir aber auch Argumente für den ersten Fall vorstellen.)


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    Kinder wollen von Natur aus lernen! Wenn sie es nicht wollen, dann gibt es unterschiedliche Gründe dafür. [...] Die Gründe für das nicht normgerechte Funktionieren werden ziemlich oft unberechtigt bei den Eltern gesucht, die sich angeblich zu wenig oder zu viel um die Kinder kümmern.


    An unserer Schule wird selten den Eltern die Schuld gegeben. Die Schüler sollen ja ohnehin selbstständig arbeiten. Ich denke, es ist meist die falsche Schulart, die Probleme macht.
    Dass Kinder von Natur aus lernen wollen, glaube ich auch, obwohl ich mir nicht sicher bin. Sie wollen vor allem Erfolgserlebnisse dabei haben. Und nicht jedes Kind kann alles lernen - nicht gleich schnell und gleich leicht jedenfalls. Und bei den gegenwärtigen Bedingungen kann man nicht jedes Kind mit dem tatsächlich möglichen Aufwand mitbringen. Das führt dann zu Lernunlust, die Freude am Lernen wird vergällt.

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    PS: Warum fragst du, hattest du den Eindruck, dass an der Grundschule öfters Sitzungen fachlicher Inhalte stattfinden als bei euch am Gym?


    Ja, den hatte ich. Zumindest, dass die Lehrer und Lehrerinnen dort mehr zusammenarbeiten, sich absprechen. Über Klassen, Fächer, Methoden.

    Gestern Nachmittag hatten wir pädagogischen Tag. (Lange Geschichte.) Jedenfalls waren ein Schulrat und eine Reihe Grundschullehrerinnen Gast an unserem Gymnasium. Zuerst gab es einen Vortrag über Lehrpläne und Grundschule allgemein, danach und vor allem ging es in kleineren Gruppen um die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik. Ich war bei der Deutschgruppe dabei. Sehr interessant, was da alles herauskam, aber das muss ich mir erst durch den Kopf gehen lassen. -- Mir geht es jetzt vor allem um die enge Zusammenarbeit der Lehrer an zumindest diesen Grundschulen. Deshalb meine Frage an Grundschule, aber auch andere Gymnasien und andere Schularten:
    Gibt es bei euch regelmäßige Lehrerversammlungen? Bei uns finden pro Fach im Jahr eine, vielleicht zwei Fachsitzungen statt, in denen es zur Hälfte um Formalia geht. Dazu fünf oder sechs Lehrerversammlungen, in denen es um Zeugnisse geht. (Dazu Klassensitzungen jeweils vor den Zeugnissen.)
    Aber es gibt keine sonstigen Treffen mit pädagogischem oder fachlichem Thema. Das heißt, Gespräche finden zwischen Tür und Angel statt, und wenn sich die Leute vertragen, gelegentlich in der Kneipe. Dementsprechend gibt es auch keine wirklich sinnvolle Zusammenarbeit und keinerlei startegisches Arbeiten. Ist das irgendwo anders?

    Ob es stimmt, dass DDR-Lehrer die besten sind, weiß ich nicht. Ich denke auch nicht groß nach darüber, da für mich nicht viel herausspringen kann dabei.
    Aber ich weiß noch, dass ich an der Uni (Augsburg) gelernt habe, noch in den späten 80ern, dass der Unterschied zwischen Didaktik und Methodik der ist, dass bei Didaktik auch die Auswahl der Ziele des Unterrichts mit dabei ist, und bei Methodik nicht. Und dass es deswegen in der DDR gar keine Didaktik auf Lehrerebene gegeben hat, sondern nur Methodik.


    Ganz überzeugt hat mich das damals schon nicht. Deswegen habe ich mir das auch gemerkt.

    Hallo Hermine,
    deinen Wünschen schließe ich mich an. Einige davon würden sogar nicht viel kosten und sind damit verwirklichbar. Leider sehe ich auch mit Schneider nicht einen einzigen der Punkte kommen.


    Eigene Wünsche hätte ich noch folgende, die sind aber problematischer sind und werden sicher nicht von allen geteilt:
    - Nachprüfungen in mehr Fächern und auch in aufeinander folgenden Jahren; wenn sich die Schüler die Sommerferien damit vermiesen wollen, ist das oft immer noch sinnvoller als Wiederholen
    - gesicherte Benotbarkeit von Gruppen- und Projektarbeit (und die Raumausstattung dazu, aber jetzt wird's wirklich utopisch) - die Benotbarkeit nur deshalb und solange, wie Noten eine so lästige wichtige Rolle spielen
    - Trennung in eine Phase des Lehrens/Lernens und eine Phase der Überprüfung des Stoffes (in der Oberstufe auch gerne mit fremdkorrigierten zentralen Prüfungen)
    - weniger vorauseilenden Dokumentierungsdrang (aus Angst vor Klagen klagefreudiger Eltern) etwa bei der Facharbeits- und Colloquiums-Protokollierung
    - und auf einer ganz anderen Schiene: leistungsbezogene Bezahlung und Karriereaussichten


    Am schönsten wären aber sicher erst mal die kleineren Klassen und mehr Flexibilität/Selbstständigkeit für die Schulleitung.

    In Bayern ist in der Kollegstufe und vom Kultusministerium eine Bewertung Inhalt-Sprache von jeweils 50% vorgeschrieben.


    Dazu kommen zwei vor wenigen Jahren entschärfte Sperrklauseln, die jetzt lauten: I. Erreicht man in einem Teilbereich weniger als 50%, kann die Aufgabe insgesamt maximal nur "noch ausreichend" sein. II. Erreicht man in einem Teilbereich 0%, kriegt man für den anderen Bereich nur maximal unter 50%.


    Eine vorgeschriebene Methode, die zu viel unnützer Rechnerei zwingt und Vergleichbarkeit und Nachprüfbarkeit vorgaukelt.


    -- Ich hatte schon einen LK und drei GK. Das Niveau innerhalb der Kurse war jeweils sehr unterschiedlich. In den GKs saßen Schüler mit grottenschlechtem Englisch, das ich nicht für möglich gehalten hätte, aber auch Schüler mit sehr gutem Englisch.


    Spätestens ab der 9. Klasse driften die Schüler auseinander. Die einen können die Grundlagen nicht, die anderen lernen Feinheiten (da der wichtige sprachliche Stoff in Bayern spätestens in der 9. abgeschlossen ist). Und das geht immer weiter auseinander.


    Der Lehrplan und vor allem die Bücher gehen in der Oberstufe davon aus, dass man den sprachlichen Stoff und den Wortschatz der vorangegangenen Jahre beherrscht. Das ist aber selten so. Ich hatte die gleichen Probleme wie du, Amy, nur dass eben doch ein paar Schüler in der Klasse gut Englisch konnten. Und laut Lehrplan und Buch soll man den Schülern Indien beibringen (zu spät, aber toller Tipp: Salman Rushdie, "Good Advice Is Rarer Than Rubies") und viel Landeskunde.


    Ne, die Oberstufe gehört geändert, finde ich. Für viele Schüler bringt der Englischunterricht kaum Lernfortschritt, zumindest in Bayern, beim gegenwärtigen System, und nach meiner Erfahrung. Ich schieb's ja auf den Bildunganspruch Gymnasium: Sprachen lernen kann man an der Volkshochschule, bei uns lernt man politische Systeme zu vergleichen.

    Ich weiß nicht, was an der Grundschule erlaubt ist, und schon gar nicht, was sinnvoll ist. Am Anfang des Gymnasiums wird (zumindest bei uns) die Rechtschreibung wenig gewichtet: Allein schon mal deshalb, weil die Schüler aus verschiedenen Grundschulen kommen, und auch deshalb bereits unterschiedlich gut in der Rechtschreibung sind. (Manche Grundchulen in unserem Einzugsbereich legen mehr Wert darauf als andere. Ich will damit noch nicht sagen, dass die einen deshalb besser sind als die anderen.)


    Am Gymnasium in Bayern darf die Rechtschreibung wie auch die äußere Form aber grundsätzlich in die Gesamtwertung einfließen, und das in jedem Fach. (Für LRS-Schwäche/Legasthenie gelten von Fall zu Fall Sonderregeln.)
    Das wird aber von so gut wie keinem Nicht-Deutsch-Lehrer umgesetzt. Auch bei den Deutschlehrern spielt die Rechstchreibung selten eine ausschlaggebende Rolle. Zur Trennung von "sehr gut" und "gut" kann man die Rechstchreibung aber schon heranziehen, finde ich. Kann, muss nicht. Und sicher nur dann, wenn die Rechtschreibung vom Schüler zu verantworten ist, also anders als bei LRS-Schwäche/Legasthenie. (Dafür gibt es in Bayern Gutachten. Deren Gültigkeit wird zwar auch angegriffen, aber mehr als darauf verlassen kann ich mich als Laie auch nicht.)


    Insgesamt halte ich es für sinnvoll, wenn auch in anderen Fächern auf Rechtschreibung und sprachlichen Ausdruck insgesamt Wert gelegt wird. (Und Wert legen heißt: In die Benotung eingehen.) Klar wird ein Schüler dafür doppelt bestraft, wenn auch in sehr geringem Umfang. Aber Sprache ist nun mal in allen Fächern wichtig. PISA hat ja gezeigt, dass es vor allem mit der Lesefähigkeit schlecht aussieht, und dass daran eben auch die Schwierigkeiten in den wissenschaftlichen Fächern liegen.


    Eine 10-Punkte-Aufgabe, bei der ein Rechtschreibfehler zu einer 2 führt, kann ich mir aber nur schwer sinnvoll am Gymnasium vorstellen. Ich nehme an, für die Grundschule gilt das auch.

    Die Antwort fällt mir auch deshalb schwer, weil die Klassen und Schüler so verschieden sind. Ich habe gerade eine Klasse, die ich mag, und in der ich gern unterrichte, mit der ich sehr gut zurecht komme, und die mich mag - aber die sind wesentlich gemeiner und beleidigender zueinander, als wir das waren. Dafür sind sie sehr leistungswillig.


    Das nach außen getragene Bild: Es gibt ein paar Kollegen, die grundsätzlich jammern. Über Schulleitung, Kultusministerium, wenig über Eltern, mehr über Schüler. Gejammert wird hauptsächlich: Dass die Schüler nicht arbeiten wollen, dass sie ihre Hausaufgaben nicht machen, dass sie sich nichts merken können. (Für eine eventuelle Verteidigung der Schüler und Angriffe auf diese Lehrer schlage ich einen eigenen thread vor. :) ) Bei zu fällenden Entscheidungen (Vorrücken, Sonderregelungen, Schulaufgabenschwierigkeit) sind aber auch diese Lehrer lammfromm zu den Schülern.


    Der Großteil im Kollegium gehört aber nicht zu den Jammerern. Über einzelne Schüler wird geklagt, aber nicht über die ganze Schülergeneration. Man erzählt sich von Problemen in einer Klasse (auch wenn das zu wenig und bei zu wenigen Lehrern geschieht), aber bezogen auf konkrete Situationen.


    Von Schülern höre ich gelegentlich immer noch, manche Lehrer hätten sie als die schlechteste oder schlimmste Klasse dieses Jahrgangs bezeichnet. Ich bin mir nicht sicher, ob die Lehrer das jeweils wirklich so gesagt haben, aber so scheint es anzukommen, und das halte ich für grundfalsch. Das wäre in ganz falsches Nach-Außen-Tragen.


    Ich selber erzähle bei jeder Gelegenheit davon, was meine Schüler alles können, oder wie nett sie sind. Aber immer bezogen auf konkrete Situationen. (Auf meinem Blog gibt es die Kategorie "Was Schüler können".)


    Heike, die Technikfreundlichkeit gibt's an meiner Schule noch nicht. In der Unter- und Mittelstufe ja, aber darüber gibt es noch viel Technikscheu.
    Ansonsten gebe ich dir bei fast allem recht. Es wird viel gelesen, aber von weniger Schülern als zu meiner Schulzeit. Bei dem größeren Weltvertrauen bin ich mir nicht sicher. Gut, ich war die No-Future-Generation, aber Vertrauen in die Zukunft hatte ich doch.

    Zu 1:
    Mir kommt es so vor, dass ihre Aufmerksamkeitsspanne und Frustrationstoleranz geringer ist als bei uns damals. Vermutlich täusche ich mich dabei und gehe von einer ungeeigneten Vergleichsgruppe aus (mir und meinen Freunden damals). - Übrigens habe ich neulich in alten Tagebüchern geblättert und festgestellt, dass ich selber auch öfter blau gemacht habe, als ich gedacht hatte.
    Ganz sicher waren wir in der Oberstufe nicht so notengeil. Hauptsache Abi, der Rest war nicht so wichtig. Heute wird um jeden Punkt gefeilscht und die Schüler beklagen sich über 12 Punkte bei einem Referat. Ich sehe das als Defizit.


    Ansonsten stimme ich Remus zu: Weniger Revoluzzer. Ich hätte das vielleicht zu Punkt 1 geschrieben. Den der Jugend zugeschriebenen Ehrgeiz und den Glauben, alles besser machen zu können und zu wollen als die Elterngeneration, sehe ich nicht.


    Zu 3: Ich weiß nicht, was mit Außen gemeint ist. Die Schüler selber? Freunde und Ehepartner?


    Insgesamt schränkt die Fragestellung etwas ein; neben Defiziten, zu denen mir sicher noch etwas einfallen wird, sehe ich auch Punkte, wo mir die Schüler heute besser gefallen als wir damals. Die gehören zu dem nach innen/außen/mit sich herum getragenen Bild der Schüler und eventueller selbsterfüllender Prophezeiung dazu.

    Dienst nach Vorschrift als Lehrer? Das Kultusministerium würde jubeln, zumindest in Bayern. Keine lästigen Fahrten mehr, keine Sonderfälle, verordnet werden kann immer noch etwas. Wir haben dieses Schuljahr unsere Aktivitäten außerhalb der Vorschriften eingeschränkt, also alles, was Spaß macht. Die Eltern freuen sich, dass nicht mehr soviel Unterricht wegen irgendwelchen Fahrten ausfällt.

    Weil's im anderen thread gerade über schlechte Lehrer geht, die es ja durchaus gibt: Wie geht man mit ihnen um?
    Schlechte Lehrer können pädagogisch oder fachlich schlecht sein. An erster Stelle sollte man sicher versuchen, die Fehler zu verbessern; die meisten Menschen sind ja lernfähig. Niemand macht absichtlich Sachen falsch. -- Dazu bräuchte man mehr und andere Möglichkeiten, miteinander zu reden, mehr Fortbildung, solche Sachen.


    Eine weitere Möglichkeit ist, Schulen mehr Möglichkeiten zu geben beim Einstellen und Entlassen ihrer Lehrer. In Bayern entscheidet an staatlichen Gymnasien letztlich das Kultusministerium (über 1. und 2. Staatsexamen) darüber, wer einen Job kriegt und wer nicht. Seit ein paar Jahren kann man sich immerhin wenigstens direkt an Schulen bewerben, aber entscheidend ist immer noch der Platz auf der Warteliste.
    Und wer einmal eine Stelle hat, der hat einen sicherenn Job. (Mit dem schnell zitierten Beamtentum hat diese Stellung nicht so viel zu tun, die relative Unkündbarkeit gilt auch für andere Teile des öffentlichen Diensts. Ein langjähriger LAss ist ebenso sicher wie ein OStR, und darf auch die gleichen hoheitlichen Aufgaben wahrnehmen.)


    In anderen Ländern sind die Schulen selbstständiger; da hat die Schule ein Budget und kann Lehrer einstellen aufgrund eines Einstellungsgesprächs und Bewerbungsunterlagen, unabhängig von der Note. Andererseits können Lehrer auch entlassen werden. Lehrer können unterschiedlich bezahlt werden und unterschiedlich viel Gehalt einfordern. Sie können auch streiken.
    Das häufigste Gegenargument gegen diesen Ansatz ist folgendes: Schulen in unpopulären Gegenden haben weniger Auswahl an Lehrern, Schulen in beliebten Gegenden (München) können aus dem vollen schöpfen. Gut, wenn niemand nach Hof möchte, müssen die in Hof halt mehr zahlen.


    Wie sinnvoll ist diese Lösung? Gibt es in anderen Bundesländern/Schularten vergleichbares? Wie frei sind städtische Schulen in Bayern?


    -- Für aktuelle Probleme ist das keine Lösung, aber wäre das langfristig wünschenswert?

    An der Uni (in England) hatte ich einen Lehrer, der für seine Beispielsätze immer die gleichen Namen (und damit Personen verwendete). "Janet" und... ich glaube nicht, dass es "Brad" war, das wäre mir aufgefallen, aber irgendwas in der Art.


    Jedenfalls war es sehr nett, alle paar Stunden zu hören, was Brad und Janet wieder alles zugestoßen war. Ich wollte das auch immer mal in einer Klasse probieren, und habe tatsächlich im Referendariat in einer Klasse einen Serienhelden gehabt. Das ging dann auch viel schneller mit den Ideen für Beispielsätze, aber dann habe ich das wohl vergessen und denke erst jetzt wieder dran.
    Aber ab nächster Woche versuche ich das mal durchzuziehen.

    Eine Antwort habe ich nicht (aber das hat ja noch keinen Lehrer vom Reden abgehalten).
    Zu "thread" fällt mir nur das schöne Wort "upthread" ein, also threadaufwärts, also: "vorher im Thread". Thread kommt wohl vom Auffädeln verschiedener Dinge (Zettel) auf eine Schnur. Threads gibt es in Foren und vor allem bei Newsgroups im Usenet.
    Bei längeren Texten, die zur Diskussion aufrufen, würde ich nur dann von thread sprechen, wenn die Kommentare sehr viele und sehr selbstständig sind. Bei den meisten Blogeinträgen und -kommentaren würde ich das nicht tun. Threads liegen für mich neben anderen threads, und das passt bei Blogs nicht.


    "Opener" wäre ein schönes Wort, finde ich. Wenn auch Englisch.

    Ich tanze gerne, und so habe ich letztes Jahr meine 8. Klasse, und dieses Jahr alle 8. Klassen in den Tanzkurs getrieben. Im Schnitt machen zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler mit.


    Gestern abend war Abschlussparty der ersten Hälfte. 40 Schülerinnen und Schüler, in Cocktailkleid und Anzug, aufwändige Frisuren; dazu nochmal so viele Eltern, ebenso fein - und grad schön war's. Dreieinhalb Stunden in der Tanzschule; kaltes Buffett, von den Eltern organisiert; zwischendrin immer mal wieder ein Gruppentanz oder Square Dance. Die Schüler waren nicht nur für die ersten drei Tänze auf der Tanzfläche, sondern immer wieder, und die Eltern auch. Mütter mit Söhnen, Töchter mit Vätern, Lehrer mit Müttern, Schüler mit Schülerinnen, Eltern miteinander. Das war richtig, richtig schön. Sport treiben mag ich sonst ja nicht, aber tanzen ist klasse.


    Ja, das musste ich loswerden. 8. Klasse übrigens deshalb, weil ich keine 9. hatte. (Und zumindest am Anfang brauchte es ein bisschen Überredung. Nach der ersten Runde aber nicht mehr.) Zuerst hielt ich sie für zu jung, aber vermutlich ist das Alter sogar richtig. Noch ist es den Schülern nicht so peinlich, mit den Eltern gesehen zu werden. :)


    Wieso können die Eltern eigentlich alle so gut tanzen? Die sind inzwischen nicht mehr viel älter als meine Generation.

    Regeln fürs Maschineschreiben (und übrigens für Korrekturzeichen - hochspannend, aber andere Geschichte) stehen vorne im Duden. Aber vor allem werden diese Regeln in jedem Buch, das wir lesen, und in jeder Zeitung, die wir lesen, genau so angewendet. - Und überlegt nur mal, was das Textverarbeitungsprogramm beim Zeilenwechsel alles mit einzeln stehenden Punkten und Doppelpunkten anstellen kann.

    Heike, so sehe ich das auch. Es gab an meiner Schüler mindestens einen Lehrer, der völlig unmöglich unterrichtet hat, soweit man das als Kollege sagen kann. Auch in der Mittelstufe. Die einzige Möglichkeit, wie die Schüler das mit sich machen ließen, und die Eltern ebenso, waren die guten Durchschnitte, die bei dem Lehrer herauskamen. Gelernt haben die Schüler aber nichts.


    Ich will damit sagen, dass der Automatismus: Gute Noten = guter Lehrer nicht haltbar ist.


    Ich finde es auch schlecht, dass schlechte Lehrer weiter unterrichten können/dürfen/müssen. Mit Beamtenstatus hat das übrigens gar nichts zu tun, wenn schon, dann mit Öffentlichen Dienst, und mit der Quasi-Monopolposition des KuMi als Arbeitgeber.


    Als Deutschlehrer schätze ich es sehr, meine Aufsätze nicht bepunkten zu müssen. Ich versuche darauf zu achten, dass die Schüler wissen (es steht in ihrem Heft), was ich von ihnen verlange. Gefühlsmäßig sind meine Deutsch-Korrekturen fairer und treffender als meine Englischkorrekturen (mit Punkten und Skala).


    Die Normalverteilung ist in der Regel der Fall, das muss aber wegen mir nicht mal so sein. Ich hätte nur gerne eine klare Trennung zwischen "noch ausreichend" und "nicht mehr ausreichend". Den "nicht ausreichenden" Teil könnte man gerne weiter differenzieren, also quasi Noten von 1-8, mit der ersten Hälfte als ausreichend und der zweiten Hälfte als verschiedene Grade von "nicht ausreichend".

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