Beiträge von Piksieben

    Ich bin prinzipiell immer offen für Forschung und Interviews, wobei ich diese anonymen Online-Fragebögen meide, weil ich die meistens einfach uninteressant finde. Habe aber mal ein strukturiertes Interview mit einem Doktoranden gehabt, das fand ich ganz interessant und es hatte auch für mich einen Nutzen.

    Allerdings kommt mir dein Anspruch so ein bisschen "typisch Doktorarbeit" vor. Wir LehrerInnen leben nicht hinter dem Mond, sondern nutzen schon lange moderne Informationssysteme. Ich würde dich gern mal bei mir in den Alltag mitnehmen, damit du siehst, womit man da so zu tun hat und was dabei nützlich und was nervig ist.

    Aber wo du schon gerade da bist: Ich habe ja schon lange die Idee des magischen Portals. So eine Art Moodle für alles. Also nicht nur digitales Klassenbuch plus Schulverwaltungssystem plus Lernplattform, sondern alles in einem. Und dann für mich auch alles, was ich sonst noch so brauche, Kommunikation mit PKV, Finanzamt, Landesamt für Besoldung, dem Stromversorger etc. An Unis hat oft jeder Fachbereich so "seins" - die Systeme konkurrieren miteinander, was einerseits ja sicher nützlich ist, andererseits für die NutzerInnen sehr mühsam. Zum Teil interagieren die Systeme ja auch, aber es ist trotzdem viel Redundanz da, da man immer nur einen Teil der Features benutzt.

    Ein paar Standards gibt es ja, aber man muss sich trotzdem jedes Mal in eine neue Welt eindenken.

    Bei Autos und Steckern ist man da weiter: Wo Brems- und Gaspedal sind, ist immer gleich, und es wird auch daran gearbeitet, dass die Unterhaltungselektronik an Bord so einfach und sicher wie möglich sein soll. Die Ladekabel werden vereinheitlicht etc.

    Ich weiß, diese Vereinheitlichung ist ein zweischneidiges Schwert. Apple und Linux und Windows existieren nebeneinander so wie Rewe und Lidl und Edeka. Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber wenn man in einem Laden abwiegen muss und im anderen das an der Kasse geschieht, führt das zu Reibungsverlusten.

    Das fänd ich mal eine Forschung wert. Bitte nicht das x-te weitere System.

    Meine Meinung. Schenke ich dir :schnelltipp:

    hannahpeace, es kommt immer drauf an, mit wem man sich so vergleicht und in welcher Hinsicht. Es gibt auch angestellte Lehrer an öffentlichen Schulen - da hast du immerhin den Vorteil, glücklich mit allem an deiner Schule zu sein. Was du schreibst, klingt paradiesich. Trotzdem verstehe ich gut, dass es dich ein bisschen zwickt, dass Beamte besser dran sind - finanziell.

    Wie sehen es deine Kolleg*innen?

    Ich finde ja, Zufriedenheit und Gesundheit gehen immer vor Geld.

    Ich finde die Diskussion über die "Immunschuld" höchst verwirrend. Hier wird das etwas genauer unter die Lupe genommen:

    https://www.ndr.de/ratgeber/gesun…unitaet100.html

    Also wenn ich es richtig verstehe, ist die Behauptung, man müsse all die Infektionen "nachholen" so nicht haltbar.

    Die Vorstellung, wenn man schon ein bisschen Strafe abgesessen hat, wird einem das später angerechnet, ist für Infekte sicher so falsch wie diese selige Vorstellung, dass es eine Art Konto für Glück und Unglück gibt. Vermutlich ist das medizinischen Laien nicht so einfach zu vermitteln, dass man es nicht auf eine so einfache Formel bringen kann. Obwohl ja eigentlich klar ist, dass das Immunsystem trainieren muss - aber man sehr gut ohne Pest, Cholera und Ebola auskommt, am besten ein Leben lang.

    Die Hinweise hier finde ich alle gut. Bei uns werden solche Gespräche eigentlich sofort an Abteilungs- oder Schulleitung eskaliert.

    Aber gut, wenn es so ist, wie es ist, dann würde ich an deiner Stelle jetzt vor dem Gespräch keinen großen Aufwand mit Erhebungsbögen o. ä. treiben. Ich bin bei solchen Problemfällen immer im engen Kontakt mit den Fachlehrer*innen, weil es wichtig ist, die eigene Wahrnehmung zu prüfen. Meistens ist es aber bei den anderen sehr ähnlich. Aber ich denke, das ist bei dir auch schon geschehen.

    Aber du schreibst im ersten Post, dass es dir beim Telefongespräch gelungen ist, das Gespräch zu einem konstruktiven Abschluss zu bringen. So würde ich das jedenfalls deuten, wenn der Vater "die Kuh vom Eis" haben will. Ich könnte mir vorstellen, dass er auch dem Sohn gegenüber recht unangenehm werden kann. Denk dran, die beiden haben auch Zeit, sich auf dieses Gespräch vorzubereiten, und der Vater hat offenbar gar keine Lust, damit jetzt wieder und wieder belatschert zu werden. Von daher kann es gut sein, dass er unerwartet friedlich daherkommt.

    Wenn nicht: Aufstehen, Tür öffnen, Gespräch beenden. Sich selbst schützen. Und ja: Schule ist keine Psychotherapie. Das ist nicht unsere Aufgabe.

    Niemand muss sich um Vorräte Gedanken machen, aber das Argument, dass das so schwierig sei, ist schon sehr schwach.

    Darüber wundere ich mich auch schon seit Seiten. Was ist denn die Konsequenz daraus? Der Staat möchte bitte für uns einlagern? Mir ist das alles zu kompliziert?

    Klar, der Staat hat seine Aufgaben und bunkert ja auch ein, so genau weiß ich das aber gerade nicht. Aber wäre es nicht sehr hilfreich für alle Beteiligten, wenn man selbst für 10 Tage vorgesorgt hätte und nicht zu den Wasserverteilungsstellen rennen müsste? Ist es wirklich zuviel verlangt, sich dazu ein paar Gedanken zu machen, wie es für einen persönlich passen würde?

    Leere Regale (Klopapier! Öl!) kennen wir doch jetzt schon. Wer hätte das für möglich gehalten vor 5 Jahren? Sind wir nicht inzwischen mit so vielen unangenehmen Überraschungen konfrontiert, dass wir nichts mehr für unmöglich halten sollten? Wäre es nicht schön gewesen, der Staat hätte vor Corona Masken gebunkert, wie ihm das ja durchaus und eindringlich geraten worden ist?

    Wenn ich in der Hausapotheke abgelaufene Medikamente finde, empfinde ich das im ersten Augenblick als ärgerlich. Aber dann denke ich: Ach wie schön: Wir haben sie nicht gebraucht. So wie man ja viele Sachen hat, die man eigentlich nicht brauchen möchte. Erstehilfekasten, Feuerlöscher, allerlei Versicherungen ...

    Es ist prinzipiell nicht verwerflich und meistens schneller und zielführender, jemanden zu fragen, der sich auskennt, wenn man sich über etwas nicht klar ist. Wir haben da in der Schule genügend Kompetenz, und nachlesen kann ich dann später immer noch.

    Natürlich stimmt "Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschwätz", aber deshalb ist die BASS trotzdem nicht meine Bettlektüre.

    Hier ging es nur darum, ob jemand weiß, ob es da eine BASS-Bestimmung gibt. Ist so ein Forum nicht auch dazu da, diese Information zu bekommen? Ich finde es nicht nötig, deshalb wieder mal einen Rundumschlag zu machen darüber, wie schlecht informiert wir alle sind.

    Ich glaube, das ist eine gar nicht so seltene Situation für einen Lehrerrat. Es gibt immer Kolleg*innen, die herumnölen über dies und das. Und dann zum Lehrerrat rennen, der soll es bitteschön richten. Kenne ich.

    Wenn ihr die Aufgabe bekommen habt, das Unbehagen einiger an die SL heranzutragen, dass solltet ihr das machen. Es ist auch gut, Sinn und Zweck einer solchen Regelung zu diskutieren. Aber vielleicht fragt ihr vorher erst einmal herum, wie viele es denn überhaupt betrifft, bekanntermaßen sind ja die Meckerer immer am lautesten, da gibt es doch bestimmt auch einige, denen ist das wurscht oder sie finden es auch gut.

    Dass die SL über den Einsatz der Kolleg*innen entscheidet, ist ja klar. Von daher kann man nur irgendwie schauen, ob man Bedenken ausräumen kann, vielleicht die eine oder andere Zusatzregelung trifft oder auch die positiven Seiten findet.

    Also reden mit beiden Seiten und versuchen, alle glücklich zu machen - viel Spaß :pfeif:

    Ich verstehe es auch nicht. Eine einigermaßen geschickte Vorratshaltung (wird ja ohnehin empfohlen) in Kombination mit einem halbwegs funktionierenden sozialen Netz und Lieferdiensten sollte eigentlich das Problem mit dem Einkaufen beheben. Wieso muss man unbedingt Viren aller Art unters Volk bringen?

    Nein, so wirklich normal finde ich das jetzt auch nicht. Vor allem ist ja erst November und das war bisher kein strenger Winter und auch nicht sehr nass oder sonstwie infektionstreibend. Das wird ja sonst meist erst im Januar/Februar/März übel, wenn das Abwehrsystem ermattet. Dass so viel Personalmangel beklagt wird ist nicht normal, nein. Allein die Schlangen vor der Kölner Kinderklinik: 3 Stunden draußen warten mit scharlachkrankem Kleinkind - Horror. Insofern, sehrratlos, bin ich ebenso wie du ratlos.

    Vor allem wenn die Leute hustend und schniefend auf Versammlungen/im Unterricht hocken. Das war aber früher natürlich auch nicht gut.

    Aber es ist sinnlos, über Masken zu diskutieren. Wirklich. :flieh:

    Dazu fällt mir "Selma" von Jutta Bauer ein. Ein wunderbares, weises und dabei lustiges Buch über ein Schaf, das genau das tut, was es glücklich macht, unabhängig von Zeit und Geld.

    Das wurde auch mal bei der Sendung mit der Maus gezeigt, finde ich aber gerade nicht, schlummert mit Willi Wiberg im Archiv :heul:

    Ich würde mit mehr Zeit dasselbe machen wie jetzt, nur ausgeruhter und entspannter und regelmäßiger. Aber tatsächlich verpufft mir die Zeit auch sehr oft, ist halt so ...

    Hier werden Konsequenzen gezogen: Busse fahren jetzt schon planmäßig seltener - Personalprobleme. Züge fallen manchmal sogar kurzfristig aus. Für die Schülerinnen und Schüler oft mit Verspätungen verbunden und ich frage mich, ob da überhaupt Besserung in Sicht ist, Stichwort Fachkräftemangel.

    Ansonsten gibt es doch immer schon die Infektionsschutzverordnung. Einige Krankheiten sind meldepflichtig und haben schon früher zu Turbulenzen geführt, z. B. die Krätze. Wir hatten auch schon lange vor Corona an den Waschbecken Anleitungen zum Händewaschen hängen. Sich dran halten ist halt die andere Sache.

    Eigentlich nicht verwunderlich, dass es aktuell einen Schub gibt. Die anderen Krankheitserreger wollen auch mal dran sein :motz:

    Nach wie vor bin ich nicht scharf auf eine Coronainfektion. Zu oft gehört, wie schlecht es einem da gehen kann, auch als Geimpfte/r. Aber wir wollen jetzt nicht schon wieder über Masken diskutieren :pfeif:

    Hoffentlich nicht zu Lasten der Vollzeitkollegen. In meiner Schulform sind zwei Klassenlehrer recht normal, da wird dann auch gerne mal ein VZ und ein TZ-Kollege zusammengesetzt, und der Vollzeitler darf sich dann teilweise anhören, was der Teilzeitler nicht machen möchte, weil er ja nicht Vollzeit ist und das man selber bitte einen größeren Anteil machen soll. Nur weil ein Kollege Teilzeit wählt, will ich nicht dessen Arbeit kostenlos übernehmen

    Erlebe ich genau anders herum. VZ-Kollege hat immer viel mehr Termine und weniger Zeit ...

    Nun ja, der Lehrer*innenrat wirbt auch bei uns damit, dass man Dinge auch anonym mitteilen darf. Manches kommt in der Tat nur so zur Sprache. Passend zu den verstummenden Gesprächen. Manches muss die SL auch nicht wissen. Manche Leute haben einfach Angst, sich unbeliebt zu machen.

    Ich finde, da solltest du dich auch selbst fragen, welchen Teil du daran hast, dass sich jemand nicht traut, seine Beschwerde direkt an dich heranzutragen. Aber du weißt ja auch den Grund nicht, ist vielleicht noch eine junge/unsichere Kollegin, die Nachteile befürchtet. Ich glaube, das unterschätzt du etwas. Ich bin auch manchmal erstaunt, dass gerade Beamte so rumlavieren und sich nicht trauen, mal zu sagen: Mach ich nicht, find ich doof. Oder so.

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