Also wir haben in der Ausbildung durchaus darüber diskutiert, wie man Menschen wahrnimmt und welche Effekte dazu führen, dass man Schülerinnen und Schüler oft nicht objektiv einschätzt. Anders herum ist das natürlich genauso, nicht nur bei äußerlichen Merkmalen. Kommt da eine kleine, zierliche Person daher, erwartet man nicht so viel "Gefahr", wie wenn da jemand groß, breit und muskulär dahinschreitet.
Was hier eigentlich gesagt werden sollte, war: Natürlich kann man auch unter 1,70 m Körpergröße Lehrer werden.
Was aber nicht gesagt werden sollte, ist: Es ist völlig wurscht, wie man aussieht. Das ist es nicht. Ob uns das gefällt oder nicht. Manchmal beschreiben Schüler Lehrer, deren Namen sie nicht kennen. Das ist immer sehr aufschlussreich
Was die Leute anziehen, was sie für Taschen haben, für Frisuren - natürlich sehen die Schüler das.
Ich bin selbst nicht klein. Ich erinnere mich, ich hatte mal so einen riesengroßen Schüler, wenn der vor mir stand, musste ich den Kopf in den Nacken legen - völlig ungewohnt und sonderbar war das. Kann mir niemand erzählen, dass es kein Unterschied ist, ob man rauf- oder runterguckt.
Es ist halt ein Aspekt von vielen. Groß und laut sein ist sicher nicht das Patentrezept. Ich kann mir den von Hannelotti geschilderten Lehrer lebhaft vorstellen. Aber klein sein heißt ja noch lange nicht, auch energisch und präsent zu sein.