Ich bin auch geduldig. Sehr sogar. Ich rede mir den Mund fusslig, stelle möglichst gute Beziehungen zu meinen Schülern her, ermutige und helfe, wo ich kann.
Aber es nutzt halt nichts, wenn mich Schüler dann eine Woche später begrüßen mit "Wir haben alles vergessen", ich im vierten Unterrichtsjahr noch einfachste Dinge erklären muss und praktisch jede Woche von vorn anfangen müsste, wenn ich alle mitnehmen wollte. Das geht einfach nicht. Wie schon erwähnt, man hat ein Prüfungsniveau zu erreichen und die Haltung einiger Schüler ist derart passiv-konsumierend, die sollte man nicht auch noch mit Geduld füttern. Es ist schön, wenn einer Mal "ach so!" statt "hä??" sagt, aber leider ist das meist nicht sehr nachhaltig.
Ich habe halt das Problem, auf einem bestimmten Level anfangen zu müssen. Das Reden von dem mangelnden Interesse an Mathe (und das "hatte meine Mutter auch schon") kann ich nicht mehr hören. Das sagt einer, und dann kriegt das flugs Kinder, und inzwischen gilt es geradezu als unfein, sich für Mathe zu begeistern.
Ich habe einfach keine Lust, mir jeden Schuh anzuziehen. Meine Schüler landen mathegeschädigt bei mir an. Das ist leider Tatsache.
