Ja, der Ranga ist ein bisschen überpräsent in den Medien. Klar, in der Sache hat er ja recht, diese ewige Angstmacherei ist fürchterlich. Da schmeißen Leute ein Jogurt weg, weil es einen Tag überm MHD ist, weil sie Angst haben, sich zu vergiften. Risikokommunikation ist eine schwierige Sache.
Aber wie Mikael schreibt, Lehrer sind halt in einer speziellen Situation. Wenn mir gesagt wird, dass ich in der Pause die volljährigen Schüler zu beaufsichtigen habe, anderenfalls ich juristisch angreifbar bin, wenn die Schüler aus versicherungsrechtlichen Gründen die Pausen nicht im Gebäude verbringen dürfen, wenn man sie nur unter schriftlicher Einverständniserklärung von einer Veranstaltung allein heimfahren lassen darf ... dann vergeht einem irgendwann die Lust, irgendetwas zu veranstalten, was den Hauch eines Risikos bergen könnte. Vor allem, wenn man nur mit solidem Halbwissen aufwarten kann, so wie ich.
Das Geschrei um die Panikmache hat allerdings auch schon manchmal etwas hysterische Züge. Wie erwähnt, selbst Sicherheitsgurte wurden mal als völlig übertrieben dargestellt, und wenn es nach dem ADAC ginge, würde man in den Wohngebieten 60 fahren dürfen. Und was bitte sollen z. B. Hautärzte denn sagen? Leute, geht ruhig in die Sonne, das macht nix, wenn ihr euch mal verbrennt?
Beim letzten Glatteis hier wurde ein Polizist zitiert, der angesichts der vielen Unfälle sinngemäß sagte, die Leute seien offenbar zu blöd, sich auf veränderte Fahrbedingungen einzustellen. Was also soll die Polizei tun außer warnen? Es gibt halt sensible Naturen, die dann etwas verängstigt reagieren, aber auf ein Sensibelchen kommen 100 Merkbefreite.