Also nach 4 Jahren Unterrichtspraxis noch soviel zu arbeiten: Schrecklich! Die Folgen sieht man ja schon: Der Partner ist verzweifelt und wendet sich an ein Forum, in dem er gar nicht schreiben darf. Wann bitte soll man noch entspannen, Hobbys betreiben, Sport machen, Freunde treffen - all das tun, was zu einem erfüllten Leben gehört , wenn man immerzu arbeitet?
Auch von mir: Nein, das tun nicht alle. Ich habe noch eine Menge Hobbys, eine Familie, einen Haushalt, mein Sportprogramm ... und ich kriege alles unter. Natürlich gibt es Phasen, da hat man für manche Dinge keine Zeit oder ist zu erschöpft, um noch kreativ zu sein oder die Küche aufzuräumen. Aber das gleicht sich dann irgendwann wieder aus. Und manchmal muss man ein bisschen schlampen, da hilft halt nix.
Das Problem, Beruf und Familie/Freizeit/Partnerschaft zu vereinbaren, ist natürlich ein Leben lang akut. Da muss auch jeder für sich einen Weg finden. Die große Frage ist: Kann man auch für jemand anderen einen Weg finden? Jeder hat so seinen Arbeitsstil. Die offensichtlichen Zeitfresser kann man ja immer besser bei anderen beobachten als bei sich selbst. Dieses Überpenibelsein (muss man jedes Tafelbild in der Tasche haben?). Oder das ewige Redenredenreden (man kann auch mal kurz angebunden sein, ohne sich gleich Feinde zu machen). Sich schlecht zu organisieren, Unterlagen nicht parat zu haben, Termine nicht einzuhalten, jedes kleine Vergehen von Schülerseite mit großem Pompom ahnden wollen ... all das verursacht Stress. Aber wie gesagt, ändern kann das jeder nur für sich. Der Partner kann vielleicht ein bisschen coachen, zuhören, ermutigen. Was voraussetzt, dass man überhaupt ins Gespräch kommt. Ich stelle es mir schwierig vor, vom Partner zu hören: "Ey, du arbeitest zu viel, schau, andere schaffen das in viel weniger Zeit." Vielleicht wirklich zuhören und von sich aus sagen, dass man leidet. Denn so ist es ja.