Beiträge von Piksieben

    Ist dieses Semi-Präsentsein nicht der Gipfel der Zeitverschwendung?

    Ich finde, wenn man da rumsitzt und sich langweilt, in Gedanken abschweift oder irgendwo rumklickt, egal, welche Form von Treffen man gerade hat, muss man sich dran erinnern, dass wir den SuS oft nichts anderes zumuten.

    Wie oft sage ich dasselbe für die, die es auch beim zwanzigsten Mal nicht begriffen haben. Wie oft erkläre ich Sachen für die, die langsam denken ... und andere öden sich in der Zeit herum.

    Oft schon beobachtet, es sind nicht immer die SuS mit den hohen Fehlzeiten, die die Versetzung nicht schaffen. Die Cleveren schaffen es auch ganz gut ohne Unterricht.

    Höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert, in Zeiten der Videokonferenzen und der KI könnte man sehr viel individualisierter lernen.

    Bei uns waren die Konferenzen während Corona super. So kurz wie irgend möglich und alles, was schriftlich zu vermitteln war, kam per Mail. Jetzt zieht sich alles wieder in die Länge. Wenn man wenigstens mal richtig diskutieren würde, aber das ist es nicht. Es wird nur alles endlos durchgekaut und wie ich sehe, ist das nicht nur bei uns so.

    BTW: Wer die Klimaerwärmung leugnet, hat den Schuss nicht gehört. Schaut einfach nach Süddeutschland, das gerade absäuft.

    Leider gibt es quer durch die Generationen völlig merkbefreite Leute, die meinen, sie müssten Botschaften verbreiten wie "die wollen uns die Wurst verbieten", "der Habeck kommt und reißt unsere Heizkörper raus", "die Autoindustrie wird durch das Verbot des Verbrennermotors ruiniert, dann müssen wir alle sterben" usw. Es kursiert ein Cartoon, in dem jemand bis zur Brust im Wasser steht und ein Schild hochhält, auf dem steht "Gendern verbieten".

    Ich finde das schwer zu ertragen und kann verstehen, wenn junge Menschen irgendjemandem die Schuld zuschieben wollen. Das sollte man nicht einfach abtun, sondern sie ernstnehmen.

    Es gibt in der Tat unangenehme Boomer. Und klar sind die schuld: Die haben ja all diese Kinder gemacht, die jetzt protestieren. Und die Eltern der Boomer erst! Die haben all diese Boomer produziert. Und die dazwischen, die ihre Brut mit dem SUV ins Klassenzimmer bringen ... Aber eigentlich muss man sowieso bei Gott anfangen und seiner Botschaft, die Erde "untertan" zu machen und "fruchtbar" zu sein, und der Papst verbietet Verhütung etc. Und überhaupt, warum hat Gott uns so habgierig und uneinsichtig gemacht?! Ach nee, das war ja gar nicht Gott, das war die Evolution. Tja was macht man da. Schwierig.

    Niemand von uns hat fertige Antworten, wie das weitergehen soll, das Wissen ist da, der (gemeinsame!) Wille fehlt. Sieht man ja auch gerade an den Wahlen zum EU-Parlament.

    Und wie will man die Klimakrise abwenden, wenn man Krieg führt? Ich würde vermutlich mit den Schülerinnen und Schülern versuchen, herauszuarbeiten, dass Schuldzuweisungen an Generationen nicht weiterhelfen und dass alle umdenken müssen.

    An keiner Stelle schreibst du, dass dich deine Fächer wirklich interessieren. Das ist eine ganz schlechte Voraussetzung für dein weiteres Studium und den beruflichen Alltag.

    Denk mal drüber nach, ob du bis an dein Lebensende mit deinen Fächern zu tun haben möchtest. Was du sonst so schreibst, beruht zum Teil auf Hörensagen, die Erfahrung musst du schon selbst machen.

    Aber du bist ja noch jung und kannst dich auch nochmal umentscheiden. Ich finde es sowieso sehr öde, sein ganzes Leben lang denselben Job zu machen und schon gar nicht immer nur Schule. Habe ich auch nicht gemacht, ich bin erst spät und auf Umwegen Lehrerin geworden.

    Du kannst irgendwas mit IT auch an der Schule machen und irgendwas mit Kindern auch in der Freizeit.

    Tja, wie schon geschrieben, deine Entscheidung ...

    Ich finde den Wahlomaten gut. Da kandidieren so viele kleine Parteien, die Chance auf einen Sitz haben oder sogar schon drin sind. Da lohnt es sich schon, mal zu gucken, wem man nahestehen könnte, ohne dass man 35 Wahlprogramme lesen muss.

    Außerdem ist natürlich gut, dass er der Wählerschaft insgesamt die Wahl etwas leichter macht - vielen ist nicht klar, wie wichtig diese Wahl ist.


    Ich bin mir haltnicht sicher, ob es ausreicht andie Eigenverantwortung zu appellieren, oder ob ich da nicht (moralisch) verpflichtet bin, die Schüler*innen zu ihrem Glück zu zwingen.

    Ob man jetzt moralisch verpflichtet ist oder nicht - die SuS sind in dem Alter noch nicht so einsichtsfähig zu wissen, dass sie üben müssen, weil sonst nichts hängen bleibt. Und da ist eine Viertelstunde zu Hause schon nützlich.

    Wenn du Potenzgesetze und ähnliche Regeln machst, mach doch zu Beginn der Stunde ein paar Aufgaben und nimm einzelne SuS dran, mach eine Lernstandskontrolle oder einen Wettbewerb, wer am schnellsten die richtige Lösung gepostet/gesagt hat. Auf jeden Fall den Faden wieder aufnehmen, damit klar ist: Hausaufgaben selbst machen hätte geholfen.

    Unabhängig von ipads hast du eh keine Kontrolle, dass selbst gerechnet wurde. Dafür braucht man ja noch nicht mal Mitschüler. Von daher kann man sich eine "Heftkontrolle" vermutlich sparen.

    Ich kann das absolut nachvollziehen und dass du dir um den offenbar cleveren Schüler Gedanken machst, finde ich super. Da bleibt ja auch noch etwas Zeit, um Gespräche zu führen und zu schauen, was genau da los ist.

    Vielleicht ist er unterfordert und sieht in einigen Aufgaben einfach keinen Nährwert.

    Wenn ich ein Wort verbieten dürfte, wäre das "beschulen". Das finde ich so wie "unverzichtbar" - schrecklich. Was haben die Wörter "unterrichten" und "unentbehrlich" uns eigentlich getan, frage ich mich.

    Ansonsten finde ich auch, wir sollten uns nicht so anstellen mit den Endungen. Auch nicht mit Präpositionen und so.

    Jed versteht "ich geh Aldi".

    Ohne Quatsch. Manchmal muss man halt mal umdenken. "Lehr" und "Bäck" haben was :lach:

    Hallo SirRatgeber, wie du siehst, läuft das überall ein bisschen anders.

    Es gibt einen Bildungsplan, der an der Schule konkret zu einer didaktischen Jahresplanung wird. Das machen aber die Fachkolleg*innen zusammen, so dass ich den fertigen Plan schon habe und der ändert sich auch nicht so schnell.

    Für mich selbst habe ich mehr oder weniger genaue Pläne. Und ja, das hat sich im Lauf der Jahre sehr geändert. Ich weiß, wo ich hin will mit meinen Klassen, es ist aber jedes Jahr ein bisschen anders. Ich stelle mich darauf ein, was nicht so schwierig ist, weil ich halt viel Erfahrung habe. Am Anfang muss man genauer planen, später hat man mehr im Kopf und kann auch viel spontaner reagieren, wenn Sachen nicht so klappen oder Klassen Probleme haben.

    Was ich empfehlen würde, was ja auch oben schon steht: Die Termine des Jahres im Blick haben, dann aber die Planung "atmen" lassen - also Luft lassen für Eventualitäten aller Art. Und immer in größeren Zusammenhängen planen, nicht von Stunde zu Stunde.

    Gerade zum Beispiel habe ich gemerkt, ich hatte den richtigen Stoff, aber die Aufgaben waren doch noch zu schwierig. Dann habe ich mich gleich am Ende der Stunde nochmal hingehockt und zwei, drei leichtere Aufgaben für die nächste Woche vorbereitet. Wobei das in dem Fall schneller ging als "suchen" - selbst dazu bin ich oft zu faul, obwohl ich echt Material in Hülle und Fülle habe. Kommt halt immer drauf an.

    Auch wenn ich mit Kolleg*innen spreche: Flexibilität und Entscheidungsfreude sind das A und O ...

    Ich erinnere mich daran, als ich in der 7. Klasse mal meine Relilehrerin fragte, ob wir als Katholiken heute einen kleinen Galgen an der Wand anbeten würden, wenn Jesus damals erhängt und nicht gekreuzigt worden wäre. Eine wirkliche Antwort bekam ich nie, nur "über ungelegte Eier wollen wir jetzt nicht nachdenken".

    Das wäre einen eigenen Thread wert: Die dümmsten Lehrerantworten. Ungelegte Eier. Puh, was für eine schwache Antwort auf eine so kluge Frage!

    Ich habe die alte Mundorgel noch. Da habe ich jetzt weder das mir bekannte "Aufstandlied in Kuba" noch ein Lied über einen Mord im Schloss gefunden. I

    Auf jeden Fall ist das Kuba-Lied im "Bettelmusikant", der war bei mir damals auch immer an Bord. Wenn man da heute durchblättert, kann man sich schon ziemlich gruseln.

    Ich habe die alte Mundorgel noch. Da habe ich jetzt weder das mir bekannte "Aufstandlied in Kuba" noch ein Lied über einen Mord im Schloss gefunden.

    Ich nehme an, meine Auflage ist älter als deine ... Die haben sicher auch dazugelernt. Aber ich weiß gerade auch nicht, wo meine Mundorgel ist und kann das nicht belegen.

    Oftmals achtet man nicht auf Texte. Ich finde das immer lustig. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, was "Deep Purple" heißt, das war für mich immer nur cooler Rock. Bei "Smoke on the Water" hatte ich weder Rauch noch Wasser vor Augen, sondern nur den dunklen Parykeller. Das wäre ja alles wurscht, aber "Hieroshima" als Schmusesong ... schon ein bisschen strange in der Rückschau.

    Mit Gleitzeit und Homeoffice-Option ist man in einigen Berufen durchaus flexibler als als Lehrkraft mit festem Stundenplan.

    Mich nervt aber auch das Gejammer von Vollzeitkoll*innen über Konferenzen und Ähnliches am Nachmittag. Das ist nicht familienfeindlich, das gehört zum Job und auch das weiß man, bevor das Kind auf der Welt ist.

    Das Spiel, also die Bezeichnung dafür, hat sich irgendwie gedankenlos von Generation zu Generation weitervererbt, ich habe da ehrlich gesagt auch noch nie drüber nachgedacht, ob das angebracht ist. So wie ich auch früher allerlei Lieder geträllert habe, die z. B. in der Mundorgel zu finden waren und heute wirklich nicht mehr gehen (dieser Aufstand in Kuba ... ihr wisst schon ... oder diese Geschichte von dem Mord im Schloss ... ). Das mit der Blume ist eine gute Idee, oder auch das mit der Dusche. Aber es dauert wohl immer ein bisschen, bis sich sowas durchsetzt.

    btw. Bei faz online habe ich ein Wortspiel gefunden, das mir sehr gefällt. Es ist eine Kombination aus dem "Blumenspiel" und Mastermind. Man muss auch ein Wort raten, aber: Man schreibt ein Wort hin und bekommt dann die Info, welcher Buchstabe vorkommt und welcher zusätzlich am richtigen Platz ist (Mastermind-Prinzip). Weil ich mich nicht anmelden wollte, habe ich es einfach selbst programmiert, ob es das schon als App gibt, weiß ich gar nicht.

    ChatGPT hat mir eine Wörterliste spendiert und nun tüftle ich. Man kann es natürlich auch einfach auf dem Papier spielen. Ist ja vielleicht auch mal was für Vertretungsstunden. Als Gehirnjogging.

    Naja. Die KI-generierten Texte sind meist besser als das, was die SuS sonst so produzieren. Sie überführen heißt ja eher: Wie - du hast einen fehlerfreien Text geschrieben? Der kann nicht von dir sein.

    Wenn man ChatGPT richtig anspricht, kann das ausgesprochen inspirierend sein. Ich benutze ihn, wenn ich über ein Thema nachdenke und mich sortieren möchte. Sortieren kann er nämlich ausgesprochen gut.

    Natürlich ist er nicht geeignet, wenn man Altare in Pusemuckel mit ihm besprechen will. Das ist doch klar. Die meisten Schulthemen ist aber sowas von Mainstream. Da galoppiert uns die KI längst vondannen.

    Lustigerweise schafft er oft die einfachsten Dinge nicht, etwa: Erstelle mir eine Liste von Wörtern mit 5 Buchstaben. Aber das ist alles nur eine Frage der Zeit.

    Es stimmt natürlich, dass es auch unter Lehrkräften welche gibt, die keine Lust haben, sich fortzubilden. In Sachen Digitalisierung ist das bei uns auch tatsächlich Zwang: Wenn die Kreidetafeln weg sind und das Klassenbuch elektronisch, dann muss man sich halt informieren. Aber wie ich das mache, ist doch mir überlassen. Mir genügt in der Regel eine schriftliche Anleitung und jemand, den ich im Bedarfsfall fragen kann. Andere brauchen eine Schulung, klar. Ich finde, für sowas muss man kein Fass aufmachen.

    Ich habe jetzt nicht so genau erfasst, wie das geregelt werden soll. Man könnte doch von jeder Lehrkraft verlangen, im Schuljahr durchschnittlich 2 Fortbildungen nachzuweisen. Das bisschen Bürokratie ...!

    Ich finde die Webinare, die ich außerschulisch besuche, immer sehr gut und natürlich findet da auch Austausch statt. Und ViKos habe ich auch oft. Aber ich bin halt auch wissbegierig, nicht nur, was meine Fächer angeht. Wer keine Lust hat, sich fortzubilden, macht das auch nicht oder drückt sich wo er kann.

Werbung