Beiträge von fossi74

    Unsere Kleine hat vor den Ferien von ihrer zukünftigen Klassenlehrerin einen Brief bekommen, in dem sinngemäß (natürlich mit mehr Worten als ich jetzt wiedergebe) drinstand, dass sie sich auf ihre neuen Kinder freut. Der Rand des Briefs war mit Fußspuren zum Ausmalen verziert, eine für jeden Tag bis zur Einschulung. Für die Eltern gab es Hinweise zum Ablauf des ersten Schultags. Fand ich sehr nett und persönlich.

    Als Sek-Lehrer finde ich die Idee sehr seltsam, den Kindern etwas zur Einschulung zu schenken, das ich selbst gekauft habe. Ich denke, das muss nicht sein.

    Ich gebe doch nicht zu Beginn des Monats Geld sorglos aus und gucke dann ab dem 20., was ich esse.

    Ja, Du natürlich nicht. Ich auch nicht. Aber das ist wahrscheinlich schon so ein Fall, bei dem man nicht von sich auf andere schließen sollte.

    und vielleicht wartet heute nach der Schule ein besonders leckerer, selbstgebackener Kuchen auf das Kind..

    Ja, in der bunten Welt von Polly Pocket ganz bestimmt. Sorry, das meinst Du doch nicht ernst.

    Wir haben nun hier so einen Fall, der Schulleiter veröffentlicht sogar Personalsachen im Internet bzw. Elternbriefen: "Lehrer Müller hat uns leider verlassen, weil sein Vertrag nicht verlängert werden konnte".

    Was für ein Idiot. Gibt es aber immer wieder - wir wurden kürzlich von der Musikschule unserer Großen informiert, dass der Klavierunterricht bis auf Weiteres ausfallen muss, weil Frau S. sich den Oberschenkelhals gebrochen hat. Danke für die Info. Ohne Worte... aber es gibt Hoffnung: Kürzlich wurde ich von einem Schüler beim Abschied gefragt, ob er ein Selfie mit mir machen dürfe. Auf meine Bitte, das dann aber nicht online zu stellen, versicherte er mir glaubhaft, mit den gängigsten Datenschutzregeln durchaus vertraut zu sein. Vielleicht ist es wirklich ein Problem der "Das Internet ist für uns alle Neuland"-Generation, die momentan wohl einen Großteil der SL-Stellen besetzt (sagen wir mal Jahrgang '55 bis '65) : Zu jung, um das Internet und die damit verbundenen Datenschutzdiskussionen zu ignorieren, aber zu alt, um sich wirklich eingehend damit zu befassen (Einzelfälle und Anwesende natürlich ausgenommen!). Ja, ich weiß, die oben diskutierten Vorfälle haben mit dem Internet eigentlich nichts zu tun. Die ganze Datenschutzgeschichte ist aber doch eine Entwicklung der letzten zehn, fünfzehn Jahre.

    Würdet ihr eher das studieren was euch interessiert oder eher das, was bessere Jobchancen hat?

    Unten auf der Seite unter "Ahnliche Themen" bekomme ich gerade den Thread "schockierende Zahlen aus Bayern" angezeigt. Der passt sehr gut zur Frage, ob Deutsch/Englisch oder Deutsch/Ethik vorzuziehen sei.

    Ehrlich gemeinte Antwort: Keines von beiden. Und Deutsch solltest Du auch noch mal überdenken. Nicht wegen der Korrekturbelastung - die liegt nämlich für D-Absolventen momentan und sicher noch für einige Zeit bei nahe null.

    Beim Täter von München lag die Ursache in der Dummheit und in einem falschen Welt- und Menschenbild. Hier hat auch die Schule versagt und könnte die Ursache durch besseren Geschichts- und Ethikunterricht bekämpfen.

    Nur wenn man unter "die Schule" auch die Schulpolitik subsumiert. Für die Ausdünnung des Geschichtsunterrichts kann die Schule erstmal nichts.

    Insgesamt nicht schlecht, der Artikel. Dass Broder allerdings mit unnachahmlicher Chuzpe den Beziehungsmord von Reutlingen und den Amoklauf von München (Täter: Deutscher, Opfer: Menschen mit Migrationshintergrund) in die Reihe islamistischer Anschläge (die notabene dadurch erst zur "Reihe" werden!) einsortiert, trübt das BILD der Welt ein wenig. Bin gespannt, wann der erste von einem türkischstämmigen Mitbürger verursachte Verkehrsunfall als islamistischer Anschlag gewertet wird.

    Dann fühlst du dich gleich wieder besser!

    Oh, Moment - ich fühle mich gar nicht so wahnsinnig schlecht. Erstens hilft mir die Statistik, die mir sagt, dass unser Landstädtchen jetzt für die nächsten zwanzig Jahre nicht mehr in der Tagesschau auftauchen wird. Zweitens bin ich mir wirklich der Tatsache bewusst, dass z.B. der Straßenverkehr ja wirklich um ein Vielfaches riskanter ist. Und es braucht meist nichtmal irgendwelche verantwortungslosen Idioten, um einen da ins Jenseits zu befördern, eigene Blödheit hätte da schon oft ausgereicht.

    Insofern bin ich nach wie vor recht gelassen, was das Thema "Terror" angeht. Ein Amoklauf wie in der Regionalbahn kann jederzeit und an jedem Ort passieren, und dafür braucht es nicht mal eine Waffe - wer entschlossen genug mit einem Feuerlöscher oder einem Nothammer oder was in einem Zug noch so greifbar ist auf andere einprügelt, erzielt ähnliche Ergebnisse. Von dem Fall in Nizza ganz zu schweigen - genau das gleiche könnte ich morgen schon bei fast jeder beliebigen Großveranstaltung anrichten.

    Ich denke, im Endeffekt gilt, dass eine gewisse Vorsicht in vielen Lebenslagen angebracht und gleichzeitig der beste Schutz ist. Auch hier wieder das Beispiel Straßenverkehr: Wenn ich auf ein Stauende zufahre, lasse ich vor mir ein gutes Stück Straße frei (sofern möglich), und so lange der LKW hinter mir nicht die Warnblinkanlage an hat, gehe ich davon aus, dass er den Stau noch nicht bemerkt hat und verhalte mich entsprechend. Fiel mir nur gerade ein, weil durch genau diese Art Unfall jetzt innerhalb einer Woche IIRC elf Deutsche sinnlos ums Leben gekommen sind.

    Ist Ironie, oder?? Bitte sag ja!

    Das meinst Du nicht ernst, oder?? Bitte sag ja!

    Liebe Kollegen,

    das ist ein Beitrag aus der Kategorie "Nur mal so zum Nachdenken", auf die ich normalerweise selbst allergisch reagiere...

    In den letzten Tagen habe ich erfahren, dass der Attentäter von Würzburg nicht nur in unserem beschaulichen Städtchen gewohnt hat, sondern auch nächstes Jahr wahrscheinlich in einer der Klassen meiner Frau gesessen hätte. Und dass unsere Nachbarn die Pflegefamilie kennen.


    Schon ein seltsames Gefühl.

    Mir geht's ehrlich gesagt nur ein bisschen um die Art und Weise, wie man so mit den Leuten umgeht.

    Sag mal, du bist doch nicht erst seit gestern Lehrerin und Beamtin. Mich wundert Deine Entrüstung daher ein bisschen. Warst Du es denn bisher ernsthaft anders gewohnt? Ernstgemeinte Frage ohne jeden Sarkasmus.

    Hat das Thema hier tatsächlich was mit Grundschule zu tun, fossi?

    Nein, nicht direkt und war auch gar nicht so fettgedruckt gemeint, wie du es gelesen hast. Allerdings gilt wohl (leider), dass Grundschulrektoren diejenigen sind, die a) diesen Posten am ehesten aus Idealismus übernehmen und halt eher keine Verwaltungsmenschen sind und die b) am wenigsten für ihre Aufgabe geschult werden.

    Meine letzten Pfingstferien sahen so aus, dass ich Übungsaufsätze und Deutschabitur (Zweitkorrektur) auf dem Tisch hatte und die mündlichen Abiturprüfungen in Geschichte vorbereitet habe. "Frei" ist was anderes.

    Ich will nicht in die alte Diskussion um Korrekturfächer und durchkorrigierte Ferien einsteigen, möchte aber in aller Bescheidenheit anmerken, dass ich fünf Jahre an der bayerischen FOS/BOS Englisch und Deutsch unterrichtet habe. Ich erwähne Bayern nicht wegen des angeblichen Niveaus, sondern weil die Zahl der vorgeschriebenen schriftlichen Arbeiten nirgendwo so hoch sein dürfte. Ich durfte in meinem vorletzten Jahr nicht weniger als 1.486 schriftliche Arbeiten korrigieren (Abitur in vier Klassen noch nicht eingerechnet, ebensowenig die zwei vorgeschriebenen, jeder Klausur voraufgehenden Übungsaufsätze in Deutsch). Durchkorrigierte Ferien hatte ich trotzdem so gut wie nie; von Wochenenden reden wir aber nicht.

    Und ich sag es nochmal: Als bekennender Morgenmuffel finde ich es schon sehr viel wert, morgens nicht um halb sechs aufstehen, in Eile frühstücken und dann kilometerweit irgendwohin fahren zu müssen. Das ist für mich schon so gut wie "frei". Aber das ist natürlich meine persönliche Ansicht.

    Problematisch wird das allerdings, wenn man an einer Schule landet, wo es Standardprogramm ist, dass die Lehrkräfte die Privatnummer herausgeben, sodass die Eltern auch abends anrufen können oder bei Fragen.

    Da braucht man dann halt Rückgrat, um seine Position zu vertreten. Wobei GS-SL und "Recht und Gesetz" ohnehin oft zwei verschiedene Welten sind. Ich habe mal einen Grundschulrektor kennengelernt, der nicht davon abzubringen war, (guten) Vertretungskräften im Arbeitszeugnis zu bescheinigen, sie hätten sich bemüht - Begründung: "Einen Lehrer, der sich nicht bemüht, kann ich nicht brauchen!". Für ihn war das höchstes Lob, und als er dann von "oben" mal darauf hingewiesen wurde, dass er das nicht so machen könne und "bemüht" Note 5 bedeutet, verstand er die Welt nicht mehr.

    Sag ich doch immer wieder. Wer meint, in der Nähe (oder sogar mittendrin) einer wirtschaftlich attraktiven Großstadt als Lehrer zu den "Gutverdienern" zu gehören, der weiß nicht wovon er redet.

    So jemand braucht dann halt eine Lehrerfrau, und die Sache ist geritzt. Ist natürlich schwierig, so als Berufsmiesepeter eine dauerhafte Beziehung einzugehen.

    - das ist übrigens ein Punkt, den ich noch gar nicht erwähnt habe: Dass nämlich das klassische Modell "Lehrerehepaar" finanziell und von der Lebensorganisation her kaum zu toppen ist. Wie sieht es denn in der "freien Wirtschaft" aus? Da gibt es effektiv doch nur wenige Möglichkeiten:

    1. Beide arbeiten in durchschnittlichen, also wenig karriereträchtigen Berufen, die verlässliche Arbeitszeiten bieten und haben so die Möglichkeit, eine Familie zu gründen, ohne dass die Karriere der Frau komplett den Bach runtergeht. Einkommen: eher deutlich unter dem des Lehrerehepaars.

    2. Er macht Karriere und bringt seine 100.000 (das ist noch ganz gut erreichbar) bis 200.000 heim. Damit befindet er sich auf einem Karrierelevel, bei dem man Aussagen wie "muss heim", "muss Kinder abholen", "muss noch einkaufen gehen, meine Frau kommt spät heim" wohl besser eher selten tätigt. SIE wird also zu Hause sitzen und sich um die Kinder kümmern, nie mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten und irgendwann massiv in die Röhre schauen, wenn ER sich eine 30 Jahre jüngere geholt hat und ihre Rente sich auf HartzIV-Niveau bewegt.

    3. Beide gehen arbeiten, machen tolle Karrieren, verdienen super viel Geld und verzichten auf Kinder.

    4. wie 3., nur dass sie nicht auf Kinder verzichten und diese dann halt von ständig wechselnden Nannies, Aupairs und sonstigem Fachpersonal erzogen werden. Auch nicht schön.

    Und was macht unser Lehrerehepaar? Hat seine 8.000 netto im Monat, hat über drei Monate im Jahr frei, und zwar gemeinsam und immer dann , wenn die Kinder nicht in die Schule oder in den Kindergarten können. Und wenn erst die gemeinsame Pension kommt, in dem Fall so um die 6.000 im Monat, kann demgegenüber so gut wie jeder Rentner einpacken, egal wie gut er verdient hat.

    Popcorn!

    Ich schaue schon lange nicht mehr in allen Bücher rein, um meinen Unterricht vorzubereiten. Ich habe mittlerweile meine Lieblingsbücher. Trotzdem passiert es immer wieder, dass ich etwas suche und dann etwas ganz anderes sehe, bei dem ich mir sage: "Mist! Das ist so gut, das hätte ich lieber mit diesem Versuch zeigen müssen".

    Ach so, eines noch: Hast Du denn die entsprechenden Stellen dann auch katalogisiert und verschlagwortet, damit Du im Bedarfsfall auch schnell Zugriff darauf hast? Ansonsten bleiben das ja immer Zufallsfunde. Das wäre nicht sehr effizient.

    Was denkt ihr, über die Verlagerung des Arbeitsplatz in den Schlafzimmer?
    Viele Sagen mir, ich sollte nicht schlafen, wo ich arbeite. Aber das ging als Student problemlos. Mir macht es eher sorgen, dass ich das Wohnzimmer nicht mehr nutzen werde.
    Andere Sorge ist, dass mein Zimmer, das viel kleiner ist als das Wohnzimmer, bald aussieht, wie bei Messi unterm Schrank.

    Du wirst auf Dauer nicht um die Anmietung eines eigenen Arbeitszimmers herumkommen. Jede Verlagerung verlagert nur das Problem, löst es aber nicht.

    Dafür brauche ich keine 140 Bücher, aber ich kann sie einfach nicht wegschmeißen! Zeitungen oder Magazine, klar, irgendwann! Aber Fachbücher, nein!

    Oh je... ich habe auch so eine Kollegin. Da muss ich immer warten, bis sie in Urlaub ist, bevor ich Englischbücher aus den 80er Jahren entsorgen kann oder das Erdkundebuch von 1990. Willst Du einen ernst gemeinten Rat? Wenn Du keine Bücher wegschmeißen kannst - lerne es!

    Was Friesin übrigens wohl meinte mit den digital herunterladbaren Büchern: Das bieten mittlerweile einige Verlage an. Meist ist in den gedruckten Versionen ein Freischaltcode abgedruckt, mit dem man dann auf die digitale Version zugreifen kann. Alles ganz legal und auch für Lehrer angstfrei machbar.

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