Beiträge von fossi74

    Einem Freund von mir hat das Land 12 Monate die Differenz von E13 zu A13 nicht bezahlt, weil vergessen. Es ging drum das er die Verbeamtungszusage schon hatte, das Schulamt aber nicht hinterhergekommen ist mit dem Akten. Im Nachhinein hat er das zu zahlende Geld nicht erhalten (und auch nicht eingeklagt).

    Oh, das wäre ein schöner Fall fürs Jurastudium. Am Ende hat dein Kollege zwar aus seiner Sicht zu wenig Geld bekommen (netto), aus Sicht des Dienstherrn aber viel zu viel (man vergleiche mal die Bruttobeträge von TV-L-Angestellten und Beamten). Der Schaden für den Kollegen liegt also darin, dass zuviel Sozialbeiträge abgeführt wurden, von denen er aber indirekt auch wieder profitiert.

    Da zudem ja die Vergütung im TV-L offiziell derjenigen der Beamten entspricht, würde ich hier tatsächlich vermuten, dass auf dem Klageweg wenig zu erreichen gewesen wäre.

    Akten, die er nicht geschafft hat zu bearbeiten, einfach in den Fahrstuhlschacht geschmissen hat. Kam bei einer Wartung heraus, Schaden beträgt wohl mehrere hunderttausend.

    Ja, so ein beschädigter Fahrstuhl kann verdammt teuer werden. Besitzer von Eigentumswohnungen können ein Lied davon singen.

    Ja klar, aber das ist doch ähnlich Komplex wie eine Bezügemitteilung (wobei ich die noch einfacher finde).

    Gut, es wurde ja bereits erwähnt, dass NRW-Abrechnungen etwas einfacher aufgebaut zu sein scheinen als anderswo.

    Im Ausreden Suchen, um ein wenig Aufwand zu vermeiden, sind Menschen eben gut

    Das ist doch hier gar nicht der Punkt. Die Frage ist doch: Warum erlegt mir mein AG diesen völlig unnötigen Aufwand auf, wenn es doch viel einfacher ginge? Ich hatte ja erwähnt, wie meine Abrechnungen mittlerweile aussehen - und ich unterliege nach wie vor dem TV-L. Es fallen also genau die gleichen unterjährigen Veränderungen an wie beim Staat.

    Ich unterstelle nach wie vor Verschleierungstaktik. Bei jedem Lehrer unbemerkt zwei Euro gekürzt macht auch eine halbe Million im Monat.

    Und jedes Jahr beschweren sich tausende Studienanfänger, dass der BAföG Antrag so kompliziert sei und man den ja nicht ausfüllen könne, insbesondere als armes Arbeiterkind

    Ich habe noch nie einen Bafög-Antrag ausgefüllt und kann daher die Komplexität dieses speziellen Vorgangs nur erahnen. Allerdings war ich schon des öfteren mit diversen Anträgen konfrontiert, bei deren Ausfüllung ich mehr als einmal vor der Frage stand, was denn da genau von mir erwartet werde. Dass ich z. B. jahrelang falsche Angaben in unserer Schulstatistik gemacht habe, ist mir erst aufgefallen, als in einer Fobi zufällig darauf hingewiesen wurde, wie eine bestimmte Frage zu verstehen sei (moniert wurde es natürlich nie).

    Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, liegt es nicht immer am Kopf.

    Was ist denn daran besonders komplex?

    Ach, weißt du - du hast recht. Wird schon alles seine Richtigkeit gehabt haben.

    Was macht ihr denn, wenn eine Stromrechnung kommt?

    Ganz einfach: Zählerstand alt mit Zählerstand neu vergleichen, Differenz mit Preis pro kwh malnehmen, 12 x Grundbetrag addieren. Was soll denn daran komplex sein?

    Für den Fall hier hätte es bei so einer Abrechnung zudem vollkommen gereicht, in der ersten Zeile zu prüfen, ob das Tabellenentgelt stimmt.

    Und der ganze Sums mit den x Minibeträgchen, die je nachdem draufgeschlagen oder abgezogen werden, wird dann schon stimmen. Ja, klar.

    Es gab übrigens sogar mal ein Glossar dazu ("wegen der vielen Nachfragen, die uns erreichen"), müsste mal schauen, ob das mit abgeheftet ist. Das hat die Sache damals nicht weiter erhellt.

    Ich habe mir aus Spaß ein Angebot der Gewerke geben lassen um unser Wohnzimmer komplett neu machen zu lassen (Boden, Decke, Elektrik, El. Rolladen, Fenster) und wäre bei den Wucherpreisen auf 18.900 Euro gekommen.

    Und dann hast du das alles selbst gemacht, obwohl deine Frau (deine Aussage) im Monat das nach Hause bringst, was du netto im Jahr hast, also konservativ gerechnet das doppelte des obigen Angebots? Naja, wers glaubt.

    Ihr seid doch alle Akademiker, oder? So wahnsinnig kompliziert ist eine Abrechnung nicht, dass man sich da nicht einlesen kann. Zudem kann man die Besoldungsstelle auch fragen, wenn man Einzelheiten nicht versteht.

    Die Ausrede "ist mir zu schwierig und das finden auch die anderen, deshalb mache ich das nicht" gilt schon bei Schülern (in der Regel) nicht.

    Und vor allem muss man gar nicht die ganze Abrechnung verstehen. Wieviel am Ende rauskommen soll, kann man nachlesen und mit dem abgleichen, was tatsächlich rauskommt.

    Ich verweise mal auf einen entsprechenden Beitrag von mir - schon knapp 9 Jahre alt, aber es hat sich (in Bayern) nichts geändert: RE: Kryptische Gehaltsabrechnungen - ein bayerisches Problem?

    Schau dir die dort gepostete Abrechnung mal an und sag dann nochmal, ob jemand, der daraus nicht schlau wird, tatsächlich unwillig oder zu doof ist...

    Er hat nur aufgezeigt, dass er auch mit A14 nicht so reich ist, wie

    behauptet wird

    Also, ich bin ja neuerdings Ministerialdirigent und bekomme Besoldungsgruppe B6. Ich bekomme also in Steuerklasse III rund 8300 € netto überwiesen. Blöderweise ist meine PKV sauteuer (1000 € im Monat). Außerdem fahre ich jeden Tag mit dem Taxi ins Büro, weil ich aus gesundheitlichen Gründen nicht Auto fahren darf (36 km einfach, knapp 100 € pro Fahrt, also 4000 € im Monat). Wenn ich dann noch die zwei afrikanischen Waisenkinder einrechne, die ich mit monatlich je 500 € unterstütze, bleiben mir gerade mal 3000 € im Monat zum Leben. Es ist also einfach lächerlich, wenn behauptet wird, mit dem Gehalt eines Ministerialdirigenten gehöre man zu den oberen x% oder ähnlicher Schmarren!

    Da herrscht für mich in allen Bereichen das blanke Chaos.

    Gilt durchaus auch für andere Länder. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass die Berliner Abrechnungen noch undurchsichtiger sein können als z. B. die bayerischen.

    Ich bin bei meinen Gehaltsabrechnungen auch eher pingelig

    Das nützt dir nichts, wenn die Situation so ist wie hier geschildert:

    Das liegt nicht an der geballten Doofheit, sondern an bis zu 20 Positionen, die noch nie ein Mensch gehört hat.Darin sind Abkürzungen enthalten, die nur die Personalstelle versteht

    Oh, wie habe ich es immer geliebt (übrigens sowohl als Referendar wie als Angestellter in Bayern): Hinz-Betrag, Aufrollungsdifferenz, Abrollungsdifferenz, Verrechnung Vormonate, … wer nennt die Namen, kennt die Orte?

    Jetzt, als Angestellter in der privaten Wirtschaft: Brutto, Lohnsteuer, KV, PV, AV, Netto - fertig. 5 Zeilen, 11 Monate lang gleich, im 12. Monat mit Sonderzahlung. Warum geht das im Staatsdienst nicht? Jahrzehntelang war es doch Beamtenprivileg, jeden Monat exakt das gleiche Gehalt zu bekommen. Was soll also diese bescheuerte Rechenorgie, die - in ganz normalen Monaten, wohlgemerkt! - durchaus 4 Seiten umfassen kann? Ich bin davon überzeugt, dass jeden Monat zehntausende Kollegen im öD Einbußen haben und es schlicht nicht merken (können).

    Wobei ich mir in deiner Situation wirklich überlegen würde, die Ausbildung noch abzuschließen. Wenn ich mich recht entsinne, ist dein 1. Staatsexamen ca. 10 Jahre her? Dann ist es noch lange nicht zu spät, ins Ref zu gehen und danach in den Staatsdienst zu wechseln. Auch an privaten Schulen hast du mit dem 2. Staatsexamen einen anderen Stand.

    "Wie finden Sie das Gedicht"

    "Oh, ganz leicht, es steht vorne auf dem Aufgabenblatt."

    Würdet ihr weiterhin mit vollem Deputat bei gleicher Besoldung (sagen wir mal A13) arbeiten, selbst wenn ihr Millionen erben/im Lotto gewinnen würdet?

    OT: Ich glaube, so ein richtig fetter Lottogewinn (ich rede von einem acht- bis neunstelligen Betrag, wie er im Eurojackpot ausgeschüttet wird) würde für die meisten hier mehr Probleme bereiten als er löst. Wenn man es wirklich mal durchdenkt, dann hätte man in so einem Fall wohl tatsächlich die Wahl zwischen "so tun, als wäre nichts, und ganz unauffällig den Lebensstandard dort erhöhen, wo andere es nicht sehen" und "ich wechsle mein komplettes soziales Umfeld, damit ich meinen Reichtum ausleben kann". Eine Kombi aus Option 1 und 2 würde wohl zu erheblichen Verwerfungen im Verwandten- und Freundeskreis führen, und Option 2 erscheint mir auch wenig verlockend. Wir waren über Silvester in Baden-Baden und konnten mal wieder reichlich "reich+schön" bestaunen - ich glaube, für solche Kreise muss man geboren sein. Unsereiner würde auch mit einer Milliarde auf dem Konto unter solchen Leuten rumlaufen wie Falschgeld. Und selbst wenn es nicht so wäre: Ich bin überzeugt, dass zumindest ich von diesem Edelproletariat in kürzester Zeit angeödet bis angeekelt wäre.

    Der einzige gangbare Weg, den ich sehe, wenn der Eurojackpot tatsächlich zuschlägt (und ja, gelegentlich spiele ich): Reduktion auf minimale TZ (kann man dem Umfeld mit gesundheitlichen Gründen verkaufen), einen angemessenen Betrag für die eigene Lebensführung abzweigen (das können ruhig 5 oder 6 Millionen sein, in unserer Erbengeneration ist das nicht außergewöhnlich hoch), und vom Rest eine Stiftung zu wohltätigen Zwecken gründen.

    Ich glaube, ich bin auch nicht der einzige mit solchen Skrupeln - nicht umsonst bleiben gerade die Großgewinne oft bis zum Ende der Annahmefrist liegen oder werden gar nicht abgeholt (kürzlich erst 4 Mio. in Bayern).

    Vermutlich brauchte man damals nicht jedes Jahr ein neues IPhone mit dem entsprechenden Vertrag, selbst für die lieben Kleinen, ebenso, wie sämtliche PayTV Abos, sowie alle naslang das neueste Auto, alle paar Jahre die neueste technische Ausstattung im Haushalt, jede Saison einen komplett neue Ausstattung im Kleiderschrank, dauern irgendwelche Kurztrips in die Metropelen dieser Welt etc. Die Kindebetreuung war auch kostenlos. 😉Da kam man mit einem Gehalt locker hin.

    Lebst du so oder ist das tatsächlich - wie weiter oben behauptet - dummes Geschwätz?

    Obwohl die Ehefrau im Monat das heimbringt was ich in über einem Jahr netto verdiene entsteht hier für mich kein Neid.


    Daher arbeite ich sogar in Vollzeit

    Das ist momentan sicher sehr lobenswert. Wenn in 10 Jahren die Junglehrer wieder mit 1,0 auf der Straße stehen, würde ich schon hinterfragen, ob du mit diesem Background wirklich eine Vollzeitstelle blockieren musst.

    Es gibt bei uns Kollegen, die sich bei der Klassenleitung dermaßen "dämlich" angestellt haben, daß sie nie wieder irgendwo als Klassenlehrer eingesetzt werden. Ich würde diesen Kollegen gleich 5-10 Klassen aufs Auge drücken, damit sie mal tüchtig üben können, wie Klassenleitung funktioniert.

    Das würdest du vielleicht als Kollege tun, nicht aber als Schulleiter. Wobei ich mehrere Fälle kenne, in denen Kollegen es geschafft haben, sich aufgrund ihrer Faulheit und Inkompetenz Gehaltsabzüge und Beförderungssperren zu verdienen. Man sieht: Leistung lohnt sich nicht unbedingt, aber konsequente Minderleistung wird durchaus belohnt (also sozusagen mathematisch gesprochen - eine Gehaltskürzung ist ja praktisch eine negative Gehaltserhöhung).

    Als Beamter erhält man kein Gehalt.

    Um die knappen Ausführungen des Kollegen Plattenspieler zu ergänzen: Natürlich bekommt man als Beamter Geld (zwischen viel zu wenig und recht ordentlich, je nachdem, wessen Lied man hier lauscht), es handelt sich aber nicht um ein Gehalt, sondern um einen Sold. Das ist im Alltag eher von theoretischer Bedeutung.

    Dennoch sollte man sich auch mit den Nachteilen des Beamtentums auseinandersetzen, bevor man sich mit dem Staat ins Bett legt.

    In manchen US-Bundesstaaten gibt's nicht mal Teller, da wird der Mampf direkt ins Tablett mit Vertiefungen gefüllt

    Uni Würzburg, Zentralmensa. War dort vor 30 Jahren schon so.

    Steigerung: Uni Mannheim. Dort hat man sich - wenn ich den Schilderungen eines Kollegen glauben darf - auch noch die Schöpfkellen gespart und die Spezereien mit langen Gummihandschuhen aufs Tablett gebracht.

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