Beiträge von Eugenia

    Hatte nicht jemand behauptet, wir werden bald mehr Impfstoff als Impfwillige haben?!? Ich höre nur immer wieder aus Impfzentren, dass sie alle Erstimpfungen aktuell absagen müssen, damit der Impfstoff für die Zweitimpfungen reicht und selbst die habe ich bereits aus den Arztpraxen gehört sind nicht mehr wie versprochen immer abgesichert, sondern da fehlt Impfstoff.

    Also ist es so, wie vermutet, von zuviel Impfstoff sind wir meilenweit entfernt und das zumindest hier selbst bei AZ.

    Kann ich nur bestätigen, hier sitzen gerade Arztpraxen auf dem Trockenen und sagen diese Woche Zweittermine ab. Einige Impfzentren canceln Ersttermine.

    Langsam habe ich den Eindruck, das eigentliche Problem für die Schüler ist nicht der Distanz- oder Wechselunterricht. Das Problem ist das dauernde Hin und Her ohne jede Kontinuität, die man ihnen gibt. Was hätte es denn gemacht, zu sagen, bis Ende des Schuljahres - das sind noch 6 Wochen ab Anfang Juni - erst mal Wechselunterricht, Ruhe einkehren lassen, kleinere Gruppen zur Aufarbeitung von Defiziten und Übungsmöglichkeiten? Stattdessen: Proppenvoll ohne Rücksicht auf Verluste. Ich hätte nie gedacht, dass mich dieser Beruf einmal so verzweifeln lässt und so unfassbar wütend macht.

    Ab 17.5. gilt in Hessen: Bei Inzidenz unter 100 Jahrgang 12 und 1-6 in voller Präsenz, Rest Wechselunterricht. Und dann nach 14 Tagen unter 100 alle Schüler in voller Präsenz. D.h. ohne Abstände, volle Klassenzimmer. 2x die Woche Test. War da nicht mal was mit Inzidenz 50? Langsam fühle ich mich nur noch veräppelt. Jetzt hat gerade kurz der Wechselunterricht angefangen, alles umorganisiert, Klassenarbeiten im Wechsel geplant, Kollegen haben etwas Sicherheit, weil die Kinder Abstand halten können - ätsch. Bouffier und Co. haben wieder mal was Neues für uns.... Ich bin ja inzwischen total bescheiden, aber ein bisschen Kontinuität und Ruhe wäre einfach mal schön. Und das Gefühl, nicht willkürlich Spielball von Politiker-Planspielchen zu sein.

    Hessen: "Wenn Sie sich gegen einen Test entscheiden, melden Sie Ihr Kind bitte schriftlich von der Teilnahme am Präsenzunterricht ab. Ihr Kind verbringt in diesem Fall die Lernzeit zuhause und erhält von der Schule geeignete Aufgabenstellungen. Mit einer Betreuung durch Lehrkräfte wie im Präsenzunterricht kann allerdings nicht gerechnet werden." (Elternbrief des HKM) Ziemlich schwammig formuliert.

    Oder man teilt den ganzen Jahrgang alphabetisch und schaut, dass nirgends zu große Gruppen entstehen. Kann natürlich zu sehr ungleichmäßig großen Teilgruppen führen. Insgesamt wieder ein Beispiel von: Nicht durchdacht.

    Das Motto ist hier offenbar: Sch*** auf Bremsen, ich zieh die geplanten Öffnungen durch, dann nutze ich eben jedes Schlupfloch. Dieselbe Masche wie bisher, und dann stellt der Kultusminister sich hin und zuckt die Schultern und sagt: „Steht doch so im Gesetz.“ Verantwortliches Handeln sieht anders aus.

    Ich frag mal hier im Impfthread:

    Wisst ihr, wie momentan die Regelungen hinsichtlich Präsenzunterricht für KuK sind, die aufgrund der Pflege eines Elternteils vom Präsenzunterricht freigstellt sind?

    Sowohl die/der Pflegende als auch die/der Gepflegte haben ja mittlerweile ein Impfangebot bekommen.

    Es gibt bei uns immernoch Kollegen, die diese Karte nach mehr als 13 Monaten Freistellung ziehen.

    Also hier im Kreis sind noch lange nicht alle Pflegenden und vor allem zu Hause Gepflegten geimpft. Offenbar stellt gerade die Heimpflege eine für mich unverständliche Lücke beim Impfen dar. Pflegende müssen sich in die Endloswarteschleife einreihen (ist vll. in anderen Bundesländern besser, aber in Hessen ist diese Online-Vergabe ziemlich katastrophal), meine Nachbarin (Prio 2) wartet jetzt seit 8 Wochen. Sie pflegt ihre Mutter zu Hause. Die hat inzwischen wenigstens die 1. Impfung, allerdings damit auch keinen vollen Impfschutz. Und gerade bei alten, pflegebedürftigen Leuten mit schwachem Immunsystem kann ich verstehen, wenn man den abwartet.

    Hessen reagiert auf die neue 165er-Schwelle wie folgt: Ab jetzt gehen alle Schüler in die Schule, im Wechselunterricht. Beginn: 6. Mai. Also alle bis Klasse 6 plus Q2, die bisher komplett da war, plus alle Schüler der 7-11. Ergebnis: Mehr Kontakte, mehr Öffnung bei gestiegenen Inzidenzen.

    Tagesschau: Sachsens Kultusminister Christian Piewarz ist der Grenzwert hingegen zu niedrig. "Es entsetzt, dass das Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe keine Gültigkeit mehr haben soll. Ich dachte, wir wären schon weiter gewesen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". "Wenn wir die 165er-Inzidenz zum Maßstab erheben, dann droht, dass die Schulen bis zum Sommer nicht mehr öffnen können."

    Also lautet das Denkmuster:

    1. Wir haben eine Pandemie, Corona verbreitet sich gerade in bedenklichem Maß.

    2. Ohne Bremse wird das Gesundheitssystem massiv überlastet, es ist ohnehin schon am Limit. Menschen sterben vermehrt, vor allem inzwischen Jüngere.

    3. Sinnvoll wäre Wert X, das sagen zumindest die Wissenschaftler und Ärzte, also Fachleute.

    4. Bei Wert X müssen aber die Schulen schließen. Mist.

    5. OK - 1-3 egal, wir basteln uns unseren eigenen Wert.

    Noch etwas zur Quarantäne:

    Inzwischen haben wir mitbekommen, wie es läuft, weil wir diesen Fall schon hatten. Wenn ein Kind positiv ist, müssen alle Lehrer, die mit dem Kind näheren Umgang hatten (also z.B. extra Förderung, Klassenlehrer) und die Kinder, die sich mit im Klassenraum befinden und in der Schule extra Umgang haben (z.B. in der OGTS) , 14 Tage in Quarantäne. Wenn man 1x geimpft ist und nach wissenschaftlichen Studien 80 prozentigen Schutz hat, muss man das trotzdem. Das finde ich für uns schon bitter, zumal viele sich haben impfen lassen und alle müssen in die Schule kommen und dennoch müssen wir in die Quarantäne.

    Corona-Impfungen: Ab wann besteht ein Immunschutz? (rnd.de) Von 80% Schutz nach einer Impfung geht zumindest Biontech nicht aus. Andere Studien zeigen deutlich schwankende Werte, es wird immer darauf verwiesen, dass es zwei Impfdosen braucht, um den angestrebten hohen Schutz zu erreichen.

    Was mich immer mehr wundert: Seit einem Jahr leben wir jetzt in den Schulen mit teilweise völlig unhaltbaren Zuständen. Ich kenne kaum Kollegen, die inzwischen nicht auf dem Zahnfleisch gehen - physisch wie psychisch. Der Frust, die Wut, teilweise die Verzweiflung sind bei vielen groß. Wir arbeiten jenseits allgemein geltender Arbeitsschutzmaßnahmen, gehen hohe Risiken für uns, die uns anvertrauten Kinder und für Angehörige ein. Von den Verbänden höre ich immer wieder dieselben Proklamationen, Kollegen haben weitgehend resigniert. Warum demonstrieren eigentlich immer nur Querdenker? Warum stehen Lehrerinnen / Lehrer und Erzieherinnen / Erzieher zusammen mit ihren Leitungen nicht auf? Eigentlich müsste es doch auch im Interesse der meisten Eltern sein, dass Schule kein Ort ist, an dem man dauernd Angst vor Ansteckung haben muss. Wo sind die Elterndemonstrationen für bessere Schulbedingungen? Ab und zu lese ich einen offenen Brief einer Schule oder Kita, der im Kultusministerium ohnehin im Papierkorb landet. Wenn jetzt von der Marke Inzidenz 200 für Schulschließungen die Rede ist, macht mich das nur noch fassungslos. Viele Kollegen und Kolleginnen, mit denen ich vor den Ferien gesprochen habe, fühlen sich den willkürlichen Maßnahmen einfach nur ausgeliefert. 35 - 50 - 100 - 200. Irgendwie wirkt das inzwischen wie Roulette. Natürlich dürfen wir als Beamte nicht streiken, aber warum werden nicht alle Betroffenen viel, viel lauter? Schüler haben noch vor gar nicht langer Zeit mit Massendemos und Schulstreik auf den Klimawandel aufmerksam gemacht. Warum macht keiner auf diese Weise auf das aufmerksam, was jetzt unmittelbar und ganz direkt die Schulen betrifft? Ab und zu ein einsamer Schülervertreter in den Medien, der dann sagt "Das geht so nicht weiter, das enttäuscht uns, wir hätten mehr von der Politik erwartet." Sonst - Schweigen und Hinnehmen.

    Wir hatten jetzt schon öfter den Fall, dass einzelne Schüler damit aufgezogen wurden, sie hätten ja Corona und so weiter. Da öffnet man Mobbing Tür und Tor. Klar, betrifft das nicht alle Schüler. Aber ich könnte euch in jeder Klasse die ich unterrichte Schüler nennen, die es nicht gerade einfach haben bei den Klassenkameraden. Und wenn so ein Schüler dann positiv ist... Oh je...

    Wenn ein Schüler positiv getestet wurde, hat das zumindest bisher auch Folgen für seine Mitschüler - die nämlich zum Teil eventuell auch in Quarantäne wandern, wenn sich der Test bestätigt. Gemobbt wird wegen allem Möglichen. Das ist ein grundsätzliches Problem, das man nicht durch eine Überbürokratisierung im Fall Corona löst. Ich habe inzwischen den Eindruck, die überbordende Bürokratie und der Datenschutz lähmen uns derzeit ungeheuer bei der effizienten Pandemiebekämpfung.

    "Es muss sichergestellt sein, dass das Testergebnis nicht von anderen Schülerinnen und Schülern erkennbar ist, dazu sind Abstände einzuhalten bzw. Sichtschutz aufzubauen."


    Ist klar.... :autsch:

    Bei uns in Hessen steht etwas Ähnliches. Ermittlung positiv getesteter Schüler unter Einhaltung des Datenschutzes. Wie soll das gehen?!? Schüler muss zusammenpacken und geht, aber es wird betont, dass das nicht bedeutet, er ist positiv getestet???

    Ich habe mal einige praktische Fragen zu diesen Selbsttests, die im Klassenverband durchgeführt werden sollen. Wir sollen damit nach Ostern anfangen.

    1. Der Lehrer liest das Testergebnis ab. Laufe ich da durch die Reihen? Bringen die Schüler das nach vorne? Wie gewährleistet man gleichzeitig, dass der Abstand eingehalten wird?

    2. Am Schluss sollen die Tests im normalen Mülleimer der Klasse entsorgt werden. Läuft dann jeder nach vorne zum Müll? Ich persönlich möchte das Zeug nicht anfassen. Bei uns wird der Müll erst ganz am Ende des Schultages von den Reinigungskräften entfernt (die schon erklärt haben, sie lehnen das bei Testkits ab). Bleiben dann die Dinger den ganzen Tag in der Klasse im Mülleimer einschließlich der Gefahr, dass die Schüler Unfug treiben?

    3. Unser Kultusminister hat in einem Schreiben gefordert, positiv getestete Schüler müssen "unter Wahrung des Datenschutzes" die Klasse verlassen. Wie soll das gehen? 16 Schüler im Wechselunterricht in der Klasse, einer muss nach dem Test raus, da ist doch klar, wie der Test ausgefallen ist.

    Wir haben bei uns einige Kolleginnen und Kollegen über 60 mit "Corona-Attest" - ich erwarte von denjenigen, dass sie alle Mittel in Bewegung setzen um einen Impftermin heute morgen (in NRW) zu bekommen, und nach der/den Impfungen ihr Attest zurückgeben und sich wieder für regulären Unterricht bereitstellen. Keinerlei Verständnis habe ich hier bei Mäkeleien bezüglich des Impfstoffes.

    Und vielleicht kann man von dir erwarten, dass du endlich mal dieses Gehetze gehen Leute einstellst, die sich freistellen lassen mussten, weil sie sonst schlicht ihr Leben riskieren! Dafür habe ICH kein Verständnis mehr. Ich bin diese dauernden latenten Unterstellungen leid, die hier im Forum grassieren, dass das Drückebergerei ist. Meinst du nicht, dass Leute, die durch Corona massiv bedroht wären, lieber heute als morgen geimpft würden? Was geht es dich an, wenn deren Arzt von einem Impfstoff abrät? Bist zu Mediziner? Der Arzt wird einen guten Grund haben. Welche Mittel sollen die denn in Bewegung setzen? Sit-In vor der Impfstelle? Arzt bestechen? Schon mal in den Medien gehört, dass auch Leute mit schweren Erkrankungen gerade seit Monaten auf ihre Impfung warten, weil es in diesem Land einfach nicht voran geht? Dieses permanente Risikogruppen-Bashing einzelner Frustrierter macht mich einfach nur noch krank. Das spielt dem Präsentismus, den die Arbeitgeber ohne wirksamen Arbeitsschutz liebend gern sehen, nur noch mehr in die Karten. Hauptsache die Kollegen zerreißen sich nicht den Mund und der Lehrer steht ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit vor der Klasse... Vielleicht krankt dieser Beruf wirklich in hohem Maße an der mangelnden Solidarität und der Gehässigkeit der Leute untereinander, die verhindert, dass man gemeinsam etwas zum Nutzen aller erreicht.

    @ Frapper: Mail an lokales Impfzentrum? Welches Impfzentrum kann man denn direkt erreichen? Bei uns gibt es nur die Hotline vom Land - und die sind relativ ahnungslos ("Ich seh hier auch nicht mehr als die Anmeldemaske. Ich kann Sie nur anmelden oder streichen.")

    Keiner weiß wirklich Bescheid, Schulamt erklärt, es hat keine Informationen zur Ausweitung der Impfungen auf alle Lehrer. An der Schule meines Mannes kam schon eine Rundmail mit der Info einschließlich der nötigen Formulare. Jedenfalls melden sich gerade alle, die ich kenne, an. Ich empfinde das als total desorganisiert. Zurückziehen kann man das wohl schwer. Wobei... ich traue der Politik inzwischen alles zu.

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