Beiträge von Eugenia

    In Hessen wird es jetzt Sammeltermine für Grund- / Förderschullehrer*innen und Erzieher*innen geben. Erfasst durch Schulleitung und Schulämter (wobei ich mich eben frage, ob es die eigentlich etwas angeht, wer sich gegen Corona impfen lässt und wer nicht). Ich nehme mal an, dass dann alle denselben Impfstoff bekommen, nämlich Astrazeneca.

    Ich habe gerade dein Beispiel bei einer Mitarbeiterin eines NRW-Gesundheitamts erwähnt. Sie sagte "Ist AZ, dass kann man auch nach drei Wochen zum zweiten Mal spritzen."

    Das irritiert mich ja jetzt total. Überall liest man, dass Astra Zeneca nach 6-12 Wochen die beste Wirkung zeigt. Wenn man das bei einem ohnehin weniger wirksamen Impfstoff noch verringert, wird das für mich immer fragwürdiger.

    Ich finde so eine Diskussion nicht zielführend und neidgeprägt. Wenn eine übriggebliebene Impfdosis jemandem mit niedrigerer Priorität verabreicht wird, tut das keinem weh, und ändert nichts daran, dass die Regelimpfungen an Menschen mit Risikofaktoren vergeben werden.

    Ich finde das, was da gerade abläuft mehr als fragwürdig und gar nicht neidgeprägt. Wenn ein Landrat sich ins Auto setzt, 30 km weit zum Impfzentrum fährt, um schnell eine Dosis abzugreifen, die er sonst erst in einem halben Jahr bekommen hätte, seine Mitarbeiter und die Ehefrau gleich noch mit versorgt und nicht daran gedacht wird, im nahe gelegenen Alten- oder Pflegeheim zu fragen, ob jemand vorgezogen werden kann - dann ist das aus meiner Sicht unmoralisch.

    Man kann dem "Vogel" deshalb folgen, weil er bisher mit allen Prognosen zur Corona-Pandemie leider Recht hatte. Daran ändert auch ein möglicherweise fragwürdiges Privatleben oder Nebeneinkünfte nichts. Dann dürfte ich bald keinem Politiker mehr irgend etwas glauben...

    Die Q2 hat im reinen Distanzunterrícht super funktioniert, jetzt wird das wieder so ein Mist aus paralleler Zuschaltung, Zusatzgedöns etc. Das ist wesentlich ineffizienter als reiner Distanzunterricht.

    Sehe ich ganz genau so. Nur dass wir keinerlei Möglichkeit haben, die zu Hause Gebliebenen technisch zuzuschalten. D.h.

    bisher: effizienter Distanzunterricht mit Videokonferenz und Gesundheitsschutz

    jetzt: doppelt und dreifach Belastung für die Kollegen, Schüler im ÖPNV zur Schule gekarrt, ein Teil zu Hause mit Aufgaben versorgt, die auch irgendwie überprüft werden müssen, in der Schule bei Minusgraden und offenem Fenster sich einen abfrieren. Und dann stellt unser Kultusminister sich hin und sagt, das sei nötig, damit die Schüler sich auf ihr Abitur vorbereiten.... Mir fehlen inzwischen nur noch die Worte.

    Nachdem vor drei Tagen am 08.02. ein Schreiben an die Schulen und Eltern in Hessen rausging, dass Klasse 1-6 und Q4 im Präsenzunterricht beschult werden sollen, während der Rest erst einmal - perspektivisch bis zu den Osterferien - im Distanzunterricht bleibt, heißt es eben gerade in der Pressekonferenz, dass plötzlich auch die Q2 vor Ort mit beschult werden soll, weil die Schüler "lang genug zu Hause waren". Ich fasse es gerade nicht, Lockerungswettrennen an allen Fronten, die Herren stürzen Schulen dauernd adhoc in ein Planungschaos, Lehrer sollen jetzt jede Woche freiwillig getestet werden, damit mehr Sicherheit herrscht - Schüler natürlich nicht. Was ein geballtes Chaos.

    "Aus Angst vor Ansteckung haben viele Schulen auf Musikunterricht verzichtet. Die Leitlinien befürworten ihn dagegen – selbst in Innenräumen, plädieren aber dafür, aerosolgenerierende Aktivitäten wie Singen und Spielen auf Blasinstrumenten zu vermeiden. Draußen, mit zwei Metern Abstand in alle Richtungen, kann ruhig auch gesungen werden."

    Also bei uns fand die ganze Zeit Musikunterricht statt - nur eben ohne Gesang und Blasinstrumente. Alles andere ging wie immer.

    Aber die aktuelle Einschätzung des RKI spricht doch gar nicht mehr von starren Gruppen für ein erhöhtes Risiko, sondern appelliert daran, dass in jedem Fall eine individuelle ärztliche Begutachtung erforderlich ist. Ich verstehe nicht ganz, warum dein Arzt dann so sehr an dieser Liste hängt.

    Ich finde die Aussagen zu AstraZeneca gerade hochgradig intransparent. Weder beim Wirkungsgrad allgemein auch für unter 65 Jährige noch bei der Wirksamkeit gegen die Mutationen gibt es eindeutige Informationen. Aber das ist natürlich genau das Richtige für Lehrer und Erzieher - Feldforschung an der Front.

    Frage bitte deinen Dienstherren bzw. den Sachkostenträger, was er vorschlagen und zur Verfügung stellen würde.

    Mein Dienstherr und Sachkostenträger schlägt gar nichts vor und zahlt auch nichts, genau wie 99.9% aller anderen im Schulbereich. Ich möchte hier auch keine Diskussion, ob man das anschaffen sollte oder nicht oder irgendwelche Grundsatzfragen - einfach nur eine Auskunft über Erfahrungen mit der Technik. Und wer nichts nutzt, weil er die Anschaffung ablehnt, braucht darauf auch nicht zu reagieren, das hilft mir nämlich nicht weiter.

    Hallo, weiß jemand von euch, ob es für Hessen eine allgemeine Richtlinie für die Zeugniskonferenzen im Halbjahr gibt - müssen sie in Präsenz abgehalten werde oder ginge auch digital? Wie handhabt ihr das an eurer Schule?

    Auf welcher professionellen Basis weichen hier einige eigentlich von den glasklaren Empfehlungen des RKI ab? Bauchgefühl?

    Auf der Basis dass ich auch die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion von Schule sehe.

    Die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion von Schule beschwört die Politik ja auch immer bei ihren Entscheidungen zu Schulen in der Pandemie. Ich sehe das inzwischen sehr skeptisch. Im Grunde werden wir doch wie Aufbewahrungsanstalten behandelt - Kinder versorgt, Eltern gehen arbeiten, Wirtschaft funktioniert. Zumindest Söder hat das ja einmal in einer Rede offen angesprochen. Gesellschaftliche Bedeutung hat auch, wenn die Menschen in der Schule - Kinder, Lehrer, andere Mitarbeiter - erkranken, eventuell symptomlos Corona weiterverbreiten, Folgeschäden haben. Wer die gesellschaftliche Bedeutung von Schule wirklich wertschätzt, der lässt Lehrer nicht am langen Arm verhungern, wenn sie Bedenken äußern oder gehört werden wollen. Der stattet Schule mit den nötigen Ressourcen (technisch wie personell) aus. Der nimmt die Schwierigkeiten ernst und kehrt sie nicht unter den Teppich mit lächerlichen Durchhalteparolen und "Augen zu - was kümmern mich Experten". Wenn Schule wirklich eine so große gesellschaftliche Bedeutung und Funktion hat, dann kann sich das nicht darin erschöpfen, sie um jeden Preis im Präsenzbetrieb bei voller Schülerzahl offenzuhalten - dann muss das ernstzunehmende Konsequenzen haben, die die Gesundheit aller schützen. Das wäre auch der Gesellschaft gegenüber verantwortungsbewusst, zu der übrigens auch Lehrer und Schüler gehören.

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