Ich las neulich in irgendeinem Kommentar bei irgendeiner Zeitung die Idee, dass Schwangere sofort von der Arbeit freigestellt werden sollten, weil sie ja schon Höchstleistungen bringen würden, indem sie neues Leben produzieren. Während ich dem zweiten Teil der Aussage vielleicht sogar zustimme, finde ich den ersten einfach total übertrieben. (Im gleichen Zug schrieb eine Mutter, sie findet, alle Mütter sollten mit ihren Kleinkindern beim Fliegen sofort umsonst auf Business Class upgegraded werden, weil das Fliegen mit Kindern so anstrengend sei - also manche haben schon recht merkwürdige Anforderungen an die Gesellschaft und die Mitmenschen)
Wenn man jetzt per se alle Frauen von 45 bis 55 speziell vorsichtig behandelt, weil sie ja in den Wechseljahren sind, dann bleibt von der Arbeitszeit gar nicht mehr so viel übrig: Periodentage, Schwangerschaften, Wechseljahre. ich finde, da müssen wir aufpassen, dass es am Ende dann im Umkehrschluss nicht heißt, Frauen seien weniger belastbar.
Dass man auf bestimmte Lebenssituationen Rücksicht nimmt, natürlich. Aber das betrifft auch chronisch Kranke, Männer mit irgendwelchen Beschwerden und so weiter.
Bei uns im Bekannten- und Kollegiumskreis wird über Wechseljahrbeschwerden gesprochen, und die reichen von: ich merkte fast gar nichts bis hin zu: mir ging es jahrelang nicht gut. Da muss man halt auf die einzelne Person schauen.