Kinder, die oft über die Stränge schlagen, bekommen von mir erst mal eine volle Portion Dasein, Herzlichkeit, Verständnis und Nachfragen, wie sie sich fühlen, wenn das passiert und ob sie selbst sagen können, was daran stört und ärgerlich ist. Sie bekommen von mir klar gespiegelt, dass ich sie nicht verurteile, sondern mit ihnen gerne an einer Lösung arbeiten will. Das ist GRUNDSCHULE, in höheren Klassen ist sicherlich ein anderes Vorgehen notwendig. Ich stelle auch immer wieder fest, dass Lob, wenn was gut lief, wirklich hilft, die Kinder abzusichern, für einen Moment glücklich zu machen und mir näher zu bringen. Egal, ob das Reinschwätzer, Rumrenner oder sonstige Störer (und innen) sind, sie alle haben eins gemeinsam: sie bedienen ein Muster, das sie kennen. Aufmerksamkeit durch Blödsinn. Es ist ein wenig Arbeit und es braucht etwas Zeit, aber in der Regel sind Kinder, wenn sie nicht wirklich schlimmste Geschichten oder Störungen haben (wo es dann auch Diagnosen gibt) mit der Zeit besser lenkbar, auch wenn sie sicher nicht 100% still auf ihren Stühlen hocken.
Ergänzung: Und gerade diesen Kindern helfen klare Regeln und ein verlässlicher Rahmen enorm. Sie brauchen oben Genanntes, aber was sie auch brauchen, sind eben klare Regeln und Konsequenzen, die am besten immer gleich sind.
Ich finde deinen Beitrag total treffend und mache vieles ganz genauso, ich wollte nur dieses Beispiel rauspicken, um nochmal deutlich zu machen, dass "streng sein" - ich setze es mal absichtlich in Anführungszeichen, ich mag das Wort auch nicht besonders - bzw. klare Regeln zu haben, absolut nicht bedeutet, mürrisch zu sein oder Angst zu verbreiten.