je nach aktuellem Bedürfnis werden religiöse Grundsätze erfunden und wieder aufgegeben und als jeweils gültige "übergreifende Wahrheit" vermittelt.
Hier geht es doch nicht um religiöse Grundsätze, sondern um eine dramaturgische Ausschmückung eines Ereignisses. Grundsätzlich hätte ich aber kein Problem damit, wenn man diese weglassen würde. Diese Ausschmückungen sind für den Glauben unerheblich. In unserer Kirche wird übrigends jedesmal anschließend an das Krippenstück, der entsprechende Text aus dem Lukasevangelium nach Luther gelesen.
Das mit der "übergreifenden Wahrheit" muss sich wohl auf andere von dir erlebte Gegebenheiten beziehen.
Was ist an meiner weit hergeholt, außer, dass sie deiner Vorstellung widerspricht?
Maria und Josef begegnen der Achtlosigkeit der nur auf ihren eigenen Vorteil bedachten, materialistischen Menschen
Ich sehe dort auch keine auf ihren Vorteil bedachte, materialistische Menschen, sondern nur Menschen, die Geschenke durch die Gegend tragen. Aber du hast Recht, meine Sichtweise des christlichen Deckmantels ist
ebenfalls zuviel hineingesehen.
Du kannst jetzt aber nicht Franz von Assisi als Beispiel für eine historisch dynamische Bedeutungsvariation der Weihnachtsgeschichte und des Weihnachtsfestes heranziehen
Nichts liegt mir ferner, dies ist nur der geschichtliche Hintergrund, umdeuten möchte ich eigentlich an der Geschichte aus der Bibel nichts.
Und historisch ist die Sache da ziemlich deutlich - das Weihnachtsfest als PR-Mittel, um den Aufbau der Staatsreligion fortzusetzen und zu verankern.
Das ist wohl teilweise richtig. Das Weihnachtsfest wurde wahrscheinlich von den ersten Christen nicht gefeiert, da Geburtstagsfeiern eher bei den damaligen "Heiden" üblich waren. Es wurde im 4. Jh. als Gegenfeier zum Natalis Solis Invicti ( Geburtstag der unbesiegten Sonne) am 25. Dezember installiert (Natalis Christi). Ein weiterer Grund der Kirche damals war die Antwort auf die Diskussion, ob Jesus wesenseins mit Gott ist. Zu Weihnachten feiert die Kirche damals wie heute die Offenbarung Gottes in Jesus Christus, sein Kommen im menschlichen Fleisch (Joh. 1,14). Auch die traditionellen Ausschmückungen ändern an dieser Grundaussage nichts. Sie vermischen nur teilweise andere theologische Aussagen mit dem Weihnachtsfest.