Beiträge von raindrop

    Meinst du den Rechenrahmen, wo jede Reihe eine andere Farbe hat oder alle zwei Reihen die Farbe gewechselt wird?
    Wenn ja, schmeiss ihn weg oder stell ihn irgendwo hin, als Beispiel, wie ein Rechenrahmen auf gar keinen Fall aussehen soll.
    Solch ein Rechenrahmen hilft den schwächeren Kindern in keinster Weise, er macht es nur schlimmer und verfestigt das zählende Rechnen.

    Wenn du einen Rechenrahmen einsetzt, sollte er am besten nur zwei Farben haben. Es sollte die Fünferstruktur und die 25er Struktur zu sehen sein.
    Ich setze solche Rechenrahmen in meiner 2. Klasse ein, um Rechenwege zu verdeutlichen, als Rechenhilfe für die schwächeren oder auch für das
    "schnelle Sehen": Ein Kind zeigt eine Zahl und verdeckt dann den Rahmen, ein anderes Kind sagt, welche Zahl es gesehen hat. Dies geht natürlich nur
    mit solch einem strukturierten Rechenrahmen.
    Schwächere Kinder bekommen eine ausführliche Anleitung, wie sie damit arbeiten sollen. Wie Mara schon geschrieben hat, nicht einzeln abstreichen,
    sondern die Fünfer- und Zehnerstruktur nutzen usw.
    Aber vielleicht gab es ja auch mal vernünftige Rechenrahmen bei Ikea, ich habe jetzt nur die verschieden farbigen dort gesehen.

    Aus der linguistischen Perspektive krankt die Sache schon daran, dass zwei Konzepte vermengt werden, die nicht vermengt werden können: Grapheme und Phoneme.


    Um Lesen zu lernen wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben als Phoneme und Grapheme zu benutzen, egal welche Methode des Lesenlernes zu verwendest.
    Was du wahrscheinlich meinst ist, dass aus linguistischer Sicht die mündliche Sprache und die Schriftsprache zwei verschiedene Sprachsysteme sind. Dies wird bei der Begründung und
    Umsetzung der Methoden nach Reichen, Sommer-Stumpenhorst, Brüggelmann usw. nicht sauber getrennt und sträflich vernachlässigt.
    Es ist halt schlicht unmöglich, dass Kinder mit einer Anlauttabelle allein gelassen werden und eine Phonem/ Graphem Verbindung herstellen sollen, die im deutschen leider überhaupt nicht eindeutig ist
    und zu hoffen, dass daraus auch eine vernünftige Rechtschreibung entsteht. Und dies aus der Annahme heraus, dass mündlicher Spracherwerb und Schriftspracherwerb natürliche selbstablaufende Prozesse im Gehirn sind.

    Und da sind doch sehr gute linguistische Kenntnisse der Lehrkraft und eine darauf beruhende Begründung des Unterrichts von Nöten. Wie begründet man/frau denn sonst den eigenen Unterricht?


    Willkommen in der Realität.
    Lehrkräfte lernen ihren "Stoff" und die Didaktik in der Universität und im Referendariat.
    In der Universität sitzen aber Theoretiker, die von der Praxis und der Umsetzung ihrer Theorien in der Schule keine Ahnung haben, schlimmstenfalls noch nicht einmal Lehramt studiert haben, sondern irgendwas anderes gemacht haben.
    Also betet der Student/ Studentin diese tollen Theorien, wie z.B. den Spracherfahrungsansatz nach Brüggelmann und den Ansatz nach Reichen nach und wird dann auch im Referendariat daran gemessen. Denn auch diese Herrschaften dort beten alles nach was aus der Uni kommt, obwohl sie es eigentlich besser wissen sollten.
    Nach mühsamen Jahren merkt man dann, dass diese Theorien in Reinform nicht für alle gleich gut funktionieren und dann fängt der schmerzvolle Weg der Eigenfindung oder Rückbesinnung an.

    Wenn sie eine Dyskalkulie hat, kannst du froh sein, ihr einen vernünftigen Rechenweg vermitteln zu können. Alles andere kann sie nur verstehen, wenn sie
    auch den zugrunde liegenden Aufbau unseres Dekadischen Systems verstanden hat, ein Mengen-Zahlen Verständnis hat usw.

    Wir waren vor Jahren mal mit allen 3. Klassen auf Klassenfahrt (4 Klassen). Das hat uns schon gereicht. Es war immens anstrengend. Wir machen das nie wieder.
    Mit einer ganzen Schule stelle ich mir den Aufwand für die Organisation, die Aufsicht über so viele Kinder sehr unschön vor.

    Ich würde mich im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus erkundigen, wie es mit einer Anerkennung aussieht.
    Allerdings würde ich mir da nicht viel Hoffnung machen.
    Dann geht am erfolgreichsten noch der reguläre Weg über ein Studium und Referendariat.

    Hast du die Möglichkeit die Bilder für einige Zeit im Klassenzimmer aufzuhängen? Am effektivsten für Kunstwerke ist meiner Meinung nach der Museumsgang.
    Ich setze diesen aber nur noch spärlich ein, da spätestens nach dem 10. ähnlichen Bild (wenn es denn so eine Aufgabe war)
    die Kinder die Bilder eh nicht mehr wahrnehmen und würdigen sondern unruhig werden.
    Kunstwerke stelle ich immer einige Zeit im Klassenraum aus und würdige immer mal das eine oder andere.
    Dann können diese einige Zeit auf die Kinder wirken, bevor sie durch neue ersetzt werden.

    Besonders betroffen ist das Schreiben. Dies gilt einerseits für die (fehlenden) Kenntnisse im Bereich Rechtschreibung, andererseits auch die motorischen Fähigkeiten (Handschrift). Dies ist im Übrigen kein rein subjektiver Eindruck, sondern auch empirisch erhärtet, wenn auch nicht in repräsentativen Studien.

    Die Kritik ist berechtigt, hat aber nichts mit der Unterrichtsorganisation, wie sie Frosch vorschwebt, zu tun. Sprachliche Defizite sind ein Problem der Zeit und der Methodik.

    Tatsache ist, dass ich mittlerweile davon überzeugt bin, dass nur ein Methodenmix auf Dauer die höchste Zufriedenheit auf Seiten der Schüler, Eltern und Lehrer erzielt.


    Das ist nach einigen Jahren offenen Unterrichts auch meine Erfahrung. Wenn ich eine Klasse neu im 1. Schuljahr bekomme, gucke ich mir meine Pappenheimer erstmal eine Zeit lang im eher geschlossenen Unterricht an,
    öffne zu einzelnen Themen, zu einzelnen Stunden so langsam den Unterricht und beobachte, ob die meisten der Kinder damit zurecht kommen.
    Nach meinen Erfahrungen gibt es tatsächlich immer einige Kinder, die mit der ganz großen Freiheit nicht zurecht kommen. Je nach dem wie groß dieser Anteil ist, variiere ich mit mehr offenen Einheiten, Stunden- oder Wochenplänen oder mehr Frontalunterricht. Es ist die flexible Mischung, die ich für mich sinnvoll finde.
    Aber ich denke, man muss auch der entsprechende Lehrertyp dafür sein. Eine Kollegin an einer anderen Schule arbeitet komplett "individualisert". Hat jetzt auch einen entsprechenden Fundus und Organisationsgrad, um nicht
    jeden Tag im Dreieck zu springen und ist damit sehr zufrieden und kommt meiner Meinung nach auch gut mit den Kindern und dem Lerninhalt zurecht.

    Das mit dem Lernpsychologen ist eine gute Idee. Aber letztendlich bist du die kompetente Lehrkraft, das solltest du den Eltern auch deutlich sagen und ihnen die Defizite ihres Kindes aufzeigen.
    Wenn sie das dann nacharbeiten wollen und dich unterstützen wollen, sollen sie. Vielleicht überraschen sie dich ja. Ansonsten steht bei mir immer das Kind im Fokus. Die Eltern haben sich da
    unterzuordnen.

    Wo du sehr gute Chancen haben könntest, sind bilinguale Schulen in Deutschland, die oftmals Privatschulen sind.
    Eine Freundin arbeitet in Köln an solch einer Grundschule. Dort kommen 50% der Kollegen aus dem Ausland und sind native Speaker.

    An den staatlichen Grundschulen wird es eher schwierig werden eine Stelle zu bekommen, wie die Anderen schon geschrieben haben.

    Ich sehe das so, dass eher diejenigen eine geschichtsspekulative Gegenwartsverweigerung betreiben, die die Linksextremisten verharmlosen, weil sie nicht erkennen, dass die politische Gefahr eher von ihnen ausgeht.


    Tatsächlich? Und woran erkennst du das? Werden irgendwo in Deutschland ganze Landstriche von Linken besetzt, die gewalttätig ihre undemokratische Ordnung durchsetzen, wie es die Rechtsextemen machen?

    Die Gleichmacherei an unseren Schulen (Bildungskommunismus) lässt schon einiges vorahnen.


    Leidet da jemand unter Verfolgungswahn?

    Na ja, manche Theoretiker sagen, dass es genau die diagnostische Kompetenz ist, die den Sonder- vom Regelschullehrer unterscheidet.


    Dies ist keine Frage der Theorie sondern eher abhängig vom Studienort und dem dortigen Angebot an entsprechenden Kursen, sodass es durchaus vorkommen kann, dass Grundschullehrkräfte auf einigen Gebieten doch tatsächlich mehr Ahnung haben als Sonderschullehrkräfte ;)

    Was ich aber nicht verstehen kann, ist, dass man vor dieser Frage den Kopf in den Sand steckt und das Problem nicht sehen will

    Ich denke, die meisten stecken ihren Kopf bezüglich dieser Frage nicht einfach in den Sand, zumindest in meinem Lehrerumfeld wird über dieser Frage heftig distkutiert.
    Der Lösungsansatz ist schlicht ein anderer als deiner. Waffen sollten einfach nicht in privater Hand sein. Auch Waffen der Sportschützen sollten unter strengerer Aufsicht. Und darum lohnt es sich zu kämpfen. Man muss nicht
    immer hinnehmen, was die Waffenlobby oder die Wirtschaft will. Darüberhinaus Prävention, aber das wurde schon an anderer Stelle genannt.

    Auch in Amerkika ist diese Diskussion in Gange. Dort würde man es natürlich aufgrund des Selbstverständnis nicht von heute auf morgen schaffen, Waffen aus privater Hand zu entfernen.
    Aber es wird momentan heftig darum gekämpft, dass zumindest halbautomatische und vollautomatische Waffen nicht mehr so einfach im Supermarkt zu kaufen sind. Ein erster Schritt.

    Natürlich wird es immer Idioten geben, die sich irgendwoher Waffen besorgen können und diese dann auch anwenden. Das Leben ist halt keine Pralinenschachtel.
    Aber die Mortalität aufgrund von Schusswaffen zu sterben ist doch um einiges geringer in einem Land wie Deutschland als in Amerika, wo jedes Kind eine Waffe besitzen kann.

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