Eine Freundin von mir kommt aus Ungarn und hat ihre Kinder bilingual erzogen.
One person one language.
Kompromisslos.
Und Kontakt zu anderen Ungarn, auch außerhalb der Familie / Großeltern, gesucht.
Die Kids sind tatsächlich ziemlich perfekt zweisprachig, aber es war schwer für den Vater, der kein Wort Ungarisch sprach (und es ist halt keine Sprache, die man nebenbei aufschnappt) und weiterhin nur rudimentäre Grundlagen hat.
Ein Freund wiederum ist in Bulgarien mit einer deutschen Mutter aufgewachsen. Er hat ab ca. 4-5 Jahren kaum noch auf Deutsch geantwortet, sie hat es ziemlich konsequent durchgezogen. Mit 16 kam er (zum ersten Mal) nach Deutschland und nach drei Monaten war sein passiver Wortschatz aktiviert.
Ich vermute, dass es für "die Mutter hat die Fremdsprache" (was häufiger der Fall ist) einfacher ist. Und leider ist der mir bekannte umgekehrte Fall tatsächlich nicht sehr erfolgreich, obwohl der Vater zuhause ist und also einen Großteil des Alltags meistert. Papa Japaner, aber sehr schweigsam. Oft spricht er (sehr schlechtes) Deutsch mit dem Kind. Das Kind hat japanische Impulse durch Animes, Anrufen/Sprachnachrichten zu den Großeltern, ... alles bisher rein oral.
Das Kind (4 Jahre alt) spricht perfekt Deutsch in der Kita und mit Deutschen, einigermaßen passendes Japanisch für sein Alter und mit dem Papa spricht er schlechtes Deutsch. Was ich sagen will: er hat schon verstanden, dass der Papa eine andere Sprache spricht und antwortet ihm in seiner Sprache. Nicht Japanisch sondern Deutsch mit falscher Aussprache und komischer Grammatik ...
Eure Zweitsprache ist eine kleine und hauptsächlich orale Sprache oder? Zusätzlich zu "one person one language" gibt es ja auch "Örtliche Verankerungen"... Also in diesem Zimmer oder bei einigen Ritualen, usw.. Während der Kindheit würde ich alles an Kindersendungen / Kinderbüchern in der Sprache suchen, die ich kann. Im Kindergarten kommt es auch auf Deutsch...
Wenn es Englisch sein sollte, ist es einfacher, weil es mehr Sachen gibt.