Beiträge von chilipaprika

    Das ins Lächerliche Ziehen offenbart nur die mangelnde Vorstellungskraft, dass andere Fächer andere Hintergründe und Bedingungen haben.

    Ja, komme gerne mit meinem verhaltensoriginellen Hund spazieren, ich stelle dir eine Bescheinigung aus.

    Bedenken meinerseits (die ich gehabt habe, als ich mich zum Ref bewarb):
    - Statuswechsel kann schwierig sein (sowohl ggü Kolleg*innen als auch Schüler*innen, aber auch sich selbst). Egal, wie man es dreht, es ist eine Bewertungssituation und es kann sich wirklich als Rückschritt anfühlen, man sollte schon stark sein und nichts persönlich nehmen, die Kompetenzen bleiben die selben, die "Rechte" erstmal nicht mehr.
    - damit verbunden: die Angst, dass Kolleg*innen plötzlich auf einmal entdecken "ach, SO hast du unterrichtet".

    Naja, einen regelmäßigen Teil / Anteil des Jahresurlaubs gezielt irgendwo verbringen "müssen", um aktiv in der Sprache zu bleiben, kann ja auch für die Familie doof sein.
    Meine Deutschlehrerin gönnte sich den Skiurlaub in Österreich. Sie machte viele Aktivitäten, die Familie konnte Ski fahren.
    Der Besuch von Bayern, Spreewald und Lüneburger Heide ist für Teenies vielleicht nicht der Traum, nur weil Mama Deutschlehrerin geworden ist, ihren Sprachbad möchte und Landeskunde aufsaugt (und glaub mir, ich habe auch schon Kolleg*innen gehabt, die genau das sagen "ach mit Familie, nee, ich war das letzte Mal vor 12 Jahren in XY".... "Ja, das höre ich" würde ich dann antworten. Man darf nicht vergessen, dass die Sprache ein ständiges Medium ist, und eben nicht scheibenweise wiederholen lässt, wie man es schnell vor dem nächsten Kapitel im Geschichts- oder Mathebuch macht, weil man da eine Lücke hat.

    und natürlich ist es selbst gewählt, ABER ich habe trotzdem Respekt davor. Genauso (noch mehr!) wie bei den doppelten Fremdsprachler*innen, die bei Aufnahme des Studiums sicher nicht nachgedacht haben, wie anstrengend es im Hirn sein kann, immer wieder zu switschen (ich will gar nicht auf die Korrektur hinaus).

    also: einen Teil der Ausgaben würde ich bei der Steuer angeben (Zeitungen, Bücher, Museumsbesuch...), je nach Ziel sogar Anreise und so (Vorbesuch der Stadt der nächsten Kursfahrt), aber das als VZ-Arbeitszeit zu sehen...

    (und trotzdem habe ich vollsten Respekt vor allen (Einfach-/Zweifach)Fremdsprachlehrer*innen (und deren Familien), die wirklich regelmäßig in das Zielland reisen müssen/sollen. Weil es durchaus auch eine Bürde sein kann.)

    Naja, es gibt doch einen Unterschied, ob man von mir (SoWi-Lehrerin) verlangt, Geschichte und Erdkunde in der Sek1 zu unterrichten (obwohl ich keine Vorbildung habe), meinetwegen auch Spanisch zu unterrichten, weil ich zwei Unikurse hatte und Fremdsprachenlehrerin bin und also eine kurze zweimonatige Elternzeit überbücke, damit die Anfänger*innen nicht komplett alleine sind, oder...

    die Lehrkraft nicht nur eine absolute Abneigung verspürt, sondern auch nicht versteht.

    [..]

    Leider ist das eigene Verständnis für den Stoff nicht gegeben und überfordert mich. Nach dem Blick ins Buch noch mehr als nach reiner Vorstellung.

    Also, auch jenseits von der experimentellen Frage: Auch im Klassenraum kann ich keine Naturwissenschaft unterrichten.
    Es würde mich jetzt total reizen, es zu verstehen, aber ich habe wirklich kein Verständnis in meinem Gehirn dafür. Hausaufgabenbetreuung oder den Kids zeigen, dass alle Fächer wichtig sind, dass alles machbar ist, das kann ich. Das Ganze unterrichten, nee.
    Wir diskutieren hier oft genug über Schäden, die Grundschulleute, die kein Mathe-Verständnis (ob durch mangelnde Ausbildung oder nicht) haben, anrichten, es gibt einfach Fälle, wo man es nur schlimmer macht.

    Sorge dafür, dass du schriftlich remonstrierst /schriftlich darauf hinweist, dass du in diesem Fach keine Kompetenz hast und du Befürchtungen hast, Schaden einzurichten.

    Der Stundenplan ist die schriftliche Dienstanweisung dagegen, aber du hast alles getan, was du konntest.

    Ausnahmen: Reli und Experimentalfächer bzw. Sport wegen Versicherungsschutz (Gott übernimmt keine Haftung, wenn du nicht geschickt/berufen wurdest)

    Es ist eine Vollzeitstelle, wenn du darauf hinwillst. Bis zu einem gewissen Grad ist Teilzeit möglich.

    Die Arbeitszeit von Lehrkräften ist in den Schulzeiten verdichtet und höher, weil die Schulferienzeiten nicht so viele Stunden ausmachen (Jahresarbeitszeit von 41 Stunden wöchentlich)

    Auch ist es so, dass man zum Einstieg durchaus mehr Zeit investieren muss, um sich in die Unterrichtsvorbdreitung reinzufuchsen, der Aufwand der ersten vollen Stelleist bei Allen (ob OBAS, PE oder Lehramt-Absolvent*in) anfänglich höher als später.

    chilipaprika: In der SI ist es verboten, das stimmt, aber dDas gilt nicht für die Oberstufe, in den VV zu §14 APO-GOSt steht, dass der Schulleiter Nachschreibtermine als Ausnahme und unter Berücksichtigung der individuellen Belastung auch am Nachmittag zulassen kann.

    Das sieht die BR bei uns anders.

    Keine Klausur endet nach 14uhr.

    Mir fehlt da gerade etwas die Fantasie, wie man Nachschreibtermine außerhalb der Unterrichtszeit unterbringen soll, die nicht nachmittags und nicht samstags liegen dürfen.

    Während des Unterrichts?

    Jaja. Herzlich willkommen in NRW.

    wow...
    Also dürfen diejenigen, die nicht mit 25 eingestiegen sind, keine Kinder bekommen? Diejenigen mit Risikozuschlag?
    Ich bezahlte bis vor kurzem, durchaus noch im grenzwertigen gebährfähigen Alter 400 Euro. Mit einem Kind wäre es entsprechend mehr geworden.

    Stichwort ADO oder BASS (meine Schule war auch auf die Idee gekommen, aber es geht nicht. Wer das macht, wurde einfach noch nicht "erwischt" (Nachfrage bei der BR, Beschwerde von Eltern, usw.. - so wie bei der Attestpflicht ohne Anlass)

    Sowohl die Lehrkräfte als auch die Schüler*innen - auch die blau machenden - haben Anspruch auf Zuverlässigkeit, einen Rahmen und Erholung.

    Naja . Er erzählte dass er vieles im Büro in der Schule geschrieben hat … da fällt die Trennung schon schwer ….

    Ja, und nachmittags war er im Freibad.
    Mensch, wenn ich ein Büro in der Schule hätte, würde ich an einzelnen Tagen weit mehr als 8 Stunden im Schulgebäude verbringen.
    Und ob ich in meinen Freistunden ein Buch schreibe, ein Skript lese oder Netflix gucke: Solange ich meinen Dienst gewissenhaft ausfülle, ist es meine Sache.
    Und auch wenn (mein Lieblings-Kontra-Beispiel) der NRW Sport/Erdkunde-Lehrer höchstwahrscheinlich selten auf seine wöchentlichen 41 / 46 Stunden kommt: Tja, das ist die Ungerechtigkeit des Lebens, er hat Glück, schön für ihn.
    In dem Jahr, wo ich auf Arbeitsmaterialien des Vorjahres zurückgreifen kann und "nur" 40 Stunden arbeiten würde, tja. Dann war ich besonders effizient und leistungsstark und kann mich also für eine Beförderung bewerben :D

    Naja manche promovieren ja noch oder schreiben mal einen Beitrag für eine Zeitschrift oder einen Sammelband. Aber das kommt schon sehr selten vor; vor 100 Jahren aber war es keine Seltenheit dass Schulleiter zb auch noch nebenbei Bücher schrieben, aber auch noch vor 20 Jahren. Aber da hat sich unser Beruf schon stark gewandelt. Rainer Nickel zb , 1985 - 2005 Schulleiter des MPG Göttingen hat während seiner Dienstjahre etliche Bücher geschrieben, zb die Lateinische Fachdidaktik, „Die alten Sprachen in der Schule“, Übersetzungen und Kommentare zu etlichen antiken Schriften, zb Marc Aurels Selbstbetrachtungen, um nur wenige zu nennen.

    Ich verbiete es mir, dass mir irgendjemand unterstellen könnte, ich hätte in meiner Dienstzeit studiert. (Für die Promotion hat es noch nicht gereicht, ich sammle lieber Fächer oder Abschlüsse :( )
    "Immer im Dienst" hat Grenzen und das, was ich nach meinen täglichen 8 Stunden und 12 Minuten mache, ist meine Sache (und ja, ich annualisiere das und es sind mehr, aber es ist DEFINITIV NICHT in meiner Dienstzeit)

    naja vom arbeitsaufwand her gibts es doch schon unterschiede zwischen Germanistik und Jura z.B.

    nein.
    wenn du auf das viele Lernen abzielst: In Jura lernst du Gesetzestexte bzw. das juristische Argumentieren und dir müssen viele Rechtsnormen bekannt sein.
    Wenn du natürlich glaubst, in Germanistik reicht es aus, ein bisschen blabla zu einem literarischen Text zu machen, dann ist der Aufwand geringer (und leider bist du mit dieser Meinung nicht in der Minderheit, leider leider auch nicht unter Germanist*innen).
    Aber auch in einem Germanistik-Studium muss man viel lernen, Alt- und Mittelhochdeutsch waren nicht blabla, die verschiedenen linguistischen Bereiche gehen auch einzeln sehr weit in die Tiefe, die verschiedenen Epochen, Gattungen, Autoren, usw.. sind ein bisschen mehr als die LK-Abitur-Mindmap..

    Eine Krankschreibung ist doch in der Regel maximal 2 Wochen (im Voraus/ab dem Zeitpunkt), bei besonderen Krankheiten maximal vier Wochen.
    Für fünf Wochen liegt definitiv mehr im Argen (vielleicht aus Unaufmerksamkeit nach dem Gespräch einen Autounfall gebaut oder ein nicht offen getragener Burnout, der nach dem emotionalen Gespräch (für den Mitarbeiter) "explodiert" ist.

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