Mach dir bitte ebenfalls klar, dass die Einschätzung der Fachleistung keineswegs von solchen Begleitumständen abhängen darf!
So ist es.
Pädagogische Überlegungen sind zwar wichtig, sollten am Ende nicht unfair sein.
Der Schüler kannte wohl im Vorfeld die (vermeintlichen?) Bedingungen, die er erfüllen musste. Da muss er durch.
Womöglich ist es andersrum und er kriegt eine Prämie, wenn er eine 3 hat?
(Ich habe im Kopf die Geschichte einer Schülerin, die Mutter hat rumgejammert, dass sie unbedingt die 15 Punkte in Deutsch brauche, weil sie auf eine Journalistenschule gehen wolle. Erzählte mir die Deutsch-Kollegin.
Ich hatte die Schülerin seit 7 Jahren im Unterricht, durch 3 Fächer geschleust und zu dem Zeitpunkt in 2 Fächern, ich hatte noch nie was von Journalismus gehört.
Ich habe bei der Schülerin irgendwann - als es Thema war - nachgefragt. Nein, sie wolle sich halt alles offen halten.
Fazit: die Mutter wollte ein Stipendium der Stiftung des Deutschen Volkes (oder einer anderen Stiftung) absichern. Was ihr auch gelungen ist.
Ich möchte betonen, dass die Schülerin so oder so eine 1,0 hatte.
Und sie studiert heute Soziologie und Kulturanthropologie, macht viel in der Theaterwelt und ist mehrere hundert Kilometer weit weg von Mama und sicher sehr glücklich.
Und die Fächer passen so was von gut zu allem, was sie immer lebte (eine tolle Feder hat sie, aber Journalistin wäre nur ein Zweitstandbein)