Beiträge von chilipaprika

    Das kommt doch auf den Lebensstil an. Wir leben monatlich von einem Einkommen. Das zweite wird zur Seite gelegt, für Urlaube, neues Auto ansparen, Höchstrate Sondertilgung fürs Haus, sparen für die Kinder, ... und trotzdem wird die Summe Jahr für Jahr größer, die übrig bleibt. Und um State den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, ich habe nicht nach oben geheiratet.

    Obwohl ich schon durchaus verstehe, was du schreiben möchtest: dann lebt ihr aber eben nicht von einem Einkommen. Urlaube und Transportmittel, sowie Immobilienabbezahlen gehören zu den Ausgaben, die man nicht monatlich hat, aber trotzdem in regelmäßigen Abständen kommen und deswegen im jährlichen Haushalt zu berücksichtigen sind (und ich bin immer wieder erstaunt gewesen, was das jährliche Steuerzahlen bei vielen Bekannten für ein Problem auslöst (in Frankreich wird die Einkommenssteuer jährlich bezahlt, das monatliche Einziehen eines 12-tels der voraussichtlichen Schuld ist nur freiwillig möglich, Grund- und Immobiliensteuer sind auch separat jährlich und ich kenne viele, die quasi jedes Jahr einen neuen Kredit aufnehmen, den sie dann abbezahlen...)

    Ihr könntet euch einschränken, wenn nötig (Arbeitslosigkeit und co), lebt aber auch von mehr als einem Einkommen. Irgendwann gehört euch auch das Haus, das Auto, den Urlaub habt ihr gemacht, usw..

    Mir ist schon ein Missgeschick mit Klassenarbeiten im Ausland passiert.
    Es war eine Klassenfahrt.
    DASS mir ein Missgeschick passiert ist und ich dafür Stress hätte bekommen können / sollen, geschenkt.
    Aber wenn es in der Begründung gestanden hätte, weil es im Ausland war, hätte ich noch weniger Probleme, Klassenfahrten doof zu finden.

    (aber ja, ich habe schon oft in der unterrichtsfreien Zeit im Ausland korrigiert, ich wusste nichts von der Regelung (ja, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht). Nicht am Strand in der Karibik, sondern in der Hütte in den Vogesen, macht es das besser? (Als Mitleidspunkt?) )

    Nö. In der Schulentwickling sind häufig TZ Kollegen. Die VZ Kollegen müssen schauen dass der Laden läuft.

    dann bin ich an einer besonderen Schule.
    Alle Gesichter von SE-aktiven Kolleg*innen, die ich gerade vor meinem inneren Auge sehe, sind von VZ-Kolleg*innen. Eine Ausnahme: eine Person der SL in hoher Teilzeit. Vielleicht auch ein paar TZ-Leuten, aber nicht bei den super Aktiven (Steuergruppe und/oder mehrere Arbeitsgruppen)
    MEIN Bild der TZ-Leute ist eher, dass viele (!!! nicht alle) sich genau auf die TZ berufen, um zu begründen, dass sie "nur" unterrichten.

    es ist auch nicht "über zu wenig Geld jammern" offen zu sagen, dass man den Job für DEUTLICH weniger Geld nicht (mehr) machen würde.

    Ich ging bis zum Amtsarzttermin davon aus, angestellt zu sein. Das Mehrgeld als Beamtin ist mir also JEDEN einzelnen Monat bewusst.
    Ich hätte den Job als Angestellte selbstverständlich gemacht. Vermutlich mit (hoher) Teilzeit.
    Aber realistischerweise weiß ich rückwirkend, dass ich wahrscheinlich spätestens jetzt kündigen würde.
    Ich bin sehr gerne Lehrerin. Aber ich bin auch gerne was Anderes. und irgendwie kann ich nicht nur "Unterrichten" sondern auch andere Sachen. Ich bin immer verwundert, dass viele Lehrkräfte scheinbar glauben, das Unterrichten sei das Einzige, was für sie in Frage komme.

    Und beim Betrachten aller Möglichkeiten: für das Angestelltengeld würde ich den Job nicht machen. Nicht, weil das Angestelltengeld miserabel ist. Aber für das Geld stimmt die Lebensqualität nicht und ICH komme mit 20 Urlaubstagen im Jahr problemlos aus, so dass ich bei gleichem Geld lieber im Büro arbeiten würde. Oder selbstständig. Oder beides.
    Sogar E11 im Büro wäre mir lieber als E13 in der Schule. Zumindest nach ein paar Jahren. Und nach ein paar Jahren würde ich wieder ein paar Jahre in der Schule arbeiten.


    Ach, das Gedankenexperiment mit dem Lottogewinn war mir wesentlich lieber (mit dem Erbe ist nichts zu holen).

    Wie man am Beispiel von Yummi sieht, geht es wohl auch komplett ohne Beteiligung. Dann engaguere ich nich da, was mir am Herzen liegt oder zumindest die Arbeit erleichtert, sie ähe der Beitrag von Wolfgang Autenrieth

    Ja, solche Kolleg*innen liebt man, die der Meinung sind, Schulentwicklung sei nur etwas Zusätzliches, das die Anderen machen dürfen.

    Auch wenn man mir hier immer wieder erklären will, dass ich keinen Plan von Schule habe...weiß ich, dass dem nicht so ist.

    Dann verweise ich auf die Aufgaben von Lehrkräften, schon 2000 von der KMK verabschiedet:

    Erklärung.PDF (kmk.org) (Punkt 7, Schulentwicklung...)

    Für die übernahme der gebundenen Ganztagsklassen durften sich freiwillige LK melden.

    Klar...
    und es wird NUR SO funktionieren.
    und nie wird man mehr Kolleg*innen brauchen (weil es nie mehr Klassen geben wird, weil keine*r der "Freiwilligen" doch keine Lust mehr hat / schwanger oder versetzt wird...)

    Ich habe schon soviele "freiwillige" Sachen gesehen, die schwuptiwups in das Schulprogramm aufgenommen wurden und genau dann verpflichtend sind.
    Und auch deswegen lohnt es sich, die Schulentwicklung nicht komplett an Andere abzugeben, um mitbestimmen zu können.

    Allerdings kann man natürlich auch ein A. sein, an dem alles abperlt, wenn man gar nichts macht und sich auf den Stand zurückzieht, dass es einen nichts angeht (nichts gegen Anwesende, aber die Leute gibt es nunmal auch)

    Bzgl. "Deutlich weniger" ... als ich vor 20 Jahren anfing habe ich (mit A12, als Schulleiter habe ich jetzt A14) netto deutlich weniger bekommen, wenn mich nicht alles täuscht. Ich bin trotzdem Lehrer geworden. Weil es ein schöner Beruf ist.

    Bei aller Liebe und Respekt für die Haltung:
    Vor 20 Jahren war A12 zwar (nominell) weniger als heute A14 und relationell weniger als A13 aber die Frage wäre eher: hättest du es für E12 gemacht bzw. jetzt für E14 und zwar dauerhaft.
    Ich habe enormen Respekt für die E-Leute mit meinen Fächern (klar habe ich auch Respekt für den E-Kollegen mit 2 Nebenfächern ohne Korrektur, aber zumindest konnte er alle seine Wochenenden und unterrichtsfreien Wochen frei von Schule halten.)

    weil ich dann vermutlich wieder exklusiv im Bereich Musik arbeiten wollen würde. (Ggf. eine eigene Musikschule eröffnen oder so etwas...)

    da ist auch Verhandlungsmaße...
    Musikschulen (zumindest bei mir in der Region, es wird aber überall der Fall sein) buhlen um Musiklehrkräfte... Gut nicht mit A13-15, aber krass, was da zum Teil im Hintergrund abgeht.
    Ich klopfe mal viel Holz, dass mir keine Lehrkraft abhanden kommt. Fast alle Dozent*innen bauen Überstunden auf. Ein "Nachbarinstrument" hat mehrere Monate lang keine*n Dozent*in gehabt und ich rede NICHT von Fagott oder irgendeinem exotischen Instrument.

    Ab dem Zeitpunkt, wo ich mich nicht mehr gesehen gefühlt habe bzw. die Anerkennung ausblieb, habe mich aktiv und erfolgreich um eine Veränderung bemüht. Diese mündete in beruflicher Anerkennung sowie einer Beförderung. Und wenn ich wieder an einen Punkt kommen sollte, an dem ich mir sage, so geht es nicht weiter, dann werde ich mich erneut um eine Veränderung bemühen.

    Same here.
    Ohne Beförderung :D

    Aber ja: proaktives Handeln scheint vielen nicht zu liegen.

    Kleines Gedankenexperiment: Würdet ihr für deutlich weniger Geld trotzdem als Lehrkraft arbeiten, weil ihr Spaß daran habt?

    deutlich weniger: nein.
    Wenn der Geldunterschied nicht soo krass wäre, hätte ich schon gekündigt, würde etwas Anderes machen, aber die Schule würde mir fehlen. Und ich bin ehrlich: für den Angestelltengehalt würde ich es im Vergleich zu einem Job woanders nicht machen. Nicht mit meinen Fächern, deren Korrekturen und meiner workoholischen Persönlichkeit.

    Zweites Gedankenexperiment: Würdet ihr weiterhin mit vollem Deputat bei gleicher Besoldung (sagen wir mal A13) arbeiten, selbst wenn ihr Millionen erben/im Lotto gewinnen würdet?

    Nö.
    Teilzeit sofort.
    Da würde ich es sogar im Angestelltenverhältnis machen, um daneben einen anderen Nebenjob zu haben.
    Und noch andere Projekte haben zu können.
    Aber 1-2 Klassen würde ich schon haben wollen.

    Zitat von State_of_Trance

    Ich habe einen Kollegen, der in massiver Teilzeit plus Altersermäßigung unterrichtet. Seine Klausuren entsprechen nicht im Ansatz den Anforderungen (keine Operatoren, zu wenige und einfache Aufgaben "Wie finden Sie das Gedicht"), seine mündlichen Abiturprüfungen genauso und keiner traut sich, etwas zu unternehmen, weil er sonst einfach wieder erneut dauerhaft ausfällt.

    Da wünscht man sich fast die bayrische Reszipienz herbei.

    Ja, das ist ein reales Problem.
    Rückseite der Verbeamtung-Medaille.
    Aber oft wird diese Seite bei den anderen moniert, wenn man die Vorderseite für sich als sehr bedeutend ansieht.

    Chili, die sich durchaus ein Modell wie in England, Dänemark, den Niederlanden, (Schweiz?) usw.. wünscht, wo man immer frei ist, zu kündigen und zu wechseln, aber auch gekündigt werden kann. Das passiert aber in der Regel nur, wenn man Mist baut. Keine Schule kündigt einem, weil man einmal zu spät kam oder widersprochen hat.

    NRW? Dann: Stella-Portal.
    Dort sind die Stellen ausgeschrieben. Viele (die meisten?) Stellen sind erstmal zeitlich begrenzt (Abordnungen), einige (anderen) haben auch den Passus "jährlich verlängerbar, Interesse an einer längeren Arbeit ist erwünscht" (oder so), und es gibt in einigen Behörden auch die Möglichkeit des Laufbahnwechsels.
    Dabei sollte es klar sein, dass es keine Versorgungsstellen sind, sondern genauso Jobs, bei denen man genauso arbeitet, mit anderen Kompetenzen im Vordergrund, die eben bei Bewährung vielleicht neue Chancen anbieten.
    Ob ein Laufbahnwechsel möglich ist, liegt nicht an der Person, sondern ob im Stellenplan eine Stelle frei wird, auf die man sich dann intern bewirbt (und dann natürlich an der Person, ob sie dafür in Frage kommt).

    Erweiterungsfächer: Diese Kombinationen funktionieren (bayern.de)


    Ich würde es so verstehen: eins deiner grundständigen Fächer muss offiziell eine mögliche Kombination mit PuG ergeben.

    Das beißt sich aber mit dem hier, wonach PuG nur mit Wirtschaft gehen würde. (und DAS klingt doch nach einer schräger Kombi?!)
    In dem zweiten Link klingt es nach: es kann mit jedem Fach erweitert werden. Ich bin gespannt auf die Auflösung eines Bayers.

    Darüber hinaus ist man aber in der Schulentwicklung relativ frei, wo man sich einbringt. Also mach man es idealerweise in Bereichen wo man selbst Freude dran hat.

    klar.
    Weil es immer passend ist, dass alle Interessen gedeckt sind.

    "idealerweise" ist eben der Punkt.
    Die Schulentwicklung ist genauso eine Aufgabe wie alle Anderen, und genauso wie ich vielleicht keine Lust auf eine 5. Klasse habe, darf ich mich am Konzept zum Offenen Ganztag beteiligen, wenn es auf der Tagesordnung des Pädagogischen Tages steht.

    Genau. Aber es ist ziemlich schwer herauszufinden, was diese eleganten Änderungen denn wären. Weil sich irgendwie alles doppeldeutig lesen läßt.

    Ehrlich gesagt glaube ich, dass du eine Doppeldeutigkeit liest, die man als Externe*r nicht unbedingt liest. Lass das Zeugnis von jemandem lesen (Gewerkschaft oder aber auch ein ganz normal Beschäftigter der freien Wirtschaft, der schon 1-2 Zeugnisse bekommen hat) und dir dann sagen, was er/sie davon meint. Dann von jemandem, der mehr von der Materie (Arbeitszeugnisse, nicht unbedingt Schule) versteht.

    Ehrlich: Wenn deine aktuelle Schulleitung dir UNBEDINGT eins reinwürgen WILL, wird sie es so oder so machen, egal, was sie vorher geschrieben hat. Falls sie zb. angesprochen wird, wenn du dich woanders bewirbst.
    Das kann ja passieren.
    Aber sonst haben Schulleitungen auch genug zu tun, dass sie einfach die Zeugnisse lesen, die sie bekommen und nicht unbedingt durch die Republik anrufen, wenn sie sich nicht schon gut kennen.

    Ich finde es grottenschlecht.

    Dann einfach reklamieren.
    Ich würde nicht unbedingt sofort mit Anwalt (hast du nicht geschrieben, schreibe ich) oder so kommen und drohen, sondern einfach elegant "ich habe mir erlaubt, mit einem Bekannten, der in der Materie ist, darüber zu sprechen und habe ebenfalls ein paar Tippfehler ausgemerzt. Hier zurück mit Kommentaren."

    Ja, es kann Schlampigkeit sein. Aber eine Schulleitung hat sehr viel zu tun und schreibt sehr selten Zeugnisse, also auch keine Übung darin. Schreib einfach die Daten um und gut. und alles, was falsch war (das können wir ja nicht wissen!), richtig stellen.

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