Beiträge von chilipaprika

    Ich habe Politikwissenschaft / Sozialkunde studiert und es wurde mir problemlos anerkannt.
    Ohne Anrechnung und Nachstudieren.
    Ich kenne Leute aus anderen Bundesländern, die entweder "Politik" oder "Politik/Wirtschaft" studiert haben, sie musste nie irgendetwas nachstudieren.
    Das ist ein typisches Namenswirrwarr mit gegenseitiger Anerkennung.

    Ähnlich Ethik / Werte und Normen / Praktische Philosophie

    Aber zum Glück sind WIR ALLE (du inklusive) in der Lage, diesen billigen Populismus aufzudecken und nicht in die Falle zu tappen, auf faule Minderheiten zu hauen, die unsere gesamte Wirtschaftsleistung schwächen würden (Konjunktiv II wegen Formgleichheit von Konjunktiv I und Indikativ).

    Die telefonischen Krankschreibungen, die ach so einfach zu erschleichen seien, sind statistisch irrelevant.
    Die Erhöhung der Kranktage sind auf eine fehlende Erfassung vorher zurückzufahren.
    Deutschland hat auch im Vergleich zu Ländern mit Karenztagen keine statistisch signifikanten höheren Kranktagenquoten.


    Ich wage die steile These, dass die

    Schwächung des Bildungsniveaus

    mit der Unterfinanzierung des Bildungssystems zusammenhängen könnte (auch ein schöner Konjunktiv)-

    Mal schauen, wie lang das noch so leicht geht. Es gibt ja derzeit führende politische Kräfte, die der Meinung sind, dass es insgesamt zu viele Krankschreibungen gibt und fordern, den Weg zum Erwerb einer AU zu erschweren.

    "führende" politische Kräfte, die zum Glück nicht alleine entscheiden.
    Die sowieso von der Ärztelobby viel zu sehr auf den Boden der Tatsachen geholt werden (die Kinderärztelobby hat dafür gesorgt, dass wir keine pauschale Attestpflicht haben (also die bei Klausuren und so), dann wird es wohl genug Aktionen geben, dass eine Attestpflicht beim ersten Fehltag auch nicht kommen wird.

    Und was soll der Quatsch "den Weg zum Erwerb einer AU zu erschweren"? Gehst du immer davon aus, dass Alle lügen oder willst du ein komplettes Schulsystem davon abhängig machen, dass eine Handvoll Schüler*innen vor den Ferien eine AU erschleichen? (Die meisten, die fehlen, tun dies nach genehmigtem Antrag...)

    Ja, die Teilkrankschreibung ist vermutlich eher für "längere Krankschreibungen" (nach OP oder so).
    Mein Mann hatte vor zwei Jahren quasi eine solche.
    Er war insgesamt 6 Wochen krankgeschrieben, wegen sehr starker Kopfschmerzen. Er hat von zuhause immer wieder ein bisschen für die Arbeit gemacht, nach ein paar Wochen tatsächlich sogar mehr (Bereich am Brennen), aber nur im Rahmen, was ging (Arztbesuche, Schonen, keine Überlastung...).
    Nach fünf Wochen hat sein Chef gesagt, er solle bitte nicht ins Krankengeld rutschen, er solle die letzte (sechste) Woche schauen, ob er 3-4 Stunden jeden Tag schaffe. Schaffte er. Woche 7-8 durfte er aus dem HO mit 4-5 Stunden arbeiten (7 Stunden ist VZ) und dann war er wieder drin. War natürlich eine interne Absprache, eine offizielle wäre aber sehr gut gewesen. Denn ja: nach 1-2 Wochen wird es einem langweilig (und mein Mann hat WIRKLICH keinen Workoholic-Syndrom und kann auch den ganzen Tag auf dem Sofa Serien schauen, im Garten werkeln oder so...)

    Und es gibt auch die Klassen, die weder als leistungsstark noch als besonders leistungswillig gelten, und am letzten Tag vor den Ferien "trotzdem" gut mitarbeiten und sich auf "nur" 10 Minuten irgendetwas am Ende einlassen (oder nicht mal das), weil sie es satt sind, eben den ganzen Tag Filme zu schauen.
    Ich mache vor den Ferien (Ausnahme: Sommerferien) fast ganz normalen Unterricht. ICH habe es als Kind/Jugendliche gehasst, nur Filme zu schauen, habe es auch schon SuS gesagt "ihr macht euch die Mühe, hierherzukommen, dann schauen wir nicht einen Film" und die ALLERMEISTEN stimmen zu.
    (Ich bin keine Klassenlehrkraft, wo ein nettes Beisammensein inklusive Wichteln oder so auch seine Berechtigung am letzten Tag haben könnte)

    Wenn körperliche Beschwerden dich zum Beispiel ganz schön KO bringen, du aber trotzdem 3-4 Stunden am Tag arbeiten kannst, dann ist es für alle eine win-win-Situation, eine Teilkrankschreibung zu haben.
    Kein Mensch bleibt gerne 100% zuhause. Genesung geht auch dadurch schneller, der Arbeitgeber hat natürlich auch was davon.

    (Dass es in unserem Schulsystem nicht gut klappt, geschenkt, aber bei den meisten Krankschreibungen wird eh gar nicht richtig vertreten, also wäre es doch ein Gewinn.)
    Anders als beim "Hamburger Modell" ist die Teilkrankschreibung von Anfang an möglich.

    Beispiel aus der Schweiz: Arbeitsrecht - Was bedeutet «50 Prozent arbeitsunfähig?» - Kassensturz Espresso - SRF

    aber was denn nur:
    Oberverwaltungsgericht NRW, 6 B 83/23

    Krankheit oder Dienstunfähigkeit? Oder doch kein Unterschied?

    Ich verstehe es schon mit der Unterscheidung (Beamte*r / nicht), aber irgendwie ergibt es für mich keinen Sinn, dass etwas, was für den einen gesundheitsfördernd sein kann, für den anderen verboten ist.
    Aber so oder so: Das hängt alles vom Beamtenstatus ab, den ich schon längst und immer für überholt halte und meiner Meinung nach abgeschafft gehört. Ich glaube, da stehe ich sogar ausnahmsweise in der Mehrheit der Bevölkerung, aber aus strategischen und Pfadabhängigkeitsgründen wird es sich in absehbarer Zeit nicht ändern.

    Naja, ich bezog mich NICHT auf Fernsehshows, sondern eben darauf, was einem als normale, guttuende Freizeit sein kann. Ich habe ja auch aufgeschrieben, dass ich nach einer Bein-OP vielleicht nicht unterrichten kann, aber durchaus Musik spielen kann.
    Die Extrembeispiele mit einer Kochshow oder Nebentätigkeitbetrug und 16 Jahre Krankschreibung sind doch was Anderes.

    Ich finde die Unterscheidung verständlich. Im Ruhestand ist man raus, keinem Arbeitsplatz mehr formal zugeschrieben und verpflichtet, bekommt deutlich weniger Bezüge und soll halt machen, was geht und gut tut.

    Bei einer Krankschreibung, während der man noch gut bezahlt wird und wo die Dienststelle noch gewisse Erwartungen an eine möglichst baldige Rückkehr hat, sind TV Auftritte und Konzertaktivitäten einfach komplett unangemessen. Im Zweifel ist die medizinische Bewertung hier auch egal, es geht einfach auch um katastrophale Außenwirkung und damit mindestens einen Imageschaden für den Arbeitgeber. Geht einfach nicht.

    Machst du auch die Unterscheidung bei den Angestellten der freien Wirtschaft, die Krankengeld bekommen?
    Also: "nur", weil ein Beamter Krankengeld bekommen, darf er keiner Freizeitaktivität nachgehen, die der Genesung förderlich ist bzw. nicht entgegen steht?

    ich verstehe und höre das, was ihr sagt / schreibt.
    Ich muss das Rechtliche aber nicht sinnvoll finden, erst recht nicht, wenn Unterschiede gemacht werden, wo es keiner bedarf.
    Ich sage nur, dass es absurd ist, weil es keine medizinische Gründe dagegen gibt und dies sogar in der Regel empfohlen wird. Die Erhöhung von Arbeit als Merkmal Leistungsfähigkeit und Berechtigung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben muss überdacht werden. Ein erster Schritt wäre durchaus die Teilkrankschreibung, damit Menschen eben nicht vereinsamen und weiter stigmatisiert werden.

    Wieso seid ihr alle so negativ?

    fragt derjenige, der eine positive Meinung aller beteiligten Stellen in seinem ersten Beitrag schildert und trotzdem Angst hat, dass es nicht klappt und deswegen hier auf Meinungen anderer wartet.

    Im Unterschied zu den geschilderten Freigaben und positiven Positionen im Versetzungsverfahren (erster Beitrag) ist das "ich fordere dich bei einer anderen BR für eine Abordnung an" eines komplett fremden Schulleiters einer Schule im Aufbau doch sehr wackelig.

    Rechtlich mag es sein.
    Im Sinne von "ich darf Musik spielen, spazieren gehen, alles tun, was der Genesung nicht entgegen steht" medizinisch nicht. (bzw. meine Beispiele und Erläuterungen beziehen sich zumindest - ärztlich genehmigt und geprüft - auf Krankheit.)

    Das ist doch dasselbe.
    Wenn ich ein Jahr krankgeschrieben bin, darf ich keine Musik spielen? Darf ich kein Leben haben?

    Bei aller zum Teil gerechtfertigter Empörung (und sie soll meiner Meinung nach der Behörde gelten, die keine DU geprüft hat, auch wenn zumindest beim Keyboarder mir nicht klar ist, ob DU oder krank): Sorry, nach einem Kreuzbandriss am Keyboard spielen, ist okay.
    Bei einem alltagsstörenden Reizdarm Spazieren gehen ist okay.
    etc.

    Was genau meinst du mit "machen"?

    Du kannst alles machen, außer einer Erwerbsarbeit nachzugehen ohne Genehmigung.

    Ganz offensichtlich nicht, wenn die Teilnahme an einer Kochshow ausgeschlachtet wird (keine Erwerbsarbeit) oder das Musizieren an einem Abend sofort an den Pranger gestellt wird (künstlerische und wissenschaftliche Tätigkeiten sind nicht genehmigungspflichtig)

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