Beiträge von chilipaprika

    Wenn man den Respekt vor der Leistungsüberprüfung verloren hat, sollte man sich einen anderen Beruf suchen. Bei Lehrkräften, die so vorgehen, sehe ich auch keinen Grund mehr für eine Verbeamtung. Einen Spiegel im Bad sollte man dann auch nicht mehr haben.

    das mag sein. Sag es bitte den Ministerialbeamten, die für die Erwartungshorizonte am Ende gerade stehen. Die werden sich selbst was dabei gedacht haben, dass man für dieselbe Leistung eine bessere Note bekommt, bzw. die Grenzen gesenkt werden (Beispiel aus den Fremdsprachen wurde genannt.)

    Die Frage ist in meinen Augen etwas ungünstig gestellt. Ich würde mal behaupten, dass es in den Sprachen leichter ist, im Mittelfeld des Notenbereichs zu landen, dafür wiederum sehr schwierig, die ganz hohen Punktzahlen zu erreichen. Die 15 Punkte kommen häufiger in Mathematik als in Französisch vor.

    Eindeutig. Ich habe schon des Öfteren gute bis sehr gute Französisch-Schüler*innen verloren, die wussten, dass sie in Bio / Informatik oder gar Mathematik (sehr guter Schüler halt) ihre 15 Punkte zwar auch ggf. (!) mit Aufwand erhalten, aber dieser Aufwand reicht nicht für 15 Punkte in Französisch.
    Ich habe selten 15 Punkte in Französisch vergeben (und ich glaube, immer nur derselbe Schüler) und es war mehr als verdient (ich hätte die Klausur nicht so schreiben können. Nicht-Muttersprachler*in), man hätte den Schüler in einem 2. oder 3. Unijahr stecken können, er hätte es sprachlich wie kognitiv-analytisch locker geschafft.

    Ach stimmt, kein NC für den Zugang zur Uni.
    Separate Eingangsprüfungen, oder?

    Da sehe ich persönlich den Grund für die Noteninflation. Keine*r möchte der/diejenige sein, der/die das Wunschstudium vermasselt (klar ist der Schüler selbst dafür verantwortlich). Aber man passt sich den ansonsten gegebenen Noten und es bringt nichts, seine eigene kleine autarke Insel zu sein. So lebt(e) mein Studienseminar: "Die Noten müssen auch mit den Noten der 80er vergleichbar sein" (ich stand zu Beginn der 2010er Jahre im Ref...), "In der Region weiß jede*r, was eine 3 ist".
    Na vielen Dank, ich wollte aber nicht in der Region bleiben und es war mir piep-egal, dass sie nie die 1 als Ausbildungsnote geben, eine 2 als "hervorragend und genial" gelten kann" ... "Was sagenn Sie später einem Schüler, der eine 3 oder 4 schreibt? dass er durchgefallen ist? Nein, es war eben ausreichend."

    Fände ich in der Theorie gut.
    Aber leider nur in der Theorie.

    Dieses Jahr hat eine Schülerin die Matura mit einer 5.9 im Schnitt bestanden, das ist in 10 Jahren das erste Mal, dass ich sowas überhaupt sehe. Mann, müssen unsere Jugendlichen dumm sein im Vergleich.

    Huhu!
    Sammeln die Schweizer Schüler*innen einen Teil des Abiturs auf dem Weg dahin oder zählen nur die Prüfungsnoten?
    Alle Fächer? (mit Gewichtung)

    und wenn ihr sammelt: wie oft gibt man im Unterricht die 6 oder 5,8 (keine Ahnung, was eure Abstufungen sind?)

    Da 15 Punkte rein rechnerisch (hahaha, Noten rechnen) eine 0,7 sind und viele Noten "gestrichen" werden können, kann man sich auf dem Weg dahin durchaus einige Klopper leisten und im sehr guten Bereich 13-15 Punkte sein und trotzdem eine 1,0 haben. Mit einer diesjährigen 1,0-Abiturientin (der Zeitung entnommen) hatte ich vor einem Jahr (also in der "Sammelphase") Kontakt. Sie war immer gut bis sehr gut, hatte aber eine 2,0 in einer Deutschklausur und war da sehr zufrieden. Ich vermute: aus 2 und 2+ in Klausuren mit einer 1 mündlich geht es schnell nach oben (und natürlich die NRW-Besonderheit, dass 2/3 der Noten "mündlich" sind.)

    (also als Einblick aus NRW, es ist in Bayern natürlich anders, aber ich vermute, der Grund, warum die Noten steigen, überall der selbe ist.)

    Siehst du keinen Unterschied zwischen einer Streiterei auf dem Pausenhof und einer 6 wegen Unterschleif, die zur Nicht-Versetzung führt?
    Je nach Schulgröße: nenn es "Schulleitung" oder "Mittelstufenkoordination", aber wir sollten als Lehrkräfte auch akzeptieren, dass wir - trotz Erwachsenendasei - in einem Team arbeiten und nicht alles selbst entscheiden.
    und jemand ohne fertige Ausbildung sollte weder eine 6 mit Nicht-Versetzung ohne stichhaltiges Verfahren (Anscheinsbeweis gehört für mich 100% dazu!) verhängen, noch einer Schülerin, die ebenfalls nachweislich betrogen hat (der Helfenden), mit einer guten Note davon kommen lassen (nach dem Motto, ich tue so, als wäre alles nicht passiert, dann habe ich keinen Stress).

    Diese Frage stellt sich in meinen Augen überhaupt nicht.

    Auch bei einer unfreiwilligen Abordnung, die den Weg deutlich verlängert?
    Bei einer Teilabordnung bzw. in anderen Berufsfeldern zählen auch Wege zu anderen Dienstorten zur Arbeitszeit (ich generalisiere nicht mit "in ALLEN anderen BF", sonder nur, dass es so abwegig nicht ist, weil es durchaus auch sein kann (außerhalb der Schule kenne ich es hauptsächlich so, kenne aber auch nicht alles.)

    ach so? komisch. Ich arbeite auf ziemlich vielen Fahrten.

    Ich habe ja nicht gesagt, es sei nie verlorene Zeit, sondern es kann je nach Fahrt (ich habe ja ein Beispiel gegeben, wann es für mich nicht geht) sinnvoll benutzt werden. Selbiges für das "früh ankommen", worum es anfänglich ging.
    Genauso gilt umgekehrt: woran willst du festmachen, dass ich die Zeit im Zug nicht zum Arbeiten nutzen kann? (was ja faktisch falsch ist).

    Geht auch.
    Ich verteufele nicht die Autofahrt. Sie kommt für MICH aus verschiedenen Gründen nicht in Frage und da muss ich mich mal arrangieren. Und die Aussage von einigen (generell Autofahrenden), dass es eine komplett verlorene Zeit sei, ist halt falsch.
    Als Autofahrende bin ich aber auch immer früh vor Ort gewesen, weil ich Staus vermeiden wollte.

    Wenn man aber einigermaßen schlau ist (ich weiß, schwierig), dann dreht man in der Stunde, in der man "zu früh" in der Schule ist, nicht Däumchen.
    Ich bin ja auch oft mit dem Zug gependelt, bzw. tue es jetzt aktuell täglich und es gibt Tätigkeiten, die man mit einer Zugfahrt oder eine "Wartezeit" im Lehrerzimmer kombinieren kann. Und darunter sind auch viele, die dem Lehrerberuf zuzuordnen sind.
    - Texte für die Unterrichtsvorbereitung lesen / suchen (auch: Podcasts hören)

    - kleinere Tests korrigieren (bei Klausuren bin selbst ich nicht so hart im Nehmen, Klassenarbeiten gehen aber auch)

    - Mails und Nachrichten vorbereiten (und bei Netz abschicken)

    - Notizen zum Tagesablauf, Sonstige-Mitarbeit-Noten

    - Elternkorrespondenz, usw..
    - Arbeitsblatt-Gestaltung

    - Kopieren (in der Schule)

    Aber schon alleine die Vor- und Nachbereitung kann quasi einen sehr großen Teil einnehmen. Klar, am Schreibtisch lese ich schneller als im ÖPNV, aber Däumchen drehen, damit ich danach am Abend am Schreibtisch lese? Dann ist es eben selbstgewähltes Schicksal.
    Wer anderthalb Stunden nur in Zügen mit Stehoption wie in der Sardinendose pendelt, sollte sich das anders überlegen.
    Auch zum Beispiel ein Grund, warum ich zum Teil früher zur Arbeit oder später nach Hause fahre: Ich will eine (stündliche) Verbindung lieber. In den 50 Minuten Fahrt kann ich ca. 45 Minuten mit Laptop sitzen (muss ich aber nicht, ich starre auch mal gerne aus dem Fenster mit Musik auf den Ohren), bei der anderen Verbindung (auch 50 Minuten aber mit Umstieg und Wartezeit am Gleis) ist nur der Podcast effizient.

    und alles ein weiterer Grund, warum ich lieber ÖPNV als Auto fahre (ist aber tatsächlich nur ein Grund unter den vielen)

    ... weil man eben das Puffer einbaut, um nicht zu spät anzukommen.
    ... weil man noch schnell kopiert, auch wenn es für den Nachmittag ist (man weiß nie, wie der Tag wird)

    ... weil 3 Minuten Wortgequatsche vielleicht in anderen Berufen auch zur Arbeitszeit zu Beginn des Tages gehört

    ... weil man Zeit zum Ankommen ("Ruhe" vor der Klasse) braucht.

    Diese Gründe waren für mich immer relevant (ich bin auch als Autopendlerin früher angekommen als als Fussläuferin. Trotzdem waren die letzten 2 Gründe immer wichtig, um die Pufferzone zu haben.
    Und genau diese zwei Gründe führen bei meinem aktuellen Job (Behörde) dazu, dass ich eben auch "besonders früh" (Schulstart) ankomme, also vor der Gleitzeit. Ich brauche Ruhe zum Ankommen, BEVOR das Wortgequatschte mit der Gleitzeit startet :D
    Allerdings ist der Unterschied: es ist für mich protokollierte Arbeitszeit.

    Das kann man tun, wenn man sich selbst vor einer Entscheidung scheut, muss dann aber damit leben, dass die getroffene Entscheidung nicht immer zum eigenen Bauchgefühl passt.

    Bei einer studentischen Hilfskraft ohne Referendariat, geschweige denn Erstes Staatsexamen /Studienabschluss würde ich aber definitiv zur Schulleitung gehen, bevor ich eine 6 gebe.

    (Unterschleif kann doch nur Bayern sein, oder?)

    Danke für die Diskussion. Ich wollte noch einen zu meinem Geburtstag ausgeben, fällt mir da ein. Erst wollte ich mich mit Kolleginnen zusammentun, dann kam ich nicht dazu, dann spielten engagierten sich die Eltern verrückt meiner Klasse weit über das zu erwartende Maß. Verknüpfe ich wahrscheinlich direkt mit dem kommenden Geburtstag. :rofl:

    vielleicht möchten die Eltern dir zum nächsten Geburtstag ganz engagiert eine Party schmeißen!

    Weiss das jemand?

    1) Behalte ich meine Erfahrungsstufen (also alle Jahre), wenn ich vom Beamtentum in den Angestelltenstatus wechsle?

    2) Die Erfahrungsstufen sind aber nur bezogen auf Schule? Wenn man dann zwischendurch auf TV-L 13 woanders arbeitet, dann startet man als Lehrkraft wieder von Null?

    Tarifverhandlungen vom Bund und Kommunen waren schon (Ergebnisse liegen vor und werden umgesetzt), Tarifverhandlungen der Länder stehen an.
    Um starke Ergebnisse zu haben, müssen wir auch Masse zeigen.

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