Beiträge von chilipaprika

    dort in den Auslandsschuldienst gehen. Eine Freundin hat das jahrelang so gemacht, Jahrzehnte. Du bekommst eine ordentliche Besoldung (mehr als hier, ich glaube das Doppelte, bin aber nicht sicher) und hast meist nur Diplomatenkinder.

    puh... das muss ich nur kurz geraderücken.
    Die Besoldung, selbst für die entsandten Lehrkräfte (also nicht Ortslehrkräfte), ist nicht das Doppelte. Das Geld setzt sich aus der normalen Besoldung und dann gibt es Zuschläge (Lebenshaltungskosten, aber auch Gefahr/Sicherheit..), es fällt also je nach Land sehr unterschiedlich aus.
    Auslandsschulen sind ebenfalls sehr unterschiedlich, einige Schulen sind nur für reiche Unternehmer- und Diplomatenkinder, aber die sehr sehr viele Schulen sind sogenannte Begegnungsschulen und haben kaum Muttersprachler*innen oder nur eine Minderheit, die Kinder stammen aus der bürgerlichen Mittelschicht und die Eltern erhoffen sich etwas, aber es heißt lange nicht, dass da kein Classroom Management nötig wäre.
    Dafür fällt der Bereich der Schulentwicklung umso größer aus, weil es sehr kleine Systeme mit allen Aufgaben sind, auch viel fachfremd und natürlich im interkulturellen Kontext mit lokalen Lehrkräften, usw..

    Die Einzigen, die hier in der Straße nerven, sind die Alten, die sich durch Kinder gestört fühlen.

    und sie dürfen nicht gestört werden?

    Sorry, nicht jedes Kind und nicht jede Familie ist per se doof. Aber ich hatte an einem anderen Wohnort eine Familie als Nachbar und ich fand sie nervig. Und der wöchentliche gefühlte Kindergeburtstag im Garten, sowie schreiende Eltern, darauf habe ich kein zweites Mal Lust.
    Aber es ist nun mal so, ich habe leider keine Hütte im Wald, sondern ein Haus in einer Straße mit anderen Menschen.
    Dass unsere Rentnerstraße aber vielleicht jetzt die dritte Familie innerhalb von 2,5 Jahren bekommt (die ersten 2 sind super, und keine direkten Nachbar*innen), ist wohl der natürliche Lauf der Dinge. Hätten wir uns denken können, dass 80jährige mal sterben könnten und vermutlich keine 60jährige einziehen.

    und irgendwann sterben sie und es zieht eine Familie mit Kids ein.

    Sorry, ich weiß nicht mehr, wie sehr ich um meine Nachbarin trauere (naja, gut, sie hat nie smalltalk gemacht, sie hat nur mit meinem Mann ÜBER mich geredet [warum ich nicht mehr im Haus machen würde, ob ich keine gute Ehefrau sei, dass wir jetzt meine Nichte aufgenommen haben und ob es seine neue Freundin sei (18-jährige!), warum ich ständig im Haus gewesen sei und ob ich neuerdings endlich einen Job hätte (offensichtlich dachte sie, dass ich nur spazieren war, wenn ich um halb 4 aus der Schule zurückkam..)

    Also: Renter*innen können echt nervig sein.
    Aber die interessierten Familien mit Kleinkindern, die das Haus offensichtlich wollen, ... ich weiß es nicht.

    eben. Und SoWi/Erdkunde hat nicht viele Stunden und wird an einigen Schulformen zusammengelegt bzw. fachfremd unterrichtet (Klassenlehrer in der 5, zb.)
    Klar, irgendeine verzweifelte Schule gibt es immer. Darauf würde ich meine berufliche Laufbahn nicht bauen. Denn die verzweifelte Schule wird mir dann nicht nur Politik- und Geostunden geben, sondern auch Deutsch, Englisch, Kunst und Musik.

    sind es zwei komplett verschiedene Baustellen?
    Nur weil man keine Lust hat, sein Leben der Arbeit unterzuordnen und gerne frei und ohne Verpflichtungen leben möchte (aber gerne die "Mega Vorteile" des Beamtentums haben möchte, naja..), heißt es nicht, dass man sich kein Fachwissen angeeignet hat oder kein Berufsethos im Rahmen seiner Arbeit hat.

    Bei dem Lehrermangel, muss man sich wirklich keine großen Sorgen machen.

    Du meinst es vermutlich / hoffentlich nicht so, aber ganz ernsthaft: wir haben Ärztemangel, und trotzdem warte ich lieber ein paar Tage mehr auf einen Termin (und ja, ich weiß, dass Verzögerungen auch lebensentscheidend sein können), als nicht zu wissen, dass mein Hausarzt viele grobe Fehler macht.
    Denn: einmal drin ist es für die Klient*innen (Patient*innen oder Schüler*innen / Eltern) leider nicht durchsichtig, wie gut / schlecht die Person ist.

    Wünschen kann man sich viel.

    Die Kapazitäten zur Umsetzung sind halt nur begrenzt.

    Was die Erfüllung der Wünsche auf eine kleine Liste begrenzt.

    Und wer steht i.d.R. auf dieser Liste oben?
    Kinderlose sind es meist nicht.

    Warum nicht? das kann man nicht pauschal sagen.
    Ich habe es schon geschrieben: nicht jede*r hat dieselben Wünsche. Meinem Wunsch (als Kinderlosen) konnte entsprochen werden, und das sogar doppelt (einmal alle 2 Wochen nicht zur 1. )
    (und ich bin sicher, dass es andere Wünsche in meinem Kollegium gibt, die auch erfüllt werden, ohne dass es jemanden stört)
    Aber ich könnte 18monatige Drillinge und einen Schwerbehindertenausweis habe: wenn ich einen Kurs in der Kooperationsschiene unterrichte, MUSS ich zur 1. Stunde an den Tagen kommen.
    Wenn ich einen bestimmten Kurs haben will, habe ich 50% Wahrscheinlichkeit, dass er freitags nachmittags ist.
    Wenn ich Teilzeit unterrichte und einen LK habe, bin ich trotzdem 3 Tage die Woche da und je nach Fächerkombi kann es schwer sein, bei 3 Tagen zu bleiben.

    Die Kinderlosen sind nicht per se "nie dran", es muss alles passen und realistisch sein. Ich bin zu 90% oder 100% in Kopplungen, da sind natürlich die Prioritäten der Eltern, die parallel zu mir sind, mitentscheidend, aber wenn sie gegensätzliche Wünsche hätten (möglichst früh / möglichst spät), da kann mein Stundenplaner nicht zaubern und den Französischunterricht in der 0. Stunde und den Lateinunterricht in der 9. Stunde platzieren.

    nein.

    Es gibt 3-4 sehr unregelmäßige Verben (z.B. esse-sein, wie in vielen Sprachen), ansonsten folgen die Zeitenbildungen immer demselben Prinzip.

    Perfektformen scheinen viele zu sein, doch bei näherer Betrachtung entpuppen sich die meisten von ihnen als Komposita.

    Wenn Latein sich durch eines auszeichnet, dann durch große Regelmäßigkeiten. Immer dasselbe. Geradezu stupide :rofl:

    es gab eine Überschneidung meines Beitrags (zu lange geschrieben), ich hätte das Wort "stupide" nie benutzt, aber es ist genau das Tolle: eine Regelmäßigkeit, man kann es einfach lernen.
    ich war dann nach Deutsch und Latein beschädigt, die paar unregelmäßigen englischen Verben waren nicht genug und ich wollte deklinieren und konjugieren.

    Spanisch ist halt von der Rechtschreibung viel einfacher (aber Französisch hat diesbezüglich echt ein Problem. Ich werde es NIE verstehen, warum frankophile Eltern ihre Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten für Französisch anmelden. Es ist Quälerei, Punkt.)
    Von der Verbkonjugation und Grammatik: Italienisch und Spanisch fielen mir "leicht" (aber ich mag es nicht und es war halt eben "zu leicht", so dass ich nicht gelernt habe), weil ich schon eine romanische Sprache beherrsche und eine starke Latinistin war. Mir fallen auf Anhieb schon ein paar Verben mit komischen Konjugationen mit verschiedenen Stämmen (Puedo/podemos..), ich weiß aber nicht, wieviele es sonst sind.
    Und sonst die Spielchen mit Perfekt/Imperfekt, Konjunktiv und indirekte Rede... das Problem hatte ich als Muttersprachlerin einer romanischen Sprache nicht, es ist nämlich dasselbe System.

    Zu den unregelmäßigen Konjugationsformen in Latein: in meiner Erinnerung: du lernst deine verschiedenen Verbgruppen und für jedes einzelne Verb eben die passenden Formen (amo, amas, amare, amavi, amatum / fero, fers, ferre, tuli, latum, ... das kann ich 30 Jahre später noch im Kopf singen). Oder lernt man es auf Deutsch anders?

    ich kann mich noch gut daran erinnern, wie schockiert ich darüber war, dass die kleine Schwester meiner französischen Austauschschülerin zu Hause von ihren Eltern die Zeitformen von regelmäßigen und unregelmäßigen Verben abgefragt wurde. Die musste das anscheinend genau so lernen, wie ich in der Fremdsprache. Im Deutschen ist das imho nicht nötig, außer vlt. für den Konjunktiv. Schon lustig, dass Französisch für Franzosen anscheinend auch schwierig ist. War das wohl ne Ausnahme oder ist das in F immer so?

    Es gibt auf Französisch tatsächlich eine viel größere (und nicht in der Form wie Englisch oder Deutsch systemisierbare) Variation der unregelmäßigen Formen und tatsächlich gibt es bis Ende der 9. einen viel größeren Anteil an Sprachunterricht / Grammatik als in Deutschland (zumindest vom Gymnasiallehrplan ausgehend).
    Ich las viel und musste nur beim Passé simple oder Ähnliches mehr lernen. Aber ja, die Grammatiknotenskala wurde auch ausgefschöpft, inklusive Normalverteilung. Also keine Ausnahme.
    Aber: Ich hatte schon viele Kids (am Gymnasium!, wenn auch keinem gutbürgerlichen), die die Präteritumformen auf Deutsch nicht spontan können oder gefühlt würfeln (und die Chance ist hoch, wenn man sich am Partizip orientiert ;) )

    Ja das mag in deinem Fall so sein. Aber gewünscht hättest du sie dir schon. Wer Vollzeit kinderlos arbeitet, fragt in der Regel gar nicht danach.

    Ich finde ein System, in dem Alle Wünsche (!) haben dürfen, schon ziemlich erstrebenswert.
    Man muss realistisch sein und wissen, wie das System funktioniert.
    Anzunehmen, alle TZ-Leute würden sich die mittleren Stunden wünschen oder keine*r möchte früh oder spät arbeiten, ist genauso verkehrt, wie anzunehmen, dass alle einen kompakten Stundenplan haben wollen.
    Ich mag nicht zur ersten Stunde und ich kann mir Besseres vorstellen, als jeden Tag zur 10., aber meine Prioritäten liegen in meinen Klassen. Ebenfalls stehe ich nicht auf einen kompakten Stundenplan und WENN ich eine Freistunde habe, dann lieber eine doppelte Freistunde als eine einzelne. Das habe ich mal meinem Stundenplaner gesagt, der dachte, mir damit eine Freude zu machen (also lieber zwei mal 1 als einmal 2 und einmal 0). Ich habe Kolleg*innen, die WOLLEN zur ersten Stunde und sind eh da, auch wenn sie zur 3. haben, es gibt welche, die wollen später (lustigerweise habe ich gerade nur Kolleg*innen ohne minderjährige Kinder im Blick).
    WENN das im Stundenplan passt, sind solche Infos auch nicht schlecht und glücklich Mitarbeiter*innen sind auch wichtig.
    Ein System, das nur die Wünsche einer bestimmten Personengruppe berücksichtigt oder gar abfragt, gerät Gefahr, sich zu zerlegen (und trotzdem bin ich mir dessen bewusst, dass mein "einmal wöchentlich ausschlafen" weniger wichtig ist als "wegen Kita erst zur 3.")

    ja, klar, wenn die TZ-Kolleg*innen eben dies können und anbieten, ist es doch kein Problem.
    Aber je weniger Menschen diese Stunden als "möglich" in ihrem Stundenplan "angeben" (oder gesetzt sind), desto schwieriger ist ein Stundenplan.
    Und nein, viele Stundenpläne können nicht kompakt sein. (wobei ICH persönlich keine Lust und Kraft für (fast) jeden Tag 6 Stunden am Stück. Das ist aber eine Typsache, weswegen ich 1) am Schulort wohne, 2) mich flexibel organisiere, und 3) mir auch Sachen sehr schön reden kann (also, ich kann auch gut schwarz malen, aber wenn ich 5 mal zur ersten Stunde darf und davon ist 3 mal ein LK, dann weiß ich es sehr zu schätzen und bin dankbar dafür).

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