Beiträge von chilipaprika

    SELBST, wenn das Land sagen würde, dass Privatkonten geduldet werden, (habe ich nirgendwo gelesen) ICH möchte kein Geld auf mein Konto, was mir nicht gehört. Mein Konto ist vielleicht gemeinschaftlich, ist vielleicht gepfändet, ist vielleicht aus welchen Gründen auch immer unter Beobachtung, ich will nicht, dass mir irgendwas als Einkommen angerechnet werden kann, wenn plötzlich Bewegungen mit 10000 Euro auf dem Konto sind (bei einer Klassenfahrt realistisch).

    Kann man mich dann zwingen? (also in dieser theoretischen Sphäre, die nicht existiert, weil es auch keine entsprechende, ausdrückliche Duldung oder gar Empfehlung gibt.)

    Danke, ich finde das auch eine bizarre Argumentation. Sicher gibt es einzelne Primarschüler, die Chemie verstehen würden, wir fangen in den Naturwissenschaften trotzdem und völlig zurecht mit der Bienchen-und-Blümchen-Biologie an. Ältere Kinder und Jugendliche bringen nachweislich eine bessere Kognition mit und sind überhaupt erst in der Lage, abstrakte Konzepte zu verstehen. Wieso soll das jetzt in den Fremdsprachen nicht so sein.

    weil Chemie (so habe ich es dich verstanden, ich habe Chemie nie verstanden, und das obwohl ich in der 8. damit anfing. Liegt aber sicher daran, dass ich mit Bio seit der 3. auf Kriegsfuss war) auf Bio-Kenntnisse aufbaut.
    Es ist bei Fremdsprachen anders: es baut auf die Muttersprache auf.

    man kann auch einen missverstehen, wenn man es darauf anlegt.
    Natürlich ist es kein Problem, dass Englisch "einfach" ist.
    Nur haben wir nunmal ein Schulsystem, das in bestimmten Bereichen darauf ausgelegt ist, zwei Fremdsprachen beizubringen. Und wenn man zwei Sprachen beibringt, dann ist die erste Sprache, in der man viel mehr Zeit hat und vor der Pubertät anfängt, eher dafür prädestiniert, schwieriger zu sein, als mitten in der Pubertät .
    Wenn man ein Schulsystem mit nur einer Fremdsprache will, tja, dann sieht es anders aus.

    Ganz ernsthaft: ich unterrichte sehr ungerne Französisch (zumindest in der Mittelstufe), genau deswegen (in der Oberstufe, wenn überhaupt zustanden kommend, sind ja nur die über, die sich wirklich bewusste dafür entscheiden). Ich könnte also meinetwegen darauf verzichten und jede*r, der mich real kennt, weiß es: ich könnte sehr gut ohne das Fach leben. und in unserer Gesellschaft und System, wo Anstrengung verpönnt ist, bin ich es leid, die Buh-Tante zu sein. Lasst uns Französisch (und Mathe!) abschaffen, und nur noch ein paar Lieder auf Englisch gucken und Filme auf Englisch schauen. (halb sarkastisch, halb ernst, findet raus, was was ist.)

    Dagegen. Siehe oben.

    Ich wiederhole und betone meinen schon zwei mal gegebenen Hinweis: je nach sprachlich kognitiver Fähigkeit.

    und ergänze ihn: ich vermute, es hat auch was mit dem Alter des Beginns: das Grundschulalter halte ich persönlich - nach Bauchgefühl und zu wenig Lektüre - für ungeeignet, FREMDsprachenunterricht zu haben (und deswegen hatte ich tatsächlich nur die weiterführende Schule im Blick). Entweder Immersion, bilingual, KiGa oder Grundschule, oder nach einem guten Grundstock in der Grundschule.

    Es ist nunmal so: Französisch ist schwieriger und komplexer als Englisch, Englisch ist in der Umgebung (Grenznähe zu Frankreich hin oder her) präsent genug, dass das schnellere Vokabellernen keine Probleme darstellt.
    Wer in der 5. Klasse Französisch (oder Latein) gelernt hat, musste von Anfang an strukturiert und GENAU lernen (also: Genus? Pluralform? Konjugationsformen?)
    Dann kommt Englisch zwei Jahre später (ich überspitze!) wie ein Klaks vor: ein Artikel, eine Pluralmarkierung, zwei konjugierte Verbformen im Präsens, eine in den meisten Formen, während die Franzosen/Lateiner immer noch damit kämpfen, ob ein Accent schräg, rechtswinklig oder was auch immer ist und je nach Sonnenstand ein paar sinnlose Buchstaben angehängt werden.

    Und GENAU DESWEGEN bin ich für eine "schwere" Sprache zu Beginn (kann meinetwegen Latein, Russisch oder so sein) (zumindest für "Gymnasial-/Sprachkinder"). Das Verständnis für die Sprache wird geschult und am Ende sitzen nicht die meisten Kids in der 7. und haben Probleme Vokabeln zu lernen. Nicht nur, dass das Tempo höher ist, die Grundschwierigkeit ist auch schneller. Wer aber schon verstanden hat, wie Aspekte bei Verben (Russisch) funktionieren, das passécomposé/ imparfait-Ding auf Französisch geknackt hat oder dass bestimmte Präpositionen bestimmte Fälle hervorrufen (Deutsch, Latein, Russisch ..), ihm werden die unregelmäßigen Verben auf Englisch zum Lachen bringen. Und das komplexere Zeitformensystem, das eh später kommt, wird auch verstanden.

    Ich hatte das umgekehrte Problem, dass ich in Englisch die Fallen gesucht habe (wo sind die Fälle? Wo ist die Satzstellung?, usw..). Und weil die ersten Jahre zu einfach sind, habe ich sie mir schwer gemacht (ging nicht so gut). Ich habe es dann quasi abgewählt (bzw. die 2 Lehrkräfte der Oberstufe sind beide ca. 9 Monate von 10 nicht da gewesen...) und nach der Schule habe ich es mir selbst angeeignet, weil es eben um mich herum war und ich kein Politik- oder Linguistikstudium machen konnte, ohne Englisch zu können.
    Bei den Kids ist es dasselbe: sie wollen Computer spielen oder Videos auf Youtube/Netflix gucken. Da kommt Englisch von alleine rein. Nicht Latein, Französisch oder Russisch.

    und das wurde eben auf ein paar Seiten diskutiert. Es ist nicht so effizient, wie diese 6 Wochenstunden zu einem späteren Lebensalter unterrichtet werden können, und auch nicht so effizient, wie die Stunden anderweitig verwendet werden können.

    Ich bin nicht lange genug im Geschäft bzw. habe nicht genug Überblick über "wer hatte was und wann?", um das sagen zu können.
    Und ich bin ja die zweite Sprache, ich sehe also nicht direkt, was die Kids mitbringen. Ich war allerdings schon ein paar Mal in Vertretungsstunden in der 5/1, wo die Schüler*innen Englisch-Aufgaben machten und irgendwie sah es so aus, als ob 2/3 der Klasse noch nie von Konjugation etwas gehört hatten.
    Womöglich bin ich eh zu unmodern, mir ist das Primat der Kommunikationskompetenz ein Dorn im Auge, ich bin schon ein Fand von ab und zu grammatikalischer Richtigkeit (ich weiß, old school), aber ich habe mich da gefragt "WAS habt ihr denn in der Grundschule gemacht?".
    Mittlerweile habe ich leicht mehr Einblick, Bekannte mit Kids in der Grundschule, Social Media, und mir ist bekannt, dass ganz oft (ich will nicht "immer" schreiben), weder Rechtschreibung, noch Grammatik eine Rolle spielen, die Aussprache auch nicht unbedingt und der Schwerpunkt auf Spass haben liegt.
    Jetzt wo ich auch noch tagtäglich mit zukünftigen Englisch-Lehrkräften [die der Meinung sind, ihr Abiturenglisch reiche für Grundschüler*innen sowieso aus und die ganzen Seminare und Auslandspflicht nerven eh nur] arbeite (aber auch weiß, dass mein Blick durch meine Position gebiast ist (das weiß ich!!)), dann denke ich mir "ein bisschen gut gemeint ist sicher nicht gut".
    Wenn schon eine Fremdsprache, dann richtig. Natürlich auch spielerisch und altersangemessen. Aber ernsthaft, wir regen uns über Schreiben nach Gehör und solche Methoden, dann soll auch Englischunterricht ein bisschen mehr sein, als Klatschen und Farben lernen. Didaktische Reduktion soll nicht falsche Vorstellungen entstehen lassen. Altersangemessenheit soll nicht bedeuten, dass Sätze ohne Artikel und Konjugation und mit Rechtschreibfehlern aufgrund von "Kommunikation und Verständlichkeit" zu einer guten Note führen. Ist doch klar, dass diese falsche Vorstellung zu Problemen führt.

    und wenn ich daneben nicht bereit bin, die Gesamtstunden in der Schule zu erhöhen, die Kompetenzliste weiter erhöhe, die Grundschullehrkräfte mit mehr Diversität und Heterogenität konfrontiere, dann soll ich denen die Chance geben, sich auf die Kern- und Kulturkompetenzen zu konzentrieren, auf die danach aufgebaut werden kann.

    Ich halte Werkenunterricht fachfremd mit der Ausstattung, die eine gemeine deutsche Grundschule so hat, für gensuso für die Katz wie Englisch oder jedes andere Fach. Am Ende wird mit Klopapierrollen gebastelt.

    Erstmal: DAS ist eine ganz eindeutige Diskriminierung von mit Klopapierrollen bastelnden (Grundschul)lehrkräften!!! Conni bitte diese Userin wegen Moderationsbeleidigung ins Gefängnis schicken!!

    Die Frage ist doch immer: was soll transportiert werden? Geht es bei Frühenglisch darum, die Sprache schon mal 2 Jahre regelmäßig gehört zu haben und einen unkomplizierten Zugang zu finden? Sich eher zu trauen, etwas in der Fremdsprache zu sagen oder ganz anders? Oder erwarten Lehrpersonen in Klasse 5 gereifte Grammatik-Kenntnisse und einen Grundwortschatz von 1000 Begriffen? Ist Letzteres der Fall, ist die Ernüchterung wohl vorprogrammiert.

    Es geht doch nicht darum, was die Lehrpersonen erwarten! (behaupte ich mal). Das wäre wieder eine Fremdzuschiebung à la "wir sind nur Zulieferer*innen und die Anderen erwarten zuviel von uns".
    Ich unterrichte kein Englisch, aber eine Fremdsprache, ich "leide" schon genug unter der Einfachheit der englischen Sprache, wenn ich knallhart mit zwei einhalb Artikeln ankomme, aber die Vorstellung dessen, wie eine Sprache gelernt wird und was hängen geblieben ist, ist ineffizient und kontraproduktiv.
    Und Spass am Lernen kann man auch auf Deutsch / Mathematisch haben, so dass eine bessere Basis da ist, auf die man anknüpfen kann.

    Und das sage ich nicht, weil ich mir denke: Menno, wenn die Kids endlich Deutsch besser könnten, könnte ich besser arbeiten. Es stimmt zwar, aber es ist nur ein Teilaspekt. Könnt ihr euch vorstellen, wie sich die Kinder fühlen, die eben schwach sind? Was haben sie vom Englischunterricht in dem Alter außer eine Scheitererfahrung? und wenn es kein Scheitern ist, weil beschlossen wurde, dass man nichts schreibt und auch nur grob erkennen muss: dann kommt die Klatsche in Klasse 5...

    Die Grundschule ist die Meisterin der Differenzierung. Dann soll man auch einige Fächer differenzieren: Wer sich in Deutsch langweilt und genial ist, kann Englisch singen. Aber auch das hielt ich für falsch, Begabungsförderung, die andere Inhalte vorgreift bringt wenig, und wir kennen alle die Spirale: am Ende werden nicht 2-3 Kinder Englisch lernen, sondern 2-3 in Förderdeutsch bleiben. Also lieber komplexere Deutsch-Aufgaben machen (zb. Sachbücher, die das Kind interessieren..)

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