Beiträge von chilipaprika

    und übrigens...
    Mathe ist zwar ein grundsätzliches Problem, weil jede*r stolz darauf ist, das nicht zu können und sich also drückt...

    Deutsch ist aber umgekehrt ein ebenfalls grundsätzliches Problem, weil das "jede*r kann"...
    Dass es zwischen ein paar Büchern lesen mögen und Einführung in den Spracherwerb, Buchstabeneinführung, Schreib- und Rechtschreibtechniken, Leseförderung Welten sind... Nicht umsonst sind jetzt (zumindest in NRW, aber in vielen Ländern auch) Mathe UND Deutsch Pflichtbestandteile des Studiums...

    Zur Gefühlslage kann ich nichts beitragen, aber ich sehe nicht, wo die SL Gewissensbisse haben müsste. Wenn Teilzeit untersagt wird, muss die nicht die Schulleitung versagen.

    Die SL kann trotzdem weiterhin genehmigen und die BR wird es untersagen.
    Oder auch nicht.
    Zumindest jetzt zu diesem Durchgang gibt es sehr unterschiedliche Ergebnisse in NRW. Einige haben die Teilzeit von der BR gestrichen bekommen (Sohn wird 18 im Laufe des Jahres / Kinder sind schon länger älter / "grundloser" ANtrag), aber eine andere BR hat allem zugestimmt, was eine Schule weitergeleitet hat (Erfahrung einer Schule, wo mehreren "grundlosen" Anträgen zugestimmt wurde.

    Das ist wie mit den "Anweisungen" bzw. Bitten/Empfehlungen der Bezirksregierungen, bestimmte Noten in Beförderungsverfahren nicht zu verwenden sondern auch die untere Skala mindestens auszuschöpfen. Einige SL halten sich brav dran, andere nicht. und bei denjenigen, die sich "nicht dran halten", kommen manchmal Beurteilungen zurück, manchmal nicht.
    Manchmal darf man als Vorgesetzte*r auch sagen "so nicht, ich stehe für meine Mitarbeiter*innen ein"

    Ich kenne genug gescheiterte Mathe Gymnasialabsolventen, die es danach für Realschule oder Grundschule versucht haben, weil sie den hohen fachlichen Anspruch (gleiche Vorlesungen mit Bachelor/Diplom Mathematikern) nicht geschafft haben. Das ist keine Abwertung der Arbeit an der Grundschule, aber was das Studium angeht ein Fakt.

    und auch wenn ich weiß, dass es diese Leute gibt (und ich davon auch einige vor mir hatte), hatte ich in den letzten 18 Monaten aber auch eine Menge (wesentlich größere, aber es wird mit meiner Stelle gebiast) an Studis, die Grundschule entweder angefangen haben und an Mathe gescheitert sind (oder keinen Bock hatten) oder erst recht gar nicht mit Grundschule angefangen haben, weil sie keine Lust auf Mathe/zuviel Respekt vor Mathe hatten und deswegen etwas Unverfängliches wie EW oder Englisch (am besten in Kombi) studieren und ganz offen mit dem "Quereinstieg" in die Grundschule liebäugeln und stolz erzählen. "Ich studiere Gym/Ges, weil nach unten (sic!) kann man immer", "ich studiere Gym/Ges, aber ich will in die Grundschule", "Ja, ich studiere Gym/Ges aber das mit Englisch ist nicht so wichtig, ich will eh in die Grundschule" (wenn ich darauf hinweise, dass 12 Wochen Ausland nicht diiiie Welt sind, wenn man später einen LK unterrichten soll) "ich studiere Gym/Ges, weil Mathe kann ich nicht", "und jetzt kann ich sogar offiziell wechseln" (ja, die Studis wissen nicht, wieviele ECTS-Punkte ihre Bachelorarbeit hat, aber das Maßnahmenpacket haben sie echt schnell mitbekommen...)

    Da erfreue ich mich an jedem/jeder Mathe/Info-Absolvent*in, der/die gute Mathe-Grundlagen in der Grundschule machen wird, wenn er/sie für sich herausgefunden hat, dass die Kleinen ihm/ihr besser liegen. Gute Grundlagen kaputt zu machen ist schwieriger als schlechte Grundlagen wieder aufzubauen.

    Mach wie du meinst. ;) ich würde auch eins dabei machen, aber das ist eigentlich nicht mehr Zeitgemäß. Der Bildungsbehördenappart ist aber auch nicht mehr zeitgemäß, also passt das doch gut.

    gerade beim Personaler-Ehemann nachgefragt: die allermeisten Bewerbungen, die er bekommt, sind mit Foto. Wenn keins dabei, denkt der Kopf "oh, interessant, warum nicht, aber sehen wir auch im Gespräch". Also: kein Nachteil, aber tatsächlich nicht die Mehrheit der Bewerbungen.

    Ich bin ehrlich: mein theoretisches Ich sagt "nein, Skandal, Neutralität, blabla"
    Mein praktisches Ich (und ich lese zur Zeit um die 200 Bewerbungen pro Jahr und führe Auswahlverfahren durch): "ja."

    Wir sind nunmal visuelle Menschen und außer bei den Stellen, wo es ausdrücklich "verboten" ist, habe ich immer ein Foto dazugetan, weil ich unsicher bin/war, wie es ohne Foto ankommt ("hat sie was zu verbergen?")

    Allerdings meine Tipps (die ich auch an meine "Bewerber*innen" gebe):
    - kein Urlaubsfoto mit Strandkorb oder Cocktail auf dem Tisch

    - Kein Hund im Arm

    - keine abgeschnitte andere Person auf dem Foto

    (leider alles reale Beispiele (von Studierenden) und meine Chefin meinte, es sei durchaus auch so, dass Lehrkräfte auch solche Fotos bei Bewerbungen für Abordnungen auch reinkleben...).

    Mein Mann (Personaler in der freien Wirtschaft) sagt sowieso immer "Ach, Ihr Lehrer und eure Fake-Verfahren"

    Lebenslauf? Foto?

    Beförderungsbewerbung ist doch ein formlose "Ich bewerbe mich für die Stelle".

    nicht in allen Bundesländern.
    Ich kenne zumindest (nördliche) Verfahren, die mit ausführlichem Bewerbungsschreiben und Konzept für die ausgeschriebene Stelle waren.
    Ich bin sicher, dass mindestens zwei dieser Verfahren in Hamburg waren, beim dritten glaube ich, dass SH auch ähnlich verfährt.

    Ich sehe es schon kommen, daß jetzt die ganzen Geschichtslehrer mit dem Umweg über „2 Jahre Grundschule“ eingestellt werden, diese dann in 2 Jahren an die Gymnasien/Gesamtschulen strömen und dort dann keine MINT-Lehrer mehr eingestellt werden können, weil alle Stellen mit Geschichtslehrern besetzt sind.

    Oder gibt es irgendeine Landesregierung, die bei dem Umweg über die Grundschule guckt welche Fakulten in 3 Jahren im Sek-2 Bereich benötigt werden?

    platty, du bist 4-5 Jahre zu spät mit deiner Befürchtung, es kam so, deswegen wurde auch einiges nachkorrigiert (nicht Gym/Ges, sondern Laufbahnstelle (an Sekundarstellen möglich).

    Trotzdem ja: Stellen werden/ wurden blockiert.

    "Prüfungsordnung" oder "Studienordnung" + "Studiengang", aber auch "Modulhandbuch" googlen, weil da die Zugangsvoraussetzungen für die jeweiligen Module stehen, wenn es keine ausführliche Fassung der fachbezogenen Prüfungsordnung gibt. (Das Modulhandbuch ist ein Teil der Studienordnung, aber wird manchmal nicht in die selbe Datei gepackt)

    Diese Sperre ist doch theoretisch auch gar nicht rechtmäßig. Eine Sperre, bei der man nicht zurückgemeldet wird, bis man das Modul aus der Einstiegsphase abgibt? Mir scheint an der Uni ist vieles rechtlich nicht okay.

    hä?
    Warum nicht? So funktioniert übrigens das ganze Bildungssystem: Kompetenzen der Klasse 8 nicht erbracht -> keine Versetzung in Klasse 9.
    Dass viele Studiengänge (jaja, an seeeeeeeeeeeeeeeeehr vielen Unis) eine Sperre nach den Anfangsmodulen haben, ist durchaus sinnvoll, wenn die Kompetenzen aufeinander aufbauen.

    Ich bin 100% "bei dir", dass es nicht nachvollziehbar ist, jemanden über die studierten Schulformgrenzen hinweg zu versetzen.

    ABER:

    Nur, weil du (andere Kolleg*innen) dich jetzt in deinem gefühlten Paradies eingerichtet hast (die Klassengröße durchgehend wäre für mich kein Paradies, die Vorstellung, eins meiner Fächer seit Jahren nicht unterrichtet zu haben, gibt mir Pickel, keine Abwechslung auch...), die Schule nicht verlassen zu wollen, DAS ist unverschämt. Du hörst dich wie den klischeehaftesten Gymlehrer, der am humanistischen Gym in "bürgerlichen Unistadt"-Mitte unterrichtet und jetzt "plötzlich" Realschulabsolvent*innen oder - Gott bewahre - immer mehr Arbeiterkinder in seinen Klassen bekommt, die - oh mein Gott - die ganze antike Mythologie nicht als Kinderlektüre hatten.

    Nirgendwo hast du je über den SINN deiner Schulform gesprochen, über die Vorteile für die SuS, über die tragende Bedeutung des 2. Bildungswegs, usw.. nein, es geht dir einzig und alleine um euren 22-Stunden in einem Fach mit 5-7 SuS...

    aber ihr ausgebildeter Beruf ist ein ganz krasses Mangelfach, wohingegen Wirtschaft nicht.
    Bei allem Verständnis für die Frustgefühle: die Leute sind an sich nicht weniger qualifiziert, weil sie das seit Jahren machen. Und sie bekommen die Klassen nicht, weil sie zu faul sind, etwas anderes zu machen, sondern aus den Gründen, warum stabile Systeme wichtig sind.
    Du kommst also nicht nicht rein, weil jemand was gegen Quereinsteiger hat, sondern weil du erstmal in den Bereich nicht gebraucht wirst.
    und du wurdest vermutlich nicht für DIESEN Berufszweif eingestellt, sondern für alle Wirtschaftskurse, die ohne Lehrkräfte waren.

    (glaube mir, ich weiß, ich höre mich/lese mich sicher unsensibel an, aber ich leide mit dir: ich wurde (hauptsächlich) für ein Fach eingestellt, das ich sehr gerne in der Oberstufe unterrichten würde (wenn es dazu kommt) und in der Sek 1 hasse (na gut, der Hass kommt daher, dass ich eben fast nur noch das machen darf). Naiverweise dachte ich, alle meine Fächer seien von INteresse. Aber das "System" hatte halt einen besonderen Bedarf.
    )

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