chilipaprika : Mit Familie meinte ich auch die Pflege von pflegebedürftigen Angehörigen. Ich wollte lediglich damit festhalten, dass das ein Punkt ist, der weitestgehend unstrittig ist und von dir noch einmal mit dem rechtlichen Hinweis belegt wurde. Ich habe das zweite von dir zitierte Thema angesprochen, weil es durchaus ein Thema ist, das in der öffentlichen Wahrnehmung doch recht wenig bekannt ist, tatsächlich aber über den Lehrerberuf hinausgehend eine sechsstellige Zahl an Frauen in Deutschland betrifft. Zum Buch am Nachmittag: Gerade deswegen habe ich ja im selben Abschnitt geschrieben, dass es vollkommen legitim ist, wenn sich Frauen bewusst für Teilzeit entscheiden. "Ich möchte bewusst Teilzeit arbeiten, um nachmittags ein Buch lesen zu können." ist für mich einleuchtender als "Ich arbeite Teilzeit, weil... naja, die Kinder waren halt da und dann haben wir das irgendwie so beibehalten.". Oder wie siehst du das?
das heißt, du unterstellst diesen ü50-Frauen, dass sie zu bequem sind, den VZ-Antrag zu stellen?
Es ist anders: sie stellen weiterhin jedes Jahr den TZ-Antrag. Das heißt: bewusst.
Klar, es gibt immer Menschen, die "Opfer" ihrer Sozialisation, sei es der VZ-arbeitende Papa, der glaubt, der große männliche Ernährer sein zu müssen, obwohl er reduzieren könnte, oder die VZ-arbeitende Mama, weil sie sonst glaubt, keine moderne Frau zu sein. Aber das wird man nie komplett auseinanderbröseln.
Solange alle MÖglichkeiten Allen zur Verfügung stehen, kann sich jede*r frei entscheiden. Also so frei, wie wir halt als Menschen im Kapitalismus sind.