Beiträge von chilipaprika

    zum Quiet quitting.
    Ich weiß nicht, ob ich das hier im Forum geschrieben hatte: zur Zeit gibt es in England eine sehr hohe Welle der Nicht-Zufriedenheit, über alle Branchen hinweg. Sogar die Lehrer streiken. Was sie grundsätzlich dürfen aber aus Gründen der Aufopferung wohl nie tun. Der letzte Lehrerstreik mit mehr einem Tag war 1999 (?) und der letzte Streik mit 1 Tag 2012 (?) (Sorry, meine Notizen sind nicht hier, aber die Größenordnung stimmt.
    Zwischen den Streiktagen machen jetzt die Lehrer*innen (und wahrscheinlich auch ganz viele andere Berufsbranchen) "work to the rules". Also Dienst nach Vorschrift. (was für mich in NRW leider schon eine ziemlich lange Liste wäre, inklusive Klassenfahrten, aber gut).
    Das bedeutet, dass ein Großteil meiner aktuellen Dienstreise ausgefallen ist, weil die Schulkolleg*innen, mit denen ich mich treffen wollte, keine internationalen Projekte starten und keine Streikbrecher sein wollen.
    Ich kenne mich, ich kann das nicht, das erlebe ich leider in meinem aktuellen Job noch mehr als in der Schule, aber ich wünsche mir, ich könnte das und wir könnten das Alle. (als Kollektiv ist es auch einfacher)

    Gut, alles, was keine ‚Kontaktstunden‘ sind, kann ja am Wochenende und Schulferien erledigt werden.

    Es wird dem Schulamt einleuchten, dass die Qualität an verschiedener Stelle leiden.

    Mich wundert, dass es zulässig ist, das ist ja fast 150%-Stelle und als gegen jede Nebentätigkeitregelung oder Arbeitszeitgesetz.

    Es ist rein theoretisch möglich.
    Auch in Bayern, ich hatte mich nämlich dafür interessiert, (nur) ein Erweiterungsfach in Bayern zu machen (mit einem Staatsexamen aus einem anderen Bundesland). Du musst nur die Kurse absolviert haben, die für die Zulassung zur Prüfung notwendig sind (bei Ethik waren es zwei Kurse, die hätte ich auch in NRW machen können und dann anrechen lassen können, klar, viel Aufwand), viele Erweiterungsfächer hatten vor ein paar Jahren zumindest gar keine Voraussetzungen, es kann aber mittlerweile anders sein.
    Das ist aber das Prinzip des Erweiterungsfachs: du hast schon eine wissenschaftliche Ausbildung in deinen grundlegenden Fächern und man traut dir zu, dich alleine vorzubereiten und ohne noch mal "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" zurechtzukommen. Es gibt aber zahlreiche Literaturlisten, um dich auf die Examensprüfungen vorzubereiten.

    Es ist sicher (wie so oft) typabhängig. Ich bin für die Planstelle weggezogen und hatte eine Wochenendbeziehung (und zwischendurch auch möglich, die Strecke war für mich nicht pendelbar, Hardcore-Leute wie Platty hätten es gemacht). Das fand ich ganz okay und für uns passend. "Dankenswerterweise" hat mein Mann seinen Job verloren und hat sich bei der Jobsuche nach mir orientiert, so dass wir nur 2,5 Jahre "auseinander" waren.
    Jetzt bin ich schon bei einwöchigen Dienstreisen sehr genervt (und ja: meine Tiere liegen nicht vor meinem Mann aber mit meinem Mann kann ich 80 Sprachnachrichten austauschen, mein Hund versteht aber nicht, was passiert und ist ein Sensibelchen, das jetzt seit einer Woche ganz traurig in der Ecke liegt und per Hand zwangsgefüttert wird, bis ich zurück bin).
    Und gleichzeitig träume ich vom Auslandsschuldienst oder krasser beruflicher Veränderung und wir reden durchaus darüber, wie es wäre, wenn ich eine Stelle 300 oder 3000km weit weg hätte, und wie es organisierbar wäre. Alles natürlich auf Zeit, aber eyh, auch eine Planstelle kann "auf Zeit" sein (den Deal würde ich aber nicht mehr eingehen)

    13 Stunden - neben der Schulleitung. Seit Sommer. Ende nicht absehbar.

    Eine andere Alternative gibt es praktisch nicht.

    Bei allem Respekt (und Bewunderung!) dass du das schaffst, es ist und darf kein Maßstab sein.
    Ich bin hoffnungsvoll und zuversichtlich, dass du nicht so bist bzw. auftrittst, aber ich hatte schon mal eine "Superman-Schulleitung" à la "ich schaff das, ist doch ganz normal", aber 13 Mehrarbeitsstunden die Woche ist, auch wenn es "keine andere Alternative" gibt, niemandem zuzumuten. Und es wäre keine Schwäche, NEIN zu sagen.

    Unsere Jahrgänge sind nicht super groß, aber aus 40-60 Schüler*innen pro Fremdsprache ist ein zweistelliger GK in Kooperation mit der Koopschule (die auch dieselben Zahlen in der Sek 1 hat, also ca. 100 Sek1-Schüler*innen pro 2. Fremdsprache) ein Erfolg.
    Ich weiß nicht, was besser ist: WENN meine SuS weitermachen, sind sie (in der Regel) gut und motiviert, allerdings kommen oft die guten und motivierten SuS nicht dazu, in den Genuss des Kurses zu kommen, weil der Kurs nicht zustande kommt (und "meine" guten SuS sind überall gut, also machen sie einfach was Anderes). Aber ein Fach zu unterrichten, das gefühlt 60% hassen aber nicht abgewählt werden kann, ist auch nicht meine Traumvorstellung. Ich bleibe also lieber mit meiner 2. Fremdsprache ohne Oberstufe.
    Im späteren Leben werde ich Sport- und Musiklehrerin :D

    ich habe in den letzten 14 Jahren an meiner Schule keinen LK einer 2. Fremdsprache gesehen. Einmal wäre fast ein Huckepack-Kurs (Kombikurs mit GK und LK) zustande gekommen, was in NRW aber mehr als gefährlich gewesen wäre, wie ich damals - naiv und willig und begeistert, aus NDS kommend - echt unterschätzt hätte

    Aussage der Oberstufenkoordination: "Niemand hat Anspruch auf den sprachlichen Schwerpunkt mit fortgeführter Fremdsprache".
    Alternative: neue Fremdsprache beginnen (willkommen in der Wegwerf-Mentalität-Gesellschaft, auch auf Seite des Systems) oder eine NaWi halt.
    Freut mich aber zu wissen, dass wir nicht die Mehrheit der Schulen sind? (wobei es glaube ich bei allen weiterführenden Schulen meiner Stadt genauso abläuft).

    Fächer werden nicht fortgeführt, weil man die Stunden hat, sondern das Wahlverhalten der SchülerInnen ist so, dass ein Bedarf angemeldet wird, dem die SL entsprechen kann oder nicht.

    Idealerweise.
    Ich rede nicht einfach so daher. Ich kenne solche Fälle.

    Sorry, es gibt Minikurse (weil Fach bevorzugt behandelt wird, oder weil der Kollege eh seine Stunden braucht) und Kurse mit wesentlich mehr Anmeldungen, die nicht fortgeführt werden, weil "zu wenig Schüler*innen". Ich sage nicht, dass es überall so ist (zum Glück!), es sind manchmal aber Parameter, die eine Rolle spielen, weil es nunmal auch Sachzwänge sind.

    Die neue G9-Staffel kenne ich nicht, ich sage nur: diese Förderstunde habe ich noch nie gesehen. Die Verrechnung von 3-4 Fördertermine vor Ostern ist ein Myterium an sich.

    Aber ja, sorry, es spricht der Frust aus mir. Ich will wirklich nicht großkotzig rüberkommen. Es ist durchaus ein Fakt, dass mein Kopf sehr weitsichtig(er) sieht als der Kopf vieler anderen Menschen, aber über Einstellungen und UV habe ich mir die letzten 10 Jahren genug Gedanken gemacht, dass es ein Wunder ist, dass mein Kopf durchs Schütteln nicht weggeflogen ist.
    Und dass ein Fach manchmal in der Oberstufe weitergeführt wird, "nur", weil man die Stunden hat (und sie benutzen muss), kenne ich, ich bin aber diejenige mit dem Fach, das man absägt und dann woanders einsetzt.
    Höre ich mich frustriert an? Jup.
    Könnte ich schreien, wenn ich Studis mit der Fächerkombi Erdkunde/Sowi berate und leider leider weiß, dass sie vielleicht doch unterkommen, weil irgendeine SL sie "so gut im Team passend" finden?

    Ich empfehle dir 1-2 Stunden systemisches Coaching, ich bin 100% sicher, dass du mit den entsprechenden Fragen sofort klarer siehst und der Groschen fällt. Ich möchte es gerade nicht anbieten, eine Freundin von mir spezialisiert sich aber gerade auf Lehrkräfte, erstes Gespräch wäre auch kostenlos (ich habe gestern noch ihre Unterlagen in der Hand gehabt und für "lehrertauglich" erklärt :) )
    Sie gibt dir nicht die Lösung, ist dir aber dabei behilflich, DEINE Lösung zu finden.

    sorry, ich habe genug SL gesehen, die D/Ge oder zwei überbelegte Nebenfächer einstellen / einstellen wollen, weil die Person gut ins Team passt.
    Dass dann eine (mehrere!) Kollegin(nen) mit besagtem Nebenfach plötzlich 90% nur noch ihr Hauptfach unterrichten, weil der neue Kollege eingesetzt werden muss, ist nunmal ein Problem.

    Wie kommst du auf 36 Stunden für die 2. Fremdsprache?
    Die G9-Stundentafel hat 15 Stunden. 2 Kurse in der Sek 1, okay. Oberstufe muss nicht angeboten werden und aus 2 Sek1-Kursen gibt es keine 2 Sek2-Kurse.

    Mach es doch als selbstständige Tätigkeit. Dann gilt das Arbeitszeitgesetzt nicht. Mache ich bei meiner Nebentätigkeit auch so ;)

    Ist doch auch deine Sache was du in deiner Freizeit machst.

    nö, ist nicht.
    Man kann sich streiten, ob man es okay findet, aber ich hatte in den letzten Wochen mehrere Personalräte UND die Rechtsreferentin meines Verbandes am Telefon bzw. per Mail. Alle sind entsetzt, dass meine Nebentätigkeit nicht genehmigt wird, ABER: man/ich muss den Antrag stellen.

    Angenommen, du bist zur Zeit verbeamtet: ich vermute, dass die neue Stelle nicht verbeamtet ist (über die ganzen Hürden des Ländertauschverfahrens zu kommen, um sich erst DANN die Frage zu stellen, wäre bemerkenswert).
    Das heißt: du hast quasi nichts zu verlieren, wenn du die Stelle dort annimmst und es versuchst oder nicht annimmst und dich jetzt krankschreiben lässt und zur Ruhe kommst. So eine Zäsur kann auch gut helfen, um sich zu sortieren und mit Hilfe des PR eine Versetzung zu erwirken. Mir sind zwei solche Fälle bekannt, wo aus der (schulbedingten) Krankschreibung die Person nicht an seine alte Schule zurückkam, sondern eine Versetzung zum nächsten Zeitpunkt erwirkt wurde. Da sollte man nicht wählerisch sein mit "aber direkt vor der Haustür", aber das ist sicher nicht dein Ziel.
    Ich bin wirklich jemand, der auch meint, man muss auch mal die Konsequenzen seiner Wünsche tragen und ggf. kündigen, wenn man mal "was Besseres" möchte, aber solche Bedingungen SIND der Grund deiner Krankheit. Alles dokumentieren, es ist - sobald du genesen bist - deine Karte für eine neue Schule.

    Jein. Nur die Module des Faches, also nicht ein komplettes Bachelor/Master-Studium.
    Ja, es ist viel Aufwand, aber es ist auch eine Investition in deine Zukunft (nicht nur die Planstelle, sondern auch deine Stellung im Kollegium. Glaub mir, du wärst nicht der erste frustrierte Kollege, der in seinen Fächern blockiert ist aber du wärst sicher auch nicht der erste (und leider leider) auch nicht der letzte, dessen Schuleinsatz die Kollegen einschränkt.

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