Beiträge von chilipaprika

    also vom Forum (bzw. Firelilly) weiß ich, dass SH das allerschlimmste Bundesland ever ist.

    Spass bei Seite: ich bin NICHT nach Schleswig-Holstein ausgewandert, habe aber im Rahmen einer Weiterbildung (die dort war) eben ganz viele LuL von dort und Hamburg kennengelernt und es schien ein nettes Ländchen zu sein, um dort als Lehrkraft zu arbeiten. Genau die Punkte Nähe zum Meer, Nähe an Hamburg (für diejenigen, die es betraf) waren Gründe, warum viele, die nicht von dort stammen, eine Stelle angenommen hatten und es auch nicht bereut hatten. Wäre ich ungebunden, wäre es der Teil des Nordens, der mich eindeutig reizen würde (nicht wegen der Nähe zu Hamburg, aber es ist AUCH ein Vorteil), nördliches Niedersachen war für mich auch ein Thema, aber mir zu "komplett leer / komplett voll" je nach Saison.

    Ja, wobei es nicht NUR an der Bildungsferne liegt, sondern auch daran, dass man ganzen Generationen eingetrichtert hat, dass sie zuhause Deutsch sprechen sollen, was aus der Mehrsprachigkeitsforschung der größte Quatsch überhaupt ist.

    Es hängt sicher von der eigenen Person ab: ich finde es einfacher zu lernen (ähnliche grammatikalische Strukturen), aber gleichzeitig viel schwieriger, weil die Vokabeln, die Aussprache und die Betonung auseinanderzuhalten auch eine Herausforderung ist.

    Ich fände es ehrlich gesagt traurig, wenn Personen, die Englisch studiert haben, immer noch den gleichen Wortschatz und die gleiche Ausdrucksfähigkeit hätten, wie ihrem beim Abi. ;)

    Englisch können ist ein dehnbarer Begriff.

    Natürlich lernt man noch Wörter. Ich lerne (als nicht-Anglistin) auch ständig neue Wörter, wenn ich englischsprachige Texte in meinen Fächern lese. Das ist eben lebenslanges Lernen. Auch lernt man im Englischstudium durch die Auseinandersetzung mit bestimmten "Fachthemen" neue Fachbegriffe.
    Die "Perfektion" erreicht man nur durch die Immersion im Zielland, das ist nicht die Aufgabe der Hochschule.
    und die kleinen Sprachprüfungen sind eben nur Mini-Teile des gesamten Studiums.

    und ob du es glaubst oder nicht: mir wurde eben im Studium gesagt, dass ich keinen Vorteil haben dürfe, sprich: ich bekomme keine 1,0 im Kurs "Conversation", sondern der Kurs wurde komplett anerkannt mit "bestanden" (gut, ich habe nicht modularisiert studiert), und in meiner Endprüfung, die auf Französisch war, aber über (u.a.) Literatur des 18. Jahrhunderts und über einen bestimmten Text im Altfranzösischen war, wäre offiziell "sprachliche Richtigkeit" ein Kriterium gewesen, mir / uns wurde aber gesagt, dass der Teil bei mir eben nicht berücksichtigt wird, wir könnten es eh.
    Und richtig berücksichtigt wurde es allgemein nur, wenn jemand wirklich SEHR SCHLECHT war. Ich kenne Leute, die mit 1,7 rausgekommen sind und ich keinem LK zumuten möchte.

    Sorry, wenn ich da jetzt mehrere Leute getriggert habe, mir ging es im Grunde auch nur darum, dass ich es lustig finde, wenn Leute (die bestimmt Muttersprachler sind) Türkisch oder Russisch auf Lehramt studieren, obwohl diese Fächer quasi gar nicht gefragt sind. Da kommt mir dann schon der Gedanke von Bequemlichkeit in den Sinn, gleich wie das dann im Studium tatsächlich aussieht.


    Russisch ist womöglich nicht mehr an der Speerspitze der gesuchten Fächer, das ist aber auch nicht der Fall bei vielen Nischenfächer im berufsbildenden Bereich, das studieren dann auch oft die Expert*innen, die vorher die Ausbildung hatten. Umso besser, dass die Qualifikation am Anfang des Studiums hoch ist.
    Türkisch ist nicht VIEL gesucht, aber ganz ehrlich: das wird (oder sollte) sich ändern. und zwar nicht nur als "Wir lernen unsere Muttersprache richtig sprechen, lesen und deren Literatur", sondern auch "eyh, eine ganz andere herausfordernde Fremdsprache mit einer Kultur, die viele Berührungspunkte mit unserer Gesellschaft hat".

    Ein einfaches Beispiel dafür ist mMn das Verstehen von Personen, die einen Dialekt sprechen. Ich kann z.B. in Deutsch Personen mit unterschiedlichen Dialikten bis zu einem gewissen Grad verstehen; da tun sich Leute, deren Muttersprache es nicht ist, deutlich schwerer. Auch bin ich überzeugt, dass ich aus dem Stegreif eine Handvoll Wörter des Deutschen finden könnte, die ein Nicht-Muttersprachler (der nicht schon Jahrzehnte hier lebt) nicht kennen würde.

    Aber dann ist es die Frage des "Muttersprachlers". Ich bin eine ECHTE Muttersprachlerin, im Heimatland sozialisiert. Aber nunmal vor 20 Jahren ausgewandert.
    Meine fiktiven bilingual erzogenen Kinder würden MEINE Muttersprache lernen.
    Die türkisch bilingual erzogenen Kinder in Deutschland lernen in ihrem Auslandsaufenthalt in Istanbul GANZ VIELE Wörter.

    Ich empfehle DIE Anlaufstelle schlechthin zum Thema, mittlerweile doch bekannter und kein Geheimtipp mehr: Isabell Probst. Sie hat eine Homepage, einen Podcast und berät selbst zum Ausstieg.
    Es ist nämlich auch relevant, ob man bei dem Ausstieg Altersgeld, eine Nachversicherung bekommt, usw..

    Noch bin ich nicht ausgestiegen.. Mögliche Bereiche, die für mich in Frage kämen, leider sehr viel mit (Schein)Selbstständigkeit:
    - Beratungstätigkeit, da hätte ich durch eigene Qualifikationen eigene mögliche Schwerpunkte, ob selbstständig oder innerhalb einer Stelle

    - Lehraufträge und / oder Dozentintätigkeit

    - Verwaltungsbereich im Bildungsbereich

    Ich kann aber eine Abordnungsstelle sehr empfehlen, um auch zu sehen: was stört(e) mich an Schule, was fehlt mir, wie ist so der Alltag / Rhythmus woanders (GANZ anders), aber auch wo sind meine Stärken, was kann woanders wertgeschätzt?

    PS: Spanisch zu Italienisch und umgekehrt dürfte auch nicht so ne große Herausforderung sein. Hatte im meinen Spanisch-Kurs in der Schule damals eine italienische Muttersprachlerin - für die war es ziemlich einfach. Wenn natürlich weder Spanisch noch Italienisch eine Muttersprache der von dir genannten Personen sind, dann ist es in der Tat krass.

    Es sind zwei komplett unterschiedliche Sprachen.
    Nur, weil man es durch ein geschultes Ohr und linguistisches Wissen verstehen kann, kann man es nicht automatisch sprechen und aktiv anwenden.
    Abgesehen davon, dass die Italiener und die Spanier / Lateinamerikaner sich eben nicht gegenseitig vollständig verstehen (durfte ich merken, als ich erst nach drei Tagen merkte, dass ich in Lateinamerika die Leute auf Italienisch ansprach, statt auf Spanisch), hieße es nicht, dass man selbst antworten könnte.
    Die Dänen und Schweden bzw. im Norden die Dänen und Norweger verstehen sich, wenn sie selbst ihre Muttersprache sprechen, können aber nicht unbedingt die andere Sprache. Meine Tante spricht in Italien durchgehend Korsisch und kriegt alles, was sie will, hin, kann aber wirklich kein Wort Italienisch, sie versteht es gesprochen, Lesen ist schon schwieriger.
    Bei Menschen mit linguistischer Vorbildung kann es anders sein: ich kann germanische oder romanische Sprachen im Schriftbild grob dank Mittelhochdeutsch und Latein entziffern (weil ausgerechnet "meine" Sprachen Deutsch und Französisch diejenigen sind, die sich von den alten Sprachstufen am meisten entfernt haben (und ich auch romanische Sprachen lernen "durfte". Also kann ich rückgehen und Wörter erkennen. Mehr aber natürlich nicht.

    Wo wird denn Türkisch unterrichtet?

    Klingt für mich so, als würde man effektiv nur ein Fach studieren. Türkisch wird ja bestimmt die zweite Muttersprache der Person sein, und das geht ja vielen so. Finde ich genauso spannend, wie wenn Russen Russisch studieren. Als Fach quasi nicht gefragt und Muttersprachler en masse im Land. :D


    PS: Spanisch zu Italienisch und umgekehrt dürfte auch nicht so ne große Herausforderung sein. Hatte im meinen Spanisch-Kurs in der Schule damals eine italienische Muttersprachlerin - für die war es ziemlich einfach. Wenn natürlich weder Spanisch noch Italienisch eine Muttersprache der von dir genannten Personen sind, dann ist es in der Tat krass.

    Dreifach hält besser...
    Du bist ganz offensichtlich kein Sprachler, oder?

    (Unter anderem...) Wegen solcher Sprüche und Denkweisen bin ich Jahre unglücklich in der Schule gewesen und jetzt erstmal raus.

    1) Türkisch wird unter anderem in NRW unterrichtet und nicht überall "nur für Muttersprachler*innen"

    2) Im Sprachstudium wird die Sprache vorausgesetzt. Die Uni ist nicht da, um die Grammatik beizubringen. Ich habe nicht qua Geburt und Muttermilch Vulgärlatein und Altfranzösisch gekonnt, musste mich (zum Teil mehr als in Deutsch) echt ranhängen, um Phonetik zu bestehen und die wenigsten "Muttersprachler*innen" lesen während der Schulzeit Einführungen in die Linguistik oder machen Literaturanalysen der Literatur des Ziellandes.
    Ich habe das ganze Studium hindurch gehört, dass ich keinen Vorteil haben darf, dass es meine Muttersprache ist (sprich: die anderen dürfen keinen Nachteil haben, dass sie zum Teil grottenschlecht sprachen), im Ref dasselbe, die Kategorie "Sprachvorbild" wurde ausgesetzt (wäre sonst unfair gewesen, blabla), aber in der Schule "was gibt es Besseres als eine Muttersprachlerin, ach die anderen Fächer unterrichtest du auch später "bis zur Pension ist noch Zeit" ")
    und dann kann man sich wundern, dass Migrant*innen sich ausgeschlossen fühlen.

    Und?

    Hast du sie eingestellt?

    Ich bin zum Glück nicht in der Position, Einstellungen zu tätigen.
    Ich habe ihr meinen Respekt vor der Kombination gezollt (meine ich ernst: drei Fremdsprachen im Alltag, selbst wenn es "nur" zwei moderne sind, die sich aber nunmal auch sehr ähneln, finde ich krass). Ich hoffe für die Studentin, dass sie eine Schule finden kann, die alles anbietet, es ist nämlich schwierig und könnte frustrierend sein. (aber letztens erzählte mir jemand von der Kombi Türkisch/Spanisch, ist sicher auch nicht ohne).
    Immerhin hat sie aber in jedem Fall zwei Fächer, die sie unterrichten kann, selbst wenn das dritte nur im AG-Bereich oder langfristig erst aufgebaut werden muss.

    Latein als erste Fremdsprache gibt es natürlich auch mal in einem 50km-Umkreis, ich würde sagen, dass Spanisch häufiger zweite Fremdsprache ist als Latein erste Fremdsprache. Ich vermute, dass jemand, der das Fach Spanisch als DAS Fach gesetzt hat (auch, wenn sich die Prioritäten im Studium und Berufsleben oft verschieben und verändern), alles tun würde (wenn er überhaupt die Wahl hat), an eine Schule zu kommen, wo Spanisch 2. Fremdsprache ist (und wenn wir ehrlich sind: die Fachschaften versuchen, das als 2. Fremdsprache anzubieten, wo es das noch nicht ist). Damit eben in Konkurrenz zu Französisch und Latein.

    Aber ja, es sind durchaus unterschiedliche Settings, wo man Latein als 1. Fremdsprache noch anbietet (Düsseldorf Mitte) oder wo Spanisch als 2. Fremdsprache forciert wurde, weil Französisch als 2. Fremdsprache zu schwierig ist (Ruhrgebiet)

    Die Frage könnte sein: was heißt "positiv".
    Je nach Bundesland gilt man nach 5 oder 10 Tagen automatisch als "geheilt". Ich hatte bis Tag 12 einen positiven Strich. Hätte aber schon 2 oder 7 Tage rausgehen "dürfen" (es gibt ja keine Pflicht, sich überhaupt zu testen. Aber gut, wenn man so anfängt, ich hätte auch nach dem Selbsttest beschließen können, NICHT zur Teststelle zu gehen oder mich erst gar nicht selbst zu testen.)

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