Beiträge von chilipaprika

    "Aufgabe" ist nicht dasselbe wie "Kompetenzen entsprechend".

    Wenn Regelschullehrkräfte seit Jahren klagen, dass sie eine Doppelbesetzung brauchen, doch nicht, weil sie Daumen drehen wollen, sondern weil sie den SuS (weder den "Inklusionskindern" als auch den "Regelschulkindern") nicht gerecht werden.

    Dann werden sie es in der Förderschule auch nicht.

    Und: es ist ein Unterschied zwischen "Teilaufgabe" und "Vollzeitaufgabe".
    Ich würde mich auch weigern, Vollzeit in einem Büro zu sitzen und durchgehend korrigieren. Obwohl es nunmal auch zu meiner Stelle gehört.

    Aber: ich würde remonstrieren, mit Verweis auf mangelnde Qualifikation und würde mir wünschen, dass die Eltern an den Schulen rebellieren.

    Ich frage mich einmal mehr, warum Lehrkräfte mit A12 seit Jahren in der Inklusion durchaus FöS-SuS beschulen können - nur am Gym ist man dafür nicht ausgebildet, obwohl es mit A13 ja amtsangemessen wäre?

    1) Das ist umgekehrt besch... (ich beziehe mich jetzt auf die Besoldung).

    2) Inklusive Settings ohne Doppelbesetzung sind besch..., egal ob Grundschule oder weiterführende Schule

    3) Inklusive Settings sind aber trotzdem weiterhin etwas Anderes als 7-8 (keine Ahnung, wieviele Kinder in einer GE-Klasse sind) GE-Schüler*innen, die komplett unterrichtet werden und wo man keine Hilfe von einer Sonderpädagogikkraft, die zb bei Materialien / Differenzierung helfen kann.

    Bei zu enger Auslegung würden sich auch Probleme mit der garantierten Freizügigkeit nach Art. 11 GG ergeben.

    Nicht mal nackt darf ich hier noch laufen!!!! SKANDAL!

    (Verweis auf C1 für Lehrkräfte... Wenn die Hälfte meiner Politikklasse das Wort nicht kennt und das Grundrecht "lustig" bebildert. Sie kannten die eine Bedeutung nicht, ich kannte die andere nicht. War lustig. Wie jemand im anderen Thread schrieb: man lernt sprachlich täglich dazu.)

    Worüber ich mich heute freuen kann: Dass Leute wie chilipaprika und ihr Mann so großzügig die Fitnessstudios mit monatlichen Überweisungen unterstützen, ohne dabei Geräte zu blockieren und so die Beiträge für tatsächlich trainierende Mitglieder subventionieren. Danke :)

    Haha...
    Sorry, ich muss dich da enttäuschen :D
    Ich habe einen Tag nach der Zusage für meine Abordnung meine Mitgliedschaft quittiert (Pendelei -> weniger Zeit) und bis zum letzten Mitgliedschaftstag trainiert. Mein Mann folgte kurz danach, weil neue Öffnungszeiten unpassend waren, Sonderkündigungsrecht.
    Wir haben heute eine 10er-Karte gekauft und vielleicht holen wir uns ein Abo in 3 Monaten, wenn absehbar ist, dass es wieder dauerhaft rentabilisiert ist.
    Also: wir bezahlen definitiv nicht, damit du mehr Platz an den Geräten hast ;)
    (gut, zugegeben: mein früheres Ich hat das mal so gemacht. Aber damals.)

    ich habe heute Urlaub, mein Mann auch, wir waren zu Feier des Tages nach 2,5 Jahren wieder im Fitnessstudio und hoffen, die Weihnachtspfunde (des letzten Jahres, oder so) zu verlieren.
    Nein, einfach Freude darüber, ein paar Stunden etwas für sich gemacht zu haben. Jetzt gibt es nur noch einen schöne-Sachen-Tag, bevor die Arbeitswelt uns wieder überrollt :D
    Ich LIEBE einfach-so-freie-Tage

    Nein, natürlich nicht. Die wenigsten dürften sich bereits vorab für solche Nummern empfehlen wollen. Das ist übrigens der Grund, warum ich größere Fortbildungsangebote rund um das Thema Inklusion bislang immer an mir vorbeiziehen lassen habe.

    Genau den Gedanken hatte ich auch in den letzten Tagen.
    Ich hätte gerne eine solche FoBi gemacht, sah aber das Risiko, wenn die Schule sowas erfährt, bin ich schneller die Inklusionstante, als ich denken kann, und eigentlich wollte ich nur mich selbst auf etwas vorbereiten.

    Aber: jetzt haben alle Absolvent*innen ein Inklusionsmodul, juhuuuuuuuuu!

    (und auch ein DaZ-Modul. Also einen Kurs. Letztens fragte mich eine Studentin, warum sie denn das DaF-Zertifikat machen sollte (ca. 12 Kurse), sie habe doch schon den Kurs. Es reiche.

    Ein 2SWS-Kurs reicht ab jetzt pro Fach oder sonderpädagogische Fachrichtung.

    ... tja, diesen Leuten hat man schon im / vorm Studium geraten, ihre Fächerkombi und Einsatzmöglichkeiten zu erweitern.
    Trotzdem beschweren sich ganz viele SoWi/EK-Absolvent*innen (durch jede andere beliebige überlaufene Kombi oder 2mal NF ohne NaWi), dass sie keine Planstelle bekommen.

    Keiner verbietet dir, dich selbst weiterzuqualifizieren bzw. attraktive Fortbildungen zu besuchen.

    und falls jetzt der Einwand kommt, dass du nur Sachen machst, die die Schule selbst beauftragt: Angebot und Nachfrage. Wenn du demnächst in die freie Wirtschaft wechselst, wird es für dich durchaus interessant sein, etwas im Portfolio zu haben.

    Über den Lehrerrat ist auch der Personalrat und auch er kann das Wissen eines Verbandsjustiziars aktivieren.
    Bzw. (zusätzlich zu dem Hinweis, dass eine Berufsverbandsmitgliedschaft sich immer lohnt - Alternative: Gewerkschaft aber die Gewerkschaft war MIR persönlich trotz Mitgliedschaft nicht hilfreich, während die Personalrätin des Verbandes für mich einiges gemacht hat...): du wirst wohl nicht das einzige Opfer dieser Farce sein. und KEINe EINZIGEr Kolleg*in ist da Mitglied?

    (das System lacht und sagt: und genau deswegen konnte man es mit euch machen...)

    Aber wirklich: ich habe mit Mailanfragen an der PR der BR echt gute Erfahrungen. Es ist logisch, dass Leute, die mit halber oder voller Stelle abgestellt sind und fortgebildet werden, mehr wissen (können) als der Lehrerrat der Schule.

    Das Problem der Sek1 liegt im sehr breiten fachfremden Unterricht. Wenn ich sehe, was man mir gesagt hat, was ich fachfremd unterrichten sollte / könnte (sic!) / würde, ... ist doch klar, dass ich Fachfehler machen würde.
    Es hat oft ein bisschen was von:

    eine NaWi studiert -> alle NaWis (und Mathe) unterrichten

    Mathe studiert -> Physik dazu

    eine Sozialwissenschaft / Geisteswissenschaft studiert -> den kompletten Bündel

    Strichmenschen malen können -> Kunst in der eigenen Klasse

    ...

    Das ist doch jetzt aber perdue, wenn ich den Maßnahmenkatalog richtig verstehe. Da ist noch nicht einmal mehr gefordert, dass die Lehrbefähigungen der Betreffenden ein Schulfach aus der Grundschule abbilden. Die Kombi Informatik und Wirtschaftswissenschaften wären möglich (ich weiß, sehr unwahrscheinlich).

    Aber nur, wenn die Gym-Lehramt studiert haben. (viel wahrscheinlichere Kombi: alles mit EW. EW mit Philo (wobei es da noch Ethik entspräche)
    Wenn sie kein Lehramt studiert haben, brauchen sie für OBAS mindestens ein Grundschulfach (könnte aber sicher auch Geschichte sein).

    Wie soll die o.g. Weiterqualifizierung aussehen? In welchem Umfang und wo (Seminar)? Kommen weitere Prüfungen, Unterrichtsbesuche o.ä. auf diese Freiwilligen zu?

    Als ich mich fürs Ref in NRW bewarb, wurde ein von mir gewünschtes Fach mit bilingualer QUalifikation in der Stadt, in der ich wohnte, angeboten. Ich rief im Seminar an (wir sprechen von relativ kurz vor der Bewerbungsfrist, wenn nicht unbedingt 3 Tage davor) und fragte nach "Details" nach, wie: Wieviele Schulen hat überhaupt das Seminar mit dem Fach? In welchem Fach mache ich Unterrichtsbesuche? (nur im bilingualen Angebot oder auch im deutschsprachigen)? Darf ich das Sachfach bilingual haben ohne das Sprachfach im Ref?...Darf ich mich danach auf meine deutschsprachige Quali bewerben, usw..
    Die Seminarleitung wusste GAR NICHTS davon. Sie hatte ähnlich früh/spät wie ich von diesem neuen ANgebot erfahren und war "zuversichtlich", dass sie es stemmen könnten, keine AHnung, woher Fachleiter:innen kommen sollten, aber vielleicht nur mit SOnderangeboten, ach ich weiß es nicht, Frau Chili.

    Soviel zur Reihenfolge von Denken und dann Agieren.

    (Ich bewarb mich, überraschenderweise überrannten nicht alle bilingualen Fachler:innen die Seminare, 2 der angebotenen Seminare wurden geschlossen, ich wurde an das Seminar geschickt, das es schon immer gegben hatte (ich glaube, damals, vll noch heute, gab es abwechselnd genau 3 Seminare NRW-weit, und dabei blieb es letzendlich, ich lehnte den Platz ab und wanderte ins Nachbarbundesland ab.)

    Klingt logisch und ganz fantastisch (v.a. Aufsichten!) aber führt das nicht dazu, dass immer mehr Vertretungsstunden so abgedeckt werden? Besser als die Kinder heimzuschicken allemal, aber wenn sowas erst mal erlaubt ist und zu funktionieren scheint, braucht man sich ja auch nicht mehr um Lehrkräfte bemühen. Oder funktioniert das auch auf Dauer gut?

    Du meinst: es führt dazu, dass die Kollegin mit Grippe und 40Grad Fieber zu Hause bleibt? Ja! UNVERSCHÄMT!

    (Spoiler: im französischen System verliert man bei Krankheit ab dem ERSTEN (!!) Tag den Lohn und jede Krankheit ist also automatisch für die ersten 4 (oder 3?) ein Lohnverlust! Also nein, die Menschen melden sich nicht aus Spass krank, trotzdem werden immer Menschen krank, gehen auf Fortbildungen, deren Kinder werden krank... und da muss vertreten werden)

    Ich sprache nicht von der Vertretung "es fehlt ein Sportlehrer, das übernimmt Frau Volleyball für das Halbjahr mit Deputatserhöhung" sondern von "Frau Volleyball hat eine 2-tägige Fortbildung in Hockey, und Frau Chili macht Vertretung im KLassenraum" vs. "Herr Alltagshelfer macht Aufsicht mit den Vertretungsmaterialien"

    "schlecht bezahlt" sind sie definitiv, aber ich meinte: jemand, der (wesentlich) schlechter bezahlt wird als eine Lehrkraft.
    Die werden in Frankreich tatsächlich unter Mindestlohn bezahlt (fragt mich nicht), was damit zu tun hat, dass sie die Schulferien bezahlt bekommen, in denen sie logischerweise nicht arbeiten (und es gibt in Frankreich schon eine Menge davon).
    Vom ursprünglichen Konzept waren die "surveillant(s)" (Aufsichtspersonen) Studierende, die sich dadurch Geld verdienten (in meiner Schulzeit waren sie 1-2 Tage pro Woche in der Schule. In meine 600-700 SuS-Schule waren so um die 3-4 pro Tag anwesend.
    Es sind aber mittlerweile viele, die den Job vollständig als Mischung von pädagogischer Hilfskraft und Verwaltungskraft (Ausbildung irrelevant)

    @chilipaprika: Ich sehe da durchaus einen Widerspruch:

    Schlecht bezahlte Menschen in Schule, aber mit Menschenverstand, Autorität und gleichem Wissen wie die ausgebildete Lehrkraft?

    Wie meinst du das? Wer sind diese Menschen?


    Ich ging von meiner Schulform bzw. von der Breite meiner Schulform (KLasse 5 bis Klasse 13) aus. Für die Grundschule sähe ich es anders. Danke für den Kontra-Impuls. (da wäre vergleichbar: alle "Hort-Erzieher:innen" aus Berlin, die schon ab der 3. (?) Stunde im Haus sind und einiges abfangen können.
    Wie geschrieben: Für Vertretung (vulgo: Aufsicht) in der 8. Klasse in Physik braucht man keine Kenntnisse (wenn man welche bräuchte, hätten wir alle andere Vertretungskonzepte). Autorität korreliert weder mit der Bezahlung noch mit dem Studienabschluss.

    Anderer Impuls:

    (und ich glaube, da mittlerweile Einsicht in ausreichend englische und irische Schulen zu haben, um eine Verallgemeinerung zu haben)
    In England und Irland gibt es in (fast?) jeder Schulklasse einen Teaching Assistant oder einen Assistant für SEN-Kids (Special Education Needs). Es sind also IMMER 2 Menschen im Klassenraum. Eine Lehrkraft und eine Assistanz.

    Grundsätzlich bin ich kein Fan von solchen Berufen, die immer eine Unterstufe von anderen Berufen sind, aber: 1) was bringt mir mein Geld am Ende des Monats, wenn ich die ganze Arbeit eh nicht schaffe? 2) Wie lächerlich ist es denn, für solche "einfache Aufgaben" A13-Bezahlungen rauszuhauen. Ich halte mich nicht für etwas Besseres oder so, aber ehrlich: wieviel Geld kostet umgerechnet meine Aufsicht auf dem Hof?! (ich kenne die Antwort: 0 Euro, weil man mich einfach dazu zwingt, jede neu erfundene Aufsicht zu machen.)

    Alltagshelfer, eine selten bescheuerte Idee zur Entlastung der Lehrkräfte. Wo werden die eigentlich "abgestellt", wenn man sie nicht braucht?

    Ich habe tatsächlich keine Ahnung, was "Alltagshelfer" genau sein sollen, aber ich kann sagen, was schlecht bezahlte Menschen in Schulen in Frankreich machen:
    - alle Aufsichten
    - Dokumentation von Abwesenheit / Verspätungen und ggf. automatische Briefe /SMS Mails an Eltern (sorry, ich bin halt, ich glaube, heute geht es automatisch per Mail)

    - Vertretungsaufsichten, wenn ein Lehrer krank oder abwesend ist
    - Aufsicht in der Schulbibliothek / in der Mensa

    Alles Sachen, wo man echt keine A12 oder A13 braucht. Auch um eine Vertretungsstunde Physik in der 8. Klasse (auf Buch und Papier, da nicht im Fachraum) reicht ein bisschen Menschenverstand und Autorität. Denn: der "Alltagshelfer" weiß GENAUSO viel wie ich trotz meiner zahlreichen studierten Sek2-Fächer.

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