Wenn wirklich Menschen mit einem so hohen Einkommen wegen Kita-Gebühren keine Kinder bekommen, dann ist das wahrscheinlich besser so. Natürlich kosten Kinder Geld und wer genug verdient, sollte sich an den Kosten beteiligen.
das ist ein populistisches Argument und du weißt es besser. Wer ernährt die Kinder, wer bekleidet sie, usw... die "Beteiligung" an den Kosten der Kinder läuft nicht nur über Kitagebühren.
Man entscheidet sich vermutlich nicht GEGEN ein Kind, weil es Geld kostet, aber GEGEN die eigene Arbeit. und da verliert der Staat, wenn Arbeitskräfte, in deren Ausbildung er schon im Vorfeld kräftig investiert hat, nicht mehr arbeiten gehen.
Mir war der Gesichtspunkt vorher nie ein-/aufgefallen, ich musste bei deinem Satz an meine Kindheit denken und es ist tatsächlich das, was nicht passieren darf: Meine (einigermaßen gut ausgebildete und dafür passend verdienende Mutter verliert ihren Job, als ich im Kindergarten bin (Rationalisierung und sie kann keinen Computer bedienen), sie macht viele schlecht bezahlte Probepraktika / Jobs, bis sie entscheidet (mittlerweile bin ich in der Grundschule), dass das, was sie verdient, im Vergleich zu den Spritkosten (und wir reden über nur 20km Fahrtweg), zu den Kosten, die sie für das Mensaessen, die Hausaufgabenbetreuung und den Kinderhort von meiner Schwester und mir hat (NICHT vergleichbar mit den aktuellen 600 Euro), sich nicht finanziell lohnt.
Sie hört auf, auswärts zu arbeiten, wird Tagesmutter, meine Schwester und ich gehen nicht mehr in die Schulkantine, nicht mehr in den Kinderort, nicht mehr in die Hausaufgabenbetreuung und das ist wortwörtlich der Beginn vom Ende.
Sowohl für die Kinder (Menschen, die unfreiwillig etwas tun, sind NICHT glücklich), als auch für meine Mutter, die später nie wieder einen Job finden konnte, als sie es doch wollte. Weil die Pause zu lang war (tja, nicht jede*r ist Beamte / im öffentlichen Dienst und kriegt seinen Platz wieder). Jetzt hat sie eine katastrophale Rente. Und das, obwohl sie eine (für damalige Zeiten) gute Ausbildung hatte.
und das alles für Peanuts im Monat. Die Vorschule und die Schule waren kostenfrei, die Hausaufgabenbetreuung hat (Achtung, ohne Inflationsberücksichtigung) 9 Euro im Monat für mich gekostet und das Kantinenessen und der Hort werden wohl auch okay gewesen sein, meine Eltern waren selbst da noch in unteren Einkommensstufen.
Was glaubst du, wieviele Familien jedes Jahr vor der Entscheidung stehen, ob Arbeit sich lohnt. Ob die 3 Stunden mehr Teilzeit sich lohnen, usw..
DAS darf nicht passieren. Für die Menschen, für die Kinder, für das Steuersystem. Meine Mutter hätte noch 35 Jahre lange ins Steuersystem gut eingezahlt!