passend... gestern morgen bei der Arbeit (Uni mit Betreuung von Studierenden) angekommen, ein Umschlag lag in meinem Fach. Mein Name darauf (postalisch zugestellt worden). Drin: eine Seite Bafög-Antrag (auf der ich irgendwo als Institution unterschreiben soll). NICHTS ANDERES. Der Absender lässt sich dadurch erschließen, dass sein Name auf dem Zettel steht.
[Hintergrund: bisher um die 40 Studierenden haben es in den letzten 12 Monaten geschafft, mir den Antrag, der eh digital ausgefüllt wird, per Mail zu schicken, eine mehr oder weniger höfliche Mail zu schicken, mit der Bitte, das Formular zu unterschreiben und zu bestempeln. Zweiter Hintergrund: dieses Verfahren steht in einem Leitfaden erklärt, den jede*r von mir betreute*r Studi bekommt]
Ich schreibe ihm eine sehr höfliche Mail, dass ich offensichtlich Post von ihm bekommen habe und nicht wüsste, was ich jetzt tun solle. Heute Nachmittag kam die absolut verständnislose Antwort, dass ich doch unterschreiben solle und ihm das an die Adresse auf dem Formular zusenden solle. Absolut kein Verständnis dafür. Live hätte er mich sicher wie ein Auto angeschaut.
Leider habe ich tatsächlich die Mittel, um das Formular postalisch zu schicken. Ich hätte gerne behauptet, dass er das jetzt abholen müsse.
(Hier: absolute Ausnahme!)
Wenn ich wieder in der Schule bin, werde ich NOCH MEHR Kommunikationserziehung betreiben. Habe ich schon vorher gemacht, aber an der Uni fällt mir seit einem Jahr einfach nur auf, wie sehr die Hochschule sich dem untersten Niveau der Schulen angepasst hat.
-> ALLE Materialien steht in einem Learnweb/Moodle. Nicht nur die Präsentationen und/oder Skripte, sondern auch die eingescannten Texte zum Lesen
-> Soviele Sachen werden mit idiotensicheren Leitfäden / Informationszetteln abgesichert. Kein Studi braucht sich selbst zu informieren, was die Prüfungsordnung ist, usw.. Beispiel: ein Studi muss 12 Wochen ins Ausland, zum Studium oder "Work experience", maximal 2 Wochen dürfen "Urlaub" sein. Der Auslandsaufenthalt darf geteilt werden. Punkt. Auf der Homepage wird extra ALLES aufgelistet: 6 Wochen Praktikum + 6 Wochen Arbeit, 10 Wochen Praktikum + 2 WOchen Urlaub, 6 Praktikum + 5 Praktikum + 1 Urlaub, usw.. Ich bekomme regelmäßig Anrufe (ich bin eigentlich NICHT dafür zuständig und von einem anderen Institut), ob 5+5+2 auch geht oder halt noch etwas, was NICHT aufgelistet wird. Grundsätzlich gilt: erstmal überall anrufen oder Mails schicken, statt selbst die Infos zu lesen.
-> Kein Student braucht überhaupt in die Bibliothek zu gehen oder nutzt je einen Kopierer (jetzt wundere ich mich nicht mehr über unsere Reffis)
-> Die Mär von "wenn ihr später eine Frist nicht beachtet, geht es schief" ist die Hälfte der Zeit nur eine leere Drohung, auf die andere Hälfte wird mit sovielen Warnschildern und Erinnerungen aufmerksam gemacht, dass man echt doof sein muss ("Achtung, Einschreibefrist nur noch 2 WOchen", "nur noch eine Woche für die Klausuranmeldung", "nur noch 3 Tage", "Endet heute"... und ich rede nicht (nur) von den Fachschaften sondern von Mails auch vom Institut und der Uni.
Die Krux ist: WANN lässt man endlich Konsequenzen spüren? Vgl. anderer Thread: Wer kein Praktikum gefunden hat, soll durchfallen. Oder man rettet ihn doch noch mit einem anderen Praktikum? Oder einer selbst erfundenen Massnahme?