Beiträge von chilipaprika

    an den allerersten (KiGa) kann ich mir tatsächlich nicht erinnern. An den "ersten" Tag der Grundschule kann ich mich nur erinnern, dass wir draußen gewartet haben, es war total wuselig und beeindruckend, weil alle Grundschüler und viele Eltern auf dem Hof waren und alle auf die Neuigkeiten gewartet haben. Dann haben wir auf der Liste gesehen, in welcher Klasse ich bin und ich mit meiner damaligen besten Freundin getrennt war, unsere Eltern haben es bedauert, uns aber Mut gemacht, wir sind von den neuen Lehrerinnen gerufen worden.
    Kurz den Eltern Tschüss gesagt, ich kann mich erinnern, dass einige in meiner Klasse geweint haben, was ich wirklich echt lächerlich fand, wir hatten schließlich nur das Gebäude gewechselt und endlich waren wir in der "großen Schule". Da meine Schwester am selben Tag in die Vorschule kam, gingen meine Eltern und meine Schwester dann weiter (die Kleinen wurden tatsächlich später eingeschult). Abends nach der Schule durfte ich zugucken, wie meine Mama die Bücher eingedeckt hat und ich fand es total spannend, dass ich endlich Schulbücher und eine Schultasche hatte, meine Schwester nicht. und irgendwie hatte ich schon ein Mini-Gedicht als erste Hausaufgabe auf, irgendwie ganz schöne Erinnerungen.

    Da ich weiß, dass die "deutsche Einschulung" viel cooler ist, gebe ich die Frage gerne wieder weiter...

    Falsche Fährte, @samu Das sind nämlich nur delegierte bzw. im Auftrag wahrgenommene Aufgaben. Die Kirchen machen es nicht (nur) aus Nächstenliebe sondern im Auftrag des Staates und ebenfalls zum größten Teil mit der Kirchensteuer (u weiteren staatlichen Geldern).

    Diesen "wichtigen Schritt" machen dann die katholischen Ehewilligen (die zwischen Kommunion und Trauung vielleicht nie in der Kirche waren...) dann direkt im Zusammenhang mit der Trauung. Wer's braucht. Ich kapiere ja nicht, warum man kirchlich und in Weiß heiraten muss, wenn man sonst mit Kirche nichts am Hut hat. Aber auch diese "ungläubigen" Schäfchen braucht die Kirche, damit das Aussterben weiter verschoben wird.

    ja schon, aber grundsätzlich kann man auch die Taufe oder die Kommunion nachholen.. Mir ging es tatsächlich um die unterschiedliche (oder?) Anzahl an Schritten, Altersstufen und unterschiedliche Begrifflichkeit.

    Noch etwas, was mir zum Thema "richtig katholisch" und "regional" einfällt:

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, darf man (nach strenger Lehre) in Deutschland nur katholisch heiraten, wenn man die Firmung hinter sich hat. Das ist wohl der wichtige Schritt.

    In Frankreich gibt es (bei Katholiken!) die Kommunion. In der 5. Klasse die Erstkommunion, in der 7. Klasse die "feierliche Kommunion" , bei der man das Gelöbnis ablegt, also die Bestätigung der Taufe, die man als Baby bekommen hat.
    Das ist in der Regel das Ende der religiösen Entwicklung. Geschätzt (konservativ) 90% der Katechismus-Schüler*innen hören dann auf. Wer weiter macht, hat die Möglichkeit, 2 Jahre später die "Konfirmation" abzulegen. und wenn ich ehrlich bin: das hat ein bisschen den Beigeschmack von "die paar wenigen, die uns übergeblieben sind, muss man wohl bei der Stange halten". Wie feierlich es ist, weiß ich nicht, ich kenne tatsächlich keinen einzigen, der das gemacht hat und ich selbst als einzige übriggebliebene meines Bekanntenkreises habe ein paar Monate vorher mit dem Glaube abgebrochen...
    Für die Hochzeit in Frankreich reicht also die Kommunion, die man mit 12 feiert.

    nee! auch nichts Annäherndes.
    Aber halt in der Freizeit. und tatsächlich weiß ich nur noch von ein paar Mitschüler*innen, wer bei mir in der Katechismus-Gruppe war, aber sie waren wild zusammengewürfelt, je nach passender Uhrzeit und / oder Wohnort, also nicht unbedingt meine Klassenmitschüler*innen.


    (noch mehr) Off-Topic: der Tatsache, dass es in Frankreich keinen Reliunterricht in der Schule gibt, verdanken die französischen Schüler*innen den freien Tag unter der Woche. Es war der Kompromiss mit der katholischen Kirche, damit der Katechismus trotzdem noch stattfinden kann.

    @samu: man weiß doch, wer im Reliunterricht wo sitzt. Ganz praktisch sowas...

    (Tatsächlich waren die Eltern meiner besten Freundin damals nicht sooo begeistert zu hören, dass ich mittwochs nachmittags zum Reli-Unterricht gehe. Hat nicht geholfen, wir haben uns trotzdem weiter getroffen und sie war sogar bei meiner Kommunion.)
    In Deutschland ist es echt am einfachsten, dadurch die Konfession / Religion herauszufinden.

    Ich guck mir die Quelle später am Rechner, aber eins vorweg: ich als Deutschlehrerin vergebe Noten für Aufsätze, Analysen und Kommentare. Nicht für ‚kann einen Bericht fehlerfrei schreiben‘.

    Die Bewertungsmaßstäbe sind fest und mir sind die Hände gebunden. Die Sprache / Darstellungsleistung macht 20 von 100 aus (ich hatte eine Weile kein Deutsch, es könnte sogar 20/120 sein). Und von den 20 Punkte gibt es auch Punkte für die Zitierweise usw...

    Ja, auch mit schlechter Lesekompetenz und schlechter Rechtschreibung / Sprachkompetenz ist es ‚schwer‘, durchgängig mangelhafte Leistungen zu erbringen, zumal es auch eine mündliche Note auch gibt.

    Nebenbei: (und es richtet sich hier ausdrücklicv und ausschliesslich an LS): wenn die Grundschullehrer*innen ihren Job besser machen würden, hätte ich keine solchen Probleme im Deutschunterricht. Na, merkste?

    Generell dachte ich als Kind, dass es "nur" evangelisch und katholisch gäbe.

    Ich wiederum habe lange gebraucht, um zu erfahren, dass es überhaupt Protestanten / Evangelen gibt. Irgendwann in der Pubertät habe ich durch meine Schwester, deren Schulfreundin die Tochter des Pastors war, erfahren, dass eine Gruppe Menschen, die nicht mal eine richtige Kirche hat, sich in einem gemieteten Raum im Rathausgebäude trifft.
    Tja, anderes Land, andere Sitte. Meine Stadt hatte mehr "Moscheen" (also islamische Treff- und Gebetsorte) als evangelischen Gebetsräume (=einen).

    Ich "bin" katholisch aufgewachsen und war immer sehr irritiert, warum der Gottesdienst bei meiner Oma anders war, als der Gottesdienst, wo wir vom Katechismus hingingen. "Unsere" Kirche war auch ein modernes Gebäude ohne viel Farbfenstern, was ich bis heute traurig finde (weil ich Kirchenfenster liebe und schon alleine nur deshalb gerne zu Notre-Dame gefahren bin), die Kirche meiner Oma eine gothische Basilika... für mich war also das eine richtige Kirche. Kindergedanken, aber durchaus mit Wertung von Erwachsenen...
    Einer der Höhepunkte meiner religiösen Sozialisation war wohl, als wir beim Katechismus (Reliunterricht) Geld für den Bau einer nahgelegenen Kathedrale gesammelt haben. Damals noch brav hielt ich es für eine tolle Sache, ich kann mich aber erinnern, dass viele "ältere" Menschen es für ein Unding, wie sie aussehen sollte (tatsächlich gar nicht wie eine Kirche, noch weniger wie eine Kathedrale). Und obwohl ich schöne Kirchen vom Betrachtungswert mag, fand ich es seltsam, dass das Aussehen des Gebetsorts scheinbar wichtiger sei als die Tatsache, dass man zusammen sei.
    und im Hintergrund schwingte eh die Polemik mit (irgendwie hat man sowas immer mitbekommen, bzw. ich habe es auch im Nachhinein viel detaillierter mitbekommen), dass es um einen "Kampf" mit dem schon begonnenen parallelen Bau der einen Moschee (also diesmal kein Gebetsraum, sondern einer richtigen Großmoschee mit Minarett) ging.

    Mein Bruch mit der Institution ein paar Jahre später hatte wenig damit zu tun, aber es blieb schon ein Beigeschmack.

    Für mich ist und bleibt einiges vom Christentum / Katholizismus (ich kann ja nicht für andere Konfessionen sprechen, sowieso schon kaum für den Katholizismus an sich) mit der Lehre meiner Oma verbunden. Und da wundere ich mich immer wieder über alle Auswüchse aller Parteien mit einem C im Namen, aber auch so vieler Menschen, die mit der Institution verbunden sind. Meine nächsten- und menschenliebende Oma, die ihr letztes Hemd für jeden gegeben hätte, so oft nicht genug zu essen hatte, weil sie mit Anderen geteilt hat, mir das Pater Noster und das Ave Maria (hat man kaum gelernt, aber ihr war es wichtig) beigebracht hat, sie war noch vor ihrem Tod so traurig über die Entwicklungen. und ihr war es egal, dass die Messe nicht mehr auf Latein war. Ihr war es nicht mehr so wichtig, dass meine Schwester keine Kommunion gemacht hat und ich einen Evangelen, und das noch ohne Kirche heiraten würde: ich war glücklich, ich bin / wir sind (ihrer Meinung nach) gute Menschen geworden, die sich um ihre Nächsten kümmern, DAS war ihr wichtig.

    (und obwohl sie nicht wenig Münzen in meine Kollekte für die Kathedrale reingeworfen hat, hat sie nie auch nur einen Schritt dahin getan :D )

    wenn ich die perfekte Lösung hätte, hätte ich vielleicht einen Nobelpreis. Aber ich sage nicht einem Diskriminierungsopfer, dass er sich verstecken oder verstellen soll.
    Man soll eingreifen. Man darf keine diskriminierenden Äußerungen zulassen. Kein "du hast eh kein Land" (Aramäer), "Schoko", oder was auch immer ... aber auch kein "eyh, bist du behindert?" oder "voll schwul"... Nein. Sowas wird einfach nicht geduldet. Punkt.

    An der Uni: definitiv nicht. Aber ich habe zu Vorzeiten studiert mit sehr wenig Bildungswissenschaften. Später habe ich schon im Vorlesungsverzeichnis durchaus Kurse gesehen, die "Leistungsbewertung" hießen.
    Am Studienseminar: an mindestens eine Sitzung pro Fach kann ich mich erinnern, die absolut nichtssagend waren. Es ging tatsächlich ausschließlich um schriftliche Korrekturen und insbesondere bei der Sprachkorrektur in der Fremdsprache konnte die Fachleiterin nichts Sinnvolles beitragen (und sie hätte sonst der Hälfte des Seminars mitteilen müssen, dass deren Einschätzungen viel zu falsch waren, weil sie mehr als die Hälfte der Fehler übersehen hatten).
    Aber: es war eins der Themen meiner Abschlussprüfung (2. StEx), also habe ich mich einfach selbst eingelesen. Hat auch mal Vorteile :D

    ja, manchmal ist man zwiegespalten.
    Ich mache aber einen Unterschied zwischen "Ich bezahle, um mir die Arbeit schöner / einfacher zu machen" und "ich bezahle, um zu arbeiten".
    Über die Suchfunktion findet man dazu mehrere sehr gut geschriebene Beiträge von Botzbold.
    Die (immer niedrigeren) "Unmengen" an Geld (Zitat Ehemann :-D), die ich ausgebe, sind nicht "notwendig". Nur spare ich mir nicht nur morgens Zeit, wenn ich die Arbeitsblätter zuhause gedruckt habe, sondern auch viele Recherchen in einer Unibibliothek, wenn ich unterschiedliche Lehrwerke und Fachliteratur ab und zu anschaffe, um gute Unterrichtstexte daraus zu schöpfen. Dasselbe mit dem Tablet, das ich NICHT kaufen muss, ich könnte auch mit Papier und Folien und einem Leih-iPad der Schule arbeiten, aber es hatte eine sehr große Effizienz für mich und ich sehe es also nicht nur als Investition in meine Arbeit, sondern auch als Investition in meine Freizeit (weil: schneller arbeiten = mehr Freizeit, glücklicher bei der Arbeit = weniger Stress, usw..)

    Es wird ja niemand davon abgehalten durchgehend FFP2-Maske zu tragen zum Selbst- und Fremdschutz...

    Ich will wirklich weder in irgendeine Panik ("nur in der Schule kann ich mich anstecken") verfallen, noch den Diskurs "ich gebe keinen Cent für meine Arbeit aus" befeuern, aber den Spruch darf man nicht als Arbeitnehmer zu oft sagen. Sorry. Wenn mein Arbeitgeber wirklich der Meinung ist, dass meine Arbeit quasi nur mit FFP2-Masken möglich ist, muss er auch einen Beitrag dazu leisten.

    Chili (die Unmengen an Geld für ihre Arbeit ausgibt, aber auch ab und zu einsieht, dass es bestimmte Grenzen gibt)

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