Wenn ich höre, dass eine Kollegin neulich sagte, ich hätte als Mama da ich kurz vor knapp käme wohl kein Verständnis für ihren Stress, schließlich hätte sie schon seit 15 Minuten Frühbetreuung... da kann ich nicht mal mehr müde drüber lächeln..
Mein Arbeitstag beginnt um 5:00. Bis wir um 7.15 aus dem Haus gehen habe ich zum Teil 2 Ladungen Wäsche gewaschen, Spülmaschine aus und an, Frühstücksbrote für alle fertig und das nicht dahingehunzt sondern aüpetitliches Schulfrühstück-konform, habe mehrere Geschwisterrivalitätsdramen durch, 2 Betreuungsorte angefahren mit allen Abschiedsschmerzen und dann geht für mich der Dienst los.
Da habe ich kein Verständnis für das Gejammere, dass man um 6.15 aufstehen muss um in Ruhe zu frühstücken und dann um 7.30 in der Schule ist.
Genau solche Beiträge / Bemerkungen im Lehrerzimmer führen zu einer Kluft / einem Kampf zwischen Eltern und Nicht-Eltern.
Ich habe völligen Respekt vor dem, was Eltern (nicht nur Mütter...) leisten, aber ich akzeptiere nicht, dass mir grundsätzlich unterstellt wird, nur weil noch keine Kinder aus meinem Körper rausgesprungen sind, dass ich nichts im Leben machen würde.
1) Es gibt Leute, die nicht freiwillig kinderlos sind.
2) Es gibt Leute, die auch intensive Aufgaben haben (Pflege von Angehörigen, aber auch Ehrenamt, Hobbies, ...) und selbst wenn man es nicht vergleichen kann, es heißt doch nicht, dass sie Däumchen drehen.
3) Es ist doch deine Entscheidung, deinen "Arbeitstag" um 5uhr morgens anzufangen. Du kannst doch die Wäsche, Frühstücksbrote und so weiter zu einem anderen Zeitpunkt am Tag machen. Es heißt nicht, dass du nicht morgens "mehr zu tun hast als ich Kinderlose", aber es heißt, dass solche Formulierungen mit Uhrzeit, Listen und so weiter überhaupt nicht helfen.
4) Man wächst vielleicht mit seinen Aufgaben, aber wenn der liebe Gott / die liebe Biologie oder was auch immer mir Kinder geben würde, dann würde ich 1) sie nicht als Arbeit bezeichnen wollen, 2) NICHT um 5uhr mit irgendwelchen Aufgaben anfangen. Ich brauche Schlaf.
Wenn es also viel zu viel Arbeit ist, dann: delegieren, reduzieren, ...
Aber generell als Quintessenz meiner Gedanken: bitte nicht immer beide Gruppen gegeneinander ausspielen. Genauso wenig, wie es mir schwer fällt, mir vorzustellen, wie der Alltag mit 2 Kids aussieht, kannst du nicht wissen, wie mein Alltag / der Alltag deiner KollegInnen (ob mit oder ohne Kind) aussieht.
chili