Bei meinen ersten Zweitkorrekturen war der erste Erstkorrektor A15.
Ich habe keine Sekunde daran gedacht, dass er Teil der SL oder Oberstufenkoordinator ist.
ABER: Ich habe gedacht: "Ach, so korrigiert er / man!" und mich daran orientiert und daraus gelernt. Schon damals bei einzelnen Schüler*innen gedacht "haha, da wollte er dem Schüler vielleicht die "Abweichungsprüfung" vermeiden oder ganz das Abi retten, aber es hätte auch bei einem A13er passieren können und das hat vielleicht meine Zweitkorrektur auch mal 1-2 Jahre später, wo ein Schüler haarscharf an die Nachprüfung glitt, weil er in der Fremdsprache mündlich einfach viel stärker war UND sich auch beim Abiturtext vergriffen hat.
Beiträge von chilipaprika
-
-
(und ich schließe erstmal den Thread nicht, weil es mich wirklich interessieren würde, falls sich jemand dazu äußern möchte)
-
Kolleg*innen!!!
WARUM gibt jemand Lehrermaterial weiter, an jemanden, der offensichtlich keine Lehrkraft ist?! -
Warum sollst du denn bitte an einem schulfreien Tag Rückmeldungen zu Aufgaben geben?
Die Schüler*innen warten einfach bis zur nächsten Unterrichtsstunde.
(und der Satz "Die SuS haben mich jetzt nach Rückmeldung gefragt" verrät doch ein bisschen viel
Also: Mach deine Hausaufgaben selbst. ) -
Ich habe erst heute erfahren, dass die LBV-Beihilfe Hotline in Düsseldorf nicht für mich zuständig ist, weil ich in einer anderen BR arbeite und noch aktiv im Dienst bin.
Dann wollen wir mal hoffen, dass die (wiederholte!) telefonische Information, ich bräuchte eine Leistung nicht zu beantragen (anders als bei der PKV), auch in meiner BR stimmt, sonst wird es finanziell sehr weh tun
(und natürlich hat meine Sachbearbeiterin nur dienstags/mittwochs Sprechstunde). -
aber beim Eintritt am Gymnasium ist das Kind 11.
Was glaubst du denn, wie es sich bisher orientiert hat? Glaubst du denn, Mama hat immer Händchen gehalten? Menschen sind anpassungsfähig und dieses Kind braucht nur ein paar Einführungen und wird nach ein paar Wochen und Monaten durch die Schule flitzen.
Es geht schon seit Jahren zur Schule, in einen Sportverein, in regelmäßigen Blindentrainings, lernt ein Instrument, ist zu Kindergeburtstagen eingeladen worden, wo er nicht den Ort kannte, usw.. NATÜRLICH macht man keinen Wurf ins kalte Wasser, aber es erhält nicht jede Woche stundenlang statt Englischunterricht (wegen deiner Nachfrage an Maylin) "Orientierung"-Unterricht.
Echt ein anderes Feld, aber: Hast du schon ein 2jähriges Kind im Rollstuhl gesehen? Es flitzt dir davon, da solltest du nicht als Babysitter am Handy bleiben, nur weil du denkst, ups, wird sich nicht bewegen. Das Kind kriegt sehr schnell raus, wie es seine Fähigkeiten einsetzt.
Auch ein Kind ohne Arme braucht kein jahrelanges Vollzeit-Training, sondern wird einfach seine eigenen Strategien mit denen kombinieren, die man ihm mitgibt. -
Aber wenn das Kind sich eben dafür entscheidet, auf das Regelgymnasium zu gehen, statt ins Internat, dann ist es halt so. Da es nicht 24 Stunden am Tag sonst im Zimmer hockt, wird es die "Orientierung im öffentlichen Raum" auch hinkriegen. Vielleicht kommt das Kind erst in der 9. Klasse in die Regelschule. Es ist egal, es bleibt nicht die Aufgabe der Schule, ihm beizubringen, ein Glas einzuschütten oder aus seinem Teller das Essen rauszunehmen.
-
CDL: Warum bist du der Meinung, dass Schule Orientierung im öffentlichen Raum nicht leisten können muss?
Ich fände es schon gut, wenn mein blindes Kind, hätte ich eines, in der Schule lernt, wie man mit einem Blindenhund umgeht oder wie das mit der Kreuzung in der Innenstadt funktioniert. Eben die Beispiele, die du nanntest. Und klar gibt es keinen Anspruch darauf, dass Schule alle Möglichkeiten umfassend und abschließend vermittelt. Es geht um exemplarisches Vermitteln für die Zielgruppe wichtiger Kompetenzen, die ein Teilbereich lebenslangen Lernens sind, was natürlich auch für Schüler mit Förderbedarf gilt. Ich hätte dann in der Schule gelernt, wie ich mich in der Stadt Freiburg orientiere und müsste dann auf Basis dieses Vorwissens (ggf. mit externer Unterstützung) lernen, wie ich mich in Reutlingen zurechtfinde.
das vermittelt (in einem kleinen (!) Teil der Stunden!) die Blindenschule, aber nicht die Regelschule.
Dafür gibt es auch Assistenzprogramme, Schulungen von Krankenkassen und Selbsthilfevereinen, usw.
Wenn ein Kind sich ein Bein bricht, ist die Schule nicht dafür zuständig, ihm das Laufen auf Krücken beizubringen, sondern die Klasse aus dem 2. Stock ins Erdgeschoss zu verlagern.
Du bist doch sonst immer dafür, dass die Schule für den Unterricht zuständig ist und die Eltern (oder Andere) weitere Kompetenzen beibringen und ergänzen?! -
Bei Regelschülern ist Orientierung im öffentlichen Raum kein explizites Lernziel. Es wird natürlich im Fachunterricht nicht an der Lebensrealität vorbei unterrichtet, Alltagsthemen wie die Bedeutung von Geld oder der öffentliche Behördenapparat vermittelt, aber du musst als Sonderpädagoge zugeben, dass dies anderen Parametern folgt als bei Kindern mit Förderschwerpunkt Sehen oder Hören, bei denen es darum geht, (wenn wir es mal wirklich auf die tauben und blinden Schüler beschränken. Ich weiß, dass es auch Schüler gibt, die diese Förderschwerpunkte haben, aber "nur" seheingeschränkt oder schwerhörig sind.), sich als blinder oder tauber Mensch in einer Gesellschaft, die schlichtweg darauf basiert, dass sie die Fähigkeit zu sehen und zu hören als Normalfall voraussetzt, überhaupt zurechtzufinden.
Das Kind IST ein Regelschüler.
Er macht dasselbe Abitur wie du und ich. Er wird Ingenieur oder Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter oder Sportler.
Bei mir im Sportverein ist ein vollständig erblindeter Sportler, er musste die ersten Male im Schwimmbad die Wege gut lernen, er kriegt hier und da auch Unterstützung aber er bewegt sich zum Bad alleine, zu den Umkleiden, Dusche und Becken grundsätzlich alleine.
(Und ja, es nervte mich, wenn ich hinter ihm auf der Bahn war, weil er seine Bahnwechsel mit Pause an der Wand macht. Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, dass er seine eigene "Drittelbahn" an der Wand hat und wir auf der selben Bahn parallel schwimmen und ggf. überholen. Nicht so oft, weil er sehr gut ist. Läuft den Marathon in knapp über 3:30, ein Volkstriathlon in knapp 1:15 (500m Schwimmen, 20km Rad, 5km Lauf. Und die Rad- und Laufbegleiter ziehen ihn nicht...)
Man muss halt an Schrauben drehen, wir nicht Behinderten müssen Privilegien abgeben. Aber der junge Mann macht weitaus mehr als im Alltag die "Bedeutung des Behördenapparats" zu kennen. Förderschwepunkt GE ist nicht dasselbe wie Blind oder Taub. -
Maylin85 : Ich würde unterscheiden zwischen seheingeschränkten und wirklich blinden Schülern. Bei blinden Schülern geht es nicht nur um Vermittlung von Inhalten, sondern auch darum, zu lernen, sich möglichst selbstständig im öffentlichen Raum zu bewegen. Das kann ein Gymnasium gar nicht leisten oder könntest du mal eben 2 Stunden aus dem laufenden Unterricht ausgeplant werden, um dir einen blinden Schüler (m/w/d) zu schnappen und eine Tour durch die Stadt zu machen, um ihm oder ihr zu zeigen, wie man sich an stark befahrenen Straßen, auf der Suche nach öffentlichen Toiletten oder Behörden verhalten muss? Es geht bei dieser Schülerschaft ja nicht nur um Vermittlung von Fachinhalten im Klassenraum, mal plakativ formuliert.
Was für einen ableistischen Quark?!
und als Beruf kann er nur Klavierstimmer oder Masseur ergreifen, oder wie?
Das vollständig blinde Kind, das an einem Gymnasium beschult werden soll / möchte, war vorher an einer Grundschule und hat seine kognitiven Fähigkeiten gezeigt, und wenn es am örtlichen Gymnasium ohne große (personelle) Integrationshilfe beschult werden soll (statt zum Beispiel nach Marburg ins Internat zu gehen), dann lernt es in ein paar Tagen seine Wege und gut so (und NATÜRLICH muss darauf Rücksicht genommen werden, wie möglichst wenige Raumwechsel, Rücksicht bei Gedränge, usw..)Wow... "eine Tour durch die Stadt machen"... was hast du denn bitte für ein Bild?
-
Provokation kann manchmal neue Sichtweisen ermöglichen, daher völlig legitimer Einwand.
Mein "Aber" an der Stelle würde in die Richtung gehen, dass die Brille vom Schüler (m/w/d) bereits mitgebracht und (durch die Schülereltern) selbstfinanziert wird. Dadurch könnten sie ja an dem exemplarisch angebrachten Arbeitsblatt in Schriftgröße 8, ohne dass auf deiner Seite ein Mehraufwand bestünde, oder lasse ich gerade eine Variable außer Acht?
Ich weiss leider nicht, ob Kinderbrillen doch nicht von der KK bezahlt werden. Also okay.
Aber ich habe es schon geschrieben: es ist die Anlage und die Mikrofone des Kindes. Beim sehbeeinträchtigten Kind ist es SEINE Anlage fürs Vergrößern der Tafel oder Fokussieren.Genauso wie es der Rollstuhl des Kindes ist.
(Bzw. Leihgabe der Krankenkasse)
Hilfsmittel gehören dem Kind, es geht um seine Teilhabe. Die Schule hat da keine finanzielle Beteiligung.
-
Aussetzung der ADO für Beförderten, cool!
-
Mich nerven ehrlich gesagt auch Brillenträger massiv. Kostet echt unnötig Geld.
Wäre es nicht einfacher, sie alle zusammen in eine Schule zu stecken, dann könnte ich endlich Arbeitsblätter in Schriftgröße 8 nutzen. Was für Einsparnisse. -
Eine Förderschule Schwerpunkt Hören würde immer Bedarf an den Mikrofonen und der Anlage haben, aber was ist, wenn der Bedarf an einer durchschnittlichen Realschule so aussähe, dass es mal einen Schüler mit entsprechendem Bedarf gäbe, dann mal mehrere Jahre keine und dann auf einmal drei?
Ich persönlich fände das kein sinnvolles Management von pädagogischen Ressourcen.
1. es ist das Eigentum bzw. geliehenes Eigentum des Kindes (das nennt man Hilfsmittel).
2. wenn du es unbedingt mit finanzieller Effizienz rechnen willst (das meinst du mit Management pädagogischer Ressourcen): die paar tausend Euro sind schnell rentabilisiert statt Taxischein 50km jeden Tag.
-
Der Förderschwerpunkt Hören ist bei weitem nicht nur Gebärdensprache, Gebärdensprache nutzende Kinder sind ziemlich sicher die große Minderheit.
Mehrere Mikrofone und die Anlage für einen Schüler ist vielleicht teurer als für zwei, aber so ist es aber. Warum soll ein schwerhöriges Kind (ohne weiteren Bedarf und mit dieser Ausstattung sehr gut beschulbar) 30 oder 50 km fahren? -
braucht man nicht einklagen: Freie Schulwahl.
Die haben wir jedes Jahr.
Und seit G9 haben sie sogar gute Chancen, die Unterstufe zu schaffen und bis zum Mittleren Abschluss (oder darüber hinaus) zu bleiben. -
(oder eigene Entscheidung, weil zum Beispiel bei hoher Teilzeit der Beitrag sinkt, anders als der möglicherweise sehr hohe PKV-Beitrag)
bzw. (gelernt aus dem Forum): Planstelleninhaber*innen an Ersatzschulen (oder Ergänzungsschulen?) haben keinen Zugang zur Öffnungsklausel (ich hoffe, ich gebe es grob richtig wieder, eine Kollegin ist hier betroffen).
(oder richtig Pech mit der PKV-Vergangenheit und Ausschlüsse, die einen doch in die GKV treiben.) -
Gibt es einen Grund, weshalb Du die Arbeitgeberanteile mitbezahlen musst?
es ist bei allen Beamten so, außer, das Land hat eine pauschale Beihilfe eingeführt (und zwar vor der "Entscheidung" oder eine Wahloption eingeführt)
-
was?
und welche sagen dann "nein"? und auf welcher Grundlage?
(also wir haben noch nie einen Schüler abgelehnt. Ich vermute, bei einem Rollstuhl bekämen wir ein organisatorisches Problem, aber das haben wir auch schon mal hinbekommen, als Schüler*innen zeitweise immobil waren) -
Eine blinde Lehrerin war auch mal in einer Doku zu sehen, von vollständig gehörlosen Schüler*innen mit dauerhaftem Dolmetschereinsatz weiß ich auch (also schon vor 20 Jahren). Erkämpfte Einzelfälle, aber sicher immer mehr.
Ich muss zugeben, die Mehrarbeit ist dann pro Schüler*in nicht ohne (und ich weiß, es ist an jeder Schulform so, ist also kein Argument gegen die Beschulung am Gym, es passt kognitiv durchaus). Alle Arbeitsblätter bzw. Vokabeltests und Klassenarbeiten in Schriftgröße 28 bzw. 36 ist nicht nur ein Klick. (2 sehbeeinträchtigte Schüler*innen), alle Emotionen umschreiben oder durch andere Aufgaben ersetzen (Asperger-Schülerin), in der Parallelgruppe sind schwerhörige Schüler*innen, die alternative Aufgaben brauchen. und so weiter...
Es ist nicht DIE Welt, aber es summiert sich wirklich, wenn fast jede Klasse (zum Teil mehrfach) betroffen ist. Und das ist ein Problem der Inklusion: die Nicht-Berücksichtigung des Mehraufwands der Inklusion und die Sparmaßnahmen, die die Länder damit fahren. Auf Kosten der Schüler*innen und Lehrkräfte.
Werbung