In Niedersachsen gibt es an der Universität Osnabrück seit ein paar Jahren die Lehramtsausbildung zum islamischen Religionsunterricht. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Ausbildung auf Basis von Presseaufmerksamkeit (die gab es reichlich) und völlig am Bedarf vorbei erfolgt (den gibt es praktisch nicht). Seitdem dort die ersten Absolventen fertig werden, klopft das Ministerium regelmäßig bei den in Frage kommenden Schulen an und fragt an, ob diese nicht endlich islamischen Religionsunterricht ausbringen möchten. Weitgehend erfolglos, es gibt so gut wie keine Schulen, die das möchten. Im ländlichen Bereich gibt es keinen ausreichenden Bedarf, im städtischen Bereich stehen die Schulen in Konkurrenz zueinander und es ist nicht im Interesse zB eines Gymnasiums als einziges Gymnasium in einer Stadt islamischen Religionsunterricht anzubieten und sich damit im Wettbewerb als die Schule zu positionieren, die sich besonders auf muslimische SuS ausrichtet, weil das Ergebnis sein wird, dass die Anmeldungen anderer SuS deutlich sinken werden.
Der islamische Religionsunterricht scheitert nicht an der Verfügbarkeit der Lehrkräfte, im Gegenteil, aktuell können die Absolventen nicht untergebracht werden.
Ich vertraue darauf, dass du Einblick hast und deine Hypothesen auf Hinweisen, Anekdoten und gar Wissen basieren, es stimmt mich aber traurig (erst recht, weil ich mir tatsächlich vorstellen kann, dass die Folgekette so einträfe).
Unser IRU ist so erfolgreich, dass wir ihn lange nicht abdecken konnten, es ändert sich sicher mit einem neuen Kollegen.
Bevor ich hier schreibe, dass bei uns alle weiterführenden Schulen (außer die in katholischer Hand) IRU anbieten, habe ich es überprüft und wow, eine Gesamtschule tut es nicht und es kann einiges erklären (unter anderem das, was du oben schreibst..)
Alle Schulen bieten aber (zusätzlich zu IRU oder statt) Praktische Philosophie.